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Tunguska, Sibiriens geheimnisvolles „Tal des Todes“, Teil 1

In der riesigen, dünn besiedelten Region Jakutien in Sibirien stößt man überall auf seltsame Metallgebilde und auf Belege für verheerende Explosionen, die in Zyklen von sechs- oder siebenhundert Jahren auftreten und mit den Auswirkungen einer Atombombe vergleichbar sind.


Anm. d. Red.: Den Artikel können Sie hier als PDF herunterladen.

In Nordwestjakutien, einer Region in Sibirien im Becken des Oberlaufs des Flusses Wiljui, liegt eine schwer zugängliche Gegend, die Spuren einer gewaltigen Verwüstung trägt, die vor etwa 800 Jahren stattgefunden hat. Sie vernichtete den kompletten Baumbestand und verstreute Gesteinsbrocken über eine Fläche von Hunderten von Quadratkilometern. In diesem Gebiet befinden sich im Dauerfrostboden tief unter der Erde rätselhafte Metallgebilde. Auf der Oberfläche erkennt man ihre Existenz lediglich anhand von Stellen mit auffälliger Vegetation. Der alte Name dieser Region lautet Uliuiu Cherkechekh, was übersetzt „Tal des Todes“ heißt. Viele Jahre lang haben die Jakuten einen sehr weiten Bogen um dieses entlegene Gebiet gemacht, dem sowohl in der Vergangenheit als auch heute noch eine ganz besondere, wichtige Bedeutung zukommt, und zwar nicht nur für das Schicksal unserer Zivilisation, sondern auch für das des ganzen Planeten.

Nach der Systematisierung einer enormen Menge an Berichten und anderem Material, habe ich nun beschlossen, etwas publik zu machen, dass unser Verständnis von der Welt und unserer Rolle in ihr verändern könnte, wenn die Menschheit dem, was hier dokumentiert ist, angemessene Beachtung schenkt. Um ein möglichst vollständiges Bild zu vermitteln, habe ich den Bericht in drei Abschnitte unterteilt. Der erste enthält die Fakten und Augenzeugenberichte in der Form, in der sie mir zugetragen wurden. Der zweite schildert die alten Legenden der Völker, die in dieser Region leben und die Dichtung der Nachbarvölker, die Zeugen merkwürdiger Phänomene wurden. Diese Vorgehensweise ermöglicht es jedem, seine eigenen Nachforschungen anzustellen und die Details der Erzählungen selbst einzuschätzen. Im Schlussteil lege ich dann die Hintergründe dieser Fakten dar.

Augenzeugenberichte

Die betreffende Region kann man als ein riesiges Sumpfgebiet beschreiben, das stellenweise von fast unzugänglicher Taiga durchzogen ist. Sie bedeckt eine Fläche von über 100.000 Quadratkilometern. Man hört viele ziemlich seltsame Geschichten aus dieser Gegend, in denen es um Metallgebilde unbekannten Ursprungs geht, die dort an den verschiedensten Stellen zu finden sind.

Um Licht ins Dunkel zu bringen und herauszufinden, was dort kaum erkennbar existiert und doch all diese Geschichten inspiriert hat, musste ich die frühe Geschichte dieser Region erforschen und ihre Mythen und Legenden aufspüren. Es gelang mir, in einigen Fällen die Herkunft und Bedeutung der Ortsnamen und geographischen Bezeichnungen zu ermitteln, die erstaunlich genau zu den Inhalten der alten Legenden passen. Alles deutet nämlich darauf hin, dass diese Legenden und Geschichten einen ganz speziellen Bezug haben.

In früheren Zeiten kam das Nomadenvolk der Ewenken auf seinem Weg von Bodaibo über Annybar zur Küste der Laptewsee durch das Tal des Todes. Bis 1936 benutzte ein Kaufmann namens Savvinov diesen Weg als Handelsroute. Als er das Geschäft aufgab, zogen auch die Einwohner nach und nach weg. Schließlich beschlossen der greise Kaufmann und seine Enkelin Zina nach Siuldiukar zu ziehen. Irgendwo in einer Gegend zwischen zwei Flüssen, die Kheldyu genannt wird (was in der Sprache der Region „Eisenhaus“ heißt), führte der Mann seine Enkelin durch einen kleinen, leicht abgeflachten rötlichen Torbogen. Am Ende eines spiralförmigen Ganges stießen sie auf eine Anzahl Metallkammern, in denen sie die Nacht verbrachten. Der Großvater erzählte Zina, dass diese Kammern sogar während der bittersten Fröste warm wie im Sommer seien.

In längst vergangenen Zeiten verbrachten die mutigen unter den Jägern die Nacht in diesen Räumen. Aber danach wurden sie schwer krank. Und die, die mehrere Nächte hintereinander dort geschlafen hatten, starben kurz darauf. Die Jakuten erzählten, dass diese Orte „sehr böse und sumpfig“ seien und dass „Tiere sie mieden“. Wo genau sich diese Gebilde befanden, war nur den Alten bekannt, die als junge Männer Jäger gewesen waren und damals oft dort gewesen waren. Sie führten ein Nomadenleben, und es war überlebenswichtig für sie, die Eigenheiten der Region – wo man hingehen konnte und wo besser nicht – genau zu kennen. Ihre Nachfahren sind längst sesshaft geworden, und so ist dieses Wissen in Vergessenheit geraten.

Im Augenblick bestehen die einzigen Hinweise auf die Existenz dieser Gebilde aus den alten Ortsnamen, die teilweise überlebt haben, und den verschiedensten Geschichten. Allerdings bezeichnet jedes dieser Toponyme Hunderte, wenn nicht Tausende von Quadratkilometern.

1936 stieß ein Geologe, der sich von älteren Einheimischen führen ließ, beim Fluss Olguidakh („Ort mit Kessel“) auf eine glatte Metallhalbkugel von rötlicher Farbe, die so scharfkantig aus dem Boden ragte, dass man „seine Nägel daran schneiden konnte“. Die Wände waren etwa zwei Zentimeter dick, und ungefähr ein Fünftel seines Durchmessers ragte aus dem Untergrund hervor. Sie war so nach vorn gewölbt, dass man auf einem Rentier darunter durch reiten konnte. Der Geologe schickte eine Beschreibung des Objekts zur regionalen Zentrale in Jakutsk. 1979 machte sich eine archäologische Expedition von Jakutsk aus auf die Suche nach dieser Halbkugel. Das Team wurde von einem Führer begleitet, der das Gebilde in seiner Jugend verschiedene Male gesehen hatte, aber er sagte, die Region habe sich sehr verändert, und so gelang es ihnen nicht, es aufzuspüren. An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass man in dieser Gegend zehn Schritte von etwas entfernt sein kann, ohne es zu sehen, so dass frühere Entdeckungen purer Zufall waren.

Bereits 1853 schrieb R. Maak, ein renommierter Erforscher dieser Region: „In Suntar [einer Jakutensiedlung] erzählte man mir, dass es einen Fluss namens Algy Timirbit („der riesige versunkene Kessel“) gebe, der in den Oberlauf des Wiljui münde. In einem Wald an seinem Ufer befinde sich ein gigantischer Kupferkessel. Seine Ausmaße seien nicht bekannt, da man oberirdisch nur den Rand sehen könne, aber es wüchsen mehrere Bäume darin ...“

Das gleiche Phänomen hielt auch N.D. Arkhipov fest, ein Forscher, der die alten Kulturen Jakutiens untersuchte: „In der Bevölkerung des Wiljuibeckens kursiert die uralte Legende von Bronzekesseln bzw. Olguis, die am Oberlauf des Flusses zu finden seien. Diese Legende ist besonders bemerkenswert, weil es in den Gebieten, in denen sich diese mythischen Kessel angeblich befinden, einige Flüsse gibt, die Olguidakh – „Kesselfluss“ – heißen.“

Das folgende Zitat ist aus einem Brief, den Mikhail Koretsky, der ebenfalls das Tal des Todes besucht hatte, 1996 aus Wladiwostok schrieb:

„Ich war drei Mal dort. Das erste Mal 1933, als ich zehn war - damals reiste ich mit meinem Vater, der dort Geld verdienen wollte - danach 1937 ohne meinen Vater. Das letzte Mal war 1947 mit einer Gruppe junger Leute.

Das Tal des Todes erstreckt sich entlang eines Nebenflusses, der von rechts in den Wiljui mündet. Es besteht aus einer Kette von Tälern, die sich über das Schwemmlandgebiet ausbreiten.
Alle drei Male war ich mit einem jakutischen Führer dort. Wir gingen nicht dorthin, weil das Leben da so angenehm war, sondern weil man dort, am Ende der Welt, Gold waschen konnte, ohne befürchten zu müssen, am Schluss der Saison ausgeraubt zu werden oder eine Kugel in den Kopf zu kriegen.
Von diesen mysteriösen Objekten gibt es vermutlich eine Menge dort, denn ich habe während meiner drei Aufenthalte sieben solcher ‚Kessel’ gesehen. Ich fand sie alle äußerst erstaunlich: zum einen war es die Größe – zwischen sechs und neun Metern Durchmesser.

Zum zweiten bestanden sie aus einem seltsamen Metall. Alle haben geschrieben, dass sie aus Kupfer seien, aber ich bin sicher, dass es kein Kupfer ist. Tatsache ist, dass man die ‚Kessel’ nicht einmal mit einem messerscharfen Meißel einritzen kann (wir haben es mehrfach versucht). Das Metall bricht nicht und lässt sich nicht mit dem Hammer bearbeiten. In Kupfer hätte ein Hammer definitiv sichtbare Einkerbungen hinterlassen. Doch dieses ‚Kupfer’ ist mit einer Schicht bedeckt, die aus einem unbekannten, sandpapierartigen Material besteht. Es ist aber keine Oxidationsschicht und auch kein Kesselstein – man kann es auch nicht abschaben oder einkratzen.

