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Großbritanniens geheimer Krieg in der Antarktis, Teil 1

Gegen Ende des 2. Weltkriegs schickte Großbritannien Soldaten in geheimer Mission in die östliche Antarktis, wo sie in der Nähe des verborgenen Stützpunkts Maudheim einen unterirdischen Zufl uchtsort der Nazis ausfi ndig machen und zerstören sollten.


Einleitung

Bereits 1938 schickte Nazi-Deutschland eine Expedition in die Antarktis, um nach einem Standort für einen möglichen Stützpunkt zu suchen und im Namen des Dritten Reichs offiziell Ansprüche auf das Gebiet zu erheben. Als Vorbereitung auf die Expedition lud man den großen Polarforscher Richard E. Byrd zu einem Vortrag ein. Im darauf folgenden Jahr, einen Monat nach Kriegsbeginn, kehrten die Deutschen nach Neuschwabenland zurück, um zu vollenden, was sie begonnen hatten; viele Hinweise existieren, dass es sich dabei um den Bau eines Stützpunkts handelte.

Neun Jahre später wurde Richard E. Byrd, mittlerweile Admiral in der Marine der Vereinigten Staaten, in die Antarktis geschickt, zusammen mit der größten Spezialeinheit, die je zu einer Polarexpedition aufgebrochen war. Laut Admiral Byrds eigener Aussage war diese Mission mit dem Codenamen Highjump „in erster Linie militärischer Natur“.1 Viele behaupten, dass die Spezialeinheit losgeschickt wurde, um einen geheimen Stützpunkt der Nazis in Queen Maud Land zu zerstören, eine Region, die von den Nazis „Neuschwabenland“ genannt wurde und die bisher nie gründlich erforscht worden war. Angesichts der Tatsache, dass Admiral Byrd von Flugobjekten sprach, „die mit unglaublicher Geschwindigkeit von Pol zu Pol rasten“2, und angesichts der vielen Belege für frühere deutsche Aktivitäten dort, kann man sich wirklich fragen, ob nicht doch etwas dran ist an der Legende von Nazis in der Antarktis. Könnte es aber trotzdem sein, dass die Operation Highjump und Byrds Zitat durch bewusste Fehlinformationen von der Wahrheit über britische Exkursionen in die Antarktis ablenken sollten?

Wenn es um das Rätsel der Antarktis geht, ist die Rolle Großbritanniens dabei nie mehr als eine Randnotiz wert. Diese Tatsache ist an sich schon überraschend, vor allem, da die britischen Truppen während des ganzen Kriegs in der Antarktis aktiv waren. Möglicherweise begannen sie schon ganze 12 Monate, bevor die US-Operation Highjump ins Leben gerufen wurde, die Initiative gegen die Bedrohung durch die Nazis in der Antarktis.

Die britischen Aktivitäten in der Antarktis, obwohl wenig bekannt und im Verborgenen durchgeführt, sind ebenso faszinierend wie die vielgerühmte Operation Highjump. Großbritannien ging zwar als Sieger aus dem Krieg hervor, musste aber Bankrott und Demütigung durch die beiden neuen Supermächte erdulden. Doch vielleicht war man in der Lage, ein wenig Stolz zurückzuerobern und die vermeintlichen Verbündeten zu irritieren, indem man die letzte, entscheidende Schlacht gegen die überlebenden Nazis führte: eine Schlacht, die nie in den Geschichtsbüchern stehen sollte.
Antarktis-Briefmarken: Anspruch oder Gedenken?

Am 1. Februar 1946 erschien mit Erlaubnis Seiner Königlichen Majestät eine Serie Briefmarken, die weltweit Empörung hervorrief und das kriegsmüde Großbritannien in eine diplomatische Krise stürzte. Die acht Marken, die so viel Anstoß erregten, erinnerten an Großbritanniens Anspruch auf die Falklandinseln, allerdings zeigte eine von ihnen dabei auch eine Regionalkarte der Antarktis, wobei die Ansprüche Chiles und auch Argentiniens Anspruch auf diesen Kontinent vollkommen ignoriert wurden. Warum sollte Großbritannien eine internationale Krise heraufbeschwören, ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Weltwirtschaft in einer Notlage befand, und auch noch wegen einer absolut lebensfeindlichen Region?

Viele Historiker behaupten, dass dies durch Englands Rohstoffknappheit bedingt worden sei, für welche die Antarktis eine Lösung bereit zu halten schien. Die Briefmarken stellten angeblich einen Weg dar, diese Ansprüche fortzuschreiben. Diese Behauptung mag zwar teilweise korrekt sein, erklärt aber nicht, warum sich britische Truppen als Teil der Operation Tabarin unmittelbar bei Kriegsende und auch noch danach auf dem antarktischen Kontinent aufhielten.

Die Operation Tabarin war ins Leben gerufen worden, um die deutschen Aktivitäten auf dem südarktischen Kontinent zu überwachen. Die bekannten britischen Stützpunkte lagen vor allem auf der antarktischen Halbinsel, etwa in Port Lockroy und Hope Bay, sowie auf den umgebenden Inseln, zum Beispiel auf den Inseln Deception und Wiencke – obwohl es auch einige Stützpunkte auf dem Festland gab. Der geheimste Stützpunkt ist immer noch unbekannt und wird es wohl auch immer bleiben: Der Stützpunkt in Maudheim, in der Nähe der Mühlig-Hoffmann Bergkette in Queen Maud Land bzw. Neuschwabenland war so geheim, dass er nie einem Namen bekam oder auf einer offiziellen Karte verzeichnet wurde.

Könnten die besagten Briefmarken auch herausgegeben worden sein, um einer erfolgreichen Mission in Queen Maud Land zu gedenken? Tatsachen und Gerüchte, sowie die Geschichte eines SAS (Special Air Service) Offiziers bringen ein wenig Licht ins Dunkel des Kriegsschauplatzes Antarktis – einer Front, die seit 60 Jahren geheim gehalten wird und einer Schlacht, über die die Öffentlichkeit nie etwas erfahren sollte.

Großbritannien hat die Berichterstattung über derart viele Ereignisse des 2. Weltkriegs im Namen der nationalen Sicherheit unterdrückt, dass man selbst nach 60 Jahren noch immer nicht viel darüber weiß – angefangen bei Rudolf Hess bis hin zu noch dunkleren Kapiteln wie dem Wissen der Briten über die Nazi-Vernichtungslager, dem Flirt der republikanischen Streitkräfte Irlands mit den Nazis, sowie der noch weniger bekannten Geheimnisse um die Konzentrationslager auf britischem Boden, nämlich auf der Kanalinsel Alderney. Schon diese wenigen Beispiele lassen eine Systematik des Verschweigens vermuten – und in einigen anderen Beispielen kann wohl auch von einer vollkommenen Leugnung ausgegangen werden. Die Antarktis ist hier keine Ausnahme.

