Eine teure Angelegenheit
Sehen Sie sich um. Merken sie etwas? Ihre Mitmenschen werden dicker und dicker. Im Laufe der Menschheitsgeschichte sind noch nie so korpulente Gestalten auf Erden gewandelt wie heute. Übergewichtige und adipöse Männer, Frauen und Kinder stellen in den meisten Industrieländern inzwischen die Bevölkerungsmehrheit. Die zweifelhafte Ehre, zu den 25 „schwersten“ Ländern der Erde zu gehören, wird den USA zuteil (74,1 Prozent), außerdem Australien (67,4 Prozent), Neuseeland (68,4 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (61 Prozent).1 Das Phänomen breitet sich weltweit aus, sodass die WHO inzwischen von einer Pandemie spricht.
Früher als Wohlstandsproblem der Industrieländer angesehen, ist Adipositas inzwischen auch in Schwellenländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen weit verbreitet. Selbst in Entwicklungsländern greift die Krankheit seit einigen Jahren um sich, oft sogar schneller als in der westlichen Welt. Die jährlichen Zuwachsraten von Übergewicht und Adipositas sind in einigen Gebieten Asiens, Afrikas und Südamerikas zwei- bis fünfmal so hoch wie in den USA.2
Adipositas wird durch den Körperfettanteil* definiert. Frauen, deren Körpermasse zu mehr als 32 Prozent aus Fett besteht – bei Männern sind es 25 Prozent – werden als adipös bezeichnet.
Statistisch gesehen ist die Lage verheerend:
- Drei Viertel der US-Bevölkerung und fast 24 Prozent der Kinder und Jugendlichen in diesem Land werden im Jahr 2015 übergewichtig sein.3
- Im Jahr 2030 werden über 86 Prozent der US-Erwachsenen übergewichtig oder adipös sein.4
- In den USA sind inzwischen mehr Menschen krankhaft adipös als lediglich übergewichtig.5
- Eines von zehn britischen Kindern wird mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahre 2015 adipös sein.6
- In Neuseeland ergab eine 2006-7 durchgeführte Studie, dass einer von drei Erwachsenen übergewichtig, und einer von vier Erwachsenen adipös war.7
- Weltweit sind mehr als 1,7 Milliarden Menschen übergewichtig oder adipös.8
- Die WHO schätzt, dass im Jahr 2015 2,3 Milliarden Menschen übergewichtig, und 700 Millionen adipös sein werden.9
Adipöse Menschen sind inzwischen so dick, dass neue Kategorien eingeführt werden müssen, um ihren Krankheitsgrad beschreiben zu können. Als „morbid adipös“ wurde früher nur eine kleine Zahl von Patienten eingestuft. Oberhalb von „Adipositas Grad II“ (schwere Adipositas) und „Grad III“ (morbide Adipositas) gibt es nun die neue Kategorie „superadipös“. Fast 500.000 Australier sind superadipös – fünf Mal so viel wie noch vor 20 Jahren. Superadipöse Menschen haben einen Körpermasseindex von über 50 und wiegen mehr als 200 kg. Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Superadipösen in den nächsten zehn Jahren verdoppeln.10
Das Ausmaß der Fettleibigkeit hat weltweit für Aufsehen gesorgt, Krankenkassen und Staatshaushalte ächzen unter der Belastung. So verursacht Adipositas in den USA jährlich Kosten von 147 Milliarden US-Dollar, laut einer kürzlich vom Research Triangle Institute und der US-Behörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) vorgestellten Studie.11 Nach neuesten Forschungen12 werden in Australien allein die von Übergewicht und Adipositas unmittelbar verursachten Kosten bei jährlich 21 Milliarden australischen Dollar liegen. Das ist doppelt so viel wie bislang geschätzt.
Was wirklich dahinter steckt
Adipositas ist ein relativ neues Problem – vor 50 Jahren existierten noch nicht einmal Statistiken darüber. Innerhalb nur weniger Jahrzehnte hat sich die wachsende Leibesfülle von Millionen Menschen aber zu einem echten Problem entwickelt. Viele Leute schieben es auf den ungesunden Lebensstil der westlichen Länder, der zum Verzehr dickmachender, nährstoffarmer Nahrungsmittel mit hohem Kohlenhydrat- und Zuckeranteil verleitet. Bewegungsmangel tut ein Übriges.
Aber noch etwas anderes läuft verkehrt: Unsere Körperfunktionen, besonders der Stoffwechsel, scheinen völlig durcheinandergeraten zu sein. Eine paradoxe Situation: Viele Menschen essen kalorienreduziert, treiben Sport – und nehmen trotzdem zu. Herkömmliche Diäten, gesunde Ernährung und bewusste Lebensführung scheinen keine Wirkung mehr auf die überzähligen Pfunde zu haben. Früher hat das funktioniert. Wo liegt das Problem? Wollen wir wirklich eine Lösung gegen Fettleibigkeit finden, müssen wir ein wenig tiefer in die Materie eindringen.
Der hervorragende britische Endokrinologe Dr. A. T. W. Simeons († 1970) verbrachte 30 Jahre seines Lebens damit, die Ursache der Adipositas aufzuspüren. Er erforschte mögliche Zusammenhänge zum Hormonsystem und zu psychosomatischen Krankheiten. Er untersuchte die Schilddrüse, die Hypophyse, die Nebennieren, die Bauchspeicheldrüse, die Gallenblase und über 100 weitere Körperorgane und -funktionen. Er analysierte jeden denkbaren Lösungsansatz und wertete dafür Datenmaterial aus aller Welt aus.
