NEXUS Magazin: https://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/buch-und-filmbesprechungen-in-nexus-125


Buch- und Filmbesprechungen in NEXUS 125

Reviews / BücherSteueroase Internet | Hauptsache Panik | Spiritualität in der Medizin | Hohle Erde | Evolutium | Transsurfing


Steueroase Internet – Richtig auswandern: Wie Sie ohne Geldprobleme an den schönsten Orten der Welt leben

Norbert Bartl

Kopp Verlag

352 Seiten

ISBN: 978-3-98992-148-1

€ 23,00

Millionen träumen davon, deutlich weniger schaffen es: Deutschland endlich zu verlassen und in sonnigen Gefilden mit Internetgeschäften ein entspanntes Leben zu führen. An diese Zielgruppe ist die vorliegende Neuerscheinung gerichtet. Der ehemalige Reporter Norbert Bartl hat konsequent mit der BRD gebrochen und sich schon vor Jahrzehnten vor dem Zugriff des deutschen Finanzamtes befreit. Seiner Meinung nach ist die Steuerfreiheit nur durch das Auswandern möglich. Schwerpunkt seines Buchs sind der Aufbau eines funktionierenden Onlinebusiness und ein praktikables Konzept, um Gewinne daraus steuerfrei verwenden zu können.

Der Autor erklärt in seinem Handbuch zunächst die Notwendigkeit von Verkaufsseiten im Internet und geht anschließend der Frage nach, wie man die richtige Zielgruppe und das richtige Produkt findet. Beim technisch komplexen Thema Webseite zahlt sich die jahrelange Geschäftserfahrung des Publizisten für seine Leser voll aus. Bis dahin ist das Kompendium durchaus interessant für Leute, die hierzulande einen Internethandel aufziehen wollen. Das gilt insbesondere für die späteren Abschnitte zum marktgerechten Marketing im Internet, dem Aufbau von Partner-Netzwerken und dem routinierten Einsatz von Kundenlisten für die erfolgreiche Back-End-Strategie. Da der Verfasser eingehend die Erstellung und den Handel mit E-Books, Reports und anderen Textformen erläutert, ist dieses Buch absolut lesenswert für angehende Autoren sowie Verkäufer im Allgemeinen. Die knackigen Zwischenüberschriften veranschaulichen die Expertise des Schriftstellers auf diesem Gebiet.

Kernanliegen des umtriebigen Autors ist jedoch der Geschäftsaufbau im Ausland. Hier präferiert Norbert Bartl Paraguay als offiziellen Wohnsitz und die USA als Firmensitz, stellt allerdings auch andere Konstellationen vor. Insbesondere die Probleme im Zusammenhang mit Auslandskonten bespricht er detailliert.

Herzstück des Buchs sind die verständlich verfassten Schritt-für-Schritt-Anleitungen und die eingefügten Kontaktseiten, die am Ende des ersten Teils nochmals zusammengestellt wurden. Wer ernsthaft einen Online-Handel im Ausland aufbauen möchte, kann mit diesen umfangreichen Hilfestellungen sofort loslegen.

Norbert Bartl schreibt aus der erlebten Praxis und gibt seiner Leserschaft wertvolle Erkenntnisse weiter. Ohne Fleiß, Disziplin und kontinuierliche Arbeit ist jedoch auch im sonnigen Traumland kein Erfolg möglich, wie der Auslandsdeutsche zu bedenken gibt.

Der zweite Teil des Buchs mit Informationen zu den Themen Auslands-Investments, Affiliate-Marketing, Online-Kongresse, Skool-Communities, Künstliche Intelligenz und Vermögensaufbau ist ein gutes Beispiel für geschäftliche Kooperationen.

Kritische Zeitgenossen könnten einwenden, dass Bartl weder soziale noch kulturelle Aspekte beim Auswandern anspricht. Wie geht man mit Heimweh und Einsamkeit, aber auch anderen Gepflogenheiten in der Fremde um?

