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Die Risiken pränataler Ultraschalluntersuchungen

Ultraschall 62Westliche Wissenschaftler und Mediziner scheinen nichts über die zahlreichen in China durchgeführten Humanstudien zu wissen, die auf die Schädlichkeit von diagnostischen Ultraschallanwendungen hinweisen. Es wird höchste Zeit, diese Forschungen genauer zu betrachten.


Einführung

Westliche Spezialisten behaupten, diagnostischer Ultraschall (DUS) sei harmlos. Sie argumentieren mit dem Fehlen von Humanstudien, welche die in Tier- und Zellversuchen festgestellten Risiken bestätigen würden. Tatsächlich haben chinesische Wissenschaftler bereits etwa 50 klinische Studien an Menschen durchgeführt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, haben diese Studien bisher keinerlei Anerkennung durch die westliche Wissenschaft gefunden.

Ultraschalldiagnostik ist ein kontrovers diskutiertes Thema, da einige Gefahren bereits bekannt sind. Doch seit den späten 1980er Jahren sind praktisch alle Forschungsgelder gestrichen worden. Im vorliegenden Artikel beleuchte ich bereits bekannte kritische Standpunkte und die daraus abgeleitete These, dass diagnostischer Ultraschall ebenso Ursache oder auslösender Faktor für Störungsbilder des autistischen Spektrums (ASD) sein kann und wie für für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Persönlichkeitsanomalien, Augenerkrankungen, verschiedene Missbildungen,Hauterkrankungen oder Allergien. Außerdem befasse ich mich mit neuen Ansätzen, die einen Zusammenhang zwischen diagnostischem Ultraschall und Chorioamnionitis (Infektion der Membranen und des Fruchtwassers), Gelbsucht, Krebs und Leukämie nahelegen.

Diagnostischer Ultraschall als Krankheitsursache ließe sich zwar isoliert abhandeln, doch es bietet sich an, das sinnvolle Konzept der toxischen Synergie in die Betrachtungen miteinzubeziehen. Anders ausgedrückt: Es ist sinnvoll, das Argument zu berücksichtigen, dass diagnostischer Ultraschall eine starke Anfälligkeit für spätere Stressoren schafft – etwa bei der Geburt verabreichte Medikamente, sonstige Arzneimittel, Impfungen, Antibiotika, Antidepressiva etc. Die entsprechenden Studien über toxische Synergien im Zusammenhang mit Ultraschall habe ich in meinem Buch zitiert [siehe Anm. d. Red. am Artikelende].

Humanstudien existieren bereits

Bei den erwähnten chinesischen Humanstudien (CHS) handelt es sich durchweg um in utero durchgeführte Expositionsstudien, die man von 1988 bis 2011 durchgeführt hat. Föten wurden in utero diagnostischem Ultraschall ausgesetzt und das Abortgewebe im Labor untersucht.

Bisher konnte ich 48 chinesische Humanstudien und 10 Auswertungen zusammenstellen, in denen sich die Arbeiten von 100 Wissenschaftlern widerspiegeln. Die Probandinnen waren insgesamt 2.651 Frauen, die sich freiwillig für eine Abtreibung entschieden hatten. Gegenstand der Untersuchungen war Abortgewebe verschiedener Stadien: die Eizellen der weiblichen Föten, Embryos und Föten. Vor kurzem habe ich Doppelpublikationen aus dieser Bibliografie entfernt. Von einigen Auswertungen habe ich jedoch ähnliche Versionen oder Duplikate beibehalten.

Aufgrund der chinesischen Humanstudien können wir heute eine Aussage treffen, die früher undenkbar gewesen wäre: Humanexpositionsstudien in utero sind die bei weitem ergiebigste Form der DUS-Forschung in unserer Zeit. Die chinesischen Humanstudien sind jedoch die letzten dieser Art. Ihre Aussagekraft und ihre relative Unverfälschtheit sind der weitgehenden Freiheit von wirtschaftlich-politischer Beeinflussung zu verdanken. Sie wurden während der frühen Blütezeit der modernen chinesischen Wissenschaft durchgeführt. Die Studien sind somit ein zufällig angefallenes Nebenprodukt des großen industriellen Durchbruchs in China. 1984 schuf das Land durch die Einführung des Konzepts moderner staatlicher Schlüssellabors eine breite wissenschaftliche Basis für Chinas wirtschaftlichen Erfolg.1

Die chinesischen Humanstudien entstanden in dieser optimistischen Zeit des Aufschwungs, bevor sie das Schicksal kritischer westlicher Studien teilen und bevor sie monopolisiert, unterdrückt oder für kommerzielle Werbung instrumentalisiert werden konnten. Dieses Zeitfenster hat sich mittlerweile geschlossen, da China sich heute zu einem bedeutenden Hersteller diagnostischer und therapeutischer Ultraschallgeräte entwickelt hat.