Keiner der Teilnehmer der Neuschwabenlandkampagne ist mittlerweile noch unter uns. Der letzte Überlebende erzählte mir über diese vergessene Schlacht die nun folgende Geschichte. Ich möchte betonen, dass er mir die Geschichte zweimal erzählte, im Abstand von zehn Jahren, und dass sie beide Male absolut gleich lautete.

Die Neuschwabenland-Kampagne –
der letzte Überlebende erzählt

„Als in Europa der Frieden verkündet wurde, befand meine Einheit sich gerade in einer Höhle im ehemaligen Jugoslawien. Ich war froh, dass der Krieg endlich zu Ende war, doch es war uns auch bewusst, dass er für uns durchaus noch weitergehen könnte, denn in der Pazifikregion wurde immer noch gekämpft, und in Palästina nahmen die Spannungen ständig zu.

Gott sei Dank musste ich nicht am Krieg gegen Japan teilnehmen – aber leider wurde ich in Palästina stationiert, wo der Zustrom an Juden und das Aufkommen des zionistischen Terrorismus nicht nur unter der Bevölkerung Angst verbreiteten, sondern auch unter den britischen Soldaten, die dorthin geschickt worden waren, um Unruhen zu verhindern. Ich musste befürchten, dass mein Aufenthalt in Palästina noch lange dauern könnte. Viele meiner Kameraden sah ich sterben. Gott sei Dank erhielt ich Anfang Oktober 1945 den Befehl, mich bei meinem Kommandeur zu melden, denn ich war für eine Mission in Gibraltar ausgewählt worden, die so geheim war, dass keiner meiner Offiziere wusste, warum man dafür mich genommen hatte. Mir wurde nicht gesagt, warum ich mich melden sollte, aber ich ging in der Hoffnung, bald darauf ins Zivilleben entlassen zu werden. Wie falsch ich lag! Ich sollte ein weiteres Weihnachtsfest an einem Kriegsschauplatz verbringen.

Sobald ich in Gibraltar ankam, wurde ich von einem Major beiseite genommen und informiert, dass ich für weitere Instruktionen auf die Falklandinseln geschickt würde, und dass dort weitere Soldaten einer anderen britischen Eliteeinheit dazustoßen würden. Das Ganze wurde immer rätselhafter, als wir unter absolutem Stillschweigen auf die Falklandinseln geflogen wurden. Man befahl uns, nicht einmal darüber zu spekulieren, warum wir ausgewählt worden waren, oder wohin wir gebracht würden.

Als wir auf den einsamen, unwirtlichen Falklandinseln ankamen, wurde uns der Offizier vorgestellt, der die Expedition leiten würde, und ein Norweger, der im norwegischen Widerstand gekämpft hatte, ein Fachmann für Kriegsführung unter winterlichen Bedingungen, der uns auf eine Mission vorbereiten sollte, von der wir keine Ahnung hatten.

Die Falklandinseln gelten heute als das bestgehütete Geheimnis der britischen Armee, und dort stationiert zu sein, bedeutete normalerweise ein paar einfache Jahre; das war jedoch in den 40er Jahren anders – vor allem für die, die zusammen mit mir ausgewählt worden waren.

Einen Monat lang mussten wir ein mörderisches Training absolvieren, das uns für den Kampf bei kalter Witterung vorbereiten sollte. Das Training reichte vom Schwimmen im eiskalten Atlantik bis zu Überlebensübungen gegen die Naturgewalten in einem Zelt auf South Georgia; das Training war unglaublich anstrengend, und der Wahnsinn, den wir durchleben mussten, schien keinen Sinn zu ergeben. Nach einem Monat jedoch wurden wir von einem Major und einem Wissenschaftler über unsere bevorstehende Mission in Kenntnis gesetzt. Dabei wurde uns klar, dass wenig Aussicht darauf bestand, dass wir alle zurückkehren würden, vor allem, wenn die Vermutungen, über die man uns erzählte, sich als wahr erweisen würden.

Man informierte uns, dass wir „ungewöhnliche“ Aktivitäten untersuchen sollten, die sich im Bereich des britischen Stützpunkts Maudheim abspielten, im Gebiet um die Mühlig-Hoffmann Berge herum. Die Antarktis, so sagte man uns, sei „Großbritanniens geheimer Kriegsschauplatz“. Dann informierte man uns über britische Aktivitäten während des Krieges in der Südpolregion.

Diese Enthüllungen verblüfften uns; keiner von uns hatte je etwas annähernd so Faszinierendes oder Erschreckendes gehört. Es war nicht allgemein bekannt, dass die Nazis 1938 und 1939 in der Antarktis gewesen waren, und noch viel weniger war bekannt, dass als Reaktion darauf die Briten begannen, geheime Stützpunkte in der Region zu errichten. Der Stützpunkt, auf den wir uns begeben sollten, war nicht nur der größte und wichtigste, sondern auch der geheimste von allen. Der Grund für seine große Bedeutung war, dass er sich weniger als 300 Kilometer entfernt von dem Ort befand, an dem man den Antarktisstützpunkt der Nazis vermutete.

Wir waren sprachlos, aber es wurde noch rätselhafter. Man berichtete uns von deutschen Aktivitäten im Polarmeer. Wir erfuhren auch, dass eine unbekannte Zahl deutscher U-Boote spurlos verschwunden sei, und noch schlimmer: Einige der Boote, die sich Monate nach Kriegs­ende ergeben hätten, gäben Anlass zu weiteren Spekulationen.

Die britischen Truppen hatten drei große Namen gefasst: Hess, Himmler und Dönitz – und damit Informationen erhalten, die sie weder mit Russland noch mit den USA zu teilen beabsichtigten. Diese Informationen veranlassten Großbritannien, alleine zu handeln, und wir sollten die Speerspitze dieser Operation bilden.

Man teilte uns nur unspezifisch mit, was man von uns erwartete, und was Großbritannien in der Antarktis zu finden vermutete. Es existierte aber der starke Verdacht, dass die Deutschen einen geheimen Stützpunkt errichtet hatten, und dass viele der unauffindbaren Nazis aus Europa dorthin geflüchtet seien.

Und später erfuhren wir immer mehr. Im vergangenen Sommer, so sagte man uns, hätten die ursprünglichen Wissenschaftler und Einheiten einen „alten Tunnel“ gefunden. Man habe den Befehl erhalten, hineinzugehen, aber nur zwei seien zurückgekehrt, bevor der arktische Winter einsetzte. Während der Wintermonate sendeten diese beiden Überlebenden per Funk absurde Geschichten über „Polarmenschen, alte Tunnel und Nazis“. Im Juli 1945 sei der Funkkontakt vollständig abgebrochen. Wir lauschten der Aufzeichnung einer angsterfüllten Stimme, die schrie: ‚... die Polarmenschen haben uns gefunden‘, bevor der Kontakt abbrach.

