Hier haben wir den klassischen kommerziellen Kreislauf: Es gibt kein Problem? Dann schaffen wir eins! Und danach bieten wir Ihnen jede Menge Behandlungsmöglichkeiten an.“ 12
Im Dezember 1991 erschien auch mein Artikel „Oral Disease in Cats and Dogs“ im Newsletter der Sydney University Post Graduate Foundation für Veterinärwissenschaften:
„Der Gestank schalen Blutes, von Auswurf und Eiter, der aus den Mäulern so vieler meiner Patienten strömt, lässt mich nun endlich vehement protestieren.
Schließe ich von der Zahl derer, die ich in meiner Praxis behandelt habe, auf die allgemeine Situation, wird mir klar, dass die oralen Erkrankungen für unsere treuen Begleiter die Quelle hartnäckigsten Schmerzes und Leidens sind.
Diese Tatsache legt eine entsetzliche und unbekümmerte Tierquälerei offen, die wir an unseren eigenen Haustieren von klein auf bis hin zum Grab ausüben. Stellen Sie sich nur einmal vor, Sie selbst müssten ein ganzes Leben lang mit Zahnschmerzen oder einem Geschwür im Mund leben.“ 13
Obwohl die als Nährstoffe deklarierten chemischen Bestandteile in kommerziellem Tierfutter Hauptursache der Besorgnis sind, hat nun ein neuer Blickwinkel, der die Mundhygiene in den Vordergrund rückt, ein weiteres wichtiges Kapitel geöffnet – eins, das sich mit der physischen Form, der Konsistenz der Nahrung beschäftigt.
Unbestreitbar haben weder Löwen noch Tiger, Wölfe oder andere wilde Raubtiere Zahnbürste und Zahnpasta. Genauso wenig gehen sie zur regelmäßigen Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt. Die Natur hat Fleischfresser mit den ihnen eigenen Werkzeugen ausgestattet, damit sie eine wichtige evolutionäre Funktion erfüllen: fressen. Auf diese Weise wird der Bestand an Pflanzenfressern auf der Erde reguliert. Solide und präzise Werkzeuge müssen aber scharf und sauber gehalten werden, und dies geschieht durch Nagen und Reißen an festen Tierhäuten, an Muskeln, Sehnen und Knochen, denn so werden Zähne und Zahnfleisch abgerieben, gebürstet und poliert.
Für Hunde, Katzen und Frettchen gelten genau die gleichen Prinzipien wie für ihre wilden Artgenossen. Da Nährstoffe frisch und leicht verdaulich sein müssen, muss eben das Futter roh sein, fest und zäh.14 Praktisch würde dies eine Fütterung von ganzen Hühnern, Kaninchen oder Fischen bedeuten. Eine Ernährung auf Basis fleischiger Knochen wäre die zweitbeste Lösung.
Bitte mal herhören!
Wenn unnatürliche Tiernahrung die Gesundheit von Haustieren gefährdet, dann bedeutet das auch, dass die lauschige Beziehung zwischen Tiernahrungs-Herstellern und dem Berufsstand der Veterinärmediziner sowohl den Tieren als auch den Tierhaltern und dem Berufsstand der Veterinärmediziner Schaden zufügt. Breck Muir beklagte:
„Der Einzug kommerzieller Tiernahrung in unser Leben stellt eine der größten Erfolgsstorys der Geschäftswelt dar. Die Brutto-Umsatzzahlen werden weltweit wahrscheinlich nur von Erdölprodukten übertroffen.
