Aus der Ausgabe

NEXUS Magazin 18, August-September 2008

NEXUS Magazin 18
August-September 2008

Zur Ausgabe
E-Paper kaufen 5,00 €

Gratis Ausgabe 21

NEXUS Magazin, Ausgabe 21, Kostenloses E-Paper

E-Paper (PDF)

Anzeige

NEXUS E-Paper-CD
Ausgabe 1-20

NEXUS E-Paper-CD: Ausgabe 1-20

50,00 €

Das Geheimnis um den Mitchell-Hedges-Kristallschädel

Der Bericht über den Fund des berühmten Mitchell-Hedges-Kristallschädels im Jahr 1924 in der alten Maya-Stadt Lubaantun ist wahrscheinlich nur eine Erfindung, die ein Ränkespiel verbergen soll.

Eine weitere Lüge ist seine Beschreibung, wie er Villas Armee wieder verließ. In dem Kapitel „Prisoner of Pancho Villa“ in seiner Autobiographie schreibt Mitchell-Hedges:

„Also hatte ich wohl oder übel keine andere Wahl; aber als die Wochen verstrichen, wurde meine Lage immer hoffnungsloser. Letztlich unternahm die Regierung der Vereinigten Staaten entschiedene Schritte, und General Pershing marschierte mit 60.000 Soldaten an die Grenze zu Mexiko [die meisten Quellen sprechen nur von 12.000 Soldaten]. Ich wusste, dass ich unmöglich an einer militärischen Operation gegen die Amerikaner teilnehmen konnte […]“

Wie logisch und begreiflich das auch erscheinen mag: Pershing marschierte nicht im Jahr 1914 an die Grenze, als Mitchell-Hedges sich dort aufhielt. Dieser Marsch fand erst 1916 statt, lange nachdem Mitchell-Hedges schon wieder zu Hause war.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man darin übereinstimmt, dass Mitchell-Hedges Villa wohl wirklich gekannt hat, dass er aber darüber lügen musste – oder wollte –, wie genau er Villa kennen gelernt hatte. Warum? Hier müssen wir hinzufügen, dass Mitchell-Hedges 1914 wieder in England war, und als er 1915 ein Schiff nach New York nahm, noch am gleichen Abend an Bord niemand anderem als Meyerowitz begegnete! Wieder erzählte Mitchell-Hedges, er wolle nach Mittelamerika gehen, aber Meyerowitz überredete ihn, als sein Angestellter in New York zu bleiben. So war Mitchell-Hedges 1915 genau wieder da, wo er schon zwei Jahre zuvor gewesen war, so als ob sein ganzes mexikanisches Abenteuer nie passiert sei – was einige Skeptiker wohl tatsächlich gern daraus schlussfolgern möchten.

Doch der Gedanke, Mitchell-Hedges sei ein Spion gewesen, ist nicht nur bloße Spekulation. Zurück in New York machte Meyerowitz Mitchell-Hedges mit Lieb Bronstein, also Leo Trotzki, bekannt. Die beiden zogen sogar zusammen, als Bronstein in finanziellen Schwierigkeiten steckte. In dem Kapitel „The Man from the East Side“ in seiner Autobiographie schreibt Mitchell-Hedges:

„Eines Tages gegen Ende des Jahres 1919, als ich auf einem Kurzurlaub in England war, erhielt ich einen geheimnisvollen Brief auf Regierungspapier, gekennzeichnet mit ‚Streng geheim‘, der mich dazu aufforderte, Sir Basil Thompson, dem Geheimdienstchef, einen Besuch abzustatten, sobald es mir möglich sei. Neugierig geworden ging ich gleich am nächsten Tag in sein Büro.“

Mitchell-Hedges wurde gebeten, nach Russland zu gehen, weil er Trotzki kannte, aber nach eigener Aussage lehnte er diese Mission ab. Obwohl er diese spezielle Mission anscheinend nicht angenommen hat, geht aus seiner Autobiographie nicht genau hervor, was danach geschah, weshalb er möglicherweise doch nach Russland gegangen sein könnte – vielleicht nicht seine erste Mission.

Nachdem er, ob nun als Privatperson oder Mitarbeiter des Geheimdienstes Seiner Majestät, die mexikanische Revolution beobachtet hatte, wurde er mit Sicherheit gebeten, die russische Revolution zu beobachten. Was sollen wir aus seinen wiederholten „Kurzurlaub[en] in England“ schließen? Könnten sie nicht Einsatzbesprechungen gewesen sein?