Nachdem man uns den Funkspruch vorgespielt hatte, hielt der Major, der unsere Expedition anführen sollte, eine mitreißende Ansprache. ‚Wir werden uns auf den Stützpunkt Maudheim begeben, den Tunnel finden, das Rätsel um die Polarmenschen und die Nazis untersuchen, und tun, was in unseren Kräften steht, um der Bedrohung durch die Nazis ein Ende zu setzen.‘

Als wir endlich Fragen stellen durften, waren die Antworten ehrlich und klar. Wir wurden informiert, dass Ablenkungsmanöver vorgesehen waren, denn man wisse genau, dass auch die USA und die UdSSR eigene Expeditionen planten, und man wolle nicht riskieren, dass eins der beiden anderen Länder den Stützpunkt vor uns entdecke und damit weitere Nazi-Technologie für seine eigenen Zwecke nutzen könne. Beide hatten schon jetzt einen technologischen Vorsprung vor Großbritannien, aufgrund der Wissenschaftler, Ausrüstung und Forschungsergebnisse, die sie in Deutschland beschlagnahmt hatten. Dennoch sollte Großbritannien das Land sein, das die Bedrohung letztlich zerstörte, denn die Briten betrachteten die Antarktis als ihren Zuständigkeitsbereich, und wenn es dort Nazis gäbe, dann sei es unsere Pflicht, sie zu vernichten und auf diese Weise sowohl den USA als auch der UdSSR die Möglichkeit zu nehmen, den Ruhm dafür einzuheimsen, die letzte Schlacht des 2. Weltkriegs geschlagen zu haben.

Wir wurden dann zur Absprungstelle geflogen, 30 Kilometer vom Stützpunkt Maudheim entfernt; Schneefahrzeuge waren bereits dorthin gebracht worden und warteten auf uns. Nachdem wir voller Angst und Sorge mit Fallschirmen über der eisigen Wildnis abgesprungen waren, erreichten wir die Fahrzeuge, und von diesem Augenblick an befanden wir uns im Krieg.

Wir mussten unter totaler Funkstille operieren. Wir waren allein, ohne Rückendeckung, und – sollten sich unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigen – ohne Möglichkeit zum Rückzug.

Wir näherten uns dem Stützpunkt vorsichtig, aber als wir ankamen, schien die Basis verlassen wie eine Geisterstadt. Das kam uns zwar sofort verdächtig vor, aber wie bei allen vorherigen Schlachten, in denen ich im Krieg mitgekämpft hatte, galt es, einen Auftrag zu erfüllen, und unsere persönlichen Ängste sollten dabei unser Urteilsvermögen nicht trüben.

Als wir uns trennten, um den Stützpunkt in kleineren Gruppen abzusuchen, löste ein Stolperdraht einen Alarm aus, und der plötzliche Lärm versetzte die ganze Einheit in Alarmbereitschaft. Bald darauf hörte man jemanden rufen, der verlangte zu wissen, wer wir seien. Wir konnten nicht sehen, wo die Stimme herkam. Wir hielten unsere Waffen schussbereit, der Major erklärte, wer wir seien, und dann tauchte Gott sei Dank die Person auf, zu der die Stimme gehörte. Es handelte sich um einen einzelnen Überlebenden, und was er uns berichtete, versetzte uns noch mehr in Angst und ließ uns wünschen, wir wären nicht so wenige Mann.

Der Überlebende behauptete, in Bunker Eins befände sich der zweite Überlebende aus dem Tunnel, zusammen mit einem der mysteriösen Polarmenschen, von denen wir in dem Funkspruch gehört hatten. Trotz aller Warnungen und  Einwände dieses Überlebenden erhielten wir den Befehl, Bunker Eins zu öffnen. Der Überlebende musste festgehalten werden, und seine Angst und Verzweiflung versetzte auch uns in Panik. Keiner von uns wollte derjenige sein, der den Bunker betrat.

Glücklicherweise wurde diese Ehre nicht mir sondern dem jüngsten Mitglied unserer Einheit zuteil. Er zögerte ein wenig, als er noch mit der Tür kämpfte, aber ging dann schließlich hinein. Als er drinnen war, senkte sich eine kurze Stille über den Stützpunkt, die Augenblicke später durch zwei Schüsse erschüttert wurde. Dann wurde die Tür aufgerissen und der „Polarmensch“ stürmte in die Freiheit. Keiner von uns hatte mit dem gerechnet, was wir da sahen, und der Polarmann war so schnell im Gelände verschwunden, dass nur ein paar vereinzelte Schüsse auf ihn abgegeben wurden.

Mit Furcht und Staunen über das, was wir gesehen hatten, beschlossen wir jetzt alle, in den Bunker zu gehen. Wir fanden zwei Leichen. Der Soldat, der das kurze Streichholz gezogen hatte, lag mit aufgeschnittener Kehle dort, und noch grässlicher war der Anblick des anderen Überlebenden, von dem nur noch die Knochen übrig waren.

Was wir gesehen hatten, verlangte nach Erklärungen; und unsere unbändige Wut darüber, dass schon wenige Stunden nach unserer Ankunft auf dem Kontinent ein Mann unserer Einheit tot war, richtete sich gegen den einsamen Überlebenden, der uns davor gewarnt hatte, Bunker Eins zu öffnen.

Die gesamte Einheit lauschte gebannt den Fragen des Majors, aber es waren die Antworten, die die größte Verblüffung hervorrufen sollten. Die erste Frage bezog sich auf den anderen Überlebenden, und wie es dazu gekommen sei, dass er zusammen mit dem Polarmenschen in dem Bunker eingesperrt wurde. Unser Überlebender wollte jedoch lieber alles von Anfang an erzählen, von dem Moment an, als sie den Tunnel fanden. Während der Mann das Geschehene berichtete, schrieb der uns begleitende Wissenschaftler alles mit.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Gebiet in der Nähe des Tunnels um eins der einzigartigen, trockenen Täler in der Antarktis handelte, und deshalb hatten sie den Tunnel auch so leicht finden können. Alle 30 Mann, die auf dem Stützpunkt Maudheim stationiert waren, erhielten den Befehl, den Tunnel zu untersuchen, und, wenn möglich, herauszufinden, wohin genau er führte.

Sie waren kilometerweit durch den Tunnel gelaufen, bis sie schließlich eine riesige, unterirdische Höhle erreichten, in der es ungewöhnlich warm war; einige der Wissenschaftler glaubten, dass die Wärme geothermalen Ursprungs sei. In der riesigen Höhle hätten sich auch Seen befunden; noch rätselhafter sei allerdings gewesen, dass die Höhle künstlich beleuchtet war. Sie sei so enorm groß gewesen, dass sie sich aufteilen mussten, und dabei machten sie die wirklichen Entdeckungen.

Die Nazis hatten angeblich in den Höhlen einen riesigen Stützpunkt errichtet und sogar Hafenanlagen für U-Boote gebaut. Und je weiter unsere Leute vorgedrungen seien, desto merkwürdiger seien die Eindrücke geworden, die sich ihnen boten. Der Überlebende erzählte, dass sie „Hangars für seltsame Flugzeuge und jede Menge Ausschachtungen“ entdeckt hätten.

