Nanotechnologie – Die neue Gefahr für unsere Ernährung

Hunderte Lebensmittel in den Regalen der Supermärkte könnten heute schon ungetestete und nicht gekennzeichnete Nanotechnologie-Bestandteile enthalten – doch der Konsument hat keine Ahnung.

Neue Bedrohung für nachhaltige Landwirtschaft

Die Nanotechnologie ist, direkt nach der Genmanipulation, der nächste Versuch, unser Nahrungsangebot mit Hightech zu infiltrieren. Führende Wissenschaftler haben davor gewarnt, dass Nanotechnologie – die Manipulation von Materie auf atomarer und molekularer Ebene – gravierende Risiken für unsere Gesundheit und die Umwelt mit sich bringt. In Ermangelung behördlicher Kontrolle und einer öffentlichen Diskussion stehen jedoch bereits heute nicht gekennzeichnete Lebensmittel, die mittels Nanotechnologie hergestellt wurden, in unseren Supermarktregalen.

Das allgemeine Interesse an Ernährung, Gesundheit und Umwelt ist weltweit gestiegen. Wir wollen genau wissen, wer Produkte wann, wie und wo herstellt, wie weit sie transportiert und wie lange sie gelagert werden. Als Reaktion auf die zunehmende Verwendung von Chemikalien in der Nahrungsmittelproduktion und auf die wachsende Entfremdung der Agrarindustrie von der ganzheitlichen Landwirtschaft sind überall Bewegungen entstanden, die sich auf intuitive und praxisnahe Weise für Bio- und regional angebaute Lebensmittel einsetzen. Wer sich von Biokost ernährt, will zur Gesundheit der eigenen Familie und der Umwelt beitragen. Dank des ökologischen Landbaus können wir eine ganzheitliche, umweltfreundliche Landwirtschaft und den Einsatz adäquater Technologien fördern, statt weiterhin den Einsatz schädlicher Chemikalien in den Agrarbetrieben zu unterstützen.

Das zunehmende Interesse an Biolebensmitteln ist aber auch darauf zurückzuführen, dass die großen Biotech-Konzerne verstärkt an der genetischen Manipulation unserer Grundnahrungsmittel arbeiten. Sowohl Bauern als auch Konsumenten auf der ganzen Welt waren und sind über die Einführung gentechnisch manipulierter Lebensmittel empört. Die meisten Kritiker sind davon überzeugt, dass nur die Biotech-Firmen von der Einschleusung solcher Produkte in die Nahrungskette profitieren – und dass das Risiko voll und ganz auf Konsumenten, Bauern und die Umwelt abgewälzt wird.

Nun ist auch noch die Nanotechnologie dazu angetreten, unsere Ernährung weiter zu gefährden. Nanotechnologie ist die hochtechnologisierte, im Atommaßstab ablaufende Antithese zum ökologischen Landbau, der auf die natürlichen, gesundheitsfördernden Eigenschaften frischer, nicht industriell weiterverarbeiteter Vollwertkost setzt. Der Einsatz dieser neuen Technologie wird dazu beitragen, Bauernhöfe noch mehr in vollautomatisierte Anlagen mit Hightech-Fließbandbetrieb zu verwandeln; zudem verwendet sie patentierte Produkte, die die Macht der multinationalen Konzerne weiterhin vergrößern werden. Und sie stellt nicht zuletzt ein gravierendes Risiko für unsere Gesundheit und unsere Umwelt dar.

Einführung in die Nanotechnologie: Was ist sie
– und warum ist sie so anders?

Die Nanotechnologie ist eine äußerst leistungsstarke Methode, mit deren Hilfe man die Natur im atomaren und molekularen Maßstab zerlegen und wieder zusammenbauen kann. Nanotech arbeitet an der Verwirklichung der uralten wissenschaftlichen Vision, die Welt Atom für Atom neu zu erschaffen, indem Materie im atomaren Maßstab so manipuliert wird, dass man sie zu einer Reihe neuer Materialien, Geräte, lebender Organismen und technischer Systeme umwandeln oder umgestalten kann.

Nanotechnologie und die Nanowissenschaften befassen sich mit dem Studium von Phänomen und Materialien sowie der Handhabung von Strukturen, Geräten und Systemen auf Nanoebene – das heißt, bis zu einer Größenordnung von 100 Nanometern (nm). Um diese Dimension zu veranschaulichen: Ein DNS-Strang hat einen Durchmesser von 2,5 nm, ein Proteinmolekül 5 nm, ein rotes Blutkörperchen 7.000 nm und ein menschliches Haar 80.000 nm.

Nanopartikel unterliegen nicht denselben physikalischen Gesetzen wie größere Teilchen, sondern denen der Quantenmechanik. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Nanopartikeln – zum Beispiel Farbe, Löslichkeit, Festigkeit, chemische Reaktionsfähigkeit und Toxizität – können sich daher stark von den Eigenschaften größerer Teilchen aus demselben Material unterscheiden.

Durch die veränderten Eigenschaften der Nanopartikel ist es möglich, sie für eine Vielzahl neuer, gewinnbringender Produkte und Anwendungen einzusetzen. Künstlich erzeugte Nanopartikel finden sich bereits heute in buchstäblich hunderten von Produkten in den Regalen unserer Supermärkte – von transparenten Sonnenschutzmitteln über lichtbeugende Kosmetikartikel, tiefer in die Haut eindringende Feuchtigkeitscremes, flecken- und geruchsabweisende Textilien, schmutzabweisende Beschichtungen, langlebige Anstrichfarben und Möbellacke bis hin zu einigen Lebensmitteln.

Das Center for Technology Foresight der APEC (Zentrum für Technologieprognosen der Asia-Pacific Economic Cooperation) hat vorhergesagt, dass die Nanotechnologie sämtliche Bereiche unserer Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren und dabei große gesellschaftliche Umwälzungen hervorrufen wird.

Über den künftigen Einsatz von Nanotech
in der Herstellung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln

Branchenanalysten und Befürworter der neuen Technologie prognostizieren, dass Nanotech unsere Nahrung vom atomaren Niveau aufwärts völlig verwandeln wird.

„Dank der Nanotechnologie werden wir das Essen von morgen designen können, indem wir Moleküle und Atome umformen. Lebensmittel werden mit ,intelligenten‘ Sicherheitsverpackungen versehen sein, die selbstständig feststellen können, ob das Produkt verdorben oder schadstoffverseucht ist. Die Produkte der Zukunft werden sich in Farbton, Geschmack oder Nährwert an die Wünsche oder gesundheitlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Konsumenten anpassen. In der Landwirtschaft wird Nanotechnologie den Einsatz von Pestiziden reduzieren, Pflanzen- und Viehzucht verbessern und neue nano-bioindustrielle Produkte hervorbringen.“

So will es zumindest der Bericht des Project on Emerging Nanotechnologies aus dem Jahre 2006, in dem es um den Einsatz von Nanotechnologie in Nahrungsmitteln und Landwirtschaft geht (siehe: www.nanotechproject.org).

Kommentare

25. Juli 2009, 17:54 Uhr, permalink

földeak

es ist schade, daß man die Erzeuger und deren Angehörige dieser Produkte nicht zu persönlichen Langzeitstudien heranziehen kann. Ich bin nicht gegen Fortschritt, aber nur zum Wohle der Erde.
Perverser geht es nicht mehr. wf

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