Unser Berufsstand ist durch bestimmte Interessengruppen an der Nase herumgeführt worden und findet sich nun in einer Situation wieder, in der die meisten jüngeren Veterinärmediziner – weil sie es einfach nicht anders kennen – tatsächlich handelsübliche Tiernahrung als bestmögliche Ernährungsform empfehlen. Noch bevor sie ihr erstes Tier behandelten, sind sie mit Werbung bombardiert worden, die ihnen eintrichterte, dass kommerzielle Tiernahrung der einzig richtige Weg sei, ein Tier zu füttern. Und nachdem sie die Universität beendet hatten und Aufbaukurse zum Thema Ernährung besuchten, wurde diese Vorstellung durch Dozenten bekräftigt, die in ihren Veröffentlichungen sogar Herstellernamen auflisten.“ 15
Breck und ich hatten geglaubt, wenn wir laut und vernehmlich Alarm schlügen, könnte eine Diskussion zum Thema „verarbeitete Tiernahrung“ ausgelöst werden. Wir hatten gehofft, dass der gegenwärtige Notstand auf diese Weise eine Neubewertung erfahren und vielleicht sogar aufgelöst werden könnte. Wir mussten jedoch die erste von vielen Lektionen einstecken: dass das Bündnis zwischen Tiernahrungsindustrie und dem Berufsstand der Veterinärmediziner sehr innig, sehr stark und vor allem kritikfeindlich ist.
Die höheren Ränge unseres Berufsstandes (tierärztliche Vereinigungen, Tierschulen und Forschungsinstitutionen) machen hinter den Kulissen Geschäfte mit den Tiernahrungs-Herstellern. Die Australian Veterinary Association leitete Brecks Brief umgehend an John Wingate weiter, den damaligen Direktor des australischen Verbands der Tiernahrungs-Hersteller (heute: Pet Food Industry Association of Australia Inc.). Wingate gab den Veterinärmedizinern in einer neben dem Brief Brecks veröffentlichten Erklärung folgenden Rat:
„Die beste Art, sein Haustier zu ernähren, ist die Fütterung mit Tiernahrung anerkannter Firmen […] Die Produkte erfüllen die Bedürfnisse des Tieres nach den Richtlinien, die der nationale Wissenschaftsrat der US Academy of Sciences festgelegt hat, und in denen die modernsten internationalen Kenntnisse zum Thema zusammengefasst sind.“ 16
Ja, es stimmt: Die Kultur minderwertiger Tiernahrung dehnt sich bis auf die Amerikanische Akademie der Wissenschaften aus. Und die Tierhilfsorganisationen, die Hunde- und Katzenzuchtverbände, Haustierzeitschriften, Bücher und elektronische Medien stimmen alle ein in das Lied vom gesunden Fast Food für unsere Tiere.
Doch als praktizierende Veterinärmediziner, die sich um die Nöte eines nicht abreißenden Stromes kranker Haustiere kümmern müssen, überzeugten uns der gesunde Menschenverstand und die tägliche Erfahrung, dass dieser sogenannte veterinärmedizinische Beweis falsch sein musste. Wir forschten weiter, lasen uns durch Lehrbücher und Belegarbeiten. Und wo immer wir strauchelten, stolperten und fielen, fanden wir neue Beweise für die schädliche Wirkung kommerzieller Tiernahrung.
Die meisten Haustiere werden mit dieser Fabriknahrung abgefüttert, ohne dass je ihre Zähne gereinigt werden. Säubert man aber erkrankte Zähne und Zahnfleisch und stellt das Tier auf natürlichere Nahrung um, verschwinden selbst hartnäckige Krankheiten – und zwar für immer. Penicillin, das als Wundermedizin gilt, wird zwar bei der Behandlung einiger bakterieller Erkrankungen eingesetzt, doch eine längerfristige vorbeugende Wirkung hat es nicht. Würden wir auf gute Zahnpflege und Ernährung achten, könnten viele Krankheiten unserer Haustiere geheilt und verhindert werden.