Wer bereit ist, aus seinem bisherigen Hamsterrad auszusteigen und Deutschland dauerhaft zu verlassen, findet in diesem Ratgeber alle notwendigen Informationen.

sb

Hauptsache Panik: Ein neuer Blick auf Pandemien in Europa

Gerd Reuther, Renate Reuther

Engelsdorfer Verlag

158 Seiten

ISBN: 978-3-96940-797-4

€ 16,00

Riskanter Schutz: 300 Jahre Immunisierungsversuche

Gerd Reuther

Engelsdorfer Verlag

256 Seiten

ISBN: 978-3-69095112-8

€ 24,00

Wer daran glaubt, dass Medizin überwiegend zum Wohle des Menschen dient, irrt in vielen Fällen: Arzt und Pharmazeutik als echte Helfer, Heiler und Wohltäter des Menschen scheinen eher die Ausnahme zu sein. Der Medizinaufklärer Gerd Reuther hat dieses Thema schon aus vielen Richtungen beleuchtet. Sein bekanntestes Buch, „Der betrogene Patient“, wurdeSpiegel-Bestseller.

In „Hauptsache Panik“ und „Riskanter Schutz“ legt der Medizinhistoriker und langjährige Radiologe mit eigener Praxis in trockenem Ton und mit beeindruckender historischer Faktendichte dar, dass die Medizin des Abendlandes schon seit Jahrhunderten eher den Ärzten und der Pharmazie, der Kirche und der Politik als den Patienten nützt.

Die historischen Epidemien in Europa, zum Beispiel die Pest, sind eigentlich unklare Konglomerate verschiedener Krankheitsereignisse, die man unter einem Namen zusammenfasste. Eine klare Differenzierung der Infektionswege und Erreger fehlte jahrhundertelang. In manchen Fällen waren auch eher Umweltgifte die Ursache. Vielfach starben die Kranken sogar erst durch die haarsträubenden Behandlungsmethoden, zum Beispiel durch hochtoxisches Quecksilber.

Je unklarer die Zusammenhänge, desto besser eigneten sich die Seuchen dazu, Menschen durch Drohpropaganda in Angst und Schrecken zu versetzen – was kirchlich, politisch und finanziell ausgenutzt werden konnte. Nicht zuletzt war eine Dezimierung der ärmeren Bevölkerung von der Oberschicht vielfach erwünscht.

Wohlhabende Bürger und der Adel blieben von Pandemien, auch ohne besondere Vorkehrungen, weitgehend verschont. Und überall, wo sich die grundlegenden Lebensbedingungen verbesserten, gingen Krankheiten und Todesfälle von selbst zurück. Entscheidende Faktoren waren vor allem die Qualität des Trinkwassers, der Nahrung und der Wohnräume sowie die Beseitigung von Abfall.

So kommt Gerd Reuther auch zum Schluss, es habe „nie weltweite Seuchen gegeben, und es kann sie auch gar nicht geben. […] Epidemien sind immer hausgemacht durch katastrophale Lebensbedingungen.“ Aber die Seuchenideologie machten sich dennoch viele zunutze.

Menschen in Pandemiepanik sind bereit, auch „riskanten Schutz“ zu suchen, um der Todesangst zu entkommen. Hier knüpft im 18. Jahrhundert die Idee der Impfung an. Sie fußt laut Reuther auf einem falsch verstandenen Grundgedanken der Homöopathie: dem Prinzip, Gleiches mit Gleichem zu heilen.

Den „Pionieren“ des Impfens waren die Erreger der bekämpften Krankheiten lange kaum bekannt. Verimpft wurden von Anfang an hygienisch unhaltbare, obskure Mischungen verschiedenster Substanzen, die oft selbst lebensgefährlich krank machten. Weder die Grundlagen und Verfahren noch die Ergebnisse der Impfungen wurden seriös erforscht; Schätzungen, Vermutungen oder gar klarer Betrug waren an der Tagesordnung.