Wir entdeckten keine Schächte, die in den Boden zu irgendwelchen Kammern führten, aber mir fiel auf, dass die Vegetation um die ‚Kessel’ anormal war – vollkommen verschieden von dem, was sonst dort wächst. Sie ist opulenter: großblättrige Kletten, sehr lange Weidenruten, seltsames Gras von anderthalbfacher oder zweifacher Mannshöhe. In einem dieser ‚Kessel’ verbrachte die ganze Gruppe (sechs Leute) die Nacht. Wir bemerkten nichts Schlimmes und zogen in aller Ruhe weiter, ohne dass irgendetwas Unangenehmes geschah.

Niemand wurde danach ernsthaft krank. Allerdings verlor ein Freund von mir drei Monate später alle Haare. Und auf meiner linken Kopfseite (die, auf der ich schlief) tauchten drei winzige, streichholzkopfgroße wunde Stellen auf. Mein ganzes Leben lang habe ich versucht, sie loszuwerden, aber ich habe sie immer noch.

Keiner unserer Versuche, wenigstens ein kleines Stückchen von den seltsamen ‚Kesseln’ abzubrechen, war erfolgreich. Das einzige, was ich mitbrachte, war ein Stein. Jedoch keinen gewöhnlichen, sondern die Hälfte einer vollkommenen Kugel mit sechs Zentimetern Durchmesser. Sie war schwarz, und nichts an ihr deutete darauf hin, dass sie bearbeitet worden war. Dennoch war sie sehr glatt, so als wäre sie poliert. Ich hatte sie in einem der Kessel auf dem Boden gefunden.

Ich brachte mein Souvenir von Jakutien mit in das Dorf Samarka, im Chuguyevka Distrikt in der Region Primorje (im äußersten Südosten der Sowjetunion), wo meine Eltern 1933 lebten. Ich hing untätig herum, bis meine Großmutter beschloss, ein Haus zu bauen. Wir mussten die Scheiben in die Fenster setzen, und im ganzen Dorf gab es keinen Glasschneider. Ich versuchte es mit der Kante der halben Steinkugel, und es stellte sich heraus, dass sie erstaunlich gut schnitt. Danach wurde mein Fund von unseren Verwandten und Freunden häufig wie ein Diamant benutzt. 1937 gab ich meinem Großvater den Stein, aber in dem Herbst wurde er verhaftet und nach Magadan gebracht, wo er ohne Prozess bleiben musste, bis er 1968 starb. Niemand weiß, was aus meinem Stein geworden ist ...“

In seinem Brief betont Koretsky, dass sein jakutischer Führer 1933 erzählte, dass er „fünf oder zehn Jahre zuvor diverse kugelförmige Kessel entdeckt habe (sie seien vollkommen rund gewesen), die hoch (höher als mannshoch) aus dem Boden herausragten. Sie sahen brandneu aus. Später hatte der Jäger sie wiedergesehen; diesmal waren sie kaputt und die Teile lagen herum.“

Koretsky erwähnte auch, dass ein ‚Kessel’, als er ihn ein zweites Mal besuchte, in der Zwischenzeit innerhalb von wenigen Jahren bereits merklich tiefer in den Untergrund gesunken sei.

A. Gutenev und Yu. Mikhailovsky, zwei Forscher, die in der Stadt Mirni in Jakutien lebten, berichteten, dass ein alter Jäger der Ewenken 1971 erzählte, in dem Gebiet zwischen zwei Flüssen, das Niugun Bootur („feuerspeiender Meister“) und Atadarak („Ort mit einer dreiseitigen Harpune“) heiße, rage genau der Gegenstand aus dem Boden, nach dem der Ort benannt sei – eine „sehr große“ dreiseitige Eisenharpune – während sich in einem anderen Gebiet zwischen zwei Flüssen, das Kheliugur („Eisenvolk“) heiße, eine eiserne Höhle befinde, in der „dünne, schwarze, einäugige Menschen in Eisenkleidung“ lägen. Er behauptete, es sei nicht weit weg und er könne andere Leute dorthin führen, aber niemand glaubte ihm. Inzwischen ist er verstorben.

Ein weiteres dieser Objekte wurde offensichtlich durch den Bau eines Damms im Wiljui, ein Stück unterhalb von Erbiie, verschüttet. Dem Bericht eines Arbeiters zufolge, der an dem Wasserkraftwerk mitbaute, wurde bei der Anlegung eines Umleitungskanals und der Trockenlegung des Hauptkanals eine nach außen gewölbte „Stelle“ aus Metall entdeckt. Man stand unter Zeitdruck, und so ordneten die Bauleiter nach einer flüchtigen Untersuchung des Fundes an, mit der Arbeit fortzufahren.

Es gibt eine Menge Geschichten von Leuten, die zufällig auf ähnliche Gebilde stießen, aber ohne genaue Wegbeschreibung ist es extrem schwierig, in dieser deprimierend eintönigen Landschaft etwas wiederzufinden.

Einst erzählen ein paar alte Männer, dass an einem Ort namens Tong Duurai ein Fluss fließe, der Ottoamokh („Löcher im Boden“) genannt werde, und dass man an seinen Ufern unglaublich tiefe Öffnungen finde, die als „die lachenden Spalten“ bekannt seien. Der gleiche Name taucht auch in Legenden auf, in denen behauptet wird, dass dort ein feuerspeiender Riese hause, der alles in der Umgebung zerstöre. Etwa alle sechs oder sieben Jahrhunderte schieße ein gigantischer „Feuerball“ daraus hervor, der entweder in der Ferne verschwinde und (den Chroniken und Legenden anderer Völker zufolge) dort irgendwo explodiere oder aber unmittelbar vor Ort explodiere – weshalb das gesamte Gebiet im Unkreis von Hunderten von Kilometern aus versengter Wüste mit verstreuten Felsbrocken bestehe.

In den Legenden der Jakuten findet man viele Hinweise auf Explosionen, lodernde Wirbelstürme und glühende Kugeln, die in die Luft aufsteigen. Und all diese Phänomene stehen irgendwie mit den seltsamen Metallkonstruktionen in Verbindung, die man im Tal des Todes entdeckt hat. Einige davon sind große, runde „eiserne Häuser“, die auf zahlreichen seitlichen Stützen stehen. Sie haben weder Fenster noch Türen, lediglich ein „großes Einstiegsloch“ in der Spitze der Kuppel. Manche sind fast vollständig in den Dauerfrostboden eingesunken, so dass nur noch eine kaum erkennbare bogenförmige Wölbung an der Oberfläche zurückgeblieben ist.

Zeugen beschreiben dieses „schallende Metallhaus“ unabhängig voneinander sehr ähnlich. Außerdem findet man in dem Gebiet halbkreisförmige Deckel, die irgendetwas abdecken. In den Legenden der Jakuten heißt es, dass die seltsamen glühenden Kugeln aus einer „Feuer und Rauch speienden Öffnung“ gestoßen würden, die einen „klappernden Stahldeckel“ habe.

Diese sei auch der Ursprung der lodernden Wirbelstürme, die der Beschreibung nach mit Atomexplosionen unserer Zeit vergleichbar zu sein schienen. Etwa ein Jahrhundert vor jeder Explosion oder Explosionsserie tauchte eine schnell fliegende, brennende Kugel aus der „eisernen Öffnung“ auf und stieg wie eine Säule aus Feuer aufwärts, ohne großen Schaden anzurichten. Auf der Spitze dieser Erscheinung befand sich ein riesengroßer Feuerball. Unter vier aufeinanderfolgenden Donnerschlägen stieg sie noch weiter auf und flog davon, wobei sie eine „Spur aus Feuer und Rauch“ zurückließ. Dann hörte man in der Ferne das Dröhnen der Explosion ...

In den fünfziger Jahren warfen die Sowjets ein Auge auf die Region, vermutlich, weil sie an ihren Nordrändern so dünn besiedelt war, und führten dort eine Reihe atomarer Tests durch. Eine dieser Explosionen erwies sich als äußerst mysteriös, und ausländische Experten rätseln noch immer darüber. Berichten des Radiosenders Deutsche Welle aus dem September 1991 zufolge, überstieg das Ausmaß der Detonation einer 10-Kilo Nuklearbombe, die 1954 getestet wurde, aus unerklärlichen Gründen die Berechungen um das 2.000 oder 3.000fache. Wie seismographische Stationen weltweit registrierten, erreichte sie 20-30 Megatonnen. Die Ursache dieser enormen Diskrepanz zwischen der Berechnung und der tatsächlichen Stärke der Explosion ist nach wie vor unklar. Die Nachrichtenagentur TASS verkündete, man habe eine Wasserstoffbombe in der Luft gezündet, was sich später jedoch als Fehlinformation herausstellte. Nach diesen Tests wurde die Gegend zum Sperrgebiet erklärt, und man führte dort einige Jahre lang geheime Operationen durch.

Mythen und Legenden

Nun zu den historischen Ereignissen, wie sie in der Volksdichtung dargestellt werden. In den Legenden, die mündlich überliefert sind, heißt es, dass die Region ursprünglich von einer kleinen Anzahl Tungusennomaden besiedelt war. Eines Tages beobachtete ein Nachbarvolk aus der Ferne, wie die Gegend plötzlich in undurchdringliche Dunkelheit eingehüllt und alles darum von einem ohrenbetäubenden Brüllen erschüttert wurde. Ein Sturm von nie da gewesener Stärke kam auf, und das Land wurde von mächtigen Windstößen zerrissen. Blitze zuckten in verschiedene Richtungen über den Himmel. Als sich alles wieder beruhigt hatte und die Dunkelheit verschwand, erblickten die Nomaden etwas, das sie nie zuvor gesehen hatten. Mitten in dem verwüsteten Land stand funkelnd im Sonnenlicht ein hohes, senkrechtes Gebilde, das man aus einer Entfernung von mehreren Tagesreisen erkennen konnte.

Lange Zeit machte das Gebilde unangenehme, ohrenbetäubende Geräusche und wurde langsam kleiner, bis es schließlich vollständig im Boden versank. Anstelle des hohen Gebildes befand sich dort nun eine riesige, gähnende, längliche „Öffnung“. Den Legenden nach bestand diese aus drei Reihen von „lachenden Spalten“. In der Tiefe vermutete man ein unterirdisches Land mit einer eigenen Sonne, die jedoch „immer schwächer“ wurde. Ein grässlicher Gestank stieg aus der Öffnung auf, und niemand siedelte in ihrer Nähe. Aus der Ferne konnten die Menschen gelegentlich sehen, wie eine „rotierende Insel“ über der Öffnung auftauchte, die sich dann als der „klappernde Deckel“ entpuppte. Jene, die neugierig einen genaueren Blick darauf werfen wollten, kehrten nie zurück.

Jahrhunderte vergingen. Das Leben ging weiter wie zuvor. Niemand rechnete mit etwas Ungewöhnlichem, doch eines Tages gab es ein kleines Erdbeben, und am Himmel tauchte ein schmaler „lodernder Wirbelsturm“ auf. An seiner Spitze befand sich ein strahlender Feuerball. Es ertönten „vier aufeinanderfolgende Donnerschläge“, und die Kugel schoss schräg abwärts, malte dabei eine Feuerspur an den Himmel und explodierte, nachdem sie hinter dem Horizont verschwunden war. Die Nomaden waren verstört, doch sie verließen nicht das Land, das ihre Heimat war; schließlich hatte der „Dämon“ ihnen keinen Schaden zugefügt, sondern war über dem Gebiet des verfeindeten Nachbarstamms explodiert. Einige Jahrzehnte später wiederholten sich die Ereignisse: Die Feuerkugel flog in die gleiche Richtung und vernichtete wieder nur das Nachbarvolk. Offensichtlich war dieser „Dämon“ auf irgendeine Art ihr Beschützer, und Legenden begannen sich um ihn zu ranken; man nannte ihn Niurgun Bootur, den „feuerspeienden Meister“.

Doch einige Zeit später geschah etwas, das sogar die mit Entsetzen erfüllte, die ganz weit entfernt lebten. Ein gigantischer Feuerball stieg mit einem ohrenbetäubenden Donnergebrüll aus der Öffnung empor und explodierte – unmittelbar darüber! Es folgte ein schreckliches Erdbeben. Einige Hügel wurde von über 100 Meter tiefen Spalten zerschnitten. Nach der Explosion wogte ein „Feuermeer“ über der Öffnung und darüber befand sich eine scheibenförmige „rotierende Insel“. Die Auswirkungen der Explosion waren noch über tausend Kilometer entfernt zu spüren. Die Nomadenstämme am Rand des Gebiets, die überlebten, flohen in verschiedene Richtungen, um sich so weit wie möglich von diesem grauenvollen Ort zu entfernen. Doch das rettete ihnen nicht das Leben. Alle erlagen einer rätselhaften Krankheit, die sich durch Vererbung auf nachfolgende Generationen übertrug. Dennoch hinterließen sie exakte Berichte über die Ereignisse, auf deren Grundlage die jakutischen Geschichtenerzähler wunderschöne, äußerst tragische Legenden ersannen.

Etwas mehr als 600 Jahre vergingen. Viele Generationen von Nomaden kamen und gingen. Die Gebote der Vorfahren gerieten in Vergessenheit, und die Menschen siedelten sich wieder in der Gegend an.
Dann wiederholte sich die Geschichte ... Die Feuerkugel von Niurgun Bootur erschien zusammen mit einem lodernden Wirbelsturm, und wieder flog sie davon, um hinter dem Horizont zu explodieren. Einige Jahrzehnte später zerriss eine weitere Feuerkugel die Luft (sie hieß jetzt Kiun Erbiie („der glänzende Herold“ oder „Bote der Lüfte“). Dann kam wieder eine vernichtende Explosion, die in den Legenden anthropomorphisch interpretiert wurde. Man nannte sie Uot Usumu Tong Duurai, was in etwa mit „der verbrecherische Fremde, der die Erde durchbohrte, sich in der Tiefe versteckte und alles umher mit einem lodernden Wirbelsturm zerstörte“ übersetzen kann.

Wichtig ist, dass am Vorabend der Flucht des bösen Helden Tong Duurai ein Botschafter des göttlichen Dyesegei am Himmel erschien – der Meister Kiun Erbiie, der das Firmament als „Sternschnuppe“ oder „rasender Blitz“ durchquerte, um Niurgun Bootur vor der bevorstehenden Schlacht zu warnen.
Das bedeutsamste Ereignis in den Legenden war Tong Duurais Hervorbrechen aus den Tiefen des Untergrunds und sein Kampf mit Niurgun Bootur. Das lief in etwa folgendermaßen ab: Zuerst jagte ein schlangenförmiger, sich verzweigender, lodernder Wirbelsturm aus der „Öffnung“ hervor. An dessen Spitze erschien eine riesige Feuerkugel, die nach einigen Donnerschlägen hoch in die Luft schoss. Ihr Gefolge – „ein Schwarm grausamer, todbringender Wirbelstürme“ – legte die Umgebung in Schutt und Asche. Gelegentlich begegnete Tong Duurai seinem Gegner Niurgun Bootur genau über der Stelle, wo er aufgestiegen war; in diesen Fällen blieb das Gebiet für lange Zeit unbewohnbar. Die Darstellung dieser Ereignisse variiert beträchtlich: manchmal tauchen mehrere „feuerspeiende Meister“ auf einmal aus der Öffnung auf, fliegen ein Stück und explodieren alle an der gleichen Stelle. So passierte es bei Tong Duurais Flug. Eine Untersuchung der Bodenschichten belegt, dass die Intervalle zwischen den einzelnen Explosionen nie länger als 600 oder 700 Jahre betragen. Die Legenden spiegeln diese Ereignisse auf anschauliche Weise wieder, allerdings verhinderte das Fehlen einer schriftlichen Tradition, dass die Fakten ordentlich dokumentiert wurden. Doch es scheint, dass dieses Manko durch die Geschichtschroniken anderer Völker kompensiert wird.

Die Chroniken anderer Völker

Insgesamt ereigneten sich in Intervallen von 600 oder 700 Jahren mehrere Explosionen oder, besser gesagt eine ganze Folge von Ereignissen einschließlich der Vorläufer. All diese Vorfälle finden sich gewissenhaft aufgezeichnet in Volksdichtung, Riten und Legenden. Eine merkwürdige Tatsache ist, dass in der Äquatorialzone der Erde ganz ähnliche Legenden entstanden, wo Explosionen oder „riesige Feuerkugeln“, die plötzlich am Himmel auftauchten, diverse antike Zivilisationen zerstörten.

Die Ergebnisse der archäologischen Forschungen, die S.A. Fedoseyeva am Oberlauf des Wiljui durchführte, belegen, dass die Besiedlung dieser Region in Wellen stattfand und etwa im vierten Jahrhundert vor Christus begann. Im ersten Jahrhundert nach Christus findet sich eine Unterbrechung der historischen Entwicklung – was nicht im Widerspruch steht zu dem möglichen Datum der letzten geschichtlich belegten Explosion im September 1380. Die Wolke, die infolge dieses Ereignisses aufstieg, verdunkelte die Sonne in Europa für mehrere Stunden. In verschiedenen geologisch aktiven Zonen gab es heftige Erdbeben.

Diese Vorkommnisse sind in schriftlichen Quellen festgehalten. In den russischen Chroniken treffen sie mit der Schlacht von Kulikovo zusammen.
„... die Dunkelheit verschwand erst in der zweiten Tageshälfte. Der Wind war so stark, dass man mit Pfeil und Bogen nicht dagegen anschießen konnte ...“ Dieses Phänomen verhalf den Russen zum Sieg.
Dennoch sind die Explosionen in den Legenden der Tungusen viel lebhafter beschrieben als in anderen Quellen. Den Berichten zufolge waren sie um vieles schlimmer als die Detonation einer modernen Nuklearwaffe.

Einige Passagen in der Bibel ähneln den jakutischen Legenden, z.B. die Beschreibung der Plagen in Ägypten oder der Untergang von Sodom und Gomorrha. In der Antike wurde in einer Oase der arabischen Halbinsel eine Stadt zerstört und buchstäblich in Schutt und Asche gelegt. Der Legende zufolge geschah dies, als eine riesige Feuerkugel am Himmel explodierte.

In Mohenjo Daro auf dem indischen Subkontinent entdeckten Archäologen eine zerstörte Stadt. Die Spuren der Katastrophe – geschmolzene Steinwände – verwiesen deutlich auf eine Explosion, vergleichbar mit der einer Nuklearbombe. Ähnliche Ereignisse werden auch in chinesischen Chroniken aus dem 14. Jahrhundert beschrieben. Sie besagen, dass ganz weit im Norden eine schwarze Wolke über dem Horizont aufstieg, die den halben Himmel bedeckte und große Steinbrocken herabschleuderte. Auch in Skandinavien und Deutschland fielen Steine vom Himmel, und in verschiedenen Städten brachen Feuer aus. Wissenschaftler stellten fest, dass es sich um ganz gewöhnliche Steine handelte, und vermuteten, dass irgendwo ein Vulkan ausgebrochen sei.

Vielleicht war die Ursache all dieser Unglücke in Wirklichkeit Tong Duurai, der Jahrhunderte lang immer wieder aus dem Untergrund herausschoss? Während Niurgun Bootur bei seinem Erscheinen den halben Himmel verdunkelte, übertrumpfte Tong Duurai ihn beträchtlich, was die Ausmaße anging; und er verschwand vollständig, als er in die Luft aufstieg. Bleibt noch zu erwähnen, dass im Tal des Todes die Strahlung in regelmäßigen Zeitabständen ansteigt – ein Phänomen, das Experten nicht erklären können.

