Es ist wichtig, zu betonen, dass der menschliche Organismus immer versucht, den Kohlendioxydanteil in den Lungen auf einem normalen, gesunden Niveau zu halten. Die Buteyko-Theorie erklärt, wie der Körper bei Hyperventilation Abwehrreaktionen in Gang setzt, um das Kohlendioxyd zu binden. An den folgenden Anzeichen erkennt man diesen Prozess:
- Krämpfe in den Atemwegen und Lungenbläschen. Diese verschließen sich, um die Öffnungen zu verengen, damit das Kohlendioxyd nicht entweichen kann.
- Schleimproduktion. Auch damit sollen die Atemwege verengt und das Kohlendioxyd im Körper gehalten werden.
- Anschwellen der Schleimhäute und der Atemwege. Auch dies dient der Verschluss der Atemwege. Asthmakranke kennen all diese Symptome.
- Aber es gibt noch etwas, das Personen, die übermäßig atmen, in der Regel nicht bemerken: Erhöhte Produktion von Cholesterin in der Leber. Dies verursacht eine Verdickung der Zellwände der Blutgefäße, so dass die Abgabe von Kohlendioxyd aus den Adern zurück in die Lungenbläschen erschwert wird.
Professor Buteyko schloss daraus, dass man Personen, die zur Hyperventilation neigen, beibringen muss, flacher zu atmen, um die Erkrankung durch die falsche Atmung und die Abwehreaktionen des Körpers darauf zu vermeiden. So könnte der Kohlendioxydgehalt in ihren Lungen auf einen normalen Wert, also etwa 6,5% zurückgeführt werden. Um dieses Lernziel zu erreichen, war zunächst wichtig zu erkennen, welche Faktoren überhaupt zu Hyperventilation führen.
Mögliche Auslöser für Hyperventilation
Professor Buteykos Forschungen zufolge hyperventiliert die Mehrheit der Menschen. Bei einigen ist diese Neigung jedoch offensichtlich stärker ausgeprägt, daher sind sie womöglich empfänglicher für gewisse äußere Faktoren als andere.
Es gibt eine Anzahl von Faktoren, die bei Personen mit einer Neigung zu Asthma zum Auslöser werden können.
- Der Glaube daran, dass tiefes Atmen hilfreich und gesund sei: Diese Überzeugung existiert nur in der westlichen Welt, nicht jedoch in den östlichen Kulturen, wo flaches Atmen zum Erhalt der geistigen und körperlichen Gesundheit praktiziert wird. Wir atmen zwar tiefer ein, wenn wir Sport treiben, aber das bedeutet nicht, dass regelmäßiges tiefes Atmen gut tut. Wenn man etwa versucht, den Grill zu entzünden, indem man tief einatmet und dann fest pustet, wird einem schnell schwindelig. Nehmen wir Topathleten und Schwimmer: diese durchtrainierten Menschen haben den langsamsten Puls und die flachste Atmung in der Bevölkerung. Ein gesunder, durchtrainierter Körper atmet langsam und flach. Schwimmen ist der beste Sport für Asthmakranke, denn Schwimmer halten immer wieder die Luft an. Sie praktizieren die Buteyko-Methode, ohne es zu wissen.
- Stress durch positive oder negative Emotionen: Beides, Freude und Trauer, verursacht Stress, und die Forschung belegt, dass Menschen unter Stress hyperventilieren.
- Überernährung: Wenn wir zu viel essen, muss der Organismus mehr leisten, um die Nahrung zu verarbeiten, und das kann zu Hyperventilation führen. Um das zu vermeiden, sollte man nicht zu viel essen. Tatsache ist auch, dass tierisches Eiweiß vom Körper schwerer verarbeitet wird. Viele Asthmakranke werden bemerkt haben, dass z.B. Fleisch und Käse (tierisches Eiweiß) die Hyperventilation sehr verstärken. Um übermäßiges Atmen durch falsche Ernährung zu vermeiden, sollten wir mehr pflanzliche statt tierischer Nahrung zu uns nehmen. Man sollte sie auch besser roh statt gekocht verzehren, denn rohe Nahrung verursacht weniger Hyperventilation.
- Mangel an regelmäßiger Bewegung: Körperliche Bewegung fördert den Abbau von Kohlendioxyd in den Körperzellen und erhöht dessen Anteil in der Lunge. Bei anstrengendem Sport (außer Schwimmen) atmen wir natürlich tief ein, woraufhin der Kohlendioxydanteil vorübergehend sinkt, aber langfristig gesehen führt Fitness zu einem höheren Kohlendioxydanteil in der Lunge und zu einer besseren Versorgung der Körperzellen.
- Zu langes Schlafen: Professor Buteykos Forschung zeigt, dass langes Liegen, vor allem auf dem Rücken, bei Schlaf oder Krankheit starke Hyperventilation erzeugt. Patienten sollten nach Möglichkeit nicht mehr als 6 oder 7 Stunden schlafen, und zwar auf der linken Seite, und dabei mit geschlossenem Mund durch die Nase atmen.