Allerdings sei ihr Eindringen nicht unbemerkt geblieben: Die beiden Überlebenden der Maudheim Basis hätten mit ansehen müssen, wie ihre Kameraden gefangen genommen und einer nach dem anderen exekutiert wurden. Nach sechs dieser Exekutionen seien sie  in Richtung Tunnel geflohen, um ihn zu blockieren, bevor auch sie erwischt würden. Doch es sei zu spät gewesen: da seien schon „die Polarmenschen gekommen,“ behauptete der Überlebende.

Mit den Verfolgern dicht auf den Fersen, blieb ihnen also keine andere Wahl, als zurück zum Stützpunkt zu gelangen, um ihren Vorgesetzen von ihren Entdeckungen zu berichten. Es gelang ihnen, zu fliehen, aber der Winter stand vor der Tür, und die Aussichten, herausgeholt zu werden, waren schlecht. Sie hätten es für ihre Pflicht gehalten, das Wissen über den geheimen Nazi-Stützpunkt weiterzugeben; also trennten sie sich, jeder mit einem Funkgerät ausgerüstet, und warteten in verschiedenen Bunkern. Einer der beiden Männer lockte einen der Polarmenschen in den Bunker, in der Hoffnung, den Eindruck zu erwecken, nur einer habe überlebt. Der Plan funktionierte zwar, aber er kostete ihn das Leben, und auch das Funkgerät sei zerstört worden.

Leider hatte dieser tapfere Soldat in Bunker Eins das einzige wirklich voll funktionsfähige Funkgerät bei sich gehabt, und der andere Überlebende hatte nun keine andere Wahl, als auf Hilfe zu warten und dabei zu versuchen, nicht vollkommen verrückt zu werden.

Das Rätsel um die Polarmenschen wurde erklärt – wenn auch nicht wirklich befriedigend, und zwar als Produkt wissenschaftlicher Experimente der Nazis. Und auch die Frage, wie die Nazis die Energieversorgung aufrechterhielten, wurde beantwortet, wenn auch nicht wissenschaftlich erklärt. Die Energie habe von Vulkanen gestammt, von denen sie genug Hitze erhielten, um Dampf zu produzieren, was auch als Erklärung für die Produktion einer gewissen Menge an Strom diente; allerdings hätten die Nazis offensichtlich noch eine unbekannte Energiequelle beherrscht, denn der Überlebende behauptete: ‚...nachdem was ich sah, kann die Menge an Strom nicht nur mit Dampf produziert worden sein‘.

Unser Wissenschaftler nannte das meiste von dem, was der Mann uns erzählte, Unsinn und warf ihm mangelnde wissenschaftliche Kenntnisse vor und stellte sich auf den Standpunkt, dass diese Geschichte ‚wohl kaum wahr sein‘ könne. Doch obwohl der Wissenschaftler den Bericht des Überlebenden abtat, glaubte ihm der Major. Er wollte mehr über den Feind wissen, mit dem wir es da zu tun hatten, aber in erster Linie interessierte ihn im Augenblick, was der Polarmann wohl als nächstes tun werde. Die Antwort war keineswegs beruhigend und veranlasste den Wissenschaftler, den Überlebenden endgültig für verrückt zu erklären. Jedenfalls ist „beunruhigt“ eher eine zu schwache Beschreibung dafür, wie wir uns fühlten, als der Mann auf die Frage des Majors bezüglich der Absichten des Polarmanns antwortete: ‚Er wird abwarten, uns beobachten und sich dabei fragen, ob wir wohl anders schmecken werden.‘

Daraufhin erteilte der Major sofort den Befehl, Wachen aufzustellen, und er beriet mit dem Wissenschaftler unter vier Augen, was als nächstes zu tun sei, obwohl uns anderen das längst klar war. Am nächsten Morgen erhielten wir dann den Befehl, ‚den Tunnel zu untersuchen‘, und die nächsten 48 Stunden verbrachten wir damit, uns zu diesem trockenen Tal, und in Richtung des angeblichen „alten Tunnels“ zu bewegen. Als wir im Tal ankamen, waren wir sehr erstaunt: Man hatte uns gesagt, dass die Antarktis vollkommen mit Eis bedeckt sei, doch hier waren wir in einem Tal, das mich eher an die nordafrikanische Sahara erinnerte. Wir durften nicht einmal in die Nähe des Tunnels, bis ein provisorisches Basiscamp errichtet worden war; und während wir das Camp errichteten, untersuchten der Major und der Wissenschaftler den Tunnel.

Nach einigen Stunden kehrten sie in das nun fertige Lager zurück, um zu berichten, was sie gesehen hatten und ihre weiteren Pläne mitzuteilen. Bei dem Tunnel handle es sich keinesfalls, wie behauptet, um eine uralte Passage, sagte der Wissenschaftler. Aber der Major fügte hinzu, die Wände seien aus glattem Granit und sähen aus, als gingen sie endlos weiter. Man sagte uns, wir sollten uns selbst ein Bild machen, nachdem wir uns in der Nacht ausgeruht hätten.

Im arktischen Sommer bei ständigem Tageslicht zu schlafen, war sowieso schon schwierig; aber in dieser Nacht war es noch schwieriger, denn wir alle dachten an das, was uns bevorstand und fragten uns, wo und wann wir dem Polarmenschen wieder begegnen würden.
Kurz bevor die Wache eingeteilt wurde, sagte man uns noch, dass wir dem Tunnel bis zu Ende folgen würden – „… wenn es sein muss, bis zum Führer“.

In dieser Nacht wurden unsere Befürchtungen dann noch wahr, denn der Polarmann kehrte tatsächlich zurück. Diesmal gab es jedoch keine Opfer (auf unserer Seite) zu beklagen, denn der Polarmann wurde getötet, nachdem wir ihn ins Camp lockten. Der Wissenschaftler entschied, dass der Polarmann „menschlich“ sei, allerdings war er offensichtlich in der Lage gewesen, mehr Haarwuchs zu produzieren und der Kälte viel besser standzuhalten. Nach einer kurzen Untersuchung wurde sein Körper in einem Leichensack verstaut, wo er aufgrund der Kälte gut erhalten bleiben würde, bis Zeit für eine gründlichere Untersuchung war.

Am nächsten Morgen wurde beschlossen, dass zwei Männer mit dem Leichnam, den Fahrzeugen, der Ausrüstung und vor allem dem Funkgerät am Tunneleingang zurückbleiben sollten. Der Major, der die Expedition leitete, brauchte den Norweger und den Wissenschaftler wegen ihrer Fachkenntnisse; auch der Überlebende war für den Erfolg der Mission unerlässlich. Der Rest von uns wollte mit ihnen gehen. Ich selbst wurde zusammen mit vier anderen Glückspilzen ausgesucht, an einer der aufregendsten und möglicherweise wichtigsten Expeditionen der Menschheitsgeschichte teilzunehmen.

Die zwei, die zurückbleiben mussten, waren enttäuscht, aber ihre Aufgabe war genauso wichtig für den Erfolg der Mission wie die der neun, die ins Unbekannte aufbrechen würden.