Die Fangarme des Ungeheuers
Die Verbreitung unserer Kenntnisse führte dazu, dass das Thema plötzlich zum Kardinalthema unter den anderen Veterinärmedizinern wurde, und so begann ein Katz-und-Maus-Spiel mit der australischen Tierärzte-Vereinigung AVA. Als zahlende Vereinsmitglieder konnten wir Briefe für die Forums-Seite der AVA News schreiben. Die AVA und die Sponsoren der Tiernahrungsindustrie waren nicht so begeistert. Nichtsdestotrotz gelang es einer Handvoll Mitgliedern, die sich für eine Fütterung mit rohen, fleischigen Knochen engagierten, von Dezember 1991 bis März 1993 zehn Briefe zu veröffentlichen – bis die AVA News bekannt gab, dass die Veröffentlichung von Briefen ab sofort eingestellt sei.17
Auf einen Schlag war es AVA-Mitgliedern untersagt, über fundamentale Gesundheitsfragen zu diskutieren. Wir verfassten daraufhin und im Hinblick auf die baldige Mitgliederversammlung einen Antrag zur Aufhebung des Korrespondenz-Veröffentlichungsverbots und baten um eine Untersuchung des Zusammenhangs von Ernährung und Krankheit. Nach einer „lebhaften“ Debatte wurden beiden Punkte des Antrags bewilligt.18
Der AVA-Bericht zu dieser Untersuchung wurde im Februar 1994 veröffentlicht, neun Monate nach der Mitgliederversammlung. Obwohl dem Untersuchungskomitee Dr. Barbara Fougere – eine Tierärztin der Tiernahrungskonzerne – und einige weitere Sympathisanten von Tiernahrungsunternehmen „zur Seite standen“, berichtete das Komitee, dass es, statt das ganze Ausmaß der Verbindung von Ernährung und Krankheit zu prüfen, seine Recherchen eingeschränkt habe:19
Das Komitee war überzeugt davon, dass die erhobenen Bedenken dringender Aufmerksamkeit und Stellungnahme bedürften. Innerhalb des von der AVA gesetzten Zeitrahmens würde es aber kaum möglich sein, jeden Aspekt der Verbindung zwischen Ernährung und Krankheit zu untersuchen.
Allgemeinere Fragestellungen würden kaum neue Erkenntnisse liefern.
Der Fokus der Untersuchungen sollte sich auf Parodontitis und Ernährung richten, weil hier die größte Besorgnis der Veterinärmediziner läge.
Man nahm an, dass durch die Verhinderung von Parodontitis auch die Folgeschäden verringert werden könnten.
„Es ist klar ersichtlich, dass die Besorgnis der Veterinärmediziner gerechtfertigt ist. Tierhalter müssen sich über die Wichtigkeit zusätzlicher „zäher“ Bestandteile zur normalen Kost ihrer Katze oder ihres Hundes bewusst werden.
Parodontitis ruft aller Wahrscheinlichkeit nach weitere Krankheiten hervor, nur gibt es noch keine eindeutigen Beweise dafür. Parodontitis ist die verbreitetste Krankheit in kleinen Tierarztpraxen. Ihre Auswirkung auf Zahnfleisch und Zähne kann Gesundheit und Wohlbefinden der betroffenen Tiere erheblich stören. Dies allein reicht als Grund zur Besorgnis schon aus. Der Nachweis weiterer Folgen auf das gesamte Körpersystem ist gar nicht nötig, um zusätzliche Schritte zu veranlassen. Die Verbindung zwischen einer bestimmten Ernährungsweise und der oralen Gesundheit von Hunden und Katzen sollte durch gründliche Untersuchungen genauer bestimmt werden. Die Prüfer sollten im Hinblick auf systematische Erkrankungen auch Ernährung und Nahrungskonsistenz einbeziehen – die Vielschichtigkeit der Auswirkungen von Ernährung und oralen Krankheiten muss in solchen Studien bedacht werden.“19
Das sind prophetische letzte Worte. Die praktische Arbeit in meiner Praxis hat bestätigt, dass Ernährung und Nahrungskonsistenz die ursächlichen Faktoren der meisten Krankheiten sind, die in vorstädtischen Tierarztpraxen behandelt werden. Eine ganze Bandbreite vorher nur schwer zu heilender Krankheiten verschwand wie durch Zauberhand, sobald wir unseren Behandlungsschwerpunkt auf die Zahnpflege verlegten und zugleich eine Ernährungsumstellung vornahmen. Untersuchungen an Tieren, die unter einer erworbenen Immunschwäche litten, zeigten, dass die allgemeine Verfassung sich phänomenal verbesserte und das Immunsystem sich wiederherstellte, nachdem die faulen Mäuler der Tiere behandelt und ihre Ernährung auf rohe, fleischige Knochen umgestellt wurden. Die Tragweite dieser Tatsache ist immens und gilt nicht nur für AIDS-Patienten.20 Sie ist nicht nur für jedes Wesen mit einem Immunsystem von grundsätzlicher Bedeutung, sondern, wie ich bereits in einem im Journal of Veterinary Dentistry erschienenen Aufsatz schrieb, vor allem für unser Verständnis der Ökologie von Gesundheit und Krankheit auf der Erde.21



Dr. Tom Lonsdale, Veterinärmediziner und Autor, veröffentlicht siet 1991 seine Erkenntnisse, die er aus den Ernährungskrankheiten seiner behandelten Tiere gewann. 2001 setzte er dann mit dem Buch "Raw Meaty Bones: Promote Health" einen Meilenstein.





