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Japaner überholen Andrea Rossi | Ritterschlag für LENR | ’n feuchten Kehricht | Voll ins Weiße | KI macht heiße Entdeckung | Spontis Beine machen | Berauschte Dioden-Arrays | Erster Natrium-Ionen-Akku schnuppert Marktluft
Das japanische Unternehmen Clean Planet Inc. hat mit seiner Technologie Quantum Hydrogen Energy (QHe) eine Art Festkörper-Wärmeerzeugung vorgestellt, bei der Wasserstoff mit nanostrukturierten Metalloberflächen (Nickel, Kupfer) interagiert. Das Ganze wird dem LENR-Bereich (Low Energy Nuclear Reaction) zugeordnet, der durch Andrea Rossis Entwicklungen bekannt wurde.
Im April 2025 erhielt Clean Planet vom Tokioter Stadtprogramm „Zero Emission Tokyo“ eine Förderung von einer Milliarde Yen. Im Januar 2026 folgte eine strategische Eigenkapitalinvestition von rund 500 Millionen Yen – mit explizitem Ziel: Übergang von F&E zu vollständiger Kommerzialisierung und Massenproduktion.
Das Wärmemodul QHe IKAROS ist schreibtischgroß, erzeugt ca. 24 Kilowatt thermische Leistung pro Einheit und lässt sich modular zusammenschalten, um Megawattleistung zu erreichen.Die verwendeten Materialien (Nickel, Kupfer, Wasserstoff) sind günstig und leicht verfügbar.
Clean Planet kooperiert mit Miura Co., einem großen Industriekesselhersteller, um QHe-betriebene Industriekessel zu entwickeln. Zielanwendungen sind Stahl, Chemie, Landwirtschaft, Meerwasserentsalzung und Rechenzentren.Das Unternehmen hält 128 Patente in 35 Ländern und forscht seit 2015 gemeinsam mit der Tohoku-Universität. Der Einstieg von echtem Kapital und die Partnerschaft mit einem Industrieunternehmen sind klare Signale, dass QHe das Laborstadium verlassen hat.
Es dauert ein Weilchen, bevor wissenschaftliche Erkenntnisse, die dem herrschenden Dogma widersprechen, etabliert sind – das gilt auch für Pons/Fleischmann und ihre Vorläufer, die niederenergetische Kernreaktionen (LENR) entdeckten.
Nach Jahrzehnten hartnäckigster Ignoranz erscheinen nun erste Arbeiten zu LENR in wissenschaftlichen Mainstreampublikationen. So hat vor Kurzem dasEuropean Journal of Applied Physicsden Artikel „Review of Condensed-Matter Nucleosynthesis“ von Steven B. Krivit und Michael J. Ravnitzky veröffentlicht. Diese Arbeit vereint erstmals die direktesten Belege dafür, dass Niedrigenergie-Kernreaktionen echte Nuklearprozesse sind.
In bisherigen Laborexperimenten haben LENRs weder radioaktiven Abfall noch nennenswert gefährliche Strahlung erzeugt. Die Arbeit beschreibt nukleare Signaturen, die von 15 unabhängigen Laboratorien in sechs Ländern berichtet wurden. Dazu gehören Veränderungen in der Häufigkeit atomarer Isotope, die Umwandlung von Elementen in andere Elemente (Transmutation) sowie die Produktion von Tritium. Damit kann LENR nun auch „offiziell“ als ein neues, bedeutendes Teilgebiet der Kernwissenschaft gelten.
In Druckluft entstehen durch Staub und Nebel hohe elektrostatische Ladungen, die Störungen verursachen können. Diese statische Elektrizität wird im Erdreich entsorgt. Doch nun haben Forscher der Chung-Ang-Universität und des MIT einen Weg gefunden, sie aktiv in elektrische Energie umzuwandeln.