Während wir neun uns vorbereiteten, achteten wir darauf, genug Munition und Sprengstoff mitzunehmen, um notfalls einen kleineren Krieg zu führen und den Stützpunkt hoffentlich vollständig zu zerstören, denn das war unsere Mission: nicht zu retten, sondern zu zerstören.

Wir brachen in die Dunkelheit auf, und nach etwa vier Stunden begannen wir, in der Ferne einen Lichtschimmer auszumachen. Das Licht war jedoch noch eine Stunde entfernt; vorsichtig bewegten wir uns vorwärts, und jeder von uns machte sich dabei Gedanken darüber, was uns am Ende des Tunnel erwarten würde.

Schließlich erreichten wir die riesige, künstlich beleuchtete Höhle. Der Überlebende führte uns zu der Stelle, wo sie Zeugen der Exekutionen geworden seien. Er betonte, sie sei so verborgen gelegen, wie man es sich nur wünschen könne.

Als wir die gesamte Höhlenanlage überblicken konnten, waren wir beeindruckt von der großen Anzahl an Menschen, die dort wie Ameisen umherwimmelten, aber am bemerkenswertesten waren die riesigen Ausmaße der Konstruktion. Es sah alles so aus, als seien die Nazis schon lange Zeit auf Antarktika gewesen. Der Wissenschaftler notierte so viel er konnte, zeichnete Diagramme, sammelte Gesteinsproben und machte auch einige Fotos. Der Major interessierte sich mehr dafür, wie man den Stützpunkt zerstören könnte, ohne von den Nazis dabei erwischt zu werden.

Nachdem wir zwei Tage lang vorsichtig alles erkundet hatten, suchten der Major und der Wissenschaftler die geeigneten Plätze für die Minen aus. Die gesamte Decke der Höhle sollte vermint werden, außerdem der Generator, die Treibstofflager und, wenn möglich, die Munitionsdepots. Den ganzen Tag lang platzierten wir die Minen und machten noch mehr Fotos; und als die Chancen gut standen, nicht entdeckt zu werden, konnten wir eine Geisel nehmen, die zusammen mit den Fotos der neuen, ziemlich fortschrittlichen Nazi-Technologie und dem „Polarmann“ als Beweis für die Existenz des Stützpunkts dienen würde.

Als alles vermint war und wir genug Beweise beisammen hatten, brachen wir eilig Richtung Tunnel auf – aber unglücklicherweise wurden wir entdeckt, und weitere Polarmenschen und ein Trupp Nazis nahmen die Verfolgung auf. Als wir den Tunnel erreichten, mussten wir ein Hindernis in den Weg legen, um den Feind so lange aufzuhalten, bis die Minen detonierten. Einige Minen waren am Tunneleingang platziert, und als wir die Explosion hörten, hofften wir, dass nicht nur der Stützpunkt gesprengt worden war, sondern auch unsere Verfolger. Wir irrten uns.

Die Detonation versperrte zwar den Tunnel, aber die Nazis und Polarmenschen jagten uns weiterhin. Wir zogen uns kämpfend zurück, doch nur drei von uns zehn entkamen dem Tunnel: der Norweger, der Wissenschaftler und ich. Die anderen fielen, indem sie sich tapfer für die wenigen Überlebenden opferten.

Als wir schließlich das sichere Tal erreichten, platzierten wir genügend Sprengstoff am Eingang des Tunnels, um ihn dauerhaft zu versperren. Nach der Explosion gab es nicht einmal mehr einen Hinweis darauf, dass dort je ein Tunnel existiert hatte.

Merkwürdigerweise waren nur wenige Beweisstücke erhalten geblieben. Ob das Zufall oder Absicht war, spielte kaum eine Rolle, denn der Wissenschaftler hatte bereits seine eigenen Schlussfolgerungen gezogen, die dann später auch zu denen der gesamten Mission werden sollten.

Das Camp wurde aufgelöst, und wir kehrten zum Stützpunkt Maudheim zurück, von wo wir evakuiert und zurück auf die sicheren Falklandinseln gebracht wurden. Als wir auf South Georgia ankamen, erhielten wir die Anweisung, nicht über das zu sprechen, was wir gesehen, gehört und erlebt hatten.

Der Tunnel wurde zur Laune der Natur erklärt; „Gletschererosionen“ lautete der Fachbegriff des Wissenschaftlers. Die „Polarmenschen“ waren nichts weiter als ‚ungekämmte Soldaten, die verrückt gespielt hatten‘; die Tatsache, dass es sich um Deutsche gehandelt hatte, wurde in dem Bericht nie erwähnt, und die Idee, die Öffentlichkeit von der Mission zu unterrichten, wurde heftig abgelehnt. Die Mission wurde nie offiziell bekannt, obwohl die Russen und Amerikaner einige Details davon erfuhren.

Ich verbrachte also mein letztes Weihnachtsfest des 2. Weltkriegs 1945 in der Antarktis, und ich kämpfte gegen genau dieselben Nazis, gegen die ich bereits jedes Weihnachten seit 1940 gekämpft hatte. Und schlimmer war, dass weder die Expedition je öffentlich bestätigt wurde, noch die Überlebenden irgendeine Anerkennung erfuhren. Stattdessen wurden sie schnellstens aus der Armee entlassen. Der Wissenschaftler und sein Bericht lösten sich in Luft auf, und bis auf einige Wenige weiß niemand etwas über diese Mission, sie schaffte es nie in die Geschichtsbücher. Aber die zweite Mission, von Februar 1950 bis Januar 1952, die gemeinsam von Briten, Schweden und Norwegern durchgeführt wurde, findet man tatsächlich in Berichten. Hauptziel dieser Expedition war es, einige der Belege für Expeditionen zu verifizieren und näher zu untersuchen, die die Nazis 1938-39 nach Neuschwabenland unternommen hatten. Fünf Jahre nach unserer Mission wurden Maudheim und Neuschwabenland erneut besucht, und diese Expedition hatte viel mit unserer damaligen Mission zu tun, und noch viel mehr mit dem, was wir zerstört hatten. In den Jahren zwischen den beiden Missionen kreisten Maschinen der Royal Air Force (RAF) regelmäßig über der Region Neuschwabenland. Die offizielle Begründung der RAF für diese Flüge lautete, dass man geeignete Plätze für Basisstützpunkte suche. Trotzdem bleiben Fragen offen.“3

An dieser Stelle endet der Bericht des Offiziers.

Meine U-Bootmänner, sechs Jahre U-Bootkrieg liegen hinter uns. Ihr habt wie Löwen gekämpft. Eine erdrückende Übermacht hat uns in die Enge getrieben. Eine Fortsetzung des Kampfes von den wenigen verbleibenden Stützpunkten aus ist unmöglich. U-Bootmänner, ungebrochen in eurem kriegerischen Mut, ihr legt eure Waffen nieder nach einem heroischen Kampf, der seinesgleichen sucht. Wir gedenken der Kameraden, die ihre Loyalität zu Führer und Vaterland mit ihrem Tod besiegelt haben. Kameraden, behaltet euren U-Boot Geist, mit dem ihr auf See gekämpft habt, in Zukunft bei, tapfer und unerschütterlich, zum Wohlergehen unseres Vaterlandes. Lang lebe Deutschland!
Euer Großadmiral

Großadmiral Dönitz, 4. Mai 1945, als er seinen U-Booten befahl, zurückzukehren.

