Die Botschaft der Megalithen: Wer erbaute die steinernen Wunder?

MegalithenHartwig Hausdorf
Herbig
252 Seiten
ISBN: 978-3-776627-70-1
€ 20,00

Auf den ersten Blick kommt mir Hausdorfs Buch vor, als ob es aus den 1980er Jahren stammen würde, nicht nur vom Titelbild her, sondern auch in der Gestaltung: Text ohne Bilder, dafür eingefügte Farbfotoseiten. Besser wären aussagekräftige Bilder neben den einzelnen beschriebenen Bauwerken, wenn auch nur in Schwarzweiß.

Die Botschaft der Megalithen sucht man im Text leider vergebens, es wäre auch ein Wunder, wenn sie jemand finden würde. Dafür listet Hausdorf (nicht nur) Megalithen und Megalithstätten aus aller Welt auf, die für viele Leser allerdings bereits größtenteils bekannt sein dürften. Ergänzend – allein mit Megalithanlagen lässt sich wohl kein ganzes Buch füllen – beschreibt Hausdorf alle möglichen Pyramiden rund um den Globus, auch wenn bei verschiedenen dieser Bauwerke Zweifel angemeldet werden können, ob es sich denn überhaupt um Pyramiden handelt. Aber egal wie man sie nennt, diese Bauwerke existieren und sind unzweifelhaft eine Hinterlassenschaft unserer Vorfahren, wenn auch keine megalithischen.

In einem weiteren Kapitel behandelt Hausdorf die unterirdischen Städte in der Türkei, deren Erbauer und Zweck bis heute nicht bekannt sind; in einem anderen – „Megalithrätsel unter Wasser“ – beschreibt er Strukturen, von denen man immer noch nicht eindeutig weiß, ob es sich nur um merkwürdige Launen der Natur oder um menschengemachte Objekte handelt, weil sie zwangsläufig nur durch teure Tauchgänge mehr schlecht als recht untersucht werden können.

Die Megalithanlagen von Puma Punku in der Nähe von Tiahuanaco dürfen in Hausdorfs Sammlung natürlich nicht fehlen. Dazu erklärt er – wie auch schon in früheren Publikationen –, dass an bestimmten sauber bearbeiteten Blöcken aus Andesit zum Teil drastische Kompassabweichungen festzustellen seien. Dies will er auch Teilnehmern einer Leserreise demonstriert haben. (Nicht nur) aufgrund dieser Behauptung waren wir 2009 in Puma Punku und haben mit mehreren Kompassen eigene Untersuchungen angestellt und diese gefilmt –mit dem ernüchternden Ergebnis, dass noch nicht einmal kleine Abweichungen feststellbar sind. Was hat Hausdorf dort gesehen?

Wenn man von Megalithen redet, darf natürlich der „Stein des Südens“ bei Baalbek im Libanon nicht fehlen. Allerdings wird oft nur dieser eine gigantische Steinblock erwähnt, während die unbekannten Baumeister in grauer Vