Der Tod ist nicht der Tod: Instrumentelle Transkommunikation als Draht zur Ewigkeit

ITK_Teaser1959 fing der Schwede Friedrich Jürgenson auf einem Tonbandgerät Signale ein, die sich als die Stimmen Verstorbener zu erkennen gaben. Seitdem hat das Gebiet der „instrumentellen Transkommunikation“ immer wieder neue Forscher angezogen. Wenn auch die Herkunft der Stimmen aus wissenschaftlicher Sicht weiterhin spekulativ bleibt, so ist ihre Botschaft doch eindeutig: Es geht ihnen um einen Bewusstseinswandel der Menschheit.

Die Stimmen wahren ihr Geheimnis

Wo nun kommen die Stimmen her? Sind es tatsächlich Botschaften von „drüben“, aus einer Welt jenseits der unseren? Die Parapsychologie hält, grob gegliedert, zwei Erklärungsansätze bereit, den animistischen und den spiritistischen. Das animistische Lager sieht die Ursache der „Stimmen“ in der menschlichen Psyche, also im Experimentator selbst, angesiedelt, wohingegen die spiritistische Seite ein „Jenseits“ als Quelle betrachtet. Auf die Schwierigkeiten der animistischen Argumentation weisen Andreas / Kilian hin:

„Da [der Animist] alles aus der menschlichen Psyche erklärt, muss er dem viel strapazierten Unbewussten jetzt unterstellen, dass es vielsprachige Automatismen bildet und sie mittels telekinetischer Energie an die elektronische Tonbandaufnahmeapparatur weitergibt. Er müsste weiter unterstellen, dass das unbewusste Gedächtnis des Experimentators und anderer Teilnehmer die persönlichen Namen, Kosenamen und Lebensdaten liefert, mit denen die ‚Stimmen‘ sich oft zu erkennen geben.

Ferner müsste man annehmen, dass das Unbewusste die Gedanken des zu ihm gehörenden Gehirns ‚mitliest‘ und sich einen Spaß daraus macht, sich sozusagen selbst die Zukunft vorauszusagen […].“116

Angesichts einer solch kuriosen These erscheint ein transzendenter Ursprung des Stimmenphänomens vergleichsweise vernünftig. Locher lehnt die animistische Theorie u. a. mit dem Argument ab, dass sich oft Stimmen bzw. Bilder von Personen manifestierten, die dem Experimentator bis dahin nicht bekannt seien.117

Eine dritte Möglichkeit – die Einwirkung von außen mit Hilfe herkömmlicher technischer Methoden, sprich: Betrug – konnte durch ein Experiment im Faraday-Käfig ausgeschlossen werden, dass am 26. März 1971 im abgeschirmten Labor der Firma Belling & Lee im britischen Enfield durchgeführt wurde. Anwesend waren der Physiker und Elektroingenieur R. T. Lovelock sowie A. P. Hale, einer der damals führenden britischen Experten für elektronische Abschirmung.118 Experimentator am Tonbandgerät im Faraday-Käfig war der lettische Literaturwissenschaftler Dr. Konstantin Raudive. Nach dem Abhören der Einspielergebnisse berichtete Hale:

„Angesichts der Versuche […] kann ich nicht in gewöhnlichen physikalischen Begriffen erklären, was geschah.“

Und der ebenfalls anwesende Ingenieur Ken Attwood räumte ein:

„Ich habe alles in meiner Macht Stehende getan, um das Geheimnis der Stimmen zu lüften – ohne Erfolg: das Gleiche gilt für andere Experten. Ich vermute, dass wir lernen müssen, sie zu akzeptieren.“119

