Mein Name ist Roy Teague. Seit gut 26 Jahren arbeite ich in Großbritannien als Polizist; zurzeit bin ich als Inspektor bei der Polizei in den West Midlands tätig. Normalerweise habe ich im Rahmen meiner Berufsausübung mit sehr irdischen Dingen zu tun – mit Raubüberfällen, Einbrüchen und Autodiebstahl, um nur einige zu nennen. Hätte mir vor Jahren jemand gesagt, dass ich heute aktiv Ufo- und paranormale Phänomene untersuchen würde, von denen meine Kollegen berichtet haben, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt. Doch genau das tue ich heute. Die Ergebnisse meiner Recherchen habe ich in Großbritannien der Öffentlichkeit präsentiert und schließlich ein Buch darüber verfasst. Es trägt den Titel „Close Encounters of the Police Kind“ und stellt die 75 interessantesten Ufo-Sichtungen von Kollegen vor – mehr als 250 Polizeibeamte habe ich dafür interviewt. Ein Großteil ihrer Erlebnisse waren individuelle Nahbegegnungen, bei denen es zum Teil auch zu Abduktionen, also Entführungen durch Außerirdische, oder dem Phänomen der „fehlenden Zeit“ (engl.:missing time) kam. Eine derartige Sammlung von Ufo-Vorfällen, die allesamt von Polizeibeamten zu Protokoll gegeben wurden, hat es in Großbritannien bisher noch nicht gegeben. Keiner dieser Fälle, für deren Darlegung die Kollegen erstmals ihre Schweigepflicht brachen, war zuvor veröffentlicht worden.
Die Erforschung des Außergewöhnlichen und Unerklärlichen war schon immer eine meiner Leidenschaften. Ich glaube, dass es sowohl innerhalb als auch jenseits unserer Welt Dinge gibt, die wir (noch) nicht verstehen – was wohl auch der Grund ist, warum wir uns scheuen, darüber zu sprechen. Das gilt umso mehr für diejenigen von uns, die der britischen Krone dienen – und insbesondere für Polizeibeamte. Wir fürchten den Spott und die Stigmatisierung, die entsprechende Äußerungen zur Folge haben könnten, sowie den potenziellen Schaden für unsere Karriere und unseren Ruf. Doch als ich damals Polizist wurde, sagte man mir gleich am ersten Tag, dass wir „Wahrheitssucher“ seien. Diese Maxime kam später in Vernehmungstrainings zur Anwendung, die ich im Rahmen meiner Ausbildung absolvierte. Weiter bestärkt wurde diese Grundidee – mittlerweile Bestandteil meiner „Polizisten-DNA“ – jedes Mal, wenn ich vor Gericht zu Beginn meiner Aussage den Eid schwor: „Ich schwöre beim allmächtigen Herrn, dass das Zeugnis, das ich hier ablege, die Wahrheit ist, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit.“
Wie alles begann
Schon als Kind hat mich der Gedanke fasziniert, dass es auch anderswo im Universum Leben geben könnte – hauptsächlich dank Science-Fiction-Filmen und diversen Fernsehserien. Doch erst 2016, nachdem ich von einer arbeitsreichen Spätschicht heimgekehrt war, stieß ich auf eine Ufo-Dokumentation, die mein Interesse weckte. Sie trug den Titel „Ufos und Atomwaffen – Offenlegung einer verborgenen Verbindung“ und präsentierte Zeugenberichte von Ufo-Vorfällen über amerikanischen Militärbasen. Diese „Besuche“ setzten Nuklearraketen in deren Silos außer Betrieb, sodass die Waffen über längere Zeiträume hinweg nicht hätten abgefeuert werden können.
Im Lauf der Jahre bezeugten Hunderte Militärangehörige, dass es solche Vorfälle in verschiedenen Stützpunkten überall in den Vereinigten Staaten gab und sie schon seit Langem vorkamen. Auch erfuhr ich, dass Gleiches in Russland und China geschehen war. Die Dokumentation gefiel mir, doch ich blieb skeptisch. Allerdings ging mir der Gedanke nicht aus dem Kopf, warum sich Hunderte Militärbedienstete diese wilden Geschichten ausgedacht haben sollten. Für mich ergab sich die Frage, welche Zeugen derartiger Phänomene am glaubwürdigsten und somit am besten wären. Meines Erachtens wären es Menschen, die aufgrund ihrer professionellen Schulung genauere Berichte liefern würden als andere Personen. An diesem Punkt begann ich, Ufo-Berichte britischer Polizeibeamter zu sammeln und mich durch das Gestrüpp dieser Materie zu kämpfen.
Persönliches Engagement im Kreuzfeuer
Zunächst fürchtete ich, dass mein Interesse am Unerklärlichen mein Ansehen innerhalb der Polizei beeinträchtigen könnte. Am meisten jedoch trieb mich die Frage um, was wohl die Militärangehörigen denken könnten, mit denen ich täglich zusammenarbeite, und was die Führungsetage des im Lloyd House, Birmingham, ansässigen Polizeihauptquartiers dazu sagen würde.
Mir war sehr wohl bewusst, wie man mit Polizeibeamten, die sich mit Ufologie befasst hatten, in der Vergangenheit umgegangen war. Einigen von ihnen war keine andere Wahl geblieben, als das Thema entweder ruhen zu lassen oder den Dienst zu quittieren. Aus Sicht des Polizeiapparats wirft es ein ungünstiges Licht auf ein Amt, wenn der Ausübende einem derartigen Interesse nachgeht. Aber man würde doch einen Polizisten nicht einfach nur aufgrund seines Interesses für das Unbekannte anders behandeln?

Seit 26 Jahren jagt Roy Teague Einbrecher und Autodiebe – und seit Neuestem auch Ufos. Für sein Buch befragte er mehr als 250 Kollegen, die erstmals ihr Schweigen brachen: über Nahbegegnungen, fehlende Zeit, Entführungen. Wie prüft ein Ermittler das Unerklärliche?
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