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Wille & Vorstellung: Michael Kent will mehr wissen & besser leben
Herr Kent, Sie feiern mit Ihrer Kent-Depesche 25-jähriges Jubiläum und 800 Ausgaben. Bis heute sind Sie Ihrem Motto „Mehr wissen – besser leben“ treu und publizieren verschwiegene Fakten, die die etablierte Weltsicht infrage stellen, zeigen aber auch neue Wege auf. Wie sind Sie dazu gekommen, die Kent-Depesche aus der Taufe zu heben – was waren Ihre ursprünglichen Beweggründe?
- Eigentlich war ich damals an einem Punkt im Leben, an dem ich endlich meiner Berufung folgen wollte: Ich bin ja eigentlich Komponist, habe eine klassische Ausbildung, Studio- und Banderfahrung. Dann hatte ich aber kurz zuvor mein Buch „Psychopolitik“ herausgegeben – und erhielt Leserzuschriften. Viele! Die Themen sprudelten nur so herein. Und ich entschied, sie wieder hinauszugeben, denn vieles davon empörte mich regelrecht. Ich dachte mir ständig:Das müssen die Leute doch wissen!
- Außerdem wollte ich den ganzen Kram aus meinem Kopf haben. Meine Hoffnung war damals: „Ich schreibe mir jetzt mal fünf, sechs Jahre lang alles aus dem Kopf – unddannmache ich endlich Musik.“ So reifte 2000 die Idee einer Zeitschrift heran, und am 1. März 2001 erschien die Nr. 1. Blöd nur, dass aus den fünf, sechs Jahren dann 25 wurden. :-) Jetzt bin ich ein alter – nein, Verzeihung – „gereifter“ Mann, als Komponist aber aktiver denn je. Die Depesche gibt es trotzdem noch. Und wird es auch noch eine Weile geben.
- Welche Ziele haben Sie sich mit der Depesche gesteckt?
- Anfangs sternenhohe. Irgendwann aber fand ich heraus, dass gesellschaftliche Entwicklungen leider „etwas“ mehr Zeit in Anspruch nehmen. Heute will ich also nicht mehr die Welt retten. Das darf sie schön selber machen! Die wäre ja sauer, wenn ich ihr alle Probleme wegnehmen würde. Heute habe ich ein anderes Ziel: positive Impulse in die Welt zu sprenkeln, Menschen zu stärken, ihnen etwas mitzugeben, das ihnen im Alltag nützt, Hoffnung schenkt, sie aufbaut und motiviert. Ich glaube inzwischen nämlich, dass Veränderungen selten in Hollywood-Helden-Manier entstehen, sondern durch viele kleine Impulse. Wenn die Depesche davon ein paar liefern kann, bin ich zufrieden.
- Was haben Sie in den 25 Jahren Ihrer Tätigkeit erreicht?
- Das fragt man am besten die Menschen, deren Leben durch die Depesche einen anderen Weg genommen hat. Ich darf aber zwei, drei Beispiele anführen, die mir von den Betreffenden erst kürzlich selbst bestätigt wurden. So schrieb mir eine der bekanntesten Permakultur-Expertinnen Deutschlands neulich, ich möge bitte nicht vergessen, dass sie durch die Depesche überhaupt erst zur Permakultur gekommen sei. Ein renommierter Vertreter und Seminaranbieter von Dr. Hamers Medizin fragte mich vor einiger Zeit, ob ich eigentlich wisse, warum er diesen Karriereweg eingeschlagen habe … Ein anderer Leser war einst Führungskraft in einem Chemie- und Pharmakonzern. Heute ist er hauptberuflich sehr erfolgreicher Impfaufklärer.
- Welches sind die für Sie wichtigsten drei Themen, von denen Sie sagen würden: Das muss wirklich jeder wissen, denn es würde die Welt verändern – aber leider tun es noch viel zu wenige?
- Bitte gestatten Sie mir, dass ich diese wichtige Frage ein wenig ausweite, denn für mich sind es fünf Themenbereiche, die alle ähnlich wichtig sind und zusammengehören wie Reisender, Zug, Gleis, Reise und Ziel – erst zusammen ergibt alles einen Sinn.
- Den ersten Bereich nenne ich Geschäft mit dem Chaos. Die Welt ist nicht so gefährlich, wie sie dem Medienkonsumenten oft erscheint. In der echten Welt lauern nicht überall Bedrohungen, Terroristen, gefährliche Viren oder der Weltuntergang. Unser Blick auf die Welt wird jedoch durch eine permanente Kulisse aus Bedrohungen gelenkt. Menschen können sich aber nicht entwickeln, wenn sie in permanenter Angst leben. Deshalb gehört es für mich zu den wichtigsten Aufgaben alternativer Medien, unnötige Ängste abzubauen und den Menschen wieder mehr Gelassenheit und Zuversicht zu vermitteln.
