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Alle Gewalt geht vom Staate aus: Vom Aufbruch in eine freiwillige Gesellschaft

staatHey, Staat: Hat dir eigentlich schon mal wer gesagt, dass du abgeschafft gehörst? Denn deine bloße Existenz widerspricht den ethisch-menschlichen Naturgesetzen der Nicht-Aggression und Freiwilligkeit. Über Jahrzehnte war der Psychotherapeut Mark Freyer selbst Etatist, ohne es zu merken – als Buddhist predigte er Gewaltlosigkeit, billigte aber Staatszwang wie Steuern. Die Coronapolitik ließ ihn den blinden Fleck in seiner Auffassung erkennen. Nun ist er auf einer Entgiftungsreise und leitet jeden Glaubenssatz aus, der Herrschaft welcher Art auch immer als „legitim“ bezeichnet. Ein Artikel zum Einprägen und Weiterreichen.


Jeder möchte Dinge, die er nicht hat. Selbst der Bescheidenste will zumindest etwas zu essen oder ein Dach über dem Kopf. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Ich nehme mir mit Gewalt, was anderen gehört, oder ich verhandle und tausche auf freiwilliger Basis. Den ersten Weg nennt man den politischen Weg, den zweiten den ökonomischen. Dieses Modell geht auf Franz Oppenheimer zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Macht- und Zwangsaspekte in der Gesellschaft analysierte.1 Politik ist ihm zufolge nicht das Gegenteil von Krieg, sondern lediglich eine andere Art der Kriegsführung. In der Politik geht es um Machtausübung, also um Zwang. Das Gegenteil davon ist die Freiwilligkeit, das Handeln ohne initiierenden Zwang.

Darum geht es beim Voluntarismus.2 Er besagt, dass nur der Weg der Freiwilligkeit zu Frieden, Freiheit und Wohlstand führen kann. Wenn wir frei sein wollen, müssen wir mit Gewalt und Zwang aufhören – auch mit der „Staatsgewalt“.

Da jede Herrschaft die Zustimmung der Massen braucht, ist es entscheidend, was die Menschen über sie denken. Viele halten Regierungen noch für notwendig, weil sie uns angeblich vor Gefahren wie Krankheiten, Klimawandel, Terror oder dem Chaos beschützen, in das wir ohne sie unweigerlich stürzen würden. Doch um diesen vermeintlichen Schutz auszuüben, geht der Staat selbst immer mehr ins diktatorische Extrem. Es wird Zeit, dass wir grundsätzlich überdenken, ob wir ein System unterstützen wollen, das auf Zwang beruht. Wenn die Zustimmung dazu sinkt, wird der Weg frei für Alternativen, die für uns Menschen viel vorteilhafter wären, gesellschaftlich wie individuell.

Das Gewalt-Paradoxon

Der Grundgedanke des Voluntarismus ist einfach: Niemand sollte zu etwas gezwungen werden, das er nicht freiwillig tun möchte. Alle Interaktionen sollten auf gegenseitiger Freiwilligkeit beruhen. Mit wem ich Verträge schließe, wem ich mein Geld gebe oder wer mich anfassen darf – die Entscheidung über all das sollte mir freistehen. Und wenn ich nein sage, muss das akzeptiert werden. Den meisten Menschen wird dieses Prinzip unmittelbar einleuchten: Normalerweise sprechen wir uns miteinander ab, nehmen Eigentumsrechte anderer ernst und suchen nach Einvernehmen, zum Beispiel wenn es um Sexualität oder eine medizinische Behandlung geht. Tun wir es nicht, so begehen wir – je nach Situation – Vergewaltigung, Körperverletzung, Hausfriedensbruch etc. Fast jeder wird zustimmen, dass das nicht korrekt wäre.

Doch mit diesem Grundsatz der Freiwilligkeit hat es etwas höchst Merkwürdiges auf sich: Anscheinend wird er von vielen nur dann als richtig empfunden, wenn es um das persönliche Umfeld geht.Natürlichdarf keiner den anderen mit Gewalt zu etwas zwingen. Doch wenn es um die Gesellschaft als Ganzes geht, stimmen die meisten Menschen dafür, dass es eine Art von Regierung geben sollte, obwohl jede Form von Regierung auf Herrschaft – also auf Zwang – basiert. Oft heißt es dann, dass so eine Art von Herrschaftssystem förderlich oder zumindest unvermeidbar sei, um ein geregeltes Miteinander zu organisieren. Auch in der kritischen Szene werden vielfach nur Lösungen diskutiert, die auf dem gesellschaftlichen Konstrukt von Staaten und Regierungen aufbauen, anstatt diese infrage zu stellen.

Den vollständigen Artikel können Sie in NEXUS 123 lesen.

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