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Twilight Zone: Ein Leitfaden zum Umgang mit bösartigen Wesenheiten

wesenEs gibt in der geistigen Welt Wesenheiten, für die Angst und Furcht, die von Menschen ausströmen, wie eine willkommene Nahrung sind. Wenn die Menschen nicht Angst und nicht Furcht haben, dann hungern diese Wesen [...] Strömt der Mensch Furcht und Angst und Kopflosigkeit aus, dann finden diese Wesen eine willkommene Nahrung, und sie werden mächtiger und mächtiger. [...]


[...] Das sind feindliche Wesen für den Menschen. Alles, was sich nährt von negativen Gefühlen, von Angst, Furcht und Aberglauben, von Hoffnungslosigkeit, von Zweifel, das sind in der geistigen Welt dem Menschen feindliche Mächte, die grausame Angriffe auf ihn führen, wenn sie von ihm genährt werden. Daher ist es vor allen Dingen notwendig, dass der Mensch, der in die geistige Welt eintritt, vorerst sich stark mache gegen Furcht, Hoffnungslosigkeit, Zweifelsucht und Angst. Das sind aber gerade die Gefühle, die so recht moderne Kulturgefühle sind, und der Materialismus ist geeignet, weil er die Menschen abschneidet von der geistigen Welt, durch Hoffnungslosigkeit und Furcht vor dem Unbekannten diese dem Menschen feindlichen Mächte gegen ihn aufzurufen.“

Rudolf Steiner: „Die Erkenntnis der Seele und des Geistes“, Berlin, 1907, S. 145

In psychedelischen Kreisen wird viel darüber debattiert, ob es autonome Wesenheiten der anderen Art gibt – Wesen, denen viele Menschen begegnen, wenn sie DMT rauchen, Ayahuasca trinken oder psychoaktive Pilze in hohen Dosen zu sich nehmen. Die Frage, ob solche Wesenheiten unabhängig von uns existieren oder nicht, habe ich mir nur ganz am Anfang meines tiefen Eintauchens in diese Zustände gestellt.

Ich denke, sobald man einmal über die Leugnungen des pseudorationalen Verstandes mit all seinen uneleganten, häufig umständlichen Erklärungen hinausgelangt ist, kommt man zu einer Akzeptanz dieser erlebten Realität. Denn dort erscheinen einem ständig solche Wesenheiten. Man kann sie sogar berühren, und mitunter vermitteln sie einem tiefe Weisheiten, führen Operationen an einem durch oder sehen entwickelter und komplexer aus als alles, was man bisher im Leben gesehen hat. Meiner Meinung nach muss irgendwann jeder an den Punkt kommen, an dem er erkennt, dass so präzise, stimmige und bedeutungsvolle Erfahrungen von Verbundenheit und Kommunikation unmöglich alleine der Fantasie zugeschrieben werden können.

Manche Menschen sprechen von solchen Wesen, als ob sie „Elfen“ wären, oder glauben, dass sie nur im Rahmen einer DMT-Erfahrung existieren.

Doch diejenigen von uns, die die Räume und Orte betreten haben, die Tryptamine uns eröffnen, begreifen, dass DMT uns einfach Zugang zu einer erweiterten Existenzökologie verschafft, die uns in unserem Normalzustand verschlossen bleibt.

Manche Menschen glauben nicht an solche Wesenheiten, denn das widerspräche ihrer Vorstellung von dem, was rational und logisch ist. Andere befürchten, sie würden in einen abergläubischen, primitiven und prärationalen Zustand geraten, wenn sie die Existenz solcher Wesenheiten für real hielten.

Der Schamanismus der meisten traditionellen Kulturen befasst sich mit bösartigen (schadenstiftenden) Geistern oder Wesenheiten, die aus schamanischer Sicht mit der physischen Welt interagieren. In nahezu allen traditionellen Kulturen der Menschheitsgeschichte glaubte man an deren Existenz. Deshalb gab es bestimmte Menschen, beispielsweise Schamanen, deren Aufgabe darin bestand, Menschen vor solchen Wesen zu schützen. Daher rührt auch die Praxis der Tier­opfer, die dem westlichen Verständnis eher fremd ist.

Nach moderner westlicher Tradition müssen solche Wesenheiten – auch „Dämonen“ genannt – jedoch einer primitiveren, abergläubischen Gedankenwelt zugeschrieben werden. Demnach kann es sich hier nur um Projektionen des eigenen Schattens handeln, also um eine Leugnung seiner Schattenseiten, die zu deren Externalisierung führt, oder ganz einfach um eine „verrückte“ (und damit nicht beachtenswerte) Wahnvorstellung.

Ich weiß die Sichtweise durchaus zu schätzen, die uns auffordert, Verantwortung für unsere Handlungen und unseren eigenen Schatten zu übernehmen, denn sie bringt die Menschen dazu, an sich selbst zu arbeiten. So wie ich die Situation sehe, handeln viele Menschen allerdings grundsätzlich nicht auf der Grundlage eines klaren Verstandes, ja nicht einmal ihres eigenen Verstandes. Mit dieser Ansicht stehe ich nicht alleine da. Mir ist nicht daran gelegen, die Menschheit in Zeiten zurückkehren zu sehen, in denen alles, was in der menschlichen Welt falsch lief, Dämonen oder Mächten des Bösen in die Schuhe geschoben wurde. Trotzdem halte ich es für durchaus nützlich, zu sehen und zu begreifen, dass die Menschheit von anderen Bewusstseinselementen tiefgreifend beeinflusst wird.

Sobald wir das anerkennen können, besteht unsere Aufgabe meines Erachtens darin, herauszufinden und zu verstehen, auf welche Weise diese Kräfte die Menschheit beeinflussen.

Züchter oder Zuchtvieh?

Das kniffligste Problem sehe ich darin, dass diese bösartigen Wesenheiten einem nicht erzählen, wer oder was sie sind und was sie tun. Erst wenn man mit ihnen interagiert oder mit ihnen kämpft, bekommt man allmählich eine Vorstellung davon, wer und was sie sind und warum sie existieren. An und für sich kann man diese Wesenheiten ebenso wenig als „böse“ bezeichnen wie Löwen – außer wenn man eine Gazelle oder Antilope ist. Wir sollten uns einmal überlegen, wie es den Antilopen oder Gazellen ohne Raubtiere erginge. Raubtiere holen sich zu allererst die langsameren Tiere und stärken damit insgesamt die körperliche Leistungsfähigkeit der Spezies. Wir leben in einer Welt, in der jeder gegen jeden kämpft, und viele Tiere brauchen andere Tiere als Nahrung, um zu überleben. Leben nährt sich von Leben. In der Natur sind wir Menschen nur durch wenige Raubtierarten gefährdet, und keine davon ernährt sich ausschließlich von Menschen.

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