Das Geheimnis um Ambrose Bierce

Seine mexikanische Odyssee wird noch interessanter, wenn man beachtet, dass Mitchell-Hedges anscheinend beschlossen hat, einen wichtigen Namen in seiner Autobiographie nicht zu nennen: Ambrose Bierce. Unser Abenteurer versäumte zu erwähnen, dass Villa im November 1913, also in dem Monat, als sich Mitchell-Hedges in unmittelbarer Nähe des Generals aufhielt, auch Bierce‘ Bekanntschaft machte, der seine Operation als „Beobachter“ begleitete und also auch in der Nähe des Generals war. Das heißt, Bierce und Mitchell-Hedges müssen sich getroffen haben.

Bierce war ein bekannter Schriftsteller und es mutet seltsam an, dass Mitchell-Hedges seinen Namen gar nicht erwähnte, weder in seiner Autobiographie noch anderswo. Aber das ist noch nicht alles: Kurz darauf verschwand Bierce unter mysteriösen Umständen, und ab einem gewissen Punkt wurden die Theorien über seinen Tod fast genauso berühmt wie die über John F. Kennedys Ermordung und den Tod von Prinzessin Diana und gipfelten in einer Reihe von Büchern, die zu diesem Thema geschrieben wurden.

Wir wissen, dass sich Bierce‘ Spur mit einem Brief vom 26. Dezember aus Chihuahua verliert, als er bei Villas Armee war. Einige glauben, dass er während der Belagerung von Ojinaga am 11. Januar 1914 umkam, aber verschiedene andere Theorien, von denen jede einzelne ebenso unbestätigt bleibt, sind auch im Umlauf. Wenn man seiner Autobiographie glaubt, hatte Mitchell-Hedges Zugang zu Villas innerstem Kreis und hätte deshalb einen Augenzeugenbericht über Bierce‘ Verschwinden abgeben können. Das wäre ein großartiges Verkaufsargument für seine Autobiographie gewesen, aber ein weiteres Mal entschied sich Mitchell-Hedges für absolutes Stillschweigen.

Kommentar schreiben

Folgende Art von Kommentaren sind unerwünscht und werden von uns entfernt:

  • (Schleich-)Werbung jedweder Art
  • Kommentare die nichts zum Thema beitragen
  • Kommentare die der deutschen Sprache nicht gerecht werden
  • Geplänkel mit anderen Kommentarschreibern
  • Kontaktanfragen an die Redaktion (benutzen Sie hierfür bitte das Kontaktformular)

E-Mail wird nicht veröffentlicht oder weitergegeben

URL muss mit http:// bzw. https:// beginnen

NEXUS Suche

NEXUS Magazin Artikel Feed

Alle Artikel-Veröffentlichungen auf nexus-magazin.de

 RSS-Feed abonnieren

Weitere Artikel dieser Ausgabe

Der Autor

Anzeigen

Understanding MMS – Conversations with Jim Humble
Understanding MMS – Conversations with Jim Humble

28,00 €
DVD

Die englischsprachige DVD zum Thema MMS. Erfinder Jim Humble spricht über seine bemerkenswerte Entdeckung und beschreibt detailliert deren Anwendungs- und Wirkungsweise. Die DVD ist auch auf Deutsch über unseren Shop erhältlich.

MMS - Der Durchbruch – Eine Entdeckung geht um die Welt
MMS - Der Durchbruch – Eine Entdeckung geht um die Welt

24,00 €
Buch

Ein einfaches Mittel wirkt wahre Wunder bei Malaria und vielen anderen Krankheiten. Entdecker Jim Humble beschreibt die Entdeckungsgeschichte, Wirkungsweise und die Herstellung des MMS und liefert dokumentierte Fallstudien.

Korrupte Medizin – Ärzte als Komplizen der Konzerne
Korrupte Medizin – Ärzte als Komplizen der Konzerne

18,95 €
Buch

Ein Medizinjournalist wechselt seine Identität und wird Pharma-Consultant. Erschreckendes Ergebnis seiner Recherchen: Weite Bereiche unserer Medizin stehen unter der Kontrolle der großen Pharmakonzerne.

Die Wahrheit über die Wunderwaffe 2 – Geheime Waffentechnologie im Dritten Reich
Die Wahrheit über die Wunderwaffe 2 – Geheime Waffentechnologie im Dritten Reich

19,50 €
Buch

Im zweiten Teil dieses Werks dringt Igor Witkowski immer tiefer in die allergeheimsten Entwicklungen der deutschen Kriegswissenschaft vor - insbesondere auch zur legendären "Glocke". Das Buch enthält neueste, bisher nicht veröffentlichte Rechercheergebnisse.