Kommentare
31. März 2009, 12:53 Uhr, permalink
Joachim N.
Also, meine 2 BKH's bekommen täglich zwischen 50 und 60 Gramm rohes Fleisch unterschiedlicher Art zu fressen. Ansonsten eben Dosenfutter, aber niemals Trockenfutter, höchstens ab und zu mal als Belohnung so 2-3 Stück. Ich würde gerne mehr rohes Fleisch geben, doch sobald ich anfange zu supplementieren, wird es nicht mehr gefressen. An Supplemente darf ich maximal Taurin, Calcium, Phosphor zuführen, aber wenn ich Fortain oder zusätzliches Fett zuführe, wird das schönste Fleisch stehen gelassen. Hähnchenflügel oder Hälse sind igitt und auch bäähh, können garnicht gefressen werden.
08. April 2009, 18:05 Uhr, permalink
Dr. Veronika Khemiri
wow, ein super Artikel, verwende selber keine Dosenfutter mehr, Ergebnis innerhalb weniger Wochen, CREA Wert meiner 9jährigen Katze
verbesserte sich von 2,3 auf 1,4, (auch ohne Diätfutter)auch die Leberwerte sind fast wieder in der Norm, versuche meine Tierärztin zu überzeugen dass Dosenfutter Mist ist, leider bis jetzt ohne Erfolg, zuerst machen sie die Tiere durch diesen Mist krank und dann machen sie noch Kohle mit Diätfutter, ich bereite mein Futter jetzt selbst zu, habe
mir eine Grammwaage zulegt, für die richtige Calcium-Phosphorbalance, ist gar nicht so schwer, und als Belohnung habe ich wieder ein gesundes Tier, danke für diesen super Artikel
24. September 2009, 20:25 Uhr, permalink
Anita Müller
Super dieser Artikel, herzlichen Dank und weiter so! Beschäftige mich schon lange mit der Ernährung für Mensch und Tier und arbeite daran, meine Kunden (Tierbesitzer) aufzuklären. Es gibt immer mehr verantwortungsbewusste Tierhalter, glücklicherweise. Ihr Artikel trägt auch dazu bei. Unseren Hunden geht es gesundheitlich sehr gut mit der Fleischfütterung, es tut ihnen in der Seele gut! In den Zoos wissen sie, weshalb sie den Katzen kein Trockenfutter füttern.
26. Januar 2010, 21:32 Uhr, permalink
ursula rey
Ich füttere meinen Labrador/Sennenhund seit 6 Jahren nur mit selbstgekochtem Futter. In der Regel vegetarisch, ab und zu gibt es mal Fisch. Seine Zähne sind blitzblank ohne besondere Pflege. Der Tierarzt attestierte meinem Hund beste Gesundheit. Er wird demnächst 10 Jahre alt und war noch nie krank.
27. Januar 2010, 15:22 Uhr, permalink
Jaunty
Ich habe meine früheren Katzen ausschließlich mit Industriefutter gefüttert, und irgendwie hatte ich immer den Eindruck, als wären sie nicht so richtig fit und aktiv, wie sie eigentlich sein sollten oder wie ich es mir gewünscht hätte. Nun hatte ich mir im Juni vergangenen Jahres wieder eine Katze aus dem Tierheim geholt, und da sie vorher in freier Wildbahn gelebt hat, nahm sie Fertigfutter erst gar nicht an. Also freundete ich mich mit dem Thema Barfen an und ich stellte sofort fest, dass ich dieser Katze keinen größeren Gefallen tun konnte. Die Katze ist absolut munter und benimmt sich auch sonst wie eine Katze. Ich bin froh, dass ich auf die Rohfütterung gestoßen bin. Meine Katze darf jetzt Katze sein.
