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Alzheimerkrankheit: Ansteckungstheorie stößt auf neues Interesse

Dr. Leslie Norins lobt aus eigenen Mitteln ein Preisgeld in Höhe von 1.000.000 Dollar für denjenigen aus, der eine überzeugende Antwort auf folgende Frage findet: Wird die Alzheimerkrankheit, die weltweit am häufigsten auftretende Form der Demenz, durch Keime verursacht? Mit „Keimen“ bezieht er sich auf Mikroben wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Anders ausgedrückt: Norins, ein Arzt und Herausgeber medizinischer Fachpublikationen, will herausfinden, ob Alzheimer ansteckend ist.Dieser Ansatz wurde noch vor Kurzem als so simpel und irreführend erachtet, dass niemand es für nötig hielt, Forschungsgelder dafür zur Verfügung zu stellen. Seit Jahren fließt Geld in die Alzheimerforschung, aber in die Untersuchung von demenzverursachenden Infektionen wurde bisher kaum investiert.

Nichtsdestotrotz gärt die „Keimtheorie“, wie Norins sie bezeichnet, schon seit Jahrzehnten in der Fachliteratur. Schon im frühen 20. Jahrhundert vermutete der tschechische Mediziner Oskar Fischer, der gemeinsam mit seinem deutschen Zeitgenossen Dr. Alois Alzheimer eine wichtige Rolle bei der Erstbeschreibung der Erkrankung spielte, einen möglichen Zusammenhang zwischen der neu entdeckten Demenz und Tuberkulose.

Wenn die Keimtheorie an Boden gewinnt, vielleicht sogar unter den Erkrankten selbst, könnte sie richtungsweisende Veränderungen des ärztlichen Verständnisses und eine Revolution der Alzheimerbehandlungsmethoden auslösen.

Seinen medizinischen Abschluss erhielt Norins in den frühen 1960er Jahren von der Duke University, und nach seiner Tätigkeit bei der US-Seuchenschutzbehörde CDC startete er eine Karriere als Herausgeber medizinischer Newsletter. Schließlich ließ er sich in einer Seniorengemeinschaft in Naples, Florida, nieder, wo er erstes Interesse an der Demenzerkrankung zeigte und begann, sich eingehender damit auseinanderzusetzen.

Während seines Studiums der medizinischen Fachliteratur fiel ihm ein Muster auf. Im Interview mit dem National Public Radio NPR sagte Norins:

„Es schien, als passten viele der typischen Merkmale der Alzheimererkrankung zu einem Infektionsprozess. Ich dachte mir, angesichts der Millionen und Abermillionen Dollar1, die schon in die Alzheimerforschung gesteckt wurden, müsste das doch längst jemand untersucht haben.“

Aber abgesehen von vereinzeltem Interesse im Laufe der vergangenen Jahrzehnte, war dies nicht der Fall.

Im Jahr 2017 gründete Norins die Alzheimer’s Germ Quest Inc.2, eine gemeinnützige Organisation, mithilfe derer er das öffentliche Interesse an seiner Keimtheorie wecken will und die das ausgelobte Preisgeld finanziert. In einem Whitepaper, das Norins für die Website verfasste, findet sich folgender Wortlaut:

„Nach einem zweijährigen Studium der wissenschaftlichen Literatur bin ich jetzt davon überzeugt, dass ein einziger Keim, der noch nicht identifiziert und vielleicht noch nicht einmal entdeckt wurde, für die meisten Alzheimerformen verantwortlich ist. Ich nenne ihn den ‚Alzheimerkeim‘.“

Den vollständigen Artikel können Sie in NEXUS 81 lesen. Die Ausgabe können Sie hier erwerben.

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