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Das Kornkreisjahr 2019: Eine geografische Verlagerung

kornkreisDas Jahr 2019 brachte zwar nicht allzu viele Kornkreise hervor, doch diese zeigten sich mysteriöserweise vermehrt in Frankreich, obwohl auch das traditionelle englische Kernland – und nicht nur dieses – mit faszinierenden, ausgeklügelten Designs aufwarten konnte.

Dem Blick der Öffentlichkeit entzogen

Jedes Jahr treten sie in Erscheinung, jedes Jahr führen sie zum Streit und jedes Jahr lösen sie Ehrfurcht, Meinungsverschiedenheiten und tiefschürfende Debatten aus. Trotz alledem werden Kornkreise weitgehend von einer Welt ignoriert, die grenzwissenschaftliche Betrachtungen für Zeitverschwendung hält. Als dauerhafte Bestandteile der Landschaft manifestieren sie sich aus unerfindlichen Gründen hauptsächlich in England, wo sie unvermindert gedeihen, auch angesichts aktiver Opposition oder schlichter Gleichgültigkeit.

In einer Welt, in der offene Internetzensur herrscht und 2019 nochmals enorm verstärkt wurde, versucht man derzeit, eine Reihe von wichtigen „unorthodoxen“ Themen in der Versenkung verschwinden zu lassen – in der Hoffnung, sie damit vor künftigen Generationen verbergen zu können. Die jahrzehntelang mit Methode betriebenen Bemühungen, das Interesse an Kornkreisen erlahmen zu lassen, können möglicherweise als Testlauf für die heutigen „Säuberungen“ verstanden werden.

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Wenn es mit wilden Bloßstellungen nicht gelingen wollte, wissensdurstige Geister abzuschrecken, konnte man als Plan B das Phänomen immer noch dem Blick der Öffentlichkeit entziehen. Daher werden viele Menschen, die es schon seit Jahren verschwunden glaubten, erstaunt feststellen, dass das Gegenteil der Fall ist.

Wenn im Zeitalter der Massenkommunikation sogar potenzielle Top-Meldungen von den Mainstreammedien regelmäßig unter den Teppich gekehrt werden, sollten wir uns nicht wundern, dass es auch diesem Mysterium so ergeht. Schließlich würde es unser Weltbild gehörig durchrütteln, ließe sich nur in einigen wenigen Fällen beweisen, dass nicht nur menschliche Künstler dabei ihre Hand im Spiel haben (wobei viele halten den Beweis für bereits erbracht halten). Glücklicherweise werden die außergewöhnlichen Formationen, die sich da auf der Leinwand der von uns konsumierten Nahrung ausbreiten, von denjenigen, die über den Tellerrand hinausblicken, nach wie vor für die Nachwelt dokumentiert.

Frühe Beispiele aus England

Obwohl wir in diesem Jahr, wie wir gleich noch sehen werden, eine geografische Verlagerung der Kornkreisaktivitäten erlebten, steht England nach wie vor im Mittelpunkt des Geschehens. Dort gab es am 2. Februar eines von zwei auf eisigen Medien platzierten Symbolen: die komplexe, stilisierte Einprägung einer Eule im Schnee in der Nähe der altbekannten Kornkreisstätte Roundway, Wiltshire. (Das andere entstand am 12. April auf dem vereisten Qinghai-See in China und stellte eine bemerkenswerte, schalttafelartige Anordnung dar.) Ansonsten ließen die charakteristischen Ereignisse bis zum 22. Mai auf sich warten. Das erste Muster trat in der Nähe der durch seine Ufo-Geschichte bekannt gewordenen Stadt Warminster, Wiltshire, auf. Es handelte sich um eine Doppelringstruktur mit zwei zusätzlich übereinandergelegten Kreisen, ein einfaches, scharf gestochenes und angenehmes Design. Als Nächstes wartete Cirencester, Gloucesterhire, am 25. Mai mit zwei bescheidenen, aber locker wirkenden Mustern auf, einem aus kleinen Kreisen zusammengesetzten Halbmond neben einer Darstellung, die auf den ersten Blick wie ein Diamantring wirkte. Der Mai bescherte Chilton Candover, Hampshire, zwei neue Muster: am 26. Mai eine leicht unregelmäßige sechseckige, von einem Ring umgebene Blüte und am Tag danach eine komplexe Dreiecksstruktur aus Linien und Kreisen, die sich an einem merkwürdigerweise nicht bekannt gegebenen Ort zeigte (später mehr zu diesem Trend). Hampshire, das immer wieder im Zentrum des Phänomens stand, erlebte anschließend einige äußerst ereignisreiche Wochen.