- Warme und stickige Umgebung: Wenn er merkt, dass die Luft, die wir atmen, nicht das enthält, was wir benötigen, beginnt der Körper zu hyperventilieren. Milde oder kalte Temperaturen hingegen unterstützen flaches Atmen – ein Ergebnis zehnjähriger Messung und Forschung. Man merkt das schnell, wenn man in der Sauna sitzt: Schwitzen entgiftet zwar den Körper, aber es benötigt auch auch zusätzliche Anstrengung und führt zu Hyperventilation. Wenn wir uns aus einer kälteren Umgebung in eine wärmere begeben, kann dies zu ähnlichen Reaktionen führen.
- Der Gebrauch von Inhalatoren: Dies gehört zur Standardbehandlung für Asthmatiker. Es führt zunächst zu schneller Erleichterung, aber Professor Buteyko behauptet, dass Inhalatoren in Wirklichkeit nur noch mehr Hyperventilation verursachen, denn sie dienen dazu, die Atemwege zu öffnen und dann für 4 - 12 Stunden offen zu halten. So kann der Kranke für eine Weile das tun, was er für ‚normale’ Atmung hält. Professor Buteykos Forschung zufolge ist ein Asthmakranker jedoch ein Mensch, der hyperventiliert. Also wird der niedrige Kohlendioxydgehalt 2 bis 12 Stunden nach der Behandlung dazu führen, dass er wieder Krämpfe bekommt und erheut inhalieren muss. So entsteht ein Teufelskreis.
- Übertriebene sexuelle Aktivität: Beim Sex wird natürlich tiefer geatmet – das ist normal. Wenn diese Aktivität aber übertrieben wird, führt das übermäßige Atmen zu Problemen, denn dann sinkt der Kohlendioxydgehalt in der Lunge.
- Rauchen und Luftverschmutzung: Wenn wir in einen verqualmten Raum kommen, müssen wir möglicherweise husten. Das liegt daran, dass wir uns in ein Umfeld begeben, das Allergien auslösen kann und toxisch ist. Der Körper empfängt das Signal „nicht genug Luft“, also beginnt er, tiefer zu atmen. Einige Menschen, vor allem Asthmatiker, sind in dieser Hinsicht anfälliger als andere und reagieren auch auf Luftverschmutzung, mit Hyperventilation.
- Alkohol und andere Freizeitdrogen: Solche Stoffe bereiten aufgrund ihrer toxischen Eigenschaften und der Überstimulation dem Körper Stress. Professor Buteykos Studien belegen, dass auch sie zu verstärktem Einatmen führen.








Kommentare
21. März 2009, 15:30 Uhr, permalink
Richard Friedel
Die Methode nach Buteyko hat sich etabliert. Dass sie trotzdem durch die orthodoxe Medizin kaum empfohlen wird, erklärt uns Prof. Dieter Lenzen, seit 2003 Präsident der Freien Universität Berlin, in seinem Buch "Krankheit als Erfindung" (S.17).
„Die Medizin schützt sich selbst vor Leistungskontrolle, Kritik und Veränderung.
Diese Kritik kann auf die medizinische Forschung zielen, wenn man ihr vorwirft, sie verzichte, unter Umständen unter dem Deckmantel ethischer Argumente oder gesetzlicher Verbote, auf Kontrollgruppen (hier die Buteyko-Fans) solcher Patienten, die mit ihren neuen Methoden und Mitteln nicht behandelt werden. Auf diese Weise werde der nur im Vergleich nachweisbare Erfolg oder besser: der Mißerfolg medizinischer ahe, daß die »Sozialdialekte« in der Medizin zum Ausschluß von Kommunikationsmöglichkeiten für Laien über ihre eigene Krankheit führen.
Wegen der Konzentration der Schulmedizin auf Asthmamedikamente ist ein Standardwerk der Lungenheilkunde zu zitieren nämlich "Pneumologie in Praxis und Klinik", Herausgeber: Rudolf Ferlinz.
Es heißt her am Anfang des 2. Kapitels "Bleiben wir uns aber bewusst, dass auch auf diesem Gebiet der Medizin vieles Tradition, Vermutung und Empirie ist, so dass die biologischen Zusammenhänge sich bei genauerer Nachprüfung ganz anders darstellen mögen." RF.
14. Oktober 2010, 19:29 Uhr, permalink
Iryna Radunska
Ich bin aus der Ukraine, habe vor 22-24 Jahren persönlich an einer Sitzung von Butejko teilgenommen.
Es sollte ein spezielles Heft geführt werden, in dem man alle Atmungs- und Trainingsdetails zu notieren hatte (z.B. Ausatmen und die Luft halten).
Seitdem leide ich immer noch an Asthma, habe aber bei Atemnot immer so geatmet, wie ich es bei Butejko gelernt habe.
Wenn man das Bedarfsspray nicht in der Nähe hat, hilft das schon gut, das Asthma zu kontrollieren, bis das Bedarfsspray gefunden wird (2-3 Minuten).
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