Was steckt hinter der Tunguska-Explosion?

In etwa drei Jahren, am 30. Juni 2008 jährt sich eine der rätselhaftesten Katastrophen zum hundersten Mal: die Explosion eines Körpers aus dem Weltraum in der Nähe des Flusses Podkamennaya (Steiniger) Tunguska in Sibirien. Kaum ein anderes Ereignis des letzten Jahrhunderts kann damit verglichen werden. Die Explosionskraft überstieg die der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki zusammen um mehr als das 2.000fache. Zudem verursachte die Tunguska-Explosion:

Obwohl ein solch einschneidendes Ereignis natürlich nicht unbemerkt blieb, wurden die ersten Versuche, herauszufinden, was dort in der fernen sibirischen Taiga geschehen war, erst viele Jahre später, 1927, unternommen. Seitdem haben Dutzende von Forschungsexpeditionen die Gegend besucht, es wurden Hunderte von wissenschaftlichen Berichten geschrieben und einige hundert Hypothesen bezüglich der Ursachen dieses Ereignisses entwickelt. Keiner einzigen davon ist es jedoch gelungen, das komplexe Phänomen der Tunguska-Explosion mit allem, was ihr vorausging, und allen Begleiterscheinungen, vollständig zu erklären. Einige Details der Augenzeugenberichte passen nicht zu diesen Theorien. Vieles von dem, was damals geschah, kann nicht aus heutiger wissenschaftlicher Sicht interpretiert werden.

Mehr noch, man kommt zu der festen Überzeugung, dass wir es hier mit etwas zu tun haben, das sich vollkommen außerhalb der üblichen Grenzen unseres Verständnisses bezüglich der Welt um uns herum bewegt. Vielleicht sind wir heute einer Lösung des Rätsels näher als je zuvor, einer Lösung, die zu einem Wendepunkt in der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins werden kann. Doch dies verlangt eine gewisse Kühnheit, die Bereitschaft, die Dinge aufgeschlossen und uneingeschränkt von den Dogmen der gegenwärtigen Wissenschaft zu betrachten, um die am schwersten erklärbaren Vorgänge des Ereignisses richtig bewerten zu können.

Die Arbeit, die Generationen von Wissenschaftlern und Forschern geleistet haben, stellt uns einen reichhaltigen Fundus an Fakten und wissenschaftlichem Material zur Verfügung, so dass es möglich ist, die wahren Hintergründe des Phänomens zu entschlüsseln, das vor fast hundert Jahren in der Region des Podkamennaya Flusses stattfand.

Hier sollen jedoch nicht die zentralen Punkte der bekanntesten Hypothesen diskutiert werden, sondern jene Aspekte genauer beleuchtet werden, die aus irgendeinem Grund nie die Beachtung fanden, die ihnen zukommt. Erstaunlicherweise präsentieren diese Fakten zusammen mit einem alten Epos ein vollkommen anderes Bild von den Ereignissen, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts stattgefunden haben.

Zunächst sollte betont werden, dass es vor und nach der Tunguska-Explosion eine Reihe von Vorfällen gab, die auf gewisse Weise damit zu tun haben, denn sie sind einzelne Elemente einer Kette von Ereignissen. Wie bei der Aufklärung von Kriminalfällen sollen hier diese Einzelereignisse als ein einziger „Fall“ betrachtet werden. Um also die Realität zu sehen, die andere Forscher bisher nicht erkannt haben, soll dieser Vorfall hier unter Einbeziehung sowohl einer größeren Zeitspanne als auch eines größeren räumlichen Radius betrachtet werden und auch Vorkommnisse einbeziehen, die sich Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte vor dem eigentlichen Vorfall abgespielt haben.

Dazu sollen Augenzeugenberichte analysiert werden, von denen es sogar in dieser dünn besiedelten Region Sibiriens Tausende gibt. Noch in den späten 60ern war es möglich, an die 3.000 Menschen zu finden, die sich an dieses ungewöhnliche Ereignis erinnerten.

Bevor wir zu den Tatsachen kommen, soll an dieser Stelle meine Hypothese bezüglich der Tunguska-Explosion kurz erläutert werden, die sich als Ergebnis meiner Nachforschungen ergab. Sie wird viele überraschen, doch sie entwickelte sich bei der Auswertung einer riesigen Menge von Daten. Aufgrund der Berichte Tausender von Augenzeugen, der Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern, des Textes des jakutischen Epos Olonkho, der Rekonstruktion der Chronologie der Ereignisse und der Analyse der Folgen der Explosionen, so wie sie im Epos und von Forschern beschrieben wurden, kann man mit gutem Grund die Vermutung aussprechen, dass es in dem riesigen, unbewohnten Gebiet in Nordwestjakutien eine uralte unterirdische, technische Vorrichtung gibt.

Vor sehr, sehr langer Zeit baute jemand an dem Ort, der als „Tal des Todes“ bekannt ist, eine Apparatur, die noch heute die Erde vor Meteoriten und Asteroiden schützt. Natürlich ist eine solche Behauptung schwindelerregend. Es fällt schwer, diese Möglichkeit auch nur in Betracht zu ziehen. Die Folgerung daraus ist nämlich, dass Tausende von Jahren lang etwas existierte, dass nicht nur unsere gegenwärtigen technischen Errungenschaften übertrifft, sondern auch unsere kühnsten Vorstellungen davon, was erreicht werden kann – und wir haben es nicht einmal bemerkt! Natürlich konnte niemand, der die verschiedenen wissenschaftlich erklärbaren Folgen der Tunguska-Katastrophe analysierte, sich vorstellen, dass all diese Spuren, die man nach den Explosionen fand, durch das Wirken einer alten kosmischen Verteidigungsvorrichtung entstanden, die unbekannte Erbauer zurückließen!

Lokale Legenden und die Warnungen der Schamanen

Im Verlauf der folgenden Ausführungen werde ich einige Auszüge aus Olonkho zitieren, welche die oben erwähnte Hypothese massiv unterstützen, denn die in diesem alten Epos dargestellten Ereignisse sind ganz offensichtlich stark technologischer Natur. Es ist überraschend, dass die Menschen, die diese Texte übersetzten, dies offensichtlich nicht bemerkten, ja nicht einmal vermuteten.

Nun zunächst zu einer detaillierten Rekonstruktion der Ereignisse und dem Versuch, ein einheitliches Bild aller vorrausgehenden Geschehnisse und Begleiterscheinungen der Katastrophe zu erstellen.
Die ersten, die von dem bevorstehenden schrecklichen Ereignis erfuhren, waren die Schamanen der einheimischen Volksstämme. Zwei Monate vor der Explosion verbreiteten sich Gerüchte über das herannahende „Ende der Welt“ in der Taiga. Die Schamanen wanderten von Siedlung zu Siedlung und warnten die Menschen vor der drohenden Katastrophe. Die Einwohner begannen, ihre Herden vom Oberlauf des Podkamennaya Tunguska zum Nizhniaya Tunguska und noch weiter zu treiben, in Richtung des Flusses Lena. Die Massenflucht der Ewenken begann unmittelbar nach einer suglan (Versammlung) aller Nomadenstämme, die in diesem Gebiet lebten, die im Monat Teliat (Mai) stattfand. In einer geheimen Besprechung beschlossen die Ältesten, dass die kreisförmigen Wanderrouten geändert werden und die Stämme zusammen die neue Route einschlagen sollten.

Dann verkündete der „Große Schamane“ bei einem Ritual das „Ende der Welt“:
„Die Ahnen haben angeordnet, dass die traditionellen Plätze zu verlassen sind. Niemand soll nach dem Monat Teliat im Monat Muchun [Juni] dort sein, das sagen die Ahnen ... Die Oberen wollen nach Dulia ziehen ... Niemand darf das sehen.“

Also begannen die Nomaden mit ihrer Wanderung durch die Taiga ...
Einer inneren Stimme folgend, begannen auch die wilden Tiere, die Gegend zu verlassen. Die Vögel verließen ihre Nistplätze, die Schwäne verließen die Seen und die Fische verschwanden aus den Flüssen. Ein riesiges Gebiet der Taiga, mehrere zehntausend Quadratkilometer, verlor seine Fauna. Lediglich die, die den Schamanen nicht glaubten, blieben in der Gefahrenzone.

All das spricht für sich. Offensichtlich gab es frühzeitige Warnungen vor dem bevorstehenden Ereignis, die von den Schamanen verbreitet wurden, die „mit den Geistern der Ahnen in Kontakt standen“. Die Tiere, Vögel und Fische, reagierten instinktiv auf die drohende Gefahr, denn sie spürten den negativen Einfluss des elektromagnetischen Feldes der Erde, das sich in diesem Teil der Taiga verstärkte.
Nach dem Studium der Olonkho Texte, Gesprächen mit ortsansässigen Jägern und jenen Zeitzeugen, die noch leben, ergibt sich die Annahme, dass die Vorrichtung, um die es hier geht, auf verschiedene Orte in der Taiga verteilt ist und sich größtenteils unter der Erde befindet.

Das Kraftwerk der Vorrichtung

Die Zerstörung oder Umlenkung von Meteoriten und Asteroiden wird mit Hilfe von Kraftfeldern bewirkt, die in konzentrierter Form als elektromagnetische Gebilde transportiert werden, die wie glühende, feuerspeiende Kugeln aussehen. Im Grunde sind es so etwas wie Kugelblitze, wobei allerdings der größte der Wissenschaft bekannte Kugelblitz eine Größe von etwa zwei Metern Durchmesser erreicht, während die Kugeln, mit denen Meteoriten von ihrer Bahn abgebracht oder zerstört werden gigantische Ausmaße haben – an die 60 Meter Durchmesser! Den Flug solcher Objekte haben Tausende von Menschen 1908 in Sibirien gesehen, was die Erklärung dafür ist, dass Augenzeugen des Tunguska-Ereignisses annahmen, eine Reihe von riesigen Kugelblitzen gesehen zu haben.