- Beim zweiten Bereich handelt es sich um ganzkonkrete Hilfen fürs Leben: Wie findet man einen guten Arbeitsplatz? Wie eine bezahlbare Wohnung? Wie verbessert man Beziehungen? Wie gestaltet sich Kindererziehung glücklicher? Wie überwindet man das ewige Auf und Ab des Lebens? Anders ausgedrückt: Wissen ist schön. Noch schöner ist es, wenn es das tägliche Leben tatsächlich verbessert. Denn nur Menschen, die im Leben auf einem stabilen Fundament stehen, können sich auch spirituell weiterentwickeln.
- Der dritte Bereich ist körperliche Gesundheit.Auch hier dominiert das Geschäft mit der Angst. Wer krank ist, ist abhängig. Deshalb halte ich Wissen und Eigenverantwortung für den entscheidenden Schlüssel zu echter Gesundheit – und diese wiederum für eine Voraussetzung spiritueller Weiterentwicklung.
- Innere Freiheit: Die Welt wird sich nur verändern, wenn der Einzelne sich verändert. „Wenn einer heilt, wird Welt befreit“ dichtete ich in meinem Lied „Seelenarchiv“. Hier geht es darum, mentale Glaubensmuster, alte Schmerzprägungen, übernommene Persönlichkeitsanteile anderer usw. zu erkennen und Schritt für Schritt aufzulösen, letztlich also um die Arbeit am eigenen Selbst. Jede Tradition hat dafür ihre eigene Sprache gefunden. Ich nenne es ganz einfach: die beste Version seiner selbst zu werden. Hierzu bieten wir immer wieder auch praktische Übungsseminare an – deutschlandweit.
- Gesellschaftliche Verantwortung: An guten Projekten und Ideen zur Lösung großer Menschheitsprobleme herrscht aus meiner Sicht kein Mangel. Ich selbst habe viele davon in meinem Themenheft „Die Lösung der wesentlichen Menschheitsprobleme“ beschrieben – von Politik, Geldwesen und Energie bis hin zur Wüstenbegrünung. Die eigentliche Frage lautet für mich jedoch: Warum kommen wir trotzdem nicht voran? Weil wir meist am falschen Ende beginnen. Wer noch mit den Herausforderungen des eigenen Lebens ringt, wird kaum die Welt verändern können. Deshalb bilden die ersten vier Bereiche das Fundament. Nur wer auf einem soliden Fundament steht, kann auch tragfähige Lösungen für die Gesellschaft entwickeln und verwirklichen.
- Warum sollten andere Menschen die Depesche lesen – was unterscheidet sie von anderen Zeitschriften auf dem Markt?
- Das müssen letztlich die Leser entscheiden. Ich habe nie versucht, eine Marktlücke zu finden oder mich von anderen Zeitschriften abzugrenzen. Ich schreibe seit 25 Jahren einfach über diese fünf Themenbereiche – oder besser: Grundlagen –, die ich für wesentlich halte. Wenn jemand sagt: „Danach habe ich gesucht“, dann freue ich mich. Ich glaube nicht, dass eine Zeitschrift für alle geschrieben sein muss.
- Die Depesche setzt sich für gesellschaftlichen Wandel ein. Wo sehen Sie das größte Defizit im herkömmlichen, orthodoxen Weltbild bzw. dem, was man als „Mainstream“ bezeichnet?
- Im Verfall der Werte. Wissen, Technik und Wohlstand allein machen eine Gesellschaft nicht menschlicher. Am Ende entscheidet der Charakter des Einzelnen. Deshalb haben wir versucht, einen kleinen Beitrag zur Wiederentdeckung zeitloser Werte zu leisten, indem wir unseren Sammelband „Der Ritter-Kodex“ herausgegeben haben. Den habe ich übrigens auch vertont (CD). Und wie Hörer sagen, mit ziemlich schönen Liedern.
- Innerhalb der Alternativszene grenzt man sich gern vom „Mainstream“ ab. Sie publizieren zum Beispiel kritische Artikel zu Klimawandel-Ideologie oder Windrädern. Sehen Sie denn auch förderliche Bewegungen innerhalb des Mainstreams, die Sie befürworten?