Dabei bedienten sie sich einer schaufellosen Tesla-Turbine, deren Kern nah beieinander montierte Scheiben aus einem triboelektrischen Material wie Teflon sind, die durch die Reibung mit der strömenden Druckluft rotieren. Dadurch entsteht ein starkes elektrisches Feld, das via Induktion in Elektroden nutzbaren elektrischen Strom erzeugt. Es kommt dabei zu kontrollierten elektrostatischen Entladungen, die kurze Spannungsspitzen (800 Volt, 2,5 Ampere) erzeugen.
Die Anlage liefert stabile Leistungen im Bereich von 1 Watt, die sich zum Beispiel für die Versorgung von IoT-Sensoren nutzen lassen. Gleichzeitig wird die Gefahr unkontrollierten Funkenflugs gebannt. Da die Elektroden die beweglichen Teile nicht berühren, gibt es kaum mechanischen Verschleiß.
Natürlicher Wasserstoff, auch „weißer Wasserstoff“ genannt, entsteht im Erdreich durch „Serpentinisierung“: Eisenhaltige Gesteine kommen mit heißem Wasser in Kontakt, wodurch das Eisen Wasser reduziert und molekularer Wasserstoff (H2, der natürlich als Gas durchsichtig ist) entsteht. Auch radioaktive Prozesse spielen eine Rolle.
Das kanadische Energieunternehmen Max Power stieß nun im Rahmen eines Bohrprojekts in Gesteinsproben überraschend auf das begehrte Gas mit bis zu 28,6 Prozent Wasserstoffanteil. Es trat unter Eigendruck aus dem Reservoir aus, was auf einen gut durchlässigen Untergrund hindeutet. Zusätzlich wurde Helium mit bis zu 8,7 Prozent gefunden, das ebenfalls industriell verwertbar ist.
Natürliche Wasserstoffvorkommen werden weltweit gesucht, unter anderem in Albanien, Mali, Spanien und Australien. Da keine Elektrolyse für die Gewinnung von weißem Wasserstoff notwendig ist, könnte dieser weitaus kostengünstiger sein.
Ob sich das gefundene Vorkommen in Saskatchewan wirtschaftlich fördern lässt, ist allerdings noch unklar.
Das US-amerikanische Start-up Zanskar aus Utah nennt sich selbst ein KI-natives Unternehmen. Es setzt künstliche Intelligenz ein, um aus geologischen Daten, Tabellen, Fotos, Wärmeaufnahmen, Satellitenbildern etc. heiße Anwärterregionen für geothermische Energiequellen zu finden, einschließlich solcher, die an der Oberfläche keinerlei sichtbare Hinweise bieten.
Im Westen des US-Bundesstaates Nevada identifizierte Zanskar jüngst mithilfe seiner KI-Modelle einen völlig neuen geothermischen Hotspot und wählte das Branding „Big Blind“, weil es an der Oberfläche keinerlei sichtbare Anzeichen gibt. Dort wurden unterirdisch Temperaturen von etwa 121 Grad Celsius in rund 820 Meter Tiefe gemessen. Solche Bedingungen gelten als ausreichend, um eine geothermische Stromerzeugung wirtschaftlich zu betreiben.
Laut Zanskar ist dies die erste kommerziell vielversprechende geothermische Entdeckung dieser Art in den USA seit über 30 Jahren. Traditionell wurden geothermische Standorte nur dort gefunden, wo heiße Quellen, Geysire oder andere Oberflächenerscheinungen existieren. Diese „blind“ liegenden Systeme waren dagegen bis jetzt schwer zu entdecken.
Der Zerfall eines radioaktiven Isotops geschieht absolut unvorhersagbar: Ein Kalium-40-Isotop kann in der nächsten Sekunde zerfallen oder erst in zehn Milliarden Jahren. Physiker und Ingenieure denken aber schon lange darüber nach, ob man diesen Prozess nicht triggern könnte. Denn damit hätte man eine Art Gaspedal für Betavoltaik-Batterien (auch Radio-Nukleid-Batterien), bei denen die Energie der Beta-Emissionen ähnlich wie bei der Photovoltaik in elektrische Spannung umgewandelt wird.
