NEXUS Magazin: https://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/die-bibliothek-der-goetter-die-mysterioesen-lehrmeister-urgeschichtlicher-zivilisationen
Lehrmeister, die „vom Himmel kamen“ – fast jede Zivilisation der Erde erzählt eine Ursprungsgeschichte, in der das Wissen über Kultur und Natur von den Göttern kam. Aber woher kamen die Götter? Die Präastronautik hat Erklärungen, die manch Anomalie historischer Aufzeichnungen erklären kann: auf alten Karten verzeichnete Binnenmeere etwa, die vor den ersten Menschen existierten, oder Abbildungen von Sternen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind – ein Wissen eben, das nicht von dieser Welt sein kann.
Die sensationellen Entdeckungen, die polnische Forscher bei der Analyse von Daten des Weltraumobservatoriums Gaia gemacht hatten, tauchten in den Medien nie auf.1 Auch die Wissenschaftler selbst erkannten die Tragweite ihrer Forschungsergebnisse nicht – dass seit dem Beginn der Menschheitsgeschichte mindestens fünf Sternensysteme auf ihrem Weg durch die Galaxie die Erde in relativer Nähe passierten. Vor jeweils 2,47, 1,08, 0,98, 0,67 und 0,08 Millionen Jahren näherten sich diese Sterne dem Sonnensystem bis auf weniger als ein Viertel der heutigen Entfernung zu Alpha Centauri. Modellrechnungen zur Entstehung von Planeten ergaben, dass fast jeder solche Stern durchschnittlich von fünf erdähnlichen Planeten umkreist wird.2 Demzufolge kamen im Laufe der Menschheitsgeschichte mindestens 25 erdähnliche Exoplaneten unserer Erde aus astronomischer Sicht extrem nahe. Berücksichtigt man zusätzlich sogenannte vagabundierende Planeten, die nicht um einen Stern kreisen, ist die Zahl an Exoplaneten, die knapp an der Erde vorbeiflogen, deutlich höher.
Bis jetzt wurden bereits Hunderte solcher Objekte entdeckt, und Berechnungsmodelle zeigen, dass zwischen einem und 50 Prozent der Planeten aus jungen Planetensystemen geschleudert werden und sich frei durchs All bewegen.3 Sogar solche Planeten mit interstellarer Flugbahn könnten für intelligente Lebensformen bewohnbar sein.4
Allein diese geschätzte Zahl der Exoplaneten, die in der Geschichte der Erde an ihr vorbeiflogen, sollte ausreichen, um in Zweifel zu ziehen, dass die Menschheit von benachbarten intelligenten Lebensformen in unserer Galaxie völlig abgeschottet ist. Die Erdenbürger selbst arbeiten seit Jahrzehnten an interstellaren Reisen zu Alpha Centauri (siehe Projekt Daedalus, Icarus, Dragonfly, Longshot und Breakthrough Starshot). Ähnliche Pläne für interstellare oder interplanetare Reisen dürften wohl auch die potenziellen Bewohner jener Exoplaneten geschmiedet haben, die unser Sonnensystem gestreift haben. Die Erde, ein Planet voller Leben, könnte für unsere galaktischen Nachbarn als ein lohnendes Ziel für Kolonialisierungspläne gegolten haben.
Unser Konzept zur Erforschung des Weltraums beinhaltet jedoch nicht nur die Kolonialisierung der Planeten unseres Sonnensystems, sondern auch die interstellare Besiedlung von Exoplaneten. Experten für Weltraumpolitik gehen davon aus, dass andere Bewohner unserer Galaxie ähnliche Strategien entwickelt haben.4