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Die 12.000 Jahre alte Große Pyramide, Teil 2: Die verlorene Stadt des Osiris

12000Die offizielle Geschichte der Großen Pyramide strotzt vor Ungereimtheiten. Doch wer hat sie ursprünglich wirklich erbaut? Und wie alt ist sie tatsächlich? Tony Bushby gräbt weitere Details und unbekannte Fotos aus arabischen Archiven und puzzelt die Funde zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.


Das Rätsel der Großen Pyramide verdichtet sich, wenn man es durch die Linse alter Chroniken betrachtet – Berichte, die von der modernen Wissenschaft weitgehend unberücksichtigt geblieben sind. Wenn wir diese Erkenntnisse in Betracht ziehen, beginnen sich bemerkenswerte Dinge über die Vergangenheit Ägyptens zu offenbaren. Bibliotheken in Kairo, Abydos, Karnak, Luxor und Alexandria verfügen über einen Reichtum an arabischen Texten, die unser Verständnis der Geschichte neu gestalten könnten – viele davon sind öffentlich zugänglich, aber praktisch unerforscht. Einige Berichte sind so außergewöhnlich, dass sie, selbst wenn nur ein Bruchteil davon wahr sein sollte, die etablierte Darstellung der ägyptischen Antike infrage stellen. Darunter befindet sich ein faszinierender Bericht von Altelemsani aus dem Jahr 897 n. Chr. Er beschreibt einen langen, schmalen unterirdischen Korridor, der die Nordseite der Großen Pyramide mit dem Nil verband – und das dessen Eingang durch ein „seltsames Ding“ versperrt war. Hier geschah etwas Ungewöhnliches, etwas, das über die traditionelle Geschichte hinausging.

Altelemsanis außergewöhnliche Beobachtung wird durch die Schriften von Abul Hasan Ali Masoudi (ca. 896 – 956 n. Chr.) untermauert, der weithin als der größte arabische Chronist des Mittelalters gilt. Seine Beobachtungen zur Großen Pyramide sind ebenso verwirrend wie tiefgründig. Masoudi hatte Zugang zu Bibliotheken, die „oft Tausende von Schriftrollen von unermesslicher Antiquität“ enthielten, die uns heute verloren gegangen sind, und er erwähnte seine Verbindung zu vielen gebildeten Wissenschaftlern in Ländern, die er bereiste. Masoudi sprach von Robotern, die in den unterirdischen Kammern der Großen Pyramide versteckt und strategisch platziert waren, um wertvolle Schätze und geheime Archive zu bewachen. Diese unerklärlichen Gebilde veranlassten Masoudi zu der Aussage:

„Ich habe Dinge gesehen, die man nicht beschreibt, aus Angst, die Leute könnten die eigene Intelligenz anzweifeln, […] aber dennoch habe ich sie gesehen.“ 1

Sein Zögern spricht Bände. Noch bemerkenswerter ist, dass er feststellte, dass die Roboter darauf programmiert waren, Eindringlinge zu vernichten – „mit Ausnahme derjenigen, die aufgrund ihres Verhaltens würdig waren, aufgenommen zu werden“. Er beschrieb sie als künstlich konstruiert, aber gehorsam und intelligent, möglicherweise ähnlich wie biologische Roboter. Ihre Existenz deutet auf etwas hin, das weit über bloße menschliche Genialität hinausgeht.

Einige Wissenschaftler vermuten, dass alte Beschreibungen von Robotern metaphorisch gemeint waren und auf versteckte Fallen oder mechanische Verteidigungsanlagen anspielten, die unter bestimmten Bedingungen ausgelöst wurden. Diese Systeme, so argumentieren sie, könnten dazu gedacht gewesen sein, unerwünschte Eindringlinge abzuschrecken. Andere vermuten, dass die Roboter symbolisch gemeint waren und Statuen oder Figuren mit religiöser oder mystischer Bedeutung repräsentierten, denen schützende Kräfte zugeschrieben wurden. Diese Sichtweise geht davon aus, dass sich der Begriff der „lebendigen Vorrichtungen“ eher aus mythologischen oder spirituellen Überzeugungen als aus der tatsächlichen physischen Realität entwickelt hat. Masoudis Berichte über die Roboter stellen sie jedoch als reale, lebendige Wächter dar, die bewusst zum Schutz von Schätzen und Archiven aufgestellt wurden – weit entfernt von bloßen symbolischen Konstrukten, die auf Legenden beruhen.

Tatsächlich werfen diese Beschreibungen tiefgreifende Fragen auf. Sie waren mehr als nur mechanische Vorrichtungen: Sie zeigten Intelligenz, Urteilsvermögen und die Fähigkeit, autonom zu reagieren. Zwar werden in gängigen historischen Darstellungen die technischen Meisterleistungen Ägyptens als überragend anerkannt, aber Masoudis Beschreibungen der Roboter der Großen Pyramide auf eine Komponente hin, die über das traditionelle historische Verständnis hinausgeht und sich einer einfachen Erklärung entzieht. Verweise auf seltsame Wächter, die Schätze und Artefakte bewachen, finden sich auch in den Überlieferungen Indiens und Tibets. Mönche beschrieben diese Wächter als „übernatürliche Maschinen“ – ein Konzept, das sie als „Theotekny“ bezeichneten.

Künstliche Menschen

Oberflächliche Automaten sind in der Geschichte und Mythologie gut dokumentiert und rufen oft Ehrfurcht und Unglauben hervor. Der legendäre Dädalus, Vater des Ikarus, bekannt als genialer Techniker und Kunsthandwerker, wurde erstmals von Homer (dem griechischen epischen Dichter, 9. Jahrhundert v. Chr.) erwähnt. Dädalus soll menschenähnliche Figuren geschaffen haben, die sich selbstständig bewegen konnten. Der griechische Philosoph Platon (ca. 428–348 v. Chr.) bemerkte sogar, dass diese Schöpfungen so lebendig waren, dass sie festgehalten werden mussten, um sie am Entkommen zu hindern. In den inneren Heiligtümern ägyptischer Tempel wurde fortschrittliches Wissen, das in Schriftrollen von Hohepriestern festgehalten wurde, an angesehene Persönlichkeiten weitergegeben, die sich in ihren jeweiligen Fachgebieten hervorgetan hatten. Unter ihnen war Ktesibios (285–222 v. Chr.), ein griechischer Erfinder und Mathematiker, der während der Ptolemäerzeit in Alexandria lebte. Seine Abhandlung „Pneumatik“ brachte ihm den Titel „Vater der Pneumatik“ ein, einer Disziplin, die er auf der Grundlage „von Informationen einer uralten Tempelrolle, die ihm ausgehändigt wurde“, entwickelte.2

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