AKKA – das geheimnisumwobene Objekt, das einst die Spitze der Großen Pyramide krönte, ist verschollen. Doch die geheimen Archive der Hüter von Kairo und vergessene arabische Schriften, die diesen Artikel inspirierten, lassen einen verwegenen Schluss zu.
Seit Jahrhunderten bewegt sich das Verschwinden des Decksteins der Großen Pyramide im Spannungsfeld zwischen Geschichte und Legende. Zu einem nicht überlieferten Zeitpunkt verschwand er spurlos, und das Objekt, das die Menschen der Antike „AKKA“ nannten, geriet in Vergessenheit. Um zu verstehen, was AKKA wirklich war – und warum es diejenigen, die ihm begegneten, so sehr in Erstaunen versetzte –, müssen wir seiner Spur über die Spitze der Pyramide hinaus folgen, denn dort endete seine Geschichte nicht. Ägyptens lange Chronik der Umbrüche bildet den Hintergrund: Invasionen, der Zusammenbruch von Dynastien und fremde Armeen, die durch das Niltal fegten, Städte einnahmen und das Land neu gestalteten. In diesen Unruhen liegt der Schlüssel zum Schicksal von AKKA.
Sicher ist, dass sich AKKA noch während der Regierungszeit des Pharaos Pi’anchi [auch bekannt als Pije], des Gründers der 25. Dynastie, der von 747 bis 722 v. Chr. regierte, in Ägypten befand. Zu jener Zeit war es in Heliopolis beherbergt, einer Stadt in Sichtweite der Großen Pyramide, wo es auf einer quadratischen, aus Stein gehauenen Säule inmitten eines befestigten Tempelkomplexes thronte. Eine Stele des Pharaos Pi’anchi berichtet davon, wie er dem Himmelsobjekt einen persönlichen Besuch abstattet, um es zu betrachten. Bei Tagesanbruch vollzog er aufwendige Opferrituale auf dem Tempelvorplatz und „brachte dort ein Tonsiegel an, in das er seinen Siegelabdruck einprägte“. Nach diesen Ereignissen verschwindet AKKA aus den historischen Aufzeichnungen. In Ägypten wurde es nie wieder gesehen.
Etwa zu dieser Zeit wurden die ägyptischen Hüter von AKKA nach einem offenbar langwierigen Konflikt besiegt. Mehreren arabischen Historikern zufolge nahmen die Banu Jurhum – einer der ältesten vorislamischen arabischen Stämme – AKKA in ihren Besitz. Sie brachten es tief in die südlichen Wüsten Arabiens, eine Region, die fest unter ihrer Kontrolle stand. Alte arabische und rabbinische Texte bewahren eine vage, aber übereinstimmende Erinnerung an diese Begebenheit. Aus diesen Quellen erfahren wir, dass AKKA nach einer fast vierzehnmonatigen Reise über Land – auf einem von Ochsen gezogenen Wagen transportiert, meist nachts befördert und verhüllt – in einer Höhle am Hang eines arabischen Berges versteckt wurde, nördlich einer kleinen Siedlung in der Nähe einer heiligen Süßwasserquelle, die als Zamzam-Brunnen bekannt ist.31
Seit der Antike sind schriftliche Berichte über die Anwesenheit von AKKA in Arabien erhalten geblieben. Die Ankunft dieses „seltsamen Objektes“32 hinterließ offensichtlich einen tiefen Eindruck bei den Historikern der Region. Diese Quellen liefern eine durchgehende Aneinanderreihung von Zeugnissen, die sich über fast 1.000 Jahre erstreckt, bis hin zur Lebenszeit Muhammads (auch bekannt als Mohammed, 570–632) im 7. Jahrhundert. Die islamische Überlieferung besagt, dass die Wirkung von AKKA so außergewöhnlich war, dass eine Vielzahl von Dokumenten entstand, um seine Existenz in Arabien aufzuzeichnen.

Wohin verschwand AKKA, der Schlussstein der Großen Pyramide? Tony Bushby verfolgt seine Spur: Arabische Berichte erzählen, wie ein Stamm ihn nachts und verhüllt auf einem Ochsenkarren durch die Wüste zu einem heiligen Brunnen brachte. Das nahe Dorf nannte man nach dem Stein, aus AKKA wurde Mekka, und die Kaaba, so Bushby, ist das Haus, das man ihm baute. Selbst die Geschichte der Bundeslade, der arc of the covenant, soll auf AKKA zurückgehen. Eint ein heiliges Objekt aus Ägypten die abrahamitischen Religionen?
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