Wie Großbritannien an „das Wissen“ kam

Da 16 deutsche U-Boote zwischen Oktober 1942 und September 1944 im Südatlantik gesunken waren, und da die meisten davon mit Geheimoperationen beschäftigt waren, hatten die Briten seit langem den Verdacht, dass Neuschwabenland ein geheimer Stützpunkt sein könne. Allerdings dämmerte der Welt diese Möglichkeit erst, als der Krieg in Europa schon beendet war.

Am 18. Juli 1945 beschäftigten sich weltweit die Titelseiten der Zeitungen mit der Antarktis. Die New York Times titelte „Antarktischer Zufluchtsort gefunden“, während andere behaupteten: „Hitler war am Südpol“.4 Diese Schlagzeilen, die die Welt erschütterten, basierten zum Teil auf Fakten über Ereignisse, die sich in Südamerika abspielten, und sie sorgten dafür, dass die Welt aufhorchte, nicht zuletzt das US-amerikanische und britische Militär.

Am 10. Juni 1945 ergab sich ein deutsches U-Boot ohne Kennzeichnung der argentinischen Marine; es wurden keine weiteren Details bekannt gegeben. Das Verbleiben von mindestens 100 weiteren U-Booten war immer noch ein Rätsel, wie der angesehene Historiker Basil Liddell Hart feststellte: „In den ersten Monaten des Jahres 1945 wuchs die U-Boot Flotte noch. Im März erreichte sie eine Maximum-Stärke von 463.“5 [meine Hervorhebung]

Es wurde noch rätselhafter, als sich am 10. Juli 1945 das deutsche Boot U-530 in Mar del Plata, Argentinien, ergab; es dauerte nur acht Tage, bis die Welt davon erfuhr. Das Rätsel endet jedoch nicht mit U-530; einen guten Monat später, am 17. August 1945, ergab sich auch U-977 in Mar del Plata. Noch merkwürdiger ist, dass U-465 im selben Monat vor Patagonien versenkt wurde.

Nur drei Monate, nachdem die Stärke der U-Boot-Flotte der Kriegsmarine ihren Höhepunkt erreicht hatte, war das erste der verschwundenen Boote wieder aufgetaucht. Unglücklicherweise neigen Historiker dazu, das Rätsel um die verschwundenen U-Boote abzutun, und auch Hart beschäftigt sich lediglich mit den U-Booten, deren Schicksal bekannt ist: „Nach der Kapitulation im Mai ergaben sich 159 U-Boote, 203 allerdings wurden von ihren Mannschaften versenkt. Das war typisch für den dickköpfigen Stolz und die unerschütterliche Moral der U-Boot-Besatzungen.“6

Da so viele U-Boote verschwunden waren – ungefähr 40 galten am Ende des Kriegs als vermisst – lag es für Groß­britannien nahe, nach einem Nazi-Versteck zu suchen; da seine Marine immer noch eine der größten Flotten der Welt besaß, und das Land strategisch gut gelegene Gebiete auf den Falklandinseln und in der Antarktis kontrollierte, war es auch von allen Alliierten am ehesten dazu geeignet. Außerdem war Großbritannien bestimmt auch am besten über die verschwundenen U-Boote informiert; zum einen wegen seiner Territorien auf der Südhalbkugel, zum anderen weil das britische Empire noch immer noch das größte war, das die Welt je gesehen hatte. Dem Geheimdienst gelang es, durch Verhöre der Kommandanten der U-Boote U-977 und U-530, die Verdachtsmomente schon bald zu erhärten.

Kapitän Wilhelm Bernhard, der die U-530 befehligt hatte, sagte, sein Boot sei im Rahmen der Operation Walküre-2 am 13. April 1945 Richtung Antarktis aufgebrochen. Im Verhör gestand er den Kern seiner Mission: Offensichtlich waren 16 Crewmitglieder an Land gegangen und hatten zahlreiche Kisten abgeladen, in denen sich anscheinend Dokumente und andere Objekte des Dritten Reichs befunden hätten. Heinz Scheffer, der Kapitän von U-977, behauptete ebenfalls, sein Boot habe Gegenstände aus Deutschland verbracht. Weniger glaubwürdig ist allerdings die Behauptung, das U-Boot habe die sterblichen Überreste von Hitler und Eva Braun zum Südpol an Bord gehabt, und auch andere Theorien, die behaupten, der Heilige Gral oder der Speer des Schicksals seien ebenfalls in die Antarktis transportiert worden, verschleiern nur die Wahrheit.

Was die Aussagen der beiden Kapitäne untermauert, ist die wenig bekannte Tatsache (die am 16. Januar 2003 in der Prawda stand), dass der Geheimdienst 1983 einen vertraulichen Brief von Kapitän Scheffer an Kapitän Bernhard abfing. In diesem Brief beschwört Scheffer Bernhard, bei seinen Memoiren nicht zu sehr ins Detail zu gehen, und er äußert seine Absicht, die Welt nie die Wahrheit wissen zu lassen:

„Wir haben alle geschworen, das Geheimnis zu wahren; Wir haben nichts Unrechtes getan: wir gehorchten nur den Befehlen und kämpften für unser geliebtes Deutschland und sein Überleben. Bitten denken Sie noch einmal darüber nach; ist es nicht besser, alles als Legende abzutun? Was wollen Sie mit ihren Enthüllungen erreichen? Bitten denken Sie darüber nach.“7

Ein anderes ungelöstes Rätsel ist das der Ladung Quecksilber, die sich an Bord von U-859 befand, das am 23. September 1944 von der HMS Trenchant, einem U-Boot der Royal Navy, in der Meerenge von Malakka versenkt wurde – weit weg von zu Hause und mit einer ungewöhnlichen Ladung, die man auch als Energiequelle nutzen kann. Die Überlebenden verrieten denjenigen, die sie aufgriffen, was sie geladen hatten, und dabei handelte es sich bestimmt um Informationen, die den Geheimdienst aufhorchen ließen, als man sie ihm mitteilte.

U-859 war kein Einzelfall. Viele deutsche U-Boote waren überall auf der Welt im Einsatz; viele versorgten Japan während des Kriegs und seltsamerweise auch noch nach der Kapitulation. Im Juli 1945 lieferte ein U-Boot ohne Kennzeichen, vermutlich Teil eines geheimen Konvois, der japanischen Forschungs- und  Entwicklungseinheit eine neue Erfindung. Die Japaner bauten das Gerät zusammen und aktivierten es. Es stieg in die Luft, ging dort aber unkontrolliert in Flammen auf. Man wagte nie wieder, es zu bauen.

