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NEXUS Magazin 34, April-Mai 2011

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Love, Peace und CIA: Die seltsame und größtenteils wahre Geschichte des Laurel Canyon und der Geburt der Hippie-Generation (Teil 1)

„There’s something happening here. What it is ain’t exactly clear.“
Buffalo Springfield: „For What It’s Worth“, 1967

Irgendetwas ging vor sich, an diesem lauschigen Ort am Rande von Los Angeles, an dem die Hippie-Bewegung geboren wurde: Laurel Canyon. Es war irgendetwas, das nicht ganz „klar“ war – und zwar nicht nur aufgrund der vielen Drogen, sondern auch wegen den sonderbaren militärischen und satanischen Hintergründen der Hippie-Helden.

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Irgendetwas ging vor sich, an diesem lauschigen Ort am Rande von Los Angeles, an dem die Hippie-Bewegung geboren wurde: Laurel Canyon. Es war irgendetwas, das nicht ganz „klar“ war – und zwar nicht nur aufgrund der vielen Drogen, sondern auch wegen den sonderbaren militärischen und satanischen Hintergründen der Hippie-Helden.

Hippie-Helden und ihre Militärpapas

Werfen wir gemeinsam einen Blick in die Geschichte – in eine Zeit vor mehr als viereinhalb Jahrzehnten, als Amerika seine Soldaten schon einmal ausgeschickt hatte, um einen langgezogenen und blutigen Krieg zu führen, der einem souveränen Staat die (ähem) „Demokratie“ bringen sollte.

Wir schreiben die erste Augustwoche des Jahres 1964. Amerikanische Kriegsschiffe unter dem Kommando von US-Navy-Admiral George Stephen Morrison werden am 4. August während einer Patrouille durch den vor Vietnam liegenden Golf von Tonkin angeblich angegriffen. Dieses Ereignis, das später als „Tonkin-Zwischenfall“ bekannt werden sollte, führt binnen nur drei Tagen zur Verabschiedung der offensichtlich längst vorbereiteten Tonkin-Resolution, die wiederum Amerikas Versinken im blutigen Sumpf des Vietnamkriegs auslöst. Bevor dieser Krieg vorbei ist, werden mehr als 50.000 amerikanische Tote – und buchstäblich Millionen südostasiatische Opfer – die Schlachtfelder von Vietnam, Laos und Kambodscha übersäen.

Nur fürs Protokoll: Der Tonkin-Zwischenfall scheint sich deutlich von anderen vermeintlichen Provokationen zu unterscheiden, die die USA zum Kriegseintritt bewogen haben. Es handelte sich dabei nämlich nicht um eine jener Operationen unter falscher Flagge, wie wir sie schon so oft gesehen haben – das heißt, eine Operation, in deren Rahmen sich Uncle Sam selbst angreift und dann mit dem Finger anklagend auf jemand anderen zeigt. Es war auch keiner jener ebenfalls bekannten Angriffe, die vorsätzlich provoziert wurden. Nein, der Tonkin-Zwischenfall war vielmehr ein „Angriff“, der überhaupt nie stattgefunden hat. Mittlerweile geben die amerikanischen Behörden fast schon offiziell zu, dass die ganze Geschichte frei erfunden war. (Es ist jedoch durchaus möglich, dass die Absicht bestanden hat, eine Abwehrreaktion zu provozieren, die man später als grundlosen Angriff auf US-Schiffe hätte hinstellen können. Die fraglichen Schiffe waren in einer Aufklärungsmission unterwegs und agierten eindeutig provokant. Man kann sich durchaus vorstellen, dass Uncle Sam in Ermangelung der erwarteten Reaktion der vietnamesischen Streitkräfte beschlossen hat, einfach so zu tun, als wäre er angegriffen worden …)

Jedenfalls werfen die USA ab Anfang Februar 1965 – ohne Kriegserklärung und ohne stichhaltigen Grund, überhaupt einen Krieg zu führen – wahllos Bomben auf Nordvietnam ab. Im März dieses Jahres beginnt dann die berüchtigte „Operation Rolling Thunder“. Während der darauffolgenden dreieinhalb Jahre wird das vietnamesische Volk unter dem Abwurf von Millionen Tonnen Bomben, Raketen, Brandbomben und chemischen Waffen zu leiden haben. Es ist eines der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das je auf diesem Planeten begangen wurde.