Auch heutzutage werden Impfungen ähnlich nebulös begründet. So basierte beispielsweise die Diagnose der Frühsommer-Meningoenzephalitis vor allem auf Schätzungen.

Doch das alles ist nicht nur Geschichte: Reuther stellt auch die Impfideologie der Moderne kritisch infrage, in der es nicht mehr um „abgeschwächte Erreger“ geht, sondern zum Beispiel um „manipulierte Genpartikel“. Wissenschaftlich kaum haltbar sind auch die HPV-Impfung oder „Impfbooster“. Und von vornherein höchst schädlich sind Zusatzstoffe wie Aluminium in modernen Impfseren. Vor allem hierdurch entwickelte sich bereits eine Vielzahl neuer Impfkrankheiten.

hjo

Spiritualität in der Medizin: Manifest für ein neues Miteinander

Oliver Klatt, Kathrin Philipp

Scorpio Verlag

144 Seiten

ISBN: 978-3-95803663-5

€ 18,00

Dieses Buch ist kein Ratgeber, sondern ein Plädoyer für die ganzheitliche Betrachtung des Menschen. Geist, Körper und Seele sind eine Einheit – körperliche Symp­tome oder Krankheiten sollten nie isoliert behandelt werden, denn Heilung hat immer mit dem ganzen Menschen zu tun. Spiritualität ist nichts Neues, doch in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten wurde sie zunehmend außen vor gelassen, während Medizin und Wissenschaft sich auf die reine Behandlung des Körpers konzentrierten. Trotz fortschreitender Technik und neuer Behandlungsmethoden scheint es heutzutage mehr Kranke denn je zu geben.

In unserer westlichen Gesellschaft ist ein Umdenken vonnöten. Trotz fortschrittlichster Methoden in der Medizin darf der Mensch nicht auf den Körper begrenzt werden – Geist und Seele sind für eine Heilung und ein harmonisches Gleichgewicht von ebenso großer Bedeutung. Das erfordert aber auch, Eigenverantwortung zu übernehmen.

Die Autoren verstehen Spiritualität nicht als Alternative zur Medizin, sondern als komplementäre Unterstützung für den Heilungsprozess. Spiritualität ist ein weit gefächertes Gebiet: Seelsorge, Salbung oder Segnung entsprechend dem jeweiligen Glauben des Menschen haben eine ebenso große Bedeutung wie das Handlauflegen, eine Sitzung beim Heiler oder fernöstliche Methoden wie Ayurveda und die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Meditationen, Atemübungen oder sanfte Bewegungen bringen den Geist zur Ruhe und sorgen für Entspannung. Yoga baut Stress und Ängste ab – um nur einige der vorgestellten Methoden zu nennen. Ziel ist es, die tieferen Ursachen von Beschwerden – oft psychischer Stress oder Lebensumstände – zu finden und nicht nur die Symptome zu bekämpfen.

Die Autoren präsentieren sehr viele Studien und spirituelle Methoden, die wissenschaftlich auf ihre heilende Wirkung untersucht wurden. Zusammenfassend geht es bei der ganzheitlichen Heilung darum, Harmonie und Gleichgewicht in allen Lebensbereichen wiederherzustellen, um eine langfristige Gesundheit zu fördern. Ganzheitliche Heilung erfordert aber auch die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den eigenen emotionalen und mentalen Mustern – Gesundheit ist eben mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit.

ak

Hohle Erde: Die letzte Zuflucht der Menschheit? Eine Analyse.