Diese „Plasmakugeln“ werden offensichtlich in einem unterirdischen Kraftwerk erzeugt, und zwar an einem Ort, den jemand bewusst dafür ausgewählt hat. Denn dort befindet sich eine aus geophysikalischer Sicht besondere Region der Erde: die ostsibirische magnetische Anomalie. Die Zeitschrift Tekhnika Molodiozhi (Ausgabe 1, 1984) nannte sie „eine magnetische Super-Anomalie, deren Ursprung in einer Tiefe liegt, welche die Hälfte des Erdradius beträgt“. Mit anderen Worten verwertet das Kraftwerk Erdenergie und ist auf der anderen Seite in gewissem Maße, wie es scheint, selbst eine der Ursachen für diese Super-Anomalie.

Die Vorbereitungen zur Zerstörung des Tunguska-Meteoriten (es handelte sich tatsächlich um einen Meteoriten; in gewisser Weise lag Kulik richtig) begannen zwei Monate vor der Explosion, wie das Verhalten der Schamanen und der Tiere der Taiga zeigt. Etwa zehn Tage vor der Explosion wurde die Vorrichtung im Tal des Todes aktiviert. Die Aktivierung des Kraftwerks, das Herauffahren der Leistung zum Zweck der Herstellung von Energie (elektromagnetischen Kugeln) machte sich in der Umwelt in Form von typischen atmosphärischen Anomalien bemerkbar, die üblicherweise im Zusammenhang mit einer Spannungserhöhung des elektromagnetischen Feldes der Erde stehen. Die Auswirkungen waren so intensiv, dass in den zehn Tagen vor der Explosion in vielen europäischen Ländern und in Westsibirien, die Nächte ungewöhnlich hell waren, ähnlich dem Phänomen der Mitternachtssonne im Bereich der nördlichen Breitengrade. Überall tauchten silbrige Wolken auf, die im Zwielicht hell leuchteten und von Ost nach West entlang der Kraftströme eine Linie bildeten, so wie es zwischen zwei Magnetpolen zu beobachten ist. Es herrschte die Ahnung von einem unmittelbar bevorstehenden, ungewöhnlichen Naturereignis.

Viele Jahre später stießen Forscher aus Tomsk auf eine vergessene Veröffentlichung eines Professor Weber, der in einem Labor an der Universität in Kiel an den drei Tagen vor dem Auftauchen des Tunguska-Objekts eine starke geo-magnetische Störung beobachtete, die endete, als der riesige Bolid über der zentralsibirischen Hochebene explodierte.

Der Tunguska-Meteorit und die „Zerstörer-Kugeln“

Zehn Tage vergingen, und dann drang am 30. Juni 1908 ein Objekt aus dem Weltraum mit enormer Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein. Es flog eine Bahn, die von Südost nach Nordwest verlief. Die Bestimmung der exakten Flugbahn des Meteoriten spielt eine wichtige Rolle bei der Untersuchung des Ereignisses, hauptsächlich weil – wie sich herausstellen wird – mehrere Objekte am Himmel über der sibirischen Taiga unterwegs waren und sich der Explosionsstelle aus verschiedenen Richtungen näherten. Vor allem die Unstimmigkeiten in den Augenzeugenberichten verwirrten die Forscher – so wurden zum selben Zeitpunkt an unterschiedlichen, weit von einander entfernten Orten in Sibirien Objekte in der Luft gesichtet, die alle auf verschiedenen Bahnen, jedoch auf das selbe Ziel zusteuerten – was zu der Hypothese führte, dass dort womöglich ein Raumschiff über der sibirischen Taiga manövrierte.

Achtunddreißig Minuten vor der Zerstörung des Tunguska-Meteoriten wurde die heiße Phase in der Vorrichtung im Tal des Todes eingeleitet. Die Erzeugung der Kugeln, die hier der Einfachheit halber „Zerstörer“ genannt werden sollen – begann. In der Stepanovsky Mine (nahe der Stadt Yuzho-Eniseisk) begann 30 Minuten vor dem Einschlag des Meteoriten die Erde zu beben.

Ein Zeuge befand sich an einem kleinen See, als der Boden unter ihm plötzlich zitterte. Etwas wie ein Erdbeben folgte. Tief in ihm, stieg ein unerklärliches Gefühl von Angst auf. Es war, als würde er von einer unbekannten Kraft von dem See fortgezogen. In diesem Moment versickerte das Seewasser im Boden, und während es noch wegfloss, so als verschwinde es in einer Erdspalte, tauchte der Untergrund auf, der sich wie zwei große Flügeltüren aufschob. Der Rand der zwei riesigen Flügel war gezackt. Der Zeuge wurde von Panik erfasst und floh, so schnell er nur konnte.

Nachdem er sich bereits recht weit entfernt hatte, stolperte er über einen Busch und stürzte; und als er sich aufgerappelt hatte und zurückblickte, sah er, wie von der Stelle, wo zuvor der See gewesen war, eine Säule aus hellem Licht aufstieg, auf deren Spitze sich eine Kugel befand. All dies wurde von einem fürchterlichen Krachen und Dröhnen begleitet. Seine Kleidung begann zu glimmen, die Strahlung verbrannte ihm Gesicht und Ohren ...

Augenzeugenberichte

Hier nun der Bericht von G.K. Kulesh, der auf einer Wetterstation in Kirensk arbeitete, etwa 460 Kilometer vom Explosionsort entfernt:

„Am 30. Juni wurde ein ungewöhnliches Phänomen nordwestlich von Kirensk beobachtet, das etwa von 7.15 bis 8.00 Uhr dauerte. Ich sah es nicht selbst, da ich mich nach dem Ablesen der meteorologischen Instrumente an meine Arbeit gesetzt hatte. Folgendes geschah (ich fasse das Wesentliche von dem, was die Zeugen berichteten, zusammen):

Um 7.15 Uhr tauchte im Nordwesten eine glühende Säule auf, die etwa vier Sagens [über 8 Meter] Durchmesser hatte und wie eine Lanze geformt war. Als die Säule verschwand, ertönten fünf kurze, heftige Donnerlaute, wie Kanonenschüsse, die kurz und schnell hintereinander abgefeuert werden. Dann erschien an der Stelle eine dichte Wolke. Etwa 15 Minuten später ertönten die gleichen Donnerschläge; und noch einmal 15 Minuten später wiederholten sie sich erneut. Der Fährmann, ein ehemaliger Soldat und ein intelligenter, welterfahrener Mensch, zählte drei Gruppen mit insgesamt 14 Schlägen. Da er sich aufgrund seines Berufs am Flussufer aufhielt, sah und hörte er das ganze Phänomen von Anfang bis Ende. [Meine Hervorhebungen]

Viele Menschen sahen die Feuersäule und noch mehr hörten die Donnerschläge. Aus dem Dorf Korelinaya, das 20 Versts [21km] von Kirensk entfernt in Richtung Tunguska liegt, waren Bauern in der Stadt. Diese berichteten von einem Erdbeben, das so stark war, das die Fensterscheiben zerbrachen ... Die Aufzeichnungen des Barographen bestätigen das.

In den Archiven der ehemaligen magnetischen und meteorologischen Beobachtungsstation in Irkutsk fand man die Notizen von A.K. Kokorin, der in der Wetterstation am Fluss Kezhma tätig war, etwa 600 km vom Explosionsort entfernt. In seinem Kalender mit Aufzeichnungen des Jahres 1908 steht im Juni in der Spalte, die mit „Bemerkungen“ überschrieben ist, ein besonders wichtiger Eintrag. Er beweist, dass sich damals mit Sicherheit mehr als ein Körper in der Luft befand.

Um 7.00 Uhr tauchten im Norden zweiriesengroße, lodernde Kreise [Kugeln] auf; 4 Minuten später verschwanden die Kreise; Kurz nachdem sie verschwanden, war ein lautes Geräusch zu hören, das wie Wind klang und sich von Norden nach Süden bewegte; das Geräusch hielt etwa 5 Minuten an; dann folgten andere Geräusche und Donnerlaute, als würden riesige Geschütze abgefeuert, so dass die Fensterscheiben klirrten. Diese Schüsse dauerten 2 Minuten, und danach kam ein Krachen wie ein Gewehrschuss. Diese letzten Geräusche dauerten wieder 2 Minuten. All das geschah am helllichten Tag.“

Zur selben Zeit beobachtete T. Naumenko den Flug einer Kugel vom Dorf Kezhma aus, das am Fluss Angara liegt. Er versicherte, dass das Objekt größer als der Mond war und an der Sonne vorbei flog, die zu diesem Zeitpunkt 27° über dem Horizont stand. In genau dem Moment flog der Tunguska-Meteorit über das Dorf Mironovo (58° 14’ N, 109° 29’ O).

Die ersten, die einen der stark elektromagnetisch aufgeladenen „Zerstörer“ sahen, waren die Einwohner des Dorfes Alexandrovka (im südlichen Altai Gebirge), das beinahe 1.500 Kilometer vom Explosionsort entfernt ist.