Im März 1965 setzt auch der erste uniformierte US-Soldat offiziell seinen Fuß auf vietnamesischen Boden (als „Berater“ und „Ausbilder“ getarnte Angehörige von Spezialeinheiten sind zu diesem Zeitpunkt seit mindestens vier Jahren, wahrscheinlich aber schon viel länger im Land). Einen Monat später waten 25.000 junge Amerikaner – meist Teenager, die gerade die High School hinter sich haben – in Uniform durch die Reisfelder Vietnams. Und bis zum Jahresende steigt die Truppenstärke der USA auf 200.000 an.

In einem ganz anderen Teil der Welt, nämlich in Los Angeles, nimmt in diesen ersten Monaten des Jahres 1965 eine neue „Szene“ Gestalt an. Musiker, Sänger und Songwriter sammeln sich plötzlich, als hätte sie ein unsichtbarer Rattenfänger herbeigerufen, in einer geographisch und gesellschaftlich relativ isolierten Gemeinde der Metropole. Sie heißt Laurel Canyon, ist stark bewaldet, ländlich, ruhig, aber irgendwie auch mit einer unheilvollen Aura ausgestattet, und liegt in den Hügeln, die das Los-Angeles-Becken vom San Fernando Valley trennen. Es dauert nur wenige Monate, bis dort die „Hippie / Blumenkind“-Bewegung geboren wird, gleichzeitig mit einem neuen Musikstil, der zum Soundtrack der stürmischen zweiten Hälfte der Sixties werden sollte.

Ab Mitte der Sechzigerjahre und die ganzen Siebziger hindurch sollte eine verblüffende Anzahl an Rock-Superstars aus Laurel Canyon hervorgehen. Die ersten, die eine Langspielplatte produzieren, sind die Byrds, deren berühmtestes Mitglied David Crosby in die Musikgeschichte eingehen wird. Ihr Debütalbum „Mr. Tambourine Man“ erscheint genau zur Sommersonnenwende 1965. Bald danach kommen auch die ersten Platten der von John Phillips geleiteten The Mamas And The Papas („If You Can Believe Your Eyes and Ears“, Januar 1966),Love mit dem Leadgitarristen und Sänger Arthur Lee („Love“, Mai 1966), Frank Zappa and The Mothers of Invention („Freak Out“, Juni 1966),Buffalo Springfield, bei denen Stephen Stills und Neil Young mitspielen („Buffalo Springfield“, Oktober 1966) und The Doors („The Doors“, Januar 1967) auf den Markt.

Einer der ersten Vertreter der neuen Laurel Canyon- /Sunset-Strip-Musikszene ist Jim Morrison, der geheimnisumwobene Sänger derDoors. Es dauert nicht lange, bis er zu einer der wichtigsten Kultfiguren im Canyon wird – umstritten, von der Kritik gefeiert und kulturell ungeheuer einflussreich. Kurioserweise hat der selbsternannte „Lizard King“ (König der Eidechsen) aber auch eine äußerst prominente Verwandtschaft, die von seinen vielen Biographen aber nur nebenbei erwähnt wird, als hätte sie für seine Karriere und seinen möglicherweise vorzeitigen Tod keinerlei Bedeutung: Er ist der Sohn des eingangs erwähnten Admirals George Stephen Morrison.

Während der Vater also aktiv an einer Verschwörung mitwirkt, bei der ein erfundener Vorfall den Eintritt in einen rechtswidrigen Krieg herbeiführt, bringt sich der Sohn in Stellung, um eine der Lichtgestalten der „Hippie“- und Antikriegsbewegung zu werden. Aber daran ist ja nichts Ungewöhnliches; schließlich ist die Welt klein, wie man weiß. Außerdem steht Jim Morrison mit einer solchen Biographie keineswegs alleine da.

Zu Beginn der Blütezeit des Laurel Canyon ist der Exzentriker Frank Zappa so etwas wie die Vaterfigur der Szene. Er und die diversen Besetzungen seiner Mothers of Invention werden zwar kommerziell nie so erfolgreich wie die Band des Admiralssohns, doch unter seinen Zeitgenossen gilt Frank als absolut richtungsweisend. Er residiert in einem Haus, das unter dem Namen „Log Cabin“ (Blockhaus) bekannt ist und sich mitten im Herzen des Laurel Canyon, an der Kreuzung Laurel Canyon Boulevard und Lookout Mountain Avenue, befindet. Dort hält Zappa Hof und empfängt praktisch jeden Musiker, der dem Canyon Mitte bis Ende der Sechziger einen Besuch abstattet. Zudem entdeckt er auch etliche Bands und Musiker, die er dann bei einem seiner Plattenlabels im Laurel Canyon unter Vertrag nimmt. Einige dieser Künstler sind reichlich bizarr und obskur (man denke nur an Captain Beefheart und Larry „Wild Man“ Fischer), andere wiederum – wie etwa der Psychedelic-Schockrocker Alice Cooper – werden später zu Superstars.