B. A. Truman

430 Seiten

ISBN: 978-3-98562046-3

€ 24,00

Flache Erde war gestern: Da der Mainstream seit geraumer Zeit die Theorien jener Leute, die unsere Welt für eine Scheibe halten, als die lächerlichsten Beispiele für „Verschwörungserzählungen“ präsentiert, kann man mit dieser Idee heutzutage kaum mehr flirten. Da ist die Annahme, dass unsere Erde hohl sein könnte, schon viel faszinierender – nicht nur für alle, die in jungen Jahren Jules Verne gelesen und geliebt haben. Es ist kein Zufall, dass viele Menschen bis heute Abenteuerromane, Spiele und Fantasy-Filme schätzen, die unter der Erde, in gigantischen Höhlen- und Gangsystemen oder in den vergessenen Welten unter unseren Füßen handeln. Umso wundersamer ist es, dass es bisher kein deutschsprachiges Buch über die potenzielle Wunderwelt im Untergrund gab, obwohl in englischer Sprache bereits etliche interessante Werke zu diesem Thema erschienen sind.

Aber das ist jetzt vorbei. Mit „Hohle Erde“ – dem höchst brauchbaren Überblickswerk eines Autors mit dem Pseudonym B. A. Truman – kann man sich endlich auch als Fremdsprachenunkundiger auf eine Reise in die Tiefen begeben. Zu Beginn seines Buches gibt Truman einen Überblick über frühe Hohlerde-Mythen und -theorien, zum Beispiel die von Edmund Halley, der die Erde für ein System aus konzentrischen Kugeln hielt, deren jede eine eigene Atmosphäre und bewohnbare Oberfläche habe. Dann geht er näher auf einige Romane zur Thematik ein, neben Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ auch auf Edward Bulwer-Lyttons „The Coming Race“ (Das Geschlecht der Zukunft) aus dem Jahr 1871, in dem die Vril-Energie eine wichtige Rolle spielt.

Anschließend widmet sich der Autor vor allem der Theorie, dass es an den Polen unseres Planeten Zugänge in dessen Inneres gibt, die bei diversen Arktis- und Antarktis-Expeditionen gesucht (und vielleicht gefunden?) wurden. Es gibt ja etliche Leute, die glauben, dass die Ufos aus dem Erdinneren kommen; manche nehmen sogar an, dass es sich bei ihnen um die legendären Flugscheiben aus dem Dritten Reich handelt, die gelegentlich aus dem paradiesischen Zufluchtsort der Nazis unter dem Südpol Ausflüge in die Atmosphäre oder gar ins Weltall unternehmen. B. A. Truman zitiert länger – manchmal vielleicht sogar etwas zu ausführlich – aus den Expeditionsberichten prominenter Polarforscher wie Fridtjof Nansen, stellt deren Erkenntnisse den Theorien von Hohlerde-Gläubigen gegenüber und spart dabei auch nicht an sarkastischen Bemerkungen bzw. Selbstironie. Er vertritt keine der hier geäußerten Theorien, sondern liefert eine gute Übersicht und überlässt es dem Leser, selbst weiter zu recherchieren, sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht alles zu ernst zu nehmen, was einem zu diesem Thema von beiden Seiten präsentiert wird.

Diese Haltung macht „Hohle Erde“ zu einem nicht nur informativen, sondern auch sehr sympathischen Buch, an dessen Ende man zwar auch nicht weiß, was im Erdinneren wirklich los ist, aber zumindest über einschlägige Vermutungen und Theorien informiert ist. Und die Wahrheit erfahren wir dann eventuell aus einer Fortsetzung …

ph

Evolutium: Die Dinosaurierlüge

Clemens Aldenbrock

190 Seiten

ISBN: 979-824875316-1

€ 18,97

Clemens Aldenbrock gehört zu Totalverweigerern der Mainstream-Matrix. Er zweifelt am heliozentrischen Weltbild, am Atomismus, an Viren, an der Atombombe und mit seinem jüngsten Buch „Evolutium“ auch an den Dinosauriern, die einst die Erde beherrscht haben und vor ca. 66 Millionen Jahren durch einen Asteroideneinschlag ausgelöscht worden sein sollen.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt versteinerte Knochen, Schädelfragmente, Zähne und sonstige Hinterlassenschaften gefunden, die keiner bekannten Spezies eindeutig zugeordnet werden konnten. Warum die zuständigen wissenschaftlichen Institutionen und Autoritäten daraus die urzeitlichen Riesenmonster konstruierten, bleibt zunächst unklar im Buch. Jedenfalls scheint es ein sich selbst verstärkender Prozess gewesen zu sein, beflügelt vom szientifischen Zeitgeist mit ehrgeizigen Akteuren, manipulativen Zirkeln, finanzstarken Geldgebern und einer staunenden Öffentlichkeit.

