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NEXUS Magazin 67, Oktober-November 2016

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700.000 Jahre alte Hob­bit-Knochen

KnochenIm Jahr 2004 hielt die Nachricht von der Entdeckung eines ein Meter großen Urmenschen mit dem Spitznamen Hobbit die Welt in Atem. Seitdem haben Unterstützer und Skeptiker gleichermaßen auf weitere Fossilienfunde gehofft. Auf ermutigenden Funden in den ersten Jahren nach der Entdeckung hin, nahm das Forscherteam weitere Grabungen vor. Es hoffte, Hinweise dafür zu finden, dass es sich bei der Kreatur um eine separate Spezies handelt und versuchte das Geheimnis ihres Ursprungs zu lösen.

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Nach Grabungen an der ursprünglichen Fundstätte und an anderen Orten auf der indonesischen Insel Flores und dem nahe gelegenen Sulawesi fand das Team Überreste von Exemplaren eines sehr kleinwüchsigen Hominiden. Der Name der Grabungsstätte auf Flores lautet Mata Menge, sie liegt 74 Kilometer von der Originalfundstätte des Hobbits in der Höhle von Liang Bua entfernt.

Die Größe der Fossilien lässt darauf schließen, dass sie zu der Hobbit-SpeziesHomo floresiensisoder aber einem ihrer Vorläufer gehören. Die Fossilien sind mit Sicherheit bis zu 700.000 Jahre alt und damit hunderttausende Jahre älter als der Hobbit – und auch um etwa 20 Prozent kleiner.

Ihre Größe sei erstaunlich, so Dr. Christoph Zollikofer von der Universität Zürich, der sich intensiv mit Fossilien eines menschlichen Vorfahren beschäftigt, demHomo erectusaus Dmanissi in Georgien.

Für viele Wissenschaftler legen die Funde den Schluss nahe, dass sich auf der Insel Flores eine Linie kleinwüchsiger Menschen entwickelte, die sich nach dem Auftauchen ihres Vorfahren vor etwa einer Million Jahren – vermutlichHomo erectus– überraschend schnell verbreitete.

„Wir erwarteten einen großwüchsigen Verwandten desHomo erectuszu finden“,

sagte der Paläontologe und Co-Leiter des Ausgrabungsteams Dr. Gerrit van den Berg von der University of Wollongong, Australien.

„Stattdessen fanden wir Fossilien von kleinwüchsigen Menschen, die sogar noch ein bisschen kleiner waren als derHomo floresiensis.“

Um die Knochen zu datieren, benutzte das Team radiometrische Messgeräte, mit denen es das Alter von Vulkanablagerungen oberhalb und unterhalb jener Erdschicht bestimmte, in der die Fossilien entdeckt wurden. Außerdem datierte es das Bruchstück des Zahns eines Hominiden und untersuchte zusätzlich 149 einfache Steinwerkzeuge, die man der Nähe der Hominiden entdeckte und die jenen ähneln, die zu Tausenden an anderen Orten auf Flores ausgegraben wurden.

Da die Fossilien nur aus Fragmenten bestehen, kann man über Teile ihrer Geschichte lediglich spekulieren.

„Die Autoren haben mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, gute Arbeit geleistet – doch viele standen Ihnen nicht zur Verfügung“,

so die Paläoanthropologin Dr. Susan Antón von der New York University in New York City.

Quelle: ScienceMag.org, 08.06.2016, http://tinyurl.com/zvzryfl

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