Frank Zappa und manche Mitglieder seiner beträchtlichen Gefolgschaft wirken auch vorbildhaft für den typischen Look und die Einstellung der „Hippie“-Gegenkultur (obwohl der Zappa-Clan den Ausdruck „Freak“ vorzieht). In der „Log Cabin“ praktiziert man eine Frühversion des Kommunenlebens. Eine ganze Menge Mitläufer bewohnen Zimmer im Haupt- und im Gästehaus, hausen aber auch in den merkwürdigen Höhlen und Tunnels, die unter dem Grundstück liegen. Und wer sich unter „Blockhaus“ vielleicht ein idyllisches Häuschen vorstellt, liegt völlig daneben: Das riesige Gebäude hat fünf Stockwerke und ein 200 Quadratmeter großes Wohnzimmer mit drei gewaltigen Kronleuchtern und einem steinernen Kamin, der vom Boden bis zur Decke reicht. So sehr Zappa (der interessanterweise zur Wintersonnenwende des Jahres 1940 zur Welt kam) die „Hippie“-Kultur auch mitprägt und sich mit ihr umgibt, so wenig macht er ein Geheimnis daraus, welch tiefe Verachtung er für sie empfindet.

Kommentare

05. Mai 2013, 18:49 Uhr, permalink

Mirko Alexander

Mitten ins Schwarze.

An zwei Dinge habe ich mich schon beim Lesen der ersten Zeilen wieder erinnert:

(1) an Cathie O'Briens Enthüllungen (Die Tranceformation Amerikas, Mosquito Verlag) über die US-amerikanische Country Musik Szene, die ebenfalls als Cover für MK Ultra/CIA Operationen dient(e),

(2) und an "Solaris BlueRaven", die uns über die kanadische Rockband RUSH und ihren Sicherheitschef Michael J. Mosbach erstaunliche Dinge zu berichten hat:

www.youtube.com/watch?v=o4NU0PrYA6U

Auch Miles Johnston vom AMMACH Project hat die Dame interviewt:

www.youtube.com/watch?v=YPF-jVTGEw4

Eine klare Grenzziehung zwischen Tätern- und Opfern fällt in diesen Programmen mitunter schwer, weil die "Täter" selbst unter technologiebasierter Bewusstseinskontrolle stehen könnten.

Da hinter all diesen social engineering Programmen die subversiven Strategien extradimensionaler Mächte (aka "Außerirdische") stehen, die ihre ebenso machthungrigen wie verängstigten "menschlichen" Marionetten "beraten", darf man sich ernsthaft die Frage stellen, wie viel von der menschlichen Kulturgeschichte eigentlich den Menschen zuzuschreiben ist. Die pointierte Formulierung, dass seit dem Fall von Atlantis nur "Aliengeschichte" geschrieben wurde, verliert bei solcher Lektüre glatt ihre Spitze.

Aber was rede ich, wir sind ja schon drauf und dran, diese kosmische Charade zu beenden...

10. Oktober 2013, 03:33 Uhr, permalink

Arja

Bin zwar sehr viel jünger, aber gewisse Dinge sind nicht zu übersehen. Der Vietnamkrieg zum einen, war eine reine "Teststrecke", nicht anders als z. B. der Afganistankrieg in unserer jetztigen Zeit. Und auch heute gibt es wieder perfecte Parallelen. Der Spross von Rothschild "Davis" als Akrivist bei Greenpeace....lol....welch ein Hohn!!!! Morrison und Konsorten mochte ich noch nie....ist sehr ähnlich mit der Pop Geschichte heute. Ansonsten wäre die Love no War Sache vermutlich etwas anders ausgefallen.....Denke wir sind schon feinfühliger in Sachen Verschwörung, als die Generationen dazumals.

11. März 2016, 18:04 Uhr, permalink

frankforth

*We got the very sad news today, Nov. 22, 2015, that Dave McGowan passed away from cancer at 12:47 p.m. The article below was originally posted on May 23, 2015 when we got the news that Dave was very ill.

truthandshadows.wordpress.com/2015/05/23/mcgowan-battles-cancer/

22. Mai 2016, 10:57 Uhr, permalink

mickel

Zappa war ein eigenbrödler und hatte nichts mit Hippies am Hut. Er war ein freak was ihn in Verbindung mit einer gnadenlosen Arbeitshaltung zum genie machte. Wenn du schon was schreiben willst dann schreib es nicht nur unterhaltsam sondern schreib es real. Ich weiss viele fressen diesen waste und lieben es.

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