Der Bericht, den Ivan Nikanorovich Kudriavtsev verfasste, der den Flug der lodernden Kugel beobachtete, enthält Details, die auf die elektromagnetischen Eigenschaften des „Zerstörers“ schließen lassen:

„... Der 30. Juni 1908 war ein klarer Tag ... Ich saß gegenüber eines Fensters, das in nordwestlicher Richtung lag. Unser Dorf, Alexandrovka, erstreckt sich entlang einer Schlucht ... Gegenüber vom Dorf auf dem Kamm Semi erhebt sich der Berg Gliaden. Um 7 Uhr morgens war die Sonne schon aufgegangen, aber noch nicht hinter dem Gliaden hervorgekommen. Und dann tauchte plötzlich eine helle Kugel am Himmel auf; sie wurde schnell größer und heller. Sie flog in Richtung Nordwesten. Die fliegende Kugel war so groß wie der Mond, aber heller; doch nicht so hell, dass sie blendete: man konnte ihre Flugbahn verfolgen, ohne wegblicken zu müssen. Sie flog sehr schnell. Die Kugel hinterließ eine weiße Rauchspur, die breiter war, als die Kugel selbst. Sobald die Kugel auftauchte, war die ganze Umgebung in ein unnatürliches Licht getaucht, und dieses Licht wurde nicht gleichmäßig stärker, sondern mit Schwankungen, mit wellenartigen Blitzen. Kein Geräusch, kein Donnern war zu hören, aber das unnatürlich schwankende Licht flößte einem Angst ein, Beklemmung.“

Ye. Sarychev, der von D.F. Landsberg am 11. Oktober 1921 in Kansk befragt wurde, sagte:
„Als das Geräusch ertönte, erschien eine Art Glühen am Himmel, es hatte eine runde Form, war etwa halb so groß wie der Mond, mit einer bläulichen Tönung, und es flog schnell von Filimonovo in Richtung Irkutsk. Das Glühen hinterließ eine Spur in Form eines blassen, bläulichen Streifens, die sich beinahe über seine komplette Flugbahn erstreckte und sich dann langsam vom Ende her auflöste. Das Glühen verschwand hinter dem Berg ohne nachzulassen. Ich kann die Dauer der Erscheinung nicht abschätzen, aber es dauerte ganz kurz. Das Wetter war vollkommen klar und es war windstill.“
Zum gleichen Zeitpunkt wurde im Süden des Krasnoyarsk Gebietes, 60 km nördlich von Minusinsk und 930 km vom Explosionsort entfernt, ein Himmelskörper beobachtet, der eine vollkommen andere Laufbahn beschrieb. Ungefähr zu dieser Zeit wurde auch ein Objekt in der Region der Nizhneye-Ilimskoye Siedlung gesichtet, 418 km vom Explosionsort entfernt. Zudem, so wurde verlässlich festgestellt, flog ein Objekt am Himmel über das Dorf Preobrazhenka, das am Nizhniaya (unteren) Tunguska Fluss liegt. Und all diese Objekte flogen in die gleiche Richtung – auf das gleiche Ziel zu: die von Shishkov und Kulik entdeckten Explosionsorte und den Krater, den Voronovs fand!

Das Bild, das durch die Augenzeugenberichte entsteht, macht deutlich, dass die Objekte, die von verschiedenen Orten in der Taiga aus gesichtet wurden, keine Meteoriten sein konnten. Es gab viele, und sie flogen auf verschiedenen Bahnen, aber alle auf ein einziges Ziel zu. Erstaunlicherweise waren die Wissenschaftler und Forscher, die zahllose Zeugen so intensiv befragten, nicht in der Lage, in deren Schilderungen irgendwelche Unterschiede zwischen dem Verhalten des Meteoriten und dem der „Zerstörer-Kugeln“ zu entdecken, die in großer Zahl aus unterschiedlichen Richtungen herbeikamen, um diesen zu vernichten. Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass der Flug eines Meteoriten durch die Atmosphäre immer sehr kurz dauert (eine Sache von Sekunden) und schnell geht (zwischen 6 und 22 km pro Sekunde), und auf einer geraden Laufbahn in einem Winkel zur Erdoberfläche verläuft, wobei er eine Spur aus Feuer und Rauch hinterlässt, die 200 bis 300 km lang ist und weit über zehn Minuten braucht, um zu verfliegen.

Die Berichte der Forscher und Erklärungen der Wissenschaftler sprechen von einem einzelnen Tunguska-Objekt. Doch die Augenzeugenberichte über das Ereignis selbst und die Belege, die von Forschern zusammengetragen wurden, verweisen hartnäckig darauf, dass dort mehrere Objekte am Himmel waren, die aus verschiedenen Richtungen kommend auf unterschiedlichen Flugbahnen unterwegs waren, aber vor allem, dass sie sich langsam bewegten, parallel zur Erdoberfläche, manchmal anhielten, Richtung und Geschwindigkeit änderten – mit anderen Worten manövrierten – was die Möglichkeit vollkommen ausschließt, dass es sich bei den Objekten um Kometen oder Meteoriten handelte. Meteoriten und Kometen fliegen nicht auf diese Art.

Tausende von Zeugen können sich nicht in dem, was sie gesehen haben, irren, zumal der Himmel an diesem Morgen wolkenlos war. Menschen, die in einem Radius von über 800 Kilometern um den Einschlagstelle des kosmischen Körpers lebten, beobachteten die ungewöhnliche Flugtätigkeit von riesigen, lodernden Objekten, die Funken sprühten und regenbogenartige Spuren am Himmel zeichneten. Der wichtigste Punkt ist jedoch, dass sie nicht alle ein und dasselbe Objekt sahen, sondern verschiedene „Zerstörer-Kugeln“, die sich in Bezug auf Aussehen und Verhalten voneinander unterschieden.

Nachdem die „Zerstörer“ hergestellt und aus den Schächten der Konstruktion herausgeschleudert worden waren, bewegten sie sich auf eine Art Kontrollpunkt zu, die Stelle, wo eine letzte Positionskorrektur stattfand, bevor der Meteorit zerstört wurde. An diesem Punkt ihres Fluges hielten die Kugeln inne, um ihre Flugbahn entsprechend der des herabstürzenden Meteoriten zu korrigieren, und dann rasten sie mit atemberaubender Geschwindigkeit und unter fürchterlichem Donnern los, um ihn abzufangen.

Es folgt der Bericht eines Zeugen, der im Dorf Moga am Nizhniaya Tunguska lebte, 300 km östlich der Explosionsstelle. Er wird in Yury Sbitnevs Buch „Echo“ zitiert und spricht für sich:
„... Ich erinnere mich gut an diese Zeit – ich war damals elf. Ich stand recht früh auf ... Es war klar und wolkenlos ... Unser Haus stand, wo es auch heute noch steht, auf einem Hügel. Ich bearbeitete die Sense.

Ich stand dort und hämmerte auf der Sense, aber das Geräusch schien woanders herzukommen. Ich erstarrte, und während ich lauschte, ging ein regelrechtes Dröhnen los. Der Himmel war vollkommen klar, keine einzige Wolke in Sicht. Damals gab es natürlich noch keine Flugzeuge oder Hubschrauber. Das lernten wir erst viel später kennen. Aber da war diese Dröhnen. Es war anders als ein Gewitter. Und es schwoll an, dröhnte immer lauter ...

Plötzlich stand eine zweite Sonne am Himmel. „Unsere“, wenn man das so sagen kann, schien mir in den Nacken, und diese strahlte in meine Augen. Ich konnte nichts sehen; alles wurde schwarz. Ich stürmte ins Haus, und diese neue Sonne schien durch das Fenster hier und wanderte am Ofen entlang.

Das Haus war so gebaut wie die meisten russischen Häuser an den nördlichen Flüssen, nämlich mit den Fenstern auf der Ost- und Südseite. Ein kleines Fenster ging Richtung Nordwesten, und diese „Sonne“ schien hindurch, und färbte die Wand des großen russischen Ofens tiefrot. Der Schein bewegte sich von rechts nach links, Richtung Osten. Und das normale Sonnenlicht drang durch die anderen Fenstern herein und schien auf die andere Seite des Ofens. Ich starrte mit offenem Mund auf diese Sonne, die durch das Fenster auf den Ofen schien. Nie zuvor hatte ich so etwas gesehen. Und das Geräusch dröhnte immer noch. Es hörte nicht auf. Mein Großvater saß auf der Ofenbank und begann, laut zu beten. Er betete und sagte zu mir: „Stiopa, bete mit! Betet alle mit! Es ist geschehen ... Es ist gekommen ... [Die Schamanen hatten die Menschen vor dem Ende der Welt gewarnt.]

Warum beten? Ich wollte fliehen, aber ich wusste nicht wohin. Das Geräusch war überall. Und eine lodernde Kugel bewegte sich auf uns zu. Sie kroch am Ofen entlang ... Und dann blieb sie stehen ...
Die brennende Kugel, die am klaren, wolkenlosen Himmel aufgetaucht war, näherte sich der Erde mit einem lauter werdenden Dröhnen. Sie wurde größer, glühte und war dann so voller loderndem Licht, dass man nicht mehr hinsehen konnte. In einem schwer festzumachenden Moment, wurde das schreckliche Dröhnen zu einem unablässigen Donnern, und die Kugel bewegte sich nicht mehr, stand über dem Boden, so wie die Sonne kurz vor Sonnenuntergang über dem Horizont steht. Es ist schwer zu sagen, wie lange sie so still stand, jedenfalls stand die feurige Kugel lange genug reglos da, um die Menschen mit ihrer Reglosigkeit zu beeindrucken. Ich hatte zuviel Angst, um aus dem Fenster zu blicken, aber ich konnte auf dem Ofen erkennen, das sie still stand. Dann setzte sie sich plötzlich ruckartig in Bewegung, raste über den Ofen und war verschwunden. Das Donnergeräusch war fürchterlich. Die Erde bebte. Ich stürzte zu Boden und die Scheibe in dem kleinen Fenster zerbrach, so als hätte sie jemand eingeschlagen ... Ich war nicht lange am Boden. Ich sprang auf und dachte: „Wo ist Großvater? Hoffentlich wurde er nicht umgeworfen!“ Er lag auf dem Bauch am Rand der Ofenbank und fragte immer wieder: „Stiopa, was ist das? Stiopa, was ist das?“ Er war nass und ganz, ganz bleich

... Ich glaube, die Erde bebte immer noch, der Boden unter meinen Füßen bewegte sich, oder aber meine Beine zitterten. Es war schrecklich!