Die britische Marine, die bereits viele der deutschen U-Boote, die sich in Norwegen ergeben hatten, in ihren Besitz gebracht hatte, wusste, dass noch viel mehr von ihnen entkommen waren; insbesondere, wenn die Geschichte stimmte, die in der lateinamerikanischen Presse verbreitet wurde, nach der ein deutscher U-Boot Konvoi die ihn angreifenden britischen Zerstörer vollkommen vernichtet habe. Am 2. Mai 1945 behaupteten El Mercurio und Der Weg, dass die letzte Schlacht zwischen der deutschen Kriegsmarine und der Royal Navy von den Deutschen gewonnen worden sei, und dass diese Nachricht in der westlichen Presse zurückgehalten worden sei, aus Angst, den Widerstand der Deutschen neu zu entfachen. Es hieß, nur ein einziger Zerstörer sei davon gekommen, und der Kapitän habe danach gesagt: „Gott steh mir bei, dass ich nie wieder einer solchen Macht entgegentreten muss“.8

Obwohl die Geschichte zurückgehalten wurde, und obwohl die britische Regierung dieses Ereignis nie bestätigte, gehen unter ehemaligen Soldaten Gerüchte darüber um – aber leider meistens ohne Substanz.

Die verschwundenen U-Boote sind Teil des Antarktis-Puzzles; Großbritannien setzte es Teil für Teil zusammen, seit die Nazis Admiral Ritscher zum ersten Mal auf seine Polarexpedition geschickt hatten, die von der Thule-Gesellschaft gesponsert worden war. Und mit Hilfe des britischen Nachrichtennetzwerks – des SOE (Special Operations Executive) und des SIS (Secret Intelligence Service) – das den Alliierten im Krieg mit Hilfe der Enigma-Maschine9 alle Informationen beschafft hatte, entstand langsam ein vollständiges Bild.

Ein gutes Beispiel für die exzellente Arbeit des britischen Geheimdienstes ist, wie viel Großbritannien über das geheime Atomwaffenprogramm der Nazis wusste, was wiederum der Royal Air Force half, die geheime Heeresversuchsanstalt in Peenemünde auf der Insel Usedom zu bombardieren. Die Deutschen konnten sich nicht erklären, wie die Engländer davon gehört haben konnten, ganz zu schweigen davon, wie sie in der Lage waren, sie zu bombardieren.

Endnoten

  1. Pressemitteilung von Admiral Byrd, 12. November 1946
  2. El Mercurio, 5. März 1947; Admiral Byrd im Interview mit Lee von Atta
  3. Der Bericht eines ehemaligen britischen SAS-Offiziers über die Neuschwabenlandkampagne.
  4. Le Monde, 18. Juli 1945
  5. Hart, Basil Liddell, History of the Second World War, Cassell, London, S.410.
  6. ibid.,S.411
  7. Prawda, 16.Januar 2003. Zitat aus einem vertraulichen Brief von Scheffer an Bernhard. Der Brief, der auf den 1.6. 1983 datiert ist, wurde, so behauptet eine Quelle, vom Geheimdienst der DDR abgefangen, und zwar auf Geheiß der UdSSR.
  8. Der Kapitän, der in El Mercurio und in Der Weg zitiert wird, wurde nie beim Namen genannt, und die britische Marine hat sie nie bestätigt.
  9. Die Nachrichtendienste leisteten wertvolle Arbeit für die Alliierten, vor allem, nachdem man am 9. Mai 1941 eine Enigma-Maschine zusammen mit Dechiffrierungsdokumenten sicherstellen konnte. Das deutsche U-Boot U-110 wurde von der HMS Bulldog und der HMS Aubretia der 3. Eskorte aufgebracht. Die Deutschen bemerkten nie, dass die Briten ihren „unknackbaren“ Code geknackt hatten. Es war genau dieser glückliche Fang, der das Bild vervollständigte und das Puzzle komplettierte, so dass die Briten die Möglichkeit eines Nazistützpunkts in der Antarktis ernst nahmen, bevor andere es taten.

Kommentare

Kommentar von eisnazzn (22. Februar 2012, 05:23 Uhr)

Nette Geschichte. Sehr unterhaltsam und spannend erzählt.


Kommentar von Nexuscp (06. Juni 2012, 03:58 Uhr)

Dieses Thema ist eines, welches mein Interesse geweckt hat.
Zum Thema "Neuschwabenland" und die "Polarexpedition" habe ich zum ersten mal gelesen, als ich die "Hohle Erde"-Theorie angefangen habe zu erkunden und bin dadurch hierauf gestoßen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass dies mehr als eine Geschichte ist!
Dieser Text ergänzt sich ideal mit anderen Themen dieser Art, auch ähnliche Themen.
Ich sag nur - macht weiter so!
Alles kommt irgendwann so, wie es kommen muss und das ist weder Fiktion, noch eine Träumerei, sondern einzig und ewig währende Tatsache.


Kommentar von erol yilmaz (21. November 2012, 15:56 Uhr)

Wahnsinn, was diese "Pisser" uns alles verheimlichen...


Kommentar von Vollhorst (24. März 2013, 15:06 Uhr)

Zu U-859 :
Google:
Quecksilber & Atom


Kommentar von berger (21. Januar 2016, 21:56 Uhr)

ist ja schon lange kein geheimniss mehr das alles,wer sich dafür interessiert kann es nachlesen.wo die beiden u-boote u420 und 977 nach dem krieg hin verschwunden sind weiss ja bis heute keiner,
angeblich war auch der führer an bord.und dass admiral byrd(angebli-
che forschung in der antarktis-genannt operation highjump,aber eigenartiger weise mit kriegsschiffen - sehr witzig und hat damals schon das arschlochamerika,genau so wie heute entlarft zumindest meiner meinung nach,aber weiter im text:keiner weiss wo diese u-boote die man ja nicht so in den hosensack stecken kann,ver-
schwunden sind,bis heute.INTERESSANT, ODER ?
-
verschwun
den sind,bis heute...


Kommentar von unbekannt (15. Mai 2016, 16:31 Uhr)

Mein Opa war in Neuschwabenland stationiert u ist angeblich 1950 dort verstorben.Habe aber 1980 er Jahre Telefongespräche meines Vaters mit dem Opa mitbekommen. Etwas merkwürdig oder?
Habe viele Bilder gefunden von Neuschwabenland aus den 1970 da ist was ganz grosses los


Kommentar von robby (02. Juni 2016, 13:53 Uhr)

ihr glaubt auch alles was im netz steht.wenn es diese geheime anlage gegeben hätte wären die nicht am 10m in denn tunnel reingekommen ohne da es jemant bemerkt hätte denk ihr wirklich de deutschen lassen so in eingang ungeschützt und sich in ner geheimbasis einfach so bewegen und minen anzubringen ohne das einer was merkt.und noch dazu vorher schu leute erwischt wurden.schau euch einfach mal alte bunker aus der zeit an da kommt keiner ungesehen rein.somit Schwachsinn was da geschrieben wurde.das es ne Basis gab is glaubwürdig aber die waren nie dort


Kommentar von Fijalkowski (26. August 2016, 23:11 Uhr)

bestimmt was wahres dran


Kommentar von ddodo (06. Mai 2018, 23:49 Uhr)

Klingt nach schönem Märchen, wenn davon etwas stimmen würde gäbe es sicher Fotos der Anlage und eine genauere Lokalisation...


