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Die Lotosblume gilt in vielen Kulturen seit Jahrtausenden als spirituelle Pflanze, die das Streben des Aspiranten beflügeln kann. Heute wissen wir, dass dafür die beiden in den Blättern enthaltenen Alkaloide Apomorphin und Nuciferin verantwortlich sind. Die moderne Naturheilkunde nutzt den Blauen Lotos bei zahlreichen psychosomatischen Krankheitsbildern, darunter Linderung von Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Depressionen, postoperative Komplikationen und in der Palliativmedizin. Ein Überblick über den Forschungsstand.
Die Faszination am Blauen Lotos (Nymphaea caerulea), auch bekannt als Blaue Seerose oder Ägyptischer Blauer Lotos, liegt sicherlich daran, dass ihm nachgesagt wird, in schamanischen Ritualen eine Verbindung zum Göttlichen herstellen zu können. Bei Zeremonien im alten Ägypten wurde die vermutlich aus der Nilregion stammende Wasserpflanze mit Wein aufgegossen getrunken; schon im „Ägyptischen Totenbuch“, einer berühmten Textsammlung, in der viele Aspekte zu Kultur, Religion und Spiritualität des alten Ägypten beschrieben werden, findet der Blaue Lotos mehrfach Erwähnung.
Auch in Asien und Mesoamerika kommt die Nymphaea-Pflanze vor und ist von ähnlicher kultureller, historischer und medizinischer Bedeutung. Wie zahlreiche Hinweise in der Ikonografie der Ägypter wie auch der Maya andeuten, spielte sie kulturübergreifend eine wichtige Rolle in magisch-religiösen Riten der Oberschichten. Besonders mystisch wirkt der Blaue Lotos aufgrund seiner Verbindung zum Sonnengott Ra und seiner Verwendung bei Bestattungszeremonien, bei denen er dazu diente, mit dem Jenseits zu kommunizieren.