Zwischen den verschiedenen Organen und der Krankheit konnte er keine Zusammenhänge finden. Dr. Simeons vermutete daher, dass der Schlüssel zur Fettleibigkeit im Zwischenhirn liegen muss, einer Hirnregion, in der sich auch der Thalamus und der Hypothalamus befinden. Eine Fehlfunktion des Hypothalamus, so entdeckte er schließlich, ist die Hauptursache der Adipositas. Fettleibigkeit wird demnach nicht einfach durch übermäßigen Genuss von Nahrungsmitteln hervorgerufen. Exzessives Essen und Adipositas sind vielmehr die Folge – und nicht der Auslöser – einer Stoffwechselstörung.
Simeons begann, an einer Methode zur Behandlung der Erkrankung zu arbeiten. Er schrieb:
„Falls Adipositas ursächlich auf eine spezifische Fehlfunktion des Zwischenhirns zurückzuführen ist, besteht die einzige Möglichkeit der Heilung folglich darin, die Fehlfunktion zu korrigieren. Anfangs erschien uns dies als hoffnungsloses Unterfangen. Das größte Hindernis lag darin, eine erbliche Eigenschaft abzuändern, die in den tiefsten Schichten des Gehirns verankert ist. Zwar hatten wir einige Medikamente, die auf das Zwischenhirn einzuwirken imstande waren – auf das Fettzentrum im Hypothalamus hatte aber keines davon auch nur den geringsten Effekt. Wir besaßen nicht einen einzigen Anhaltspunkt, der unserer Forschung eine Richtung hätte weisen können, um ein Medikament mit so spezifischer Wirkung herstellen zu können.“13
Sein „Heureka-Erlebnis“ hatte Simeons bei der Auswertung von Daten über schwangere Frauen in Indien: Selbst sehr zierliche Frauen verrichteten schwere körperliche Arbeit, nahmen dabei kaum Kalorien zu sich, gebaren aber gesunde, normalgewichtige Babys. Die Schwangeren konnten durch drastische Reduktion der Nahrungsaufnahme ihr Gewicht problemlos verringern, verspürten dabei aber keinen Hunger und schadeten auch nicht ihren Babys.
* Anm. d. Übers.: Der Körperfettanteil ist nicht zu verwechseln mit dem Körpermasseindex (Body Mass Index).


Dr. Sherill Sellman ist Ärztin für Naturheilkunde und Psychotherapeutin. Als Autorin mehrerer Bücher hält sie Vorträge und ist Gast in diversen Radiosendungen. Zusätzlich arbeitet sie als anerkannte Sicherheitsberaterin im Bereich elektromagnetische Strahlung.




Kommentare
19. Oktober 2010, 15:53 Uhr, permalink
Sven
Die hCG-Diät erscheint mir sehr erfolgversprechend. Leider gibt es derzeit noch recht wenig Infos in deutscher Sprache.
Daher habe ich hier mal eine Website und ein Forum zum Thema eingerichtet, wo sich alle Interessierten beteiligen können.
Blog: hcg-diaet.com/
Forum: hcg-diaet.com/forum/
20. November 2010, 23:28 Uhr, permalink
Mona
Dem kann ich nur beipflichten, habe auch die HCG-Diät gemacht und 10 Kilo verloren.
Nähere Informationen zur Diät findet ihr unter stardiät.ch.
Gruß,
Mona
30. August 2011, 14:30 Uhr, permalink
Momo
Hier gibt es ein reges Forum ketario.de/viewforum.php?f=37
16. Februar 2012, 00:59 Uhr, permalink
Lilith
Mittlerweile gibt es mehrere Bezugsquellen für das homöopathische HCG (Tropfen und Globuli) in Deutschland und Österreich, beispielsweise Biovea, die St. Erhard Apotheke. Auf Amazon.de findet man es mittlerweile auch.
06. April 2012, 00:31 Uhr, permalink
63Beate
Ich bin superneu mit den hcg-Tropfen. Habe sie mir aber gerade online bestellt - bekomme sie aber erst in ca. 9 Tagen.
Ich habe mich in das Thema genauestens eingelesen und finde, dass ich ganz gut informiert bin - deshalb habe ich die Tropfen auch schon bestellt ;oD
Was mir noch fehlt ist der Essenplan der 500 kcal - woher bekomme ich den.
Und was bedeutet DAK?
Kann mit Jemand von euch weiterhelfen?
♥lichen Gruß, Beate ;o)
15. April 2012, 00:12 Uhr, permalink
Lilli
Um die ganze Diät zu verstehen und richtig anzuwenden, sollte man entweder das Buch "Die HCG-Diät" von Anne Hild oder das Buch von Matthias Jünemann "Die Adipositas Kur" (kurz DAK) kaufen und lesen.
Das Buch von Jünemann findet man sogar via Google als e-book.
Viele Grüße
Lilli
13. Mai 2012, 21:55 Uhr, permalink
Manuela
Hier habe ich sogar ein Forum gefunden welches sich nur mit dieser Diät beschäftigt. Die haben sogar eine Rezeptdatenbank
abnehmen.to
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