Kommentar von Nemesis (08. Mai 2018, 06:16 Uhr)

Zum Thema H. habe ich bereits gesagt, dass er Teil der Weltmafia war. Für die Weltmafia bestünde gar kein Anlass H. zu töten. Er war Teil der Kabale. Genau wie Stalin oder Lenis davor.

H. gehörte einfach zum Plan so viele gesunde, charakterstarke Europäer zu eliminieren. Darunter sehr viele Deutsche. Wenn es stimmt, was ich gelesen habe, wurden viele deutsche Soldaten in den Kriegsgefangenenlager der Siegermächte absichtlich ermordet. Und das ist schon gut möglich. In Kriegen werden logischerweise die besten, gesündesten Männer an die Front geschickt. Wenn man die mit einem Schlag umbringt, bleiben zwangsläufig weniger gesunde, weniger charakterstarke Männer übrig. Was unter anderem in Deutschland mit Sicherheit passiert ist. In welcher Form auch immer. Anders könnte man sich den Zustand vieler Menschen hier gar nicht erklären.

Noch schlimmer scheint es jedoch in Frankreich zu sein. Wenn man sich die Franzosen so ansieht, dann sehen sie extrem krank aus und sie sehen allgemein sehr schlecht aus. Dort scheinen die Weltmafiosis noch viel krasser gewütet zu haben. Caesar und der gallische Krieg. Obwohl Frankreich ein viel größeres Gebiet zur Verfügung hat und angeblich das Land der Liebe ist, sind dort viel weniger Menschen als in Deutschland.

Darum ist es auch für Deutsche, die charakterstark sind, sehr schwer Freunde zu finden. Vermutlich hat die Weltmafia außerdem dafür gesorgt, dass sie in irgendeiner Form krank sind. Sei es über die Ernährung, das Fernsehprogramm oder sogar über mechanische Einwirkung während der Geburt, wodurch es zu Hüftfehlformen kam. In Großstädten wie Berlin ist die Wahrscheinlichkeit dafür besonders hoch, weil hier die Weltmafiadichte besonders hoch ist.

Es gibt sicherlich noch gute, anständige Deutsche in Deutschland, aber die werden wie gesagt hermetisch voneinander abgeschirmt. Die Weltmafia hat kein Interesse daran, dass sich solche Leute wohlfühlen und erst recht nicht fortplanzen. Deutsche, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, müssen aufpassen. Weltmafiaangehörige und ihre gestörten Züchtergebnisse nehmen nicht viel Rücksicht bzw. Weltmafiaangehörige wollen sogar absichtlich andere töten. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem nicht irgendwo in Deutschland ein Fahrradfahrer umkommt. Und kein Mensch weiß, ob das ein Unfall war oder Absicht des Autofahrers.

Die Weltmafiaangehörigen sind Nachfahren der Spartaner oder allgemeiner der Hellenen. Und in ihrem Geiste unterwegs. Das heißt sie machen Jagd auf die Heloten, also auf die Sklaven. Und zwar auf die besseren Sklaven. Eine Frau lernt einen Mann kennen, die gesamte Umgebung reagiert plötzlich negativ auf sie. Woran kann das liegen? Ist der Mann so schlimm? Vermutlich nicht. er ist vermutlich eher das Gegenteil. Und die Weltmafia will verhindern, dass genau dieser Mann sich fortpflanzt.

Auch andere Möglichkeiten negativ auf die GEsellschaft einzuwirken, sind zahlreich vorhanden. Eine Weltmafiahure könnte beispielsweise Männern den Kopf verdrehen und sie anschließend fallen lassen wie eine heiße Kartoffel und so zahlreiche Wracks zurücklassen.

Sollte das hier jemand lesen, der noch halbwegs klar im Kopf ist und nicht der Weltmafia angehört, muss er das wissen. Die Weltmafia hat die ganze Gesellschaft durchsetzt. Sie ist keine kleine Elite. Es handelt sich um ein Volk, deren Angehörige überall anzutreffen sind. Auch Lehrer sind sehr gut geeignet negativ einzuwirken. Angeblich sollen unsere Lehrer den Kindern das eigenständige Denken beibringen. Das Gegenteil ist der Fall.

Wer nicht der Weltmafia angehörig, muss Folgendes tun, niemals anderen zeigen wie toll man eigentlich ist. Sich stets schlechter präsentieren als man eigentlich ist. Insbesondere wenn man einen guten Charakter hat und willensstark ist, muss man aufpassen. Sich auch immer schwächer darstellen als man ist. Niemals zeigen, dass man gesund ist oder eine gute Fitness hat. Das ist gefährlich. Erfolgreich zu sein ist gefährlich, gut auszusehen (als Frau) ist gefährlich - siehe Menschenhandel. Gleichzeitig muss man alles dafür tun aus sich und seinen Kindern das Maximale herauszuholen.

Körper, Seele und Geist sind eins. Man muss stets dafür sorgen, dass alle drei Bereiche versorgt werden. Körper steht für körperliche Gesundheit. Geist steht für Bildung und Intelligenz, Konzentrationsfähigkeit und Willensstärke. Seele steht für wohlbefinden, Liebe, Freundschaft, eine intakte Familie, Harmonie, Frieden, Ausgeglichenheit usw.

Der nächste Schritt für einen erfolgreichen Widerstand wäre, andere zu finden, die vom selben Geist sind wie man selbst. Und Kontakte zu schmieden. Das wird sehr schwer sein, weil die Weltmafia alles kontrolliert, die gesamte Gesellschaft durchsetzt und genau das verhindern will. Ein echter Widerstand kann ja nur einer sein, von dem man gar nicht weiß, dass er überhaupt existiert. Die Weltmafia hat die letzten 3000 Jahre mindestens eine Milliarde der besseren Menschen ermordet. Der zu sagen und zu zeigen, dass man etwas gegen sie hat, wäre äußerst töricht. Bei mir ist es egal, weil die längst wissen, dass es mich gibt.

Das Internet ist der schlechteste Ort Kontakte zu schmieden. Das Internet ist eine 100-ige Showveranstaltung. Normalerweise gehe ich davon aus, dass hier keiner real ist. Und mich nicht mal ein anderer Sklave lesen kann, aber im Moment wüsste ich nicht, was ich sonst tun soll, also probier ich es einfach. Alles was ich hier schreibe wissen die Weltmafiosis sowieso längst. Die werden so erzogen in ihren Privatschulen.


Kommentar von Mr. Titan (24. Juni 2018, 11:40 Uhr)

Für Bilder der Region Neuschwabenland wären hier alle,und ich denke mal auch die Redaktion.. sehr Dankbar! (Unbekannt).