14. Mai 2010, 18:08 Uhr, permalink
Petra Münich
Ich kann nur bestätigen, was in dem Artikel steht. Meinen, jetzt 15 Monate alten, Dobermannrüden übernahm ich vom Züchter auf Trockenfutter "eingestellt". Ich wollte alles richtig machen, also fütterte ich weiter, obwohl der Hund sich nach jeder Mahlzeit wälzte und am Bauch rupfte. Tierarzt und Züchter meinten, dies läge an der Rasse (überschäumendes Temperament usw.)
Nachdem mir die ständig wechselnde, übelriechende Stuhlkonsistenz Sorgen machte, wurde nun vor Kurzem ein Allergietest gemacht. Auch nach dem Testergebnis meinte der Tierarzt, ich solle ein Diättrockenfutter füttern!! Nun war ich aber durch Schaden klug geworden und Dank Internet informierter.
Der Hund bekommt nun Rohfütterung (z.Zt. noch Pferdefleisch) und sein Zustand besserte sich wirklich wie von Zauberhand. Ich kann nur dringend dazu raten, die Fütterung umzustellen. Übrigens auch die Trainingsprobleme bessern sich.
17. Juni 2010, 12:15 Uhr, permalink
S. F.
Noch bevor wir unsere zwei Katzen geholt haben, habe ich mich gründlich über Ernährung informiert. Am Anfang bekamen sie noch hochwertiges Nassfutter (auch das gibt es mittlerweile) mit wenig Trockenfutter. Aber schon nach wenigen Monaten einlesens wurden sie auf jetzt 70 % BARF und 30 % Nassfutter umgestellt. Die restlichen 30 % werden folgen. Und entgegen aller Behauptungen haben sie keine Würmer, keine Salmonellen und sind auch noch nicht gestorben.
Es ist so schade, dass die Tierärzte einfach nicht anfangen SELBSTSTÄNDIG zu denken, dabei muss man doch nur mit etwas Logik an die Sache ... Dann kommt man von ganz allein drauf!! Wenn das Kinder können, warum nicht auch STUDIERTE.
Und all die armen Tiere in der Welt müssen es ausbaden mit Schmerzen und Krankheiten ...
Eigentlich sollte man die Tierfutterindustrie verklagen ... wegen Mord, Körperverletzung etc...
22. Juli 2010, 20:10 Uhr, permalink
Fuu
Hallo, also meine Katze bekommt nach Anraten meiner Tierärztin Royal Canin Nassfutter. Das ist auch recht teuer, ist das wirklich so schlimm für meine Katze?
Ich hab mal gehört, dass man Hunden und Katzen kein rohes Fleisch geben soll, weil das die Instinkte zurückholt und diese dann aggressiver werden und sie eher beißen etc. Stimmt das?
*etwas verwirrt ist*
20. August 2010, 22:48 Uhr, permalink
Anne Mausolf
@Fuu:
Ich kann deine Verwirrung verstehen. Ja, das ist so schlimm für deine Katze. Und du bezahlst einen Haufen Geld für Müll, Abfälle aus der Lebensmittelproduktion für uns Menschen. Das "Argument", dass rohes Fleisch die Urinstinkte zurückholt, kann ich nicht bestätigen. Wenn ich so sagen darf, ist das der größte Unsinn, den ich je gehört habe.
Wir barfen (leider erst) seit einem knappen Jahr. Meine beiden Maine Coons haben sich seither prächtig entwickelt. Vorher waren wir wegen dem empfindlichen Darm der Katze fast jede Woche beim Tierarzt: Durchfall-Verstopfung-Durchfall ... und so weiter und so fort. Seit wir das Getreide weglassen ist alles gut. Die beiden sind so gesund wie noch nie.
Ja, Barfen ist aufwendiger als "Dose auf", und ja, Barfen ist teurer als Supermarktfutter, aber: Rechnet mal den Kilo-Fleisch-Preis von einer Dose oder noch besser von einer Tüte aus und stell den einem Kilo Rind gegenüber ... Und wenn ich sehe, wie gut das rohe Fleisch den Katzen tut, dann ist mir das die Mühe so was von wert.