...  Niemand verstand, wohin sie verschwunden war, diese Sonne. Einen Augenblick zuvor hatte sie noch geleuchtet. Und zwar so stark, dass alle Schatten sofort verschwanden. Und das Licht, das mit dem anderen Licht zusammentraf, raubte der Welt die vertrauten, schönen Formen. Alles, vom kleinsten Grashalm bis zur Zeder, wirkte plötzlich anders als es immer gewesen war. Die Farben verschwanden; und genauso die Dreidimensionalität der Welt, die Wärme, das Zarte. Unsere Welt war verschwunden ...“

Aus den Details in diesem Bericht kann man schließen, dass der Erzähler sich in der Nähe eines der Orte befand, an dem die „Zerstörer-Kugeln“ erzeugt wurden: mit anderen Worten nahe einer Energiesäule, die den „Zerstörer“ an die Erdoberfläche trug.

Der Bericht von Sbytnev enthält folgendes wichtiges Detail:
„Jemand sah zudem eine lodernde Säule, die von dem Feuerball herabführte, und einen Moment lang sah sie wie eine Art riesiger Baum mit einer runden brennenden Krone aus. Jemand sah auch, dass dieses tosende Lichtbündel einen weiteren Ball ausspie, wenn man das so ausdrücken will, der Richtung Osten raste. Andere versicherten jedoch beharrlich, dass es nur einen Ball gab, nämlich dieses Glühen, diese Sonne selbst, die sich schräg abwärts stürzte.

Viele sahen es, und es gibt viele verschiedene Versionen. Aber alle sind sich einig, dass der mysteriöse, lodernde Körper eine zeitlang stehen blieb und reglos über dem Boden verharrte. Und es war ein Donnern zu hören ... Und dann kam etwas wie eine Explosion – der Boden bebte und der Körper bewegte sich schnell weg, verschwand, und da war das gleiche Dröhnen, doch jetzt leiser werdend, und das Verblassen des lodernden Feuers – schwächer und schwächer, bis man es am weiten Himmel kaum noch erkennen konnte. Dann war es weg, und das Donnern wurde weniger, leiser und verschwand dann vollkommen ... Es war dort – und es flog weg“

Das Olonkho Epos

Einen Hagel aus Steinen ausspeiend,
Einen Blitz zum Zucken bringend,
Einen vierfachen Donner zum Krachen bringend
Hinter sich,
Flog Niurgun Bootur unbeirrt ...

Eine genaue Analyse von Olonkho führt zu einer wichtigen Schlussfolgerung. Einige Teile des Epos beschreiben ein Muster von Ereignissen, dass genau mit den einzelnen Phasen der Vorgänge übereinstimmt, die in bestimmten Abständen über der sibirischen Taiga ablaufen. So wird klar, warum der Text von Olonkho so erstaunlich genau mit den Augenzeugenberichten übereinstimmt. Hier sind ein paar weitere Zeilen aus Olonkho:

Aus einer Entfernung von drei Tagesreisen
Kann man den Rauch aufsteigen sehen
Der wie ein Pilz aufsteigt.
Das Land umher bedeckt
Mit Staub und Asche.
Der Rauch wirbelte
Dick und schwarz,
Stieg als dunkle Wolke zum Himmel auf
Und verdunkelte die Sonne.

In verschiedenen Jahrhunderten wurde dieses Szenario von Tausenden Menschen beobachtet. Unter den interessanteren Berichten zu diesem Phänomen befindet sich der des holländischen Botschafters, Baron de Bij, den I.V. Bogatyrev im staatlichen Marinearchiv der UdSSR fand:
„Am 2. (13.) April 1716, am zweiten Tag nach den Osterfeierlichkeiten, um etwa 9 Uhr abends erschien am klaren, wolkenlosen Himmel ein sehr heller Meteor, dessen langsame Entwicklung im Folgenden geschildert ist.

In nordöstlicher Richtung erhob sich zunächst eine sehr dichte Wolke vom Horizont, die nach oben hin spitz und am unteren Ende breit war. Sie stieg so schnell auf, dass sie in weniger als drei Minuten schon die Hälfte des Zenit erreicht hatte.

Im selben Moment, in dem die dunkle Wolke auftauchte, erschien im Nordwesten ein riesiger, strahlender Komet, der bis 12° über den Horizont aufstieg, und dann stieg im Westen eine weitere dunkle Wolke auf und bewegte sich auf die andere Wolke zu, die sich etwas langsamer näherte. Zwischen den beiden Wolken bildete sich ein helles Licht in Form einer Säule, das minutenlang stillstand, während die Wolke, die sich aus Westen näherte, sich mit sehr hoher Geschwindigkeit darauf zu bewegte und mit solch fürchterlicher Wucht mit der anderen Wolke kollidierte, dass durch den Aufprall eine breite Flamme emporschoss, begleitet von Rauch, während das Glühen von Nordosten bis nach Westen reichte. Der Rauch stieg bis zu 20° über den Horizont auf, mit den in alle Richtungen züngelnden Flammen gemischt, so als fände dort eine Schlacht vieler Armeen und Flotten statt.
Dieses wundersame Schauspiel dauerte in dieser besonders erstaunlichen Form eine volle Viertelstunde, dann schwächte es sich nach und nach ab und endete mit dem Erscheinen einer Menge heller Pfeile, die bis 80° über den Horizont aufstiegen. Die Wolke, die zuerst aufgetaucht war, löste sich auf. Dann verschwand die andere, so dass der Himmel um 10 Uhr wieder klar war, und die Sterne funkelten.

Niemand kann sich vorstellen, wie furchterregende es war, als die beiden Wolken zusammenstießen, als sie beide, wie es schien, durch den heftigen Aufprall zerschellten, und als sie dabei von einer Schar kleiner Wolken begleitet wurden, die mit enormer Geschwindigkeit Richtung Westen flogen. Die Flammen, die aus ihnen herausschossen, waren wie Blitze, ungewöhnlich hell und blendend.“

Das hochtechnisierte Genie hinter der Vorrichtung

Wenn man die Folgen der Explosionen analysiert, die vor 100 Jahren über der sibirischen Taiga stattgefunden haben, muss man der intelligenten Macht unendlich dankbar sein, die vor Tausenden von Jahren eine Vorrichtung erbaute, um unseren wunderschönen blauen Planeten und all seine Bewohner zu beschützen. Selbst der erste Zusammenprall, der stattfindet, wenn der Meteorit sich noch viele Kilometer über der Erde befindet, lenkt ihn soweit von seiner Bahn ab, dass alles Weitere, all die Auswirkungen der Explosionen, die den Meteoriten zerstören, weit weg von dicht besiedelten Gegenden in einem weniger gefährdeten Gebiet geschieht.

Teil II der Tunguska-Reportage erscheint in der nächsten Ausgabe des NEXUS Magazins.


Kommentare

Kommentar von Ireneusz Cwirko (15. Dezember 2010, 21:16 Uhr)

Ich möchte darauf hingewiesen haben, dass viele geophysikalische Prozesse gar nicht mit dem Zustand des Inneren der Erde zu tun haben, sondern umgekehrt auf die äußeren kosmischen Einflüsse zurückzuführen sind. Zu den besonders Wichtigen für die Menschen gehören Erdbeben und Vulkanausbrüche.

Warum? Das habe ich auf meiner Internetseite dargestellt:

www.cwirko.de

Jetzt möchte ich hinzufügen, dass der gleiche Mechanismus auch im Falle der Tunguska-Katastrophe die Ereignisse erklären kann.

Dazu müssen wir uns vor Augen führen, dass dieses Ereignis mit einer Sonnenfinsternis in Zusammenhang stand.

eclipse.gsfc.nasa.gov/SEgoogle/SEgoogle1901/SE1908Jun28Agoogle.html

Diese Sonnenfinsternis vom 28.06.1908 würde alleine nicht ausreichen, um den Untergrund der Erde so zu erhitzen, dass das Methan aus dem sibirischen Morast quasi ausgekocht wurde. Sie fand sowieso nicht in Sibirien statt, aber diese spezifische Lage zwischen Mond, Erde und Sonne wurde von noch einem weiteren, sehr seltenen Ereignis begleitet, nämlich von einer Stellung der Planeten Merkur, Venus, Erde und Uranus in einer Linie, und was noch wichtiger war, auf einer gemeinsamen Ebene. In diese Ebene hat sich zusätzlich auch der Mond geschoben.

Man kann sich das Ganze mit diesem kleinen Simulationsprogramm anschauen:

www.fourmilab.ch/cgi-bin/Solar

Man muss nur das Datum einstellen, also 28.06.1908, und die Orbits auf „gleich“ setzen (dann wird es übersichtlicher) und "update" drücken.

Das hat aber zu Folge gehabt, dass es eine extreme Verstärkung der Oszillationen der Materie gab. Zufällig war in diesem Moment ausgerechnet Sibirien auf der Linie, die diese sechs Himmelskörper verbunden hat. Sofort wurde die Materie der Erde in diesem Bereich extrem schnell erhitzt, so dass Unmengen von Methan aus dem Moor austraten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich dieses explosive Gemisch entzünden würde.

Natürlich darf man sich die Verstärkung der Raumoszillationen nicht zu einfach vorstellen. Es ist ein komplizierter Vorgang von Interferenzen der Oszillationen, die von jedem Himmelskörper ausgesendet werden.

Es kommt auf die Summe der Interferenzen an, und die war am 30.06.1908 ausgerechnet in Sibirien besonders hoch.

Auch hat es das Gebiet getroffen, in dessen Untergrund Unmengen an Methan im Permafrost, aber auch in den unzähligen Tümpeln, in Form von Methanhydrat, lagerten, das aber so nahe der Erdoberfläche sehr instabil ist. Aufgrund der Jahreszeit war die Grenze des Zerfalls von Metanhydraten erreicht und schon eine geringfügige Erhöhung der Temperatur konnte zur Überschreitung führen - und damit zur Freisetzung des Methans. Und tatsächlich hat das Moor der Tunguska so ausgeschaut, als ob es zum kochen gebracht wurde. Wenn man berücksichtigt, dass 1m³ Eis ca. 164m³ Methan freisetzen kann, kann man sich auch vorstellen, welche unglaublichen Mengen an Methan auf einen Schlag freigesetzt wurden.