Gegen das „zufällige“ Einfangen von Radioübertragungen spricht zudem die Vielsprachigkeit der Durchgaben – denn welcher Rundfunksender bedient sich schon eines chaotischen Stimmenkonglomerats? Auch wurden Vorwürfe laut, die Tonbandeinspielungen kämen durch bewusstes / unbewusstes Flüstern des Experimentators zustande oder verständliche Worte würden in neutrales Rauschen „hineinprojiziert“. Beide Argumente wurden von dem Freiburger Parapsychologen Prof. Dr. Dr. Hans Bender widerlegt – Ersteres durch Anlegen eines Mundmikrophons an den Experimentator, Letzteres durch eine Audiospektographen-Analyse durch die Akustik-Forschungsgruppe des fernmeldetechnischen Zentralamts der Bundespost in Berlin.120

Manche Zweifler aus den Reihen des spiritistischen Lagers mahnen an, dass es sich bei den Stimmen auch um „Truggeister“ handeln könnte – niedere Wesen, die „durch telepathisches Anzapfen eines Hinterbliebenen die Stimme eines verstorbenen Angehörigen treffend nachahmen können und ebenso die für diesen typischen Worte wiederzugeben vermögen“.121 Dagegen spricht, dass sich die „Stimmen“ oft emotional involviert zeigen und dass ihnen daran gelegen ist, den Hinterbliebenen Trost zu spenden und / oder hilfreiche Botschaften zu übermitteln. Was nicht heißt, dass es sich in Einzelfällen nicht um einen Foppgeist oder eine gezielte Irreführung von jenseitigen Kräften handeln könnte.122

Andreas / Kilian betrachten gerade bruchstückhaft anmutende Tonbandeinspielungen skeptisch und halten sie eher für „Treibgut aus dem Astralen“:

„Sprach- und Gedankenfetzen, die eigentlich bereits der Vergangenheit angehören, aber noch eine Restintelligenz besitzen. Ein wenig wie Funksignale einer schon längst erloschenen Zivilisation, die noch immer den Raum durcheilen.“123

Eine endgültige Antwort steht bis auf Weiteres aus. Zur Problematik der Klärung des Stimmenphänomens sagt Dr. Senkowski im Interview:

„Die meisten Versuche, das Phänomen mit bestimmten Techniken und Geräten in den Griff zu bekommen, sind gescheitert. Augenscheinlich sind uns die erforderlichen Bedingungen zur Verwirklichung nicht vollständig bekannt. Auf der Basis der mir zur Verfügung stehenden Erfahrungen nehme ich an, dass es sich nicht um ein rein technisches Problem handelt, sondern dass die bewusste oder unbewusste Einstellung des Experimentators die wesentliche Rolle spielt. Es handelt sich also um eine verhältnismäßig seltene Wechselwirkung von Geist und Materie, wie sie sich auch in anderen ‚paranormalen‘ Erscheinungen zeigt. Einige transkommunikative Beobachtungen lassen sich erweiterten quantentheoretischen Vorstellungen zuordnen, dazu gehört die nichtlokale Verschränkung getrennt erscheinender informativer Strukturen.“124

Vielleicht aber liegt das „Problem“ auch weniger in der Beweisbarkeit als vielmehr im herrschenden physikalischen Denkkonzept und der darauf basierenden eingeschränkten Weltsicht. Dazu Senkowski:

„Die zahlenmäßige Erfassung (Messung) physikalischer Größen und die mathematische Darstellung ihrer reproduzierbaren Verknüpfungen in Regeln und ‚Gesetzen‘ haben sich in der Beschreibung der ‚unbelebten Natur‘, für die sie konzipiert waren, im technischen Sinn so gut ‚bewährt‘, dass sie weitgehend unreflektiert, unbedacht und bedenkenlos auf die ‚Beherrschung‘ biologischer und psychischer Strukturen bzw. Vorgänge angewandt wurden.“125

Diese Verlagerung einer Untersuchung ins reine „Außen“ birgt die Gefahr einer Wahrnehmungsverfälschung, denn „[t]atsächlich erfährt ein menschliches Wesen niemals irgendwelche äußeren ‚physikalischen‘ Ereignisse, sondern ausschließlich seine inneren geistigen Phänomene (Bearden). Alle Betrachtungen und Überlegungen werden innerpsychisch realisiert […].“126 Seit Planck und Einstein ist das menschliche Bewusstsein als eigenständige Größe aus der Physik nicht mehr wegzudenken, aber „auch die Vorstellungen von der Struktur der physikalisch beschriebenen Außenwelt mussten revidiert werden. Die neue ‚Physik jenseits des Quants‘ sagt nicht mehr oder weniger aus, als dass die sogenannte reale Welt überhaupt nicht objektivierbar ist […].“127 Dazu eine Transwesenheit:

