Hyperventilation ist ein wichtiger Faktor, der den Kohlendioxydgehalt der Lungen schwer beeinträchtigt. Wenn wir mehr Luft einatmen, als unser Körper benötigt, dann atmen wir das Kohlendioxyd zu schnell aus, und die Lungen sind nicht in der Lage, eine ausreichende Menge in den Luftbläschen zu binden. Wenn der Kohlendioxydgehalt aufgrund von Hyperventilation zu niedrig ist, wird eine chemische Reaktion ausgelöst, die die Abgabe des Sauerstoffs aus der Blutbahn in das Gewebe erschwert. Im Gewebe entsteht auf diese Weise Sauerstoffmangel – trotz reichlich Sauerstoff im Blut.
Sauerstoffmangel im Gewebe ist gefährlich: es entstehen Reizungen; glatte Muskulatur reagiert darauf mit Krämpfen. Solches Muskelgewebe findet man im Bereich der Luftröhre und der Blutgefäße, der Arterien und Venen, sowie als Bestandteil der Darmwände.
Sauerstoffmangel in lebenswichtigen Organen (wie etwa dem Gehirn) stimuliert das Atemzentrum im Gehirn zu erhöhter Tätigkeit. So wird die Atmung noch mehr angeregt, und die betroffene Person bekommt ein Gefühl von Atemnot, obwohl sie bereits sehr stark Luft holt. Daher atmet sie dann noch tiefer ein, und so entsteht ein Teufelskreis, bei dem immer mehr Kohlendioxyd abgeatmet wird.
Die Folgen von Hyperventilation
Professor Buteyko entwickelte die Theorie, dass eine Großteil der Menschen ständig hyperventiliert ohne sich dessen bewußt zu sein, manche mehr, andere weniger. Da dies unbewusst geschieht, nannte er es „verdeckte Hyperventilation“ – dauerhafte Hyperventilation also, die für den Betroffenen unbemerkt bleibt.
Er stellte fest, dass die Folgen starker Hyperventilation mit denen einer akuten, schweren Panikattacke vergleichbar sind: zitternde Hände, Angstgefühl, Schmerzen im Brustbereich, Luftnot, Fingerkribbeln und Zuckungen (Hyperventilationstetanie), Krämpfe und Pulsrasen. Später fand er dann noch heraus, dass weniger starker Hyperventilation, die meist nicht sofort bemerkt wird, die Gesundheit im Laufe der Zeit genauso beeinträchtigt.
Die Luftmenge, die wir einatmen, wird in Litern gemessen. Tabelle 1 vergleicht die Vorgänge bei normaler Atmung mit denen bei Hyperventilation.
Atemvolumen
Normale Atmung 3-5 Liter pro Minute
Gesunder Anteil von 6,5% Kohlendioxyd in den Lungenbläschen
Verdeckte Hyperventilation 5-10 Liter pro Minute
Führt zu schleichender, schwer diagnostizierbarer Erkrankung, die sich über Jahre weiter entwickelt
Hyperventilation 10-20 Liter pro Minute
Dies ist als sogenannter ‚Anfall’ bekannt, bei dem der Kranke stark hyperventiliert
Starke Hyperventilation 20-30 Liter pro Minute
Auf diesem höchsten Niveau erleidet die Person eine plötzliche Panikattacke
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der Organismus durch Hyperventilation krank wird und in der Folge anfälliger für Virusinfektionen und Allergien ist. Die Verstärkung der körperlichen Reaktionen stört den normalen Ablauf der chemischen Prozesse im Körper und führt zu weiterer Erkrankung.
Wenn also übermäßiges Atmen unseren Stoffwechsel durcheinander bringt, können wir nachvollziehen, wie es auch eine ganze Reihe anderer Symptome auslösen kann, z.B. Bronchiospasmen (Krämpfe in den Atemwegen), Krämpfe im Herz-Kreislauf-System und Bluthochdruck, um nur ein paar davon zu nennen. Diese Symptome werden gemeinhin bestimmten Krankheitsbildern zugeordnet: Asthma, Angina und Hypertonie. Professor Buteyko folgerte daraus, dass es zu einer Verschlimmerung der Asthmaerkrankung, zu Arterienverkalkung und Verhärtung des Lungengewebes, Herzinfarkt und Schlaganfall kommen kann, wenn die Atmung nicht korrigiert wird. Er behauptet sogar, dass zu tiefes Atmen in direktem Zusammenhang mit mindestens 150 Krankheiten stehe. Die Buteyko-Theorie besagt, dass all diese Krankheiten körperliche Abwehreaktionen gegen starken Verlust von Kohlendioxyd durch Hyperventilation darstellen.








Kommentare
21. März 2009, 15:30 Uhr, permalink
Richard Friedel
Die Methode nach Buteyko hat sich etabliert. Dass sie trotzdem durch die orthodoxe Medizin kaum empfohlen wird, erklärt uns Prof. Dieter Lenzen, seit 2003 Präsident der Freien Universität Berlin, in seinem Buch "Krankheit als Erfindung" (S.17).
„Die Medizin schützt sich selbst vor Leistungskontrolle, Kritik und Veränderung.
Diese Kritik kann auf die medizinische Forschung zielen, wenn man ihr vorwirft, sie verzichte, unter Umständen unter dem Deckmantel ethischer Argumente oder gesetzlicher Verbote, auf Kontrollgruppen (hier die Buteyko-Fans) solcher Patienten, die mit ihren neuen Methoden und Mitteln nicht behandelt werden. Auf diese Weise werde der nur im Vergleich nachweisbare Erfolg oder besser: der Mißerfolg medizinischer ahe, daß die »Sozialdialekte« in der Medizin zum Ausschluß von Kommunikationsmöglichkeiten für Laien über ihre eigene Krankheit führen.
Wegen der Konzentration der Schulmedizin auf Asthmamedikamente ist ein Standardwerk der Lungenheilkunde zu zitieren nämlich "Pneumologie in Praxis und Klinik", Herausgeber: Rudolf Ferlinz.
Es heißt her am Anfang des 2. Kapitels "Bleiben wir uns aber bewusst, dass auch auf diesem Gebiet der Medizin vieles Tradition, Vermutung und Empirie ist, so dass die biologischen Zusammenhänge sich bei genauerer Nachprüfung ganz anders darstellen mögen." RF.
14. Oktober 2010, 19:29 Uhr, permalink
Iryna Radunska
Ich bin aus der Ukraine, habe vor 22-24 Jahren persönlich an einer Sitzung von Butejko teilgenommen.
Es sollte ein spezielles Heft geführt werden, in dem man alle Atmungs- und Trainingsdetails zu notieren hatte (z.B. Ausatmen und die Luft halten).
Seitdem leide ich immer noch an Asthma, habe aber bei Atemnot immer so geatmet, wie ich es bei Butejko gelernt habe.
Wenn man das Bedarfsspray nicht in der Nähe hat, hilft das schon gut, das Asthma zu kontrollieren, bis das Bedarfsspray gefunden wird (2-3 Minuten).
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