Die Zündung erfolgte mehrere hundert Meter über der Erdoberfläche aufgrund eines Blitzes.
Dabei kam es tatsächlich zuerst zu einer Implosion, der aber gleich eine Druckwelle folgte. Deswegen die so symmetrische Lage der geknickten Bäume.

Als spätere Folge kam es danach zu einer Serie von Erdbeben und schweren Vulkanausbrüchen, bis die Erde nach ein paar Jahren zu thermischem Gleichgewicht zurückkehren konnte.


Kommentar von Mario Eck (13. Mai 2012, 19:54 Uhr)

Frage? Warum wird dort wo dieses ereigniss statt gefunden hat nicht weiter geforscht? Oder dürfen wir normalen Bürger nichts davon mitbekommen? Grüsla mario


Kommentar von Alex Rain (10. Dezember 2012, 21:08 Uhr)

Ich habe gerade einen Bericht der A.A.S über dieses Thema gesehen (Jakutien,Tahl des Todes , Metallene Strukturen ,Kesselförmig ca.4- 9 meter Durchmesser),und nachdem ich hier den Bericht gelesen habe kann ich nur sagen das ohne genügend Geldmittel eine weitere Erforschung der Region und der Strukturen dort zu Gefärlich ist ............aber wann bekommt man schon die Gelegenheit eine Verteidigungsanlage von Ausserirdischen zu untersuchen ......


Kommentar von Paul user (08. Februar 2013, 15:54 Uhr)

nach all den fakten die gesammelt wurden sind könnte man da nicht eine ungefähre lagebestimmung der unterirdischen gebilde machen oder zuminderst von einigen der türmen? Und warum hat noch neimand versucht danach zu graben und sie zu untersuchen oder hat man das schon und die kupferartigen kessel die nichtmal ein kratzer bekommen haben waraus sind die? schaut sich die etwa keiner an? Mann könnte daraus unglaubliche erkenntnisse gewinnen z.b was für eine energiequelle benutzten sie? und und und...


Kommentar von Paul user (08. Februar 2013, 15:56 Uhr)

ich meine für soetwas wichtiges findet man doch locker geldgeber


Kommentar von Rolf (15. April 2013, 19:30 Uhr)

Seit den 60ern befasse ich mich mit diesem Thema. Unter
rolfrost.de/tunguska.html

eine kleine Zusammenfassung mit einer kritischen Betrachtung der Tunguska Forschung.

Viele Grüße!


Kommentar von Redaktion (16. Juli 2013, 18:25 Uhr)

An alle, die nach weiteren Untersuchungen der Metalltöpfe gefragt haben: In der Twilight Zone der kommenden NEXUS-Ausgabe (48) bringen wir einen kurzen Artikel, der eine aktuelle Expedition (2012) ins "Tal des Todes" beschreibt.


Kommentar von Benjamin (31. Juli 2013, 12:27 Uhr)

Ich habe diesen Artikel gelesen und bin nun im Internet zufällig auf ein Video gestoßen, das ab Minute 26:06 scheinbar genau das hier beschriebene Abwehrsystem in Aktion zeigt!

www.youtube.com/watch?v=iOqOPk97TPo


Kommentar von Benjamin (01. August 2013, 16:36 Uhr)

Was ich mich im Zusammenhang mit diesem Artikel frage, ist, wenn es dieses Abwehrsystem tatsächlich gibt (und Indizien scheinen die Vermutung ja nahe zu legen), warum kam es dann nicht beim Tscheljabinsk-Meteoriten zum Einsatz? Es gibt ja sehr sehr viele Videoaufzeichnungen von diesem Meteoriten, jedoch sind auf keinen Aufnahmen die hier beschriebenen "Zerstörerkugeln" zu sehen!

Es gibt zwar eine Aufnahme im Internet, die bei verändertem Kontrast eine Rakete oder ähnliches zu offenbaren scheint, welche den Meteor von hinten trifft, aber es zeigt dennoch nicht das hier beschriebene!

Entweder gibt es das System also nicht ODER es ist mittlerweile defekt ODER es hat an diesem Tag versagt ODER es "wusste", dass von diesem Meteoriten keine unmittelbare Gefahr für den Planeten ausgeht... Wer weiß das schon, ich jedenfalls nicht, aber ich bin ein offener Mensch und halte grundsätzlich erstmal alles für möglich...


Kommentar von Dr. Gernot Spielvogel (30. März 2014, 16:27 Uhr)

....Tunguska, okay, das Problem ist gelöst, "Sonnenbomben Die Lösung des Tunguska-Rätsels" Hesper Verlag, amazon, Kopp Verlag, Weltbildverlag,
Demnächst Artikel in der raum&zeit, wer es kurz mag.
www.forschungszentrum-atlantida.de

Grüße
Dr. Gernot Spielvogel


Kommentar von Rolf (24. August 2014, 09:44 Uhr)

Der interessanteste Parameter ist die Flugphase, denn daraus lassen sich wichtige Schlussfolgerungen ziehen für den Ablauf des Ereignisses (Felix Siegel, A. Solotov).

Viele namhafte Forscher ignorieren jedoch diesen Parameter und stellen einfach nur Behauptungen auf. Tatsächlich ist es so, dass anhand der vielen Zeugenaussagen die Geschwindigkeit des Tunguska Körpers mit 0,5 bis 1,5 Kilometer pro Sekunde ziemlich genau bestimmt werden kann.

Demzufolge war der Anteil der kinetischen Energie nur gering. Ein anderer Aspekt ist, dass der Anflug des TK über eine sehr große Strecke von über 900 Kilometer in den untersten Schichten der Atmosphäre erfolgte und dass es den Überschallknall gab. Derartige ballistische Druckwellen haben auch im Fall Tunguska Zerstörungen angerichtet, die vergleichsweise gering gewesen sind, jedoch ebenfalls von zahlreichen Zeugenaussagen bestätigt wurden.

So sind die Zerstörungen des Meteors von Tscheljabinsk nur auf ballistische Druckwellen zurückzuführen, die bekanntlich dann auftreten, wenn ein fester Körper mit hoher Geschwindigkeit in unteren Schichten der Atmosphäre unterwegs ist, wobei der Meteor von Tscheljabinsk aufgrund seiner Geschwindigkeit auseinandergebrochen ist und dabei keine weitere Energiemengen freigesetzt wurden.

Wesentlich im Vergleich des TK mit dem Meteor von Tscheljabinsk sind allenfalls die ballistischen Druckwellen und keinesfalls die Geschwindigkeiten oder gar die freigesetzten Energiemengen.

Zeugen des Tunguska-Ereignisses beschreiben eher die extrem lange Flugphase eines militärischen Marschflugkörpers, als ein kosmisches Objekt. Tatsächlich sind bis heute keine kosmischen Körper bekannt, die solche Flugeigenschaften aufweisen, wie der Tunguska Körper (Felix Siegel).

Rolf


Kommentar von Rolf (24. August 2014, 10:07 Uhr)

Energetische Betrachtungen
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Es macht keinen Sinn, einen Körper, welcher mit der Energie von 1000 Bomben Richtung Erde unterweg ist, in 10 Kilometer Höhe zu vernichten, weil die zu erwartenden Zerstörungen genauso groß sind, wie im Falle, dass dieser Körper auf der Erdoberfläche explodiert.

Insofern halte ich die Hypothese mit dem Abwehrsystem zwar für interessant aber nicht für schlüssig. Schlüssig wäre, wenn ein solches Abwehrsystem potentielle Gefahrkörper weit außerhalb der Erdatmosphäre abfängt und in sicherer Entfernung gezielt vernichtet, keinesfalls jedoch in 10 Kilomter Höhe.

Der Eintrittspunkt des Tunguska Körpers in unsere Atmosphäre ist ebenfalls unbestimmt. Die ersten Sichtungen am 30.6.1908 gab es in der Region des Baikal-See (900 Kilometer entfernt von Wanowara) und es ist nicht auszuschließen, dass der TK eine noch viel weitere Strecke in der Atmosphäre zurückgelegt hat am besaglichen Tag.

Hypothetisch also, beim Tunguska Körper von einem Kosmischen Körper zu reden, denn ist überhaupt nicht erwiesen, dass der TK aus dem Kosmos zu uns kam.


Kommentar von bla (04. November 2018, 14:04 Uhr)

was ein scheiss. rolf's seite (er beschäftigt sich seit über 30 jahren mit dem phänomen) ist offline, benjamin's link zu youtube zeigt nur 3 lichter am himmel - wird aber als abwehrsystem erklärt - etc.
ist halt so, wenn man exhibitionistisch veranlagt ist, aber unter dem mantel nichts zu zeigen hat. lol


Kommentar von Rolf (11. Mai 2019, 15:33 Uhr)

Die Zerstörung eines Meteors innnerhalb der Atmosphäre macht keinen Sinn, weil sich damit die Energiefreisetzung vervielfacht! Das heißt, daß daraus eine viel größere Zerstörung resultieren würde als eine Solche die vom Einschlag selbst verursacht würde.

Was Tscheljabinsk betrifft: Der Eindringling ist auseinandergebrochen weil er dem Staudruck nicht mehr standhalten konnte. Das war also keine Explosion, der Kracher war lediglich das Resultat der ballistischen Welle: Ein Überschallknall. Eine Explosion hingegen hätte anders ausgesehen, da wären nämlich die Fragmente schneller weggeflogen als sie gekommen sind. In Fakt wurde nichts dergleichen beobachtet.

MFG

Meine Seiten zum Thema: rolfrost.de/tunguska mit dem ich mich seit Ende der 60er Jahre befasse.