- Es fällt mir schwer, „förderliche Bewegungen“ zu sehen. Was ich aber sehe, sind unzählbar viele wundervolle Menschen, die gute Absichten haben und sich weit über das Normale hinaus engagieren. Großartigkeit ist keine Frage des Mainstreams oder der Alternativszene. Sie ist immer individuell.
- Was verstehen Sie unter „besser leben“? Wie sieht Ihre Version der „besseren“ Welt aus, wenn nicht so, wie jetzt? Was müsste sich ändern?
- Es geht nicht um meine Version. Derartiges würde ich mir nie anmaßen! Was ich aber beim Blick in die Welt sehe, sind erstaunlich wenige wahrhaft glückliche Gesichter. Fahren Sie doch spaßeshalber morgens einmal mit der U-Bahn durch eine Großstadt und schauen Sie die Menschen an. Ich glaube, vielen fehlt nicht der Wille zum Glücklichsein, sondern ein gangbarer Weg dorthin!
- Was ist Ihrer Meinung nach die entscheidende Idee, die sich in der Gesellschaft durchsetzen müsste, um einen größeren Wandel einzuleiten?
- Damit es zu Verbesserungen kommt, müssen die Menschen zunächst einmal ein Verlangen nach Verbesserung verspüren (wer überzeugt ist, alles wäre in bester Ordnung, wird kaum etwas verändern wollen) – dabei darf man ihnen durchaus – sanft – auf die Sprünge helfen. Ein kleiner Schubs kann manchmal nicht schaden. Auch das ist eine wichtige Aufgabe alternativer Medien.
- Welche drei konkreten Dinge könnte jeder, der diese Zeilen liest, sofort umsetzen, um die Welt zum Positiven zu verändern?
- Erstens: Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit weg von den üblen Begebenheiten der Gegenwart und stattdessen hin auf die Erschaffung von Neuem, Gutem, Positivem. Zweitens: Wählen Sie jeden Tag einen Mitmenschen aus, dem Sie – aufrichtig! – sagen, was an ihm richtig, gut und bewundernswert ist. Drittens: Ziehen Sie das Folgende einen Tag lang einmal total konsequent durch: Sagen Sie nicht „Ja“, wenn Sie „Nein“ denken, und nicht „Nein“, wenn Sie „Ja“ meinen.
- Was bestärkt Sie bei Rückschlägen? Was gibt Ihnen Kraft, das Projekt „Depesche“ weiter voranzutreiben?
- Wie kann man Sie und Ihre Arbeit unterstützen?
- Danke, dass Sie das fragen! Wir haben da etwas, das wir „S-Depeschen“ nennen. Das steht für „Sonder-“ oder „Streu-Depeschen“. Wenn jemandem ein Heft gefällt, kann er ein Bündel davon zum Selbstkostenpreis bestellen, um sie beispielsweise bei Veranstaltungen auszulegen.
Wer noch mehr tun möchte, unterstütze bitte unseren Verein, mit dem wir das Wissen aus inzwischen rund 800 Depeschen kostenfrei online für die Nachwelt verfügbar machen.
Ganz besonders freue ich mich über jeden, der in meinem Musik-Abo dabei ist. Dort bekommt man jeden Tag per E-Mail ein neues Stück von mir. Wie schrieb mir neulich ein Hörer: „Mit Deiner Musik kannst Du etwas erreichen, das Du mit der Depesche nie erreichen kannst. Die Depesche spricht das Denken an. Aber die Musik geht direkt ins Herz.“
- Welche Ziele haben Sie als Nächstes ins Auge gefasst?
- Haha! Irgendwann möchte ich noch einen Roman schreiben. Wissen Sie, ich meine so ganz frei von der Leber weg, wo man nicht ständig aufpassen muss, ob man das heute noch so sagen darf oder nicht. Einfach direkt auf die Zwölf! „Ist ja nur ein Roman“, wenn Sie verstehen …
- Wo sehen Sie die Gesellschaft in 50 Jahren? Haben Sie Hoffnung?
- Ab-so-lut! Absolut habe ich die! Eigentlich ist es nicht nur Hoffnung, sondern fast eine Art Gewissheit – hätte ich die nicht, würde ich keine Depeschen schreiben. Man muss sich allerdings damit abfinden, dass gesellschaftliche Entwicklungen längere Zeiträume erfordern. 50 Jahre sind da gar nichts. „Opa“, werden meine Urururenkel dann zu meinem Urenkel sagen, „jetzt übertreibst Du aber mal wieder! So schlimm kann das damals doch unmöglich gewesen sein!“
- Vielen Dank für das Gespräch!
- Ich habe zu danken. Und weiterhin viel Erfolg für Ihre Arbeit, die ich sehr schätze!
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