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NEXUS Magazin 1, November-Dezember 2005

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Die blutige Geschichte des Buddhismus

Die Geschichte des tibetischen Buddhismus beinhaltet Unterdrückung und Blutvergießen - durchaus vergleichbar mit der Besatzung Tibets durch die Chinesen, und weit entfernt vom Inbegriff der Friedfertigkeit, den viele Menschen im Westen über diese Religion haben.

In der tibetischen Tradition heißt es, dass Dorje Shugden, der „brüllende Blitz“, Pe-har als Anführer aller ’Jig rten pa’i srung ma folgen wird, sobald letzterer in den Rang der Gottheiten aufsteigt, die sich außerhalb der weltlichen Sphären befinden. Vielleicht ist diese Legende die Ursache für die jüngsten politischen Manöver und Machtspiele im tibetanischen Buddhismus, denn einige Personen könnten um ihre Position fürchten.

Nach der Lektüre der Berichte über die Dorje Shugden Affäre, fiel mir eine Binsenweisheit ein: in jeder Gesellschaft kann Macht immer nur mit skrupellosen Methoden erhalten werden.

Endnoten

  1. Chogyam Trungpa, Shambhala, The Sacred Path of the Warrior, Bantam Books, Toronto, 1986, S.5
  2. Lokesh Chandra, Transcendetal Art of Tibet, Sditya, Delhi, 1996, S.189
  3. B.L. Bansal, Bon, Its Encounters With Buddhism in Tibet, Eastern Book Linkers, Delhi, 1994, S.137-8
  4. Edwin Bernbaum, The Way to Shambhala – A Search for the Mythical Kingdom Beyond the Himalayas, Shambhala, Garden City, New York, 1980, S.234
  5. Albert Grünwedel, Der Weg nach Shambhala, München, 1915, S.77
  6. C.Bell, The Religion of Tibet, Oxford, 1933, S.163, zitiert in Oracles and Demons of Tibet (1955) von Rene DeNebesky-Wojkowitz, neu aufgelegt 1996, Rashtra Rachnua Printers, Delhi, S.144
  7. G.W. Farrow und I. Menon, The Concealed Essence of the Hevajra Tantra with the commentary, Yogaratnamala, Delhi, S.276
  8. Peter Gäng, Das Tantra der verborgenen Vereinigung: Guhyasamaja-Tantra, München, S.225
  9. Der 14. Dalai Lama, The Kalachakra Tantra: Rite of Initiation for the Stage of Generation. A Commentary on the Text of Kay-Drup-GE-Lek-Bel-Sang-Bo, London, 1985, S.349, sowie der Text selbst
  10. G.W. Farrow und I. Menon, The Concealed Essence of the Hevajra Tantra with the commentary, Yogaratnamala, Delhi, S.142, zitiert in Victor und Victoria Trimondi, Der Schatten des Dalai Lama, Patmos, 2003, Teil I-4, „Das Gesetz der Umkehrung“
  11. B.L. Bansal, Bon, Its Encounters With Buddhism in Tibet, Eastern Book Linkers, Delhi, 1994, S.89-93.(Dieser historische Konflikt wird auch in Dr. S. D’Monfords Buch Unveiling Tibetan Buddhist Propaganda ans Atrocities. A Way For Progress in the Tibet/China Conflict detailliert beschrieben)
  12. Rene DeNebesky-Wojkowitz, Oracles and Demons of Tibet, 1955, neu aufgelegt 1996, Rashtra Rachnua Printers, Delhi, S.134-5
  13. Süddeutsche Zeitung, 1997, Nr.158, S.10
  14. Schweizer Fernsehen, SF1, 6.1.1998
  15. Internet News Group:-dejanews Forum: alt.religion.buddhism.tibetan, talk.politics.tibet, talk.religion.buddhism, uk.religion.buddhist, alt.religion.buddhism.nkt Author: James Burns. Date: 21.9.1997 und 15.2.1998. Subject: Latest News from India on Dorje Shugden
  16. Schweizer Fernsehen, SF1, 6.1.1998
  17. Newsweek, 28.4.1997, S.26
  18. Kagyü Life 21, 1996, S.34. (Für weitere Details siehe Dr. D’Montfords Buch Unveiling ...
  19. Victor und Victoria Trimondi, Der Schatten des Dalai Lama, Patmos, 2003, Teil II-7, „Der Krieg der Orakelgötter und die Shugdenaffäre“