Akribisch und detailliert zeigt Aldenbrock die sich verfestigende Narrativbildung auf Basis von verstreuten Funden und versteinerten Fußspuren auf, wie sich durch künstlerische Rekonstruktionen, Skizzen und paläontologische Terminologie ein neuer lukrativer Wissenschaftszweig etabliert, der keinerlei Zweifel mehr an seiner wissenschaftlichen Rekon­struktion zulässt. Ausstellungen, Großspenden, Staatsknete, Literatur, akademische Forschung und später filmische Dokumentationen, Hollywood, Merchandising, Computerspiele und Kinderbücher halfen, die Dinos fest in unserem Kultur- und Geschichtsverständnis zu verankern. Das Ganze ist ein Lehrstück für die Durchsetzung eines wissenschaftlichen Narrativs: Widersprüche und Ungereimtheiten werden ignoriert, Dissidenten verunglimpft.

Die Konstruktion der Dinos aus Knochen hat Parallelen mit der Virologie, in der ebenfalls aus Fragmenten (DNA-Schnipsel) auf nie als Ganzes nachgewiesene organische Strukturen geschlossen wird. In beiden Fällen war das Ergebnis eine profitable Industrie. Und während die Viren ihren Beitrag zur Zerschlagung naturheilkundlicher Heilsysteme leisteten, beschleunigten die Dinos eine weltanschauliche, spirituelle Wende, die durch den Darwinismus bzw. genereller den Materialismus Fahrt aufgenommen hatte.

Aldenbrock als bibeltreuen Kreationisten zu bezeichnen, wäre unfair, auch wenn er gelegentliche Hinweise auf die biblische Schöpfungsgeschichte einflicht. Dagegen spricht auch das letzte Viertel des Buchs, in dem der Autor die weltweit verbreiteten Drachenmythen beleuchtet. Der Gedanke, dass die Fossilien zumindest teilweise von Drachen stammen und diese damit aus dem Mythischen ins Biologische transformiert wurden, ist nicht neu. Durchaus erstaunlich ist aber, dass es derart viele Hinweise aus glaubwürdigen Zeugenberichten (der jüngste aus der Los Angeles Times von 1882) auf einst lebendige Drachen und sogar kryptozoologische Indizien gibt. Aldenbrock vertieft auch den kosmisch-archetypischen Aspekt der zwiespältigen geflügelten Schlange, die in einigen Kulturen als Hüterin der Weisheit und Sinnbild von Freiheit, Selbstverantwortung und Widerstand gilt. Kirche, politische Machthaber und ihre Hintermänner hatten ein Interesse daran, diese mythischen Lebewesen zu eliminieren, mit Haut und Haar, und sie ins Reich bloßer Fabelwesen zu verbannen.

Aber die Drachenenergie lässt sich nicht aus der Welt schaffen: Sie beginnt sich zu regen in esoterischen Zirkeln, unter Wahrheitssuchern, in neu-heidnischen Bewegungen und bestimmten New-Age-Richtungen. Clemens Aldenbrock hat mit seinem jüngsten Buch dazu beigetragen.

ds

Transsurfing: Die Realität ist steuerbar

Vadim Zeland

229 Seiten

ISBN: 978-3-89845-154-3

€ 18,00

Wer will nicht sein Leben endlich in neue Bahnen lenken und alles Hinderliche hinter sich lassen? Einige wenige schaffen das (vor allem, wenn sie noch jünger sind), aber das Gros hat nach jahrzehntelangem Trott und dem einen oder anderen zaghaften und erfolglosen Versuch, den Kurs zu ändern, aufgegeben. Ihnen sei gesagt: Es gibt Hoffnung! Im Buch „Transsurfing“ finden Sie eine neuartige Methode, sich aus den Zähnen des Räderwerks zu befreien.