04. Oktober 2010, 20:35 Uhr, permalink
Künzel, Jens
Mit Ihrem Beitrag schreiben Sie mir aus der Seele. Ich selber habe drei Maine Coon und barfe von Anfang an. Sicher ist es mit mehr Aufwand verbunden und erfordert etwas fundiertes Wissen, um die Tiere artgerecht und gesund zu ernähren, doch es lohnt sich. Meine Katzen sind topfit, brauchen wesentlich weniger an Futtermenge als von Dose und Trockenfutter. Es werden wesentlich weniger Exkremente hinterlassen und sie beziehen einen Großteil der benötigten Flüssigkeit bereits mit der Nahrung.
Danke, weiter so!!!
04. Oktober 2010, 20:53 Uhr, permalink
Künzel, Jens
RR = Royal Canin ist so ziemlich der letzte Dr...k. Sicher, wenn man einen Fleischfresser mit beinahe 80 Prozent Getreideanteil im Futter ernähren möchte, nur zu.
Leider können sich die Betroffenen nicht selbst verteidigen. Selbst das beste Trockenfutter kommt nur auf einen Fleischgehalt von ca. 55 Prozent.
Katzen oder auch Hunde decken ihren Bedarf aber aus mindestens 85 Prozent Fleisch. Was nun? Bitte betreibt mehr Aufklärung. Macht endlich was. Verschafft euch mehr Gehör!!!
04. November 2010, 11:37 Uhr, permalink
Sonja Rabe
Ich kann das ganze Theater nicht verstehen!!!!
Meine 4 Hunde bekommen schon immer Royal Canin (5, 7, 8 und 15 Jahre alt) und sehen den TA nur zum Impfen. Für mich ein klasse Futter!
Es kann auch alles übertrieben werden.
Unsere 2 BKH bekommen auch RC für BKH! Sie haben ein tolles Fell uns sind topfit! Kenne sehr viele Tiere, die RC erhalten und alle sehen klasse aus.
04. November 2010, 20:42 Uhr, permalink
Andrea
Warum sollen wir die Tierfuttermittelindustrie reich machen?
Da wird doch teilweise nur Abfall verkauft und unsere armen Vierbeiner sollen das fressen und dabei gesund bleiben. Das funktioniert so nicht!
Eh ich so viel Geld für dieses Industriefutter ausgebe, gehe ich lieber zum örtlichen Metzger. Da weiß ich, woher das Fleisch kommt, dass diese Tiere auch gesund waren und tu etwas für die Wirtschaft in meiner Region.
So geht es meinen Katzen, unserem Metzger und mir gut! :-)
05. November 2010, 09:07 Uhr, permalink
Sabine Blog
Hallo,
ich habe meine Hündin mehrere Jahre gebarft, dann selber gekocht, dann Dose und Trofu. Bei keiner Fütterung habe ich jemals Unterschiede am Fell, Kondition, Geruch, Fressverhalten oder Gesundheit feststellen können. Deshalb gibt es wieder Trofu.
Auch das Fleisch vom Metzger ist voller Antibiotika!!! Machen wir uns doch nichts vor. Das Zeug ist überall drin. Man weiß eben NICHT, was man selber isst oder den Tieren gibt.
Zur Zeit gebe ich Royal Canin, was sich aber auch immer wieder ändert. Meine Hündin hat ein super glänzendes Fell und nur einmal Stuhl am Tag. Soo schlecht kann es nicht sein.
RC ist Marktführer weltweit; es werden Millionen von Tieren damit gefüttert und die allermeisten werden gesund alt.
Ich mag es nicht, wenn barf "über alles" gehoben und es als das Nonplusultra in der Hundeernährung erklärt wird.
Auch damit kann man sehr viel falsch machen, kenne einige Hunde hier im Ort, denen sieht man schon weitem an, dass ihnen etwas fehlt. Spricht man die Besitzer darauf an: "Nein, denen fehlt nichts, wir barfen doch!!!!!"
Ohne Worte.............