Ereignisse im Juni

Den ersten Blickfang lieferte am 3. Juni Little­ton, Hampshire, mit einer komplexen dreiteiligen Anordnung aus sich überschneidenden Kreisen – ein klares, attraktives Bild. Ein weiteres markantes Design zeigte sich am 11. Juni in Owslebury, Hampshire: ein achtgliedriges Mandala aus geschwungenen Sägezähnen (von einigen mit dem Namen „Wasserrad“ betitelt) in einem zarten runden Rahmen. Die erhobenen, gefederten Gerstenähren verliehen dem Ganzen eine ansprechende Optik, wenn man es von oben betrachtete.

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Die Formation, die zur Sommersonnenwende am 21. Juni in Netherene-on-the-Hill in Surrey auftrat, griff ein immer wiederkehrendes Thema auf: eine Insektensymbolik. Bereits 1991 wurden Piktogramme mit insektenartigen Fühlern versehen, später entwickelten sich daraus immer deutlichere Abbildungen von verschiedenen Insektenarten. Diese neueste Formation in ungewöhnlichem Design zeigte eindeutig eine Ameise, die aus einem Loch zu krabbeln schien. Das ringförmige Loch wies ein deutliches Korbflechtmuster auf, die Ameise selbst wurde mit dünnen Linien skizziert. In dieser Region war schon einmal eine Lebensform aufgetaucht – das spektakuläre Gesicht eines Außerirdischen 2016 –, doch nunmehr handelte es sich das erste Mal um ein Insekt. Vielleicht eine Ökobotschaft in einem Sommer, in dem sich die Proteste der Gruppe Extinction Rebellion auf das ganze Land ausdehnten? Das Logo eben dieser Gruppe erschien schließlich am 26. Juli in einem Feld in Malmesbury, Wiltshire. Es war als ein von Menschen geschaffenes Kunstwerk für das WOMAD-Festival in Auftrag gegeben worden, das in der Nähe stattfand. (Das war eine der bekannten Auftragsarbeiten in diesem Sommer; die andere war ein plumpes Blumenmuster für eine chinesische Fernsehstation in Woodborough Hill in der Nähe von Pewsey, Wiltshire, am 14. Juli.)

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Bishops Sutton, Hampshire, erhielt am 29. Juni ein einfaches umringtes Kreismotiv mit zwei den Kreis überlagernden kleineren Kreisen, das gewisse Ähnlichkeiten mit dem davor in Warminster erschienenen Design aufwies. Damit endete ein ruhiger Juni in England, während die Ereignisse in Frankreich richtig Fahrt aufnahmen (siehe unten).

Ein ambitionierter Juli

Das präzise ausgeführte, auffallende Motiv, das am 1. Juli in Danebury Hillfort in Wiltshire auftrat, griff ein anderes bekanntes Thema auf. Es zeigte vier segmentierte Pentagramme aus perspektivischer Sicht, so als wären sie auf eine Kugel gespannt, die von einem feinen runden Doppelrahmen umgeben war. Die örtliche Zeitung Andover Advertiser veröffentlichte eine in der Tat einzigartige Werbung für diese Formation im Getreidefeld. Sie berichtete über die Core Group Initiative, die in den letzten Jahren wertvolle Brücken zwischen Landwirten und Besuchern schlagen und der Öffentlichkeit regelmäßig zumindest zu einigen Fundorten Zugang verschaffen konnte – und das angesichts einer eher ablehnend eingestellten Bauernschaft. Ein weiterer Segen für die Recherchebemühungen war, dass in diesem Sommer die Kornkreis-Ausstellung mit Informationszentrum im Honeystreet Mill Café in der Nähe von Alton Barnes in Wiltshire ein dauerhaftes Zuhause finden konnte. Diese Gegend, in der im Lauf der Jahre so viele Formationen auftraten, bietet sich als Treffpunkt für Suchende geradezu an.

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Am 3. Juli wurde eine andere alte Ringfestung in Wiltshire namens Yarnbury Castle in der Nähe von Steeple Langford mit einer riesengroßen, ungewöhnlichen Ringformation bedacht. Von einer Hälfte ihres Umkreises gingen Linien und kleine Kreise ab, während sich in der Mitte eine zentrale Achse ähnlichen Stils befand. Daneben gab es noch einen weiteren kleinen Kreis mit „geriffelter“ Struktur und einem kleinen erhabenen Kreis in der Mitte. Einem Hügel aus neuerer Zeit wurde am 8. Juli ein Besuch abgestattet, als das örtliche Denkmal oben auf dem Farley Mount in der Nähe von Winchester, Hampshire, Gesellschaft in Form eines komplexen Mosaiks aus fragmentierten Teilen erhielt, die sich zu einem in alle vier Richtungen verlaufenden Motiv anordneten und an Wellen in einem Teich erinnerten. Das nächste Muster, das sich am 16. Juli in Tichborne, Hampshire, präsentierte, führte das Fragmentierungsthema in geordneterer Form weiter. Es zeigte einen von einer Ringstruktur umgebenen Kubus, der an drei Seiten aus dünnen, präzise geformten Dreiecken zu bestehen schien und damit eines der eindrucksvollsten Designs der Saison lieferte.

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