Dem Autor Vadim Zeland zufolge sind unsere Lebenslinien in einem Variantenraum abgelegt, der wie das Quantenvakuum alle Möglichkeiten der Realisierung enthält. Das Geheimnis liege darin, eine andere Lebenslinie zu wählen, ganz ohne Kampf und Krampf. Entscheidend für den Wechsel – und ab hier wird das Buch sehr konkret und lebensnah – ist die Identifikation der „Pendel“. Ein Pendel schwingt bekanntlich, und je mehr Energie man hineinsteckt, desto stärker seine Amplitude. Zeland bezeichnet damit energetisch-informative Strukturen – „energetische Pendel“ –, denen sich Menschen infolge von Erziehung, Ausbildung, Tradition etc. unterwerfen. Die energetische Struktur entsteht, wenn die Gedanken einer Gruppe von Menschen gleich ausgerichtet sind, ihre diesbezüglichen Frequenzen also übereinstimmen. Dann setzt ein energetischer Strom mit einer eigenen Dynamik ein, der in einigen okkulten Lehren auch „Egregor“ genannt wird. Das Tückische ist, dass er sich gleichermaßen von Zustimmung und Begeisterung wie auch von Ablehnung und Hass ernährt – jegliche emotionale Reaktion erhöht seinen Schwingungswert, macht ihn stärker und erweitert seine Macht. Je mehr Menschen der Egregor emotional an sich gebunden hat, desto stabiler wird er.

Hat man als Leser erst einmal ein solch griffiges Bild an der Hand, fällt es leicht, diese Pendel im eigenen Leben zu identifizieren. Mit diesem Gewahrsein lässt sich die emotionale Antwort auf ein Pendel wie der Ausschlag eines Zeigers registrieren. Und damit hat man die Wahl: Geht man in Resonanz und zollt dem Pendel Tribut in Form von emotionaler Energie – oder bleibt man ungerührt? Sowohl Anhänger als auch Gegner eines Pendels begreifen nicht, dass sie nicht im eigenen Interesse handeln, sondern geradezu entgegengesetzt: Wer sich einem Pendel anschließt, wird von seiner eigenen Lebenslinie weggeführt und verzichtet auf wahres Glück, das der Variantenraum für ihn bereithält. Auch wohltätige Organisationen bilden hier keine Ausnahme, was vielen zunächst befremdlich erscheinen mag. Selbst „Transsurfing“ kann zu einem Pendel werden, wenn daraus ein Kult entsteht.

Die Hauptregel beim Transsurfing ist, diese Pendel als Energiesauger zu erkennen und nicht mehr auf sie zu reagieren. Dann kehrt Ruhe im Geist ein und man beginnt wieder, wie in Kindertagen die Stimme der eigenen Seele zu hören. Der Transsurfer sieht die Welt mit neuen Augen, er erkennt ihre Magie, lernt, Zeichen zu lesen, die ihm seinen Lebensweg weisen. Er findet sein Gleichgewicht, seine Kreativität, seine Selbstsicherheit, seinen Kompass wieder.

Wer von Zelands Buch eine technische Anleitung erwartet, wird enttäuscht. Es geht nicht um Verstandesarbeit und Willenskraft, deren Überbetonung einer Transformation eher hinderlich sind. Man sollte die Grundideen in sich aufnehmen und wirken lassen.

ds

Rezensenten

ak– Angelika Katterbach

ds– Detlef Scholz

hjo– Hans-Jürgen Ott

ph– Peter Hiess

sb– Sascha Bach