09. November 2010, 14:34 Uhr, permalink
TZ Pumas
Hallo,
gut, dass es diesen Artikel auch gut übersetzt auf Deutsch gibt. Ich kenne ihn seit 2007 - glaube ich - und werde diesen Link auf jeden Fall weitergeben.
Unseren ersten Aby-Kater habe ich nach bestem Wissen und Gewissen nur mit Nassfutter mit hohem Fleischanteil gefüttert. 15 Jahre lang war er nie krank. Dann bekam er Diabetes. Mit Hilfe von Rinderinsulin (PZI) hatte er trotzdem noch 2 gute Lebensjahre, bis er uns mit über 17 Jahren verließ. Die Tierärzte fanden, das sei ein biblisches Alter für eine Katze.
Unsere beiden jungen Abys (inzwischen 3 Jahre alt) waren schon als Kitten nach der Entwöhnung mit Rohfütterung vertraut. Ich ernähre sie weiter "naturnah": hochwertiges Fleisch und Innereien mit Knochen, native Öle oder Weizenkeime als Zusätze.
Sie fressen zu zweit 220g täglich. Sie haben tolle Zähne, sind agil und muskulös. Ich weiß nicht, ob sie älter werden als unser erster Kater, wenn sie dieses Alter gesund erreichen und ich ihnen Diabetes oder CNI ersparen kann, hat sich die Arbeit allemal gelohnt.
Mehr Geld als das beste (teuerste) Fertigfutter kostet es ohnehin nicht.
Jedem, der sein Tier liebt kann ich nur sagen: Traut Euch!
04. Februar 2011, 09:36 Uhr, permalink
Eva Ewald
Hallo,
wir ernähren unsere "Waldtrampel" nun schon über sieben Jahre mit BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) und sind mehr als zufrieden. Auch die Jungtiere bekommen es direkt beim Futtereinstieg und die Käufer sind zunehmend BARFer für ihre Miezen. Je nach Fleischzusammenstellung kostet ein Kilo zwischen 3,50 - 5,00 Euro und eine durchschnittliche Katze benötigt ca. 100g davon am Tag. Also viel preiswerter und viiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeelllllll gesünder !!!
Traut Euch, gute Empfehlungen bei Savannahcats - Katzenernährung
Purrs
Eva & die 12 Waldtrampel v. Tim-Est, sowie zwei Gasttrampel
29. Mai 2011, 18:10 Uhr, permalink
Angelika
... dann kann ich nur hinzufügen:
Kommerzielles Menschenfutter und seine Folgen.
EHEC und Co.
Dieser tödliche Errger kam doch nicht durch irgendeine Gülle zu uns, das glaube ich doch nie und nimmer!
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ... ...
Schweinegrippe und Co lassen grüßen, man sitzt auf Impfvorräten, die alle vor sich hingammeln, die blöde Menschheit will nicht sterben. Zäh sind sie, diese Menschenkinder!
Was Neues muss her!
Ob Schweinegrippe, Vogelgrippe, EHEC und ... Schweinereien sind sie alle zusammen!
10. August 2011, 17:13 Uhr, permalink
spacyalia
In Fertigfutter für Tiere ist wahrscheinlich genauso wenig Natürliches drin, wie in den Fertiggerichten für Menschen. Es gibt sicherlich gutes und schlechtes Fertigfutter für Katzen / Hunde. Zu Bedenken ist auch, dass Heimtiere noch nie so alt wurden, wie heutzutage. Das liegt sicherlich an vielem, aber die Ernährung wird da auch einen Beitrag leisten. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien darüber, ob Barfen das Beste wäre oder ein gutes Fertigfutter. Letztendlich bleibt es eine Entscheidung des Tierhalters, wie er sein Tier gut ernährt. Aber schlau machen sollte er sich schon und Whiskotz und dergleichen besser im Regal lassen ...
24. August 2011, 16:53 Uhr, permalink
Brigitte
Ich kann nur jedem, der es wirklich wissen will, das Buch "Katzen würden Mäuse kaufen" von Hans-Ulrich Grimm empfehlen. Absolut lesenswert!
Es muss jeder selbst wissen, was er seinem Tier füttert, aber noch eine kurze Anmerkung: in den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der praktizierenden Tierärzte verdoppelt! In welcher Branche gibt es das sonst noch?
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