Michael McDonnough, Gründer des Start-ups Betavoltaic Industries, glaubt, dass man mit starken elektrostatischen Feldern den Betazerfall steuern kann. Damit könnte man beispielsweise Kalium-40, einen schwachen Strahler mit einer Halbwertszeit von 1,3 Milliarden Jahren, aktivieren und so eine nennenswerte Strommenge erhalten.
Als theoretischer Unterbau dient McDonnough die „Hadronenmechanik“ von Dr. Ruggero Santilli, der eine photonenstimulierte Beschleunigung des Neutronenzerfalls bei einer spezifischen Gammaenergie (~1,294 MeV) nachwies. Die Schwierigkeit: Sollte diese Technologie sich entwickeln, wäre das Endlagerungsproblem nuklearer Abfälle aus kerntechnischen Anlagen vermutlich schnell gelöst … aber das ist ein milliardenschwerer Markt. Noch Fragen?
Die Grenzzone zwischen etablierter Halbleiterphysik, Quantenmechanik und Nullpunktenergie fordert kreative, unkonventionell denkende Forscher wie Dr. Tom Valone immer wieder heraus. Er schlägt vor, Arrays aus sogenanntenZero-Bias-Dioden(auch Nullvorspannungsdioden) zu nutzen, um winzige elektrische Schwankungen – etwa thermisches Rauschen oder Quantenvakuumfluktuationen – in nutzbaren Gleichstrom umzuwandeln.
Eine Diode lässt Strom bekanntlich nur in eine Richtung fließen. Valone argumentiert nun, dass genügend davon im richtigen Muster angeordnet eine Art selbstverstärkendes Tor zur Nullpunktenergie öffnen könnten. Er stützt sich dabei auf Berichte über handgefertigte Dioden-Arrays mit messbaren Spannungen im Mikrovoltbereich.
Allerdings lassen sich diese kleinen Signale bislang nur schwer von Störquellen wie umgebendem Wellensalat, Wärmegradienten oder triboelektrischen Effekten unterscheiden. Theoretisch könnte die Halbleiterindustrie Milliarden solcher Mikrostrukturen auf einem Chip fertigen – ähnlich wie bei photovoltaischen Zellen. Das Skalieren dieses Effekts würde aber auch alle Fehlerquellen multiplizieren. Es bleibt spannend.
Der japanische Elektronikhersteller Elecom hat unter der Typenbezeichnung „DE-C55L-9000“ die weltweit erste Powerbank mit Natrium-Ionen-Akku auf den Markt gebracht. Das könnte der Auftakt für eine breitere Nutzung der Natrium-Ionen-Technologie in stationären Stromspeichern oder Elektrofahrzeugen sein.
Natrium-Ionen-Akkus funktionieren ähnlich wie Lithium-Ionen-Akkus, verwenden aber günstigeres und reichlicher vorhandenes Natrium als Kathodenmaterial sowie Natrium- statt Lithiumsalze als Elektrolyt. Da die Natriumgewinnung (zum Beispiel aus Meerwasser) keinen umweltschädlichen Bergbau erfordert, wäre die Umwelt der große Gewinner dieser Technologie. Außerdem vermeidet sie die Nutzung von Kobalt und weitgehend auch Kupfer.
Natrium punktet überdies mit deutlich verringerter Brandgefahr und einer erweiterten Betriebstemperatur von -34 bis +50 °C. Der wohl größte Vorteil ist die Lebensdauer: Elecom gibt 5.000 Ladezyklen an – verglichen mit den üblichen 500 bis 1.000 Zyklen bei Lithium-Ionen. Bei täglicher Nutzung entspräche das rund 13 Jahren.
„DE-C55L-9000“ bietet 9.000 Milliamperestunden Kapazität, einen 45-Watt-USB-C- und einen 18-Watt-USB-A-Anschluss, ist aber vorerst nur für den japanischen Markt konzipiert.