Das Schicksal westlicher umweltwissenschaftlicher Studien im Allgemeinen haben Dan Fagin und Marianne Lavelle in ihrem Buch „Toxic Deception“ dokumentiert, das 1996 erschien. Aktueller ist der 2013 in der Zeitschrift JAMA erschienene Artikel von Charles Seife,2 einem New Yorker Universitätsprofessor, der die massive Korruption in Zusammenhang mit medizinischen Studien aufdeckt.

Bei der Erstellung der chinesischen Humanstudien verwendete man die neuesten wissenschaftlichen Analysetechniken: verschiedene biochemische Analysen zur Bestimmung von Gewebeveränderungen, die Definition physikalischer und chemischer Zelleigenschaften mithilfe von Durchflusszytometrie und Elektrophorese, um DNS-Fragmentierungen sichtbar zu machen. (Bei der Elektrophorese wird Gleichstrom durch eine Gelplatte geleitet, die Proben chemischer Zusammensetzungen, beispielsweise DNS enthält. Auf diese Weise lässt sich die Verteilung verschiedener molekularer DNS-Bauteile sichtbar machen, messen und grafisch darstellen.) Subzelluläre Schäden konnten mithilfe des Elektronenmikroskops festgestellt werden.

Die chinesischen Humanstudien sind der westlichen Forschung in Bezug auf technische Ausgereiftheit, Anzahl der untersuchten Probanden, Zeiträume, Probandenrelevanz und Umfang überlegen. Kritische westliche Studien, die hierzulande seit langer Zeit verworfen werden, finden in den chinesischen Humanstudien durchaus Erwähnung und Beachtung, so beispielsweise die Arbeiten von Macintosh und Davey3 , Liebeskind4, Anderson und Barrett5 sowie Saad und Williams.6

Westliche Spezialisten dominieren heute weltweit das Meinungsbild in Bezug auf diagnostischen Ultraschall. Sie deklarieren sämtliche an Tieren oder Zellmaterial durchgeführten Untersuchungen, bei denen Risiken festgestellt werden konnten, als irrelevant. Als Hauptgrund wird das Fehlen von Humanstudien angeführt. Die westliche Wissenschaft, in Schach gehalten von wirtschaftspolitischen Interessen, verharrt im Erstarrungszustand. Nichtsdestotrotz unterliegt sie der starken Illusion, sich durch fortlaufende objektive Untersuchungen weiterzubewegen. Hunderte von widersprüchlichen Erkenntnissen über durch Ultraschall induzierte Bioeffekte aus Tier- und Zellstudien erschweren eine Aufklärung. In der Einleitung einer Arbeit von Ellisman et al. heißt es:

„Die Würdigung der Bioeffekte von Ultraschall in der Fachliteratur […] zeigt, dass die meisten Studien unzureichend konzipiert sind, beziehungsweise die humanmedizinische Situation außer Acht lassen. Die Informationen über die Expositionsbedingungen sind häufig unvollständig oder zeigen wesentliche Abweichungen bei diagnostischem Ultraschall auf. In einigen Fällen sind Probenumfang oder Nachbereitung suboptimal.“7 (Hervorhebungen des Autors.)

Nachdem im Westen acht Jahzehnte lang Unsicherheit über das Thema geherrscht hat, liefern die chinesischen Humanstudien endlich handfeste Informationen: die Intensitätsschwellenwerte für Sicherheit beziehungsweise Schädigung des Menschen. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass schon niedrige Intensitäten und kurze Expositionszeiten zu Schädigungen führen können. So niedrig die Schwellenwerte für Expositionssymptome auch liegen und so entsetzlich die Implikationen auch sein mögen, ich vertrete die Ansicht, dass diese Implikationen tatsächlich noch wesentlich gravierender sind, als die chinesischen Wissenschaftler sich das vorzustellen vermögen. Das liegt zum einen an den höheren Intensitäten, mit denen westliche Klinikärzte arbeiten und zum anderen an deren Vorliebe für das hochintensive Doppler-Verfahren.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 62.