„Materie formt sich dem Willen entsprechend.“128

Dass Bewusstsein keineswegs körperverhaftet ist, sondern sehr wohl ohne physische Gestalt „agieren“ kann, zu diesem Schluss kam der niederländische Kardiologe Dr. Pim van Lommel, nachdem er sich acht Jahre lang im Rahmen einer Langzeitstudie mit dem Phänomen Nahtoderfahrung klinisch toter Patienten befasst hatte. Sein Fazit:

„Ein klares Bewusstsein ist offenbar unabhängig vom Gehirn und damit unabhängig vom Körper erfahrbar.“129

Kommentare

29. Juni 2010, 23:58 Uhr, permalink

fd

"[...] paranormal eingeschobene markierte Zeile: „1120FERNSEHWOHNZ“ bezieht sich auf das Wohnzimmer [...]"

--> So ein Quatsch! das ist nur der Name der Diskette, den derjenige vergeben hat, der die Diskette irgendwann formatiert hat! Keine Ahnung vom 64er oder was?

11. Januar 2013, 03:55 Uhr, permalink

Dawnclaude

Ist ein schön zusammengefasster Artikel, danke an die Nina. ^^
Tja Jenseits und Humor da könnte ich auch viel von erzählen. Schade dass es (noch) so vielen verborgen bleibt.

22. Dezember 2013, 22:20 Uhr, permalink

Heiko

Habe, als damals Michael Jackson ca 1 jahr verstorben war damit rum experimentiert.Im Pay-Tv sah ich immer die Sendung Ghost Hunter,die mich mehr oder weniger meine Neugirde entfachte.Da ich solchen Dingen positiv gegenüber.Diese Abend lief wieder eine der genannten Sendung leise im Hintergrund.
Da ich nach früherer Recherchen wusste das man ein Anderes Signal bzw eine Radiosendung im hintergrund laufen lassen sollte.
Habe alles mit meinem Handy Nokia E65 aufgenommen.
Erst das übliche bla bla."Mein Name ist...,ich endschuldige mich für die Störung......,möchte sich jemand mit mir unter halten.....?
Auf die Frage "Ist hier jemand? kann ich ein eindeutiges "JA" hören.
Habe mehrer kurze Aufnahmen gemacht von ca 1-2 min länge.
In einer anderen Stelle frage ich ZITAT:"Wenn hier jeman ist,wie heisst Du?Darauf ein MICHAEL JACKSON.Die aufnahme habe ich noch.Ich glaube da ist noch viel mehr was wir nicht verstehn.

09. September 2014, 13:43 Uhr, permalink

Manuela

Es iust traurig dass ich hier viele unqualifizierte Kommentare lese.
Tonbandstimmen sind ein anerkanntes Phänomen.

25. Dezember 2014, 14:00 Uhr, permalink

alex

kannst du mir mal dein EVP mit michael jackson schicken ?

05. Mai 2017, 15:09 Uhr, permalink

Anonymos

@ fd

Nein, die Formatierung selbst soll durch "die" außerhalb des Laufwerkes durchgeführt worden sein.
Wenn die Texte als Dateien drauf schreiben können, dann wohl auch eine Formatierung...

08. Dezember 2018, 19:00 Uhr, permalink

SpaceHenne

Wenn man auf diese Weise wirklich eine kommunikation mit einer daseinsform, die wir noch nicht vollständig begreifen, herstellen kann, wundert es mich, das nach 1971 das keiner mehr gemacht hat... oder gibt es dazu noch weiterführende Literatur mit selbigen experiment ?

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