Kommentare

10. Mai 2010, 09:05 Uhr, permalink

Klaus Schönstedt

Na, da hat der Schreiber aber schlechte Träume oder ist von den Chinesen bezahlt. Wer weiß das schon. Dass im tibetischen Buddhismus Gottheiten verehrt werden, wird vom Schreiber dieses Artikels leider komplett falsch verstanden. Hierbei handelt es sich um ein Terminologieproblem, das zu Fehlinterpretationen führt, denn eigentlich sind damit Saṃbhoga-kāyas gemeint und nichts, was unter eine Gottesvorstellung fallen würde. Saṃbhoga-kāya ist eine bestimmte Erscheinungsform, die erleuchtete/erwachte Wesen annehmen können, um Bodhisattvas und verwirklichten Yogis zu erscheinen.

Hier behauptet der Schreiber doch tatsächlich, es gäbe Rituale, um andere zu töten. Hätte der Schreiber sich genauer informiert, hätte er verstanden, dass es bei diesen Visualisierungen um das Töten des eigenen Egos geht. Wenn man schon Artikel (18) heranzieht, sollte man diese auch lesen: www.buddhismus-heute.de/archive.issue__21.position__7.de.html.

Da große Kreise seiner Aufforderung nicht nachgekommen waren, unternahm er im Frühling diesen Jahres eine erneute Offensive. Während einer großen Hayagriwa-Ermächtigung am 21. März 1996 sagte der Dalai Lama: „Ich habe neulich einige Gebete für das Wohlergehen unserer Nation und Religion gesprochen. Es wurde ziemlich klar, dass Dolgyal ein Geist der dunklen Kräfte ist. [...] Wenn einige unter euch hier vorhaben, weiterhin Dolgyal anzurufen, wäre es besser für euch, dieser Ermächtigung fernzubleiben, aufzustehen und diesen Platz zu verlassen. Es ist unpassend, wenn ihr weiterhin hier sitzt. Es wird euch nicht nutzen. Es wird im Gegenteil den Effekt haben, das Leben des Gyalwa Rinpoche [Dalai Lama] zu verkürzen, was nicht gut ist. Wenn es jedoch unter euch einige gibt, die hoffen, dass Gyalwa Rinpoche bald sterben wird, dann bleibt nur."

Bei einer anderen Gelegenheit sagte er: „Wenn es um die Interessen der tibetischen Nation geht, werde ich die von mir begonnene Arbeit zu Ende bringen. Ich werde nicht vor einigen wenigen verdrossenen Leuten zurückweichen. Ich bin fest entschlossen, die Konsequenzen aus meinen sorgfältigen Nachforschungen zu ziehen und werde es nicht einfach auf sich beruhen lassen."

Sowohl der Dalai Lama als auch seine Exilregierung machten mehrfach darauf aufmerksam, dass mit diesem Appell des Dalai Lama kein Zwang verbunden ist. Der Dalai Lama: „Die Öffentlichkeit sollte gründlich darüber informiert werden, damit sie selbst ein klares Verständnis der Situation entwickeln kann. Jeder ist jedoch völlig frei zu sagen: ‘Wenn die Sache Tibets und das Leben des Dalai Lama untergraben wird, sei es so. Wir haben religiöse Freiheit. Wir sind eine Demokratie. Wir sind frei, zu tun, was wir wollen. Wir werden an unserer Tradition der Verehrung Dolgyals nichts ändern.'"

Es scheint jedoch, dass einige der Anhänger des Dalai Lama bei der Umsetzung seiner Aufforderung etwas extrem waren; es sollen Anhänger Shugdens ihre Stellungen verloren haben, Mönche wurden aus den Klöstern geworfen, Häuser wurden durchsucht und Statuen zerstört. Wie viel von den Vorwürfen bezüglich dieser Vorfälle wahr ist, dürfte schwer zu klären zu sein.

Man könnte dies noch weiter führen, aber ich denke, dies dürfte den Schreiber mal dazu anspornen, genauer zu recherchieren.

23. Dezember 2011, 16:50 Uhr, permalink

Thorsten van Bokhoven

Der Text trägt zwar etwas dick auf, aber das spirituelle Äquivalent zu superfriedlichen Pandabären sind tibetische Buddhisten sicher nicht.
Wer sich da etwas differenzierter informieren möchte, dem kann ich folgendes Buch empfehlen:

Der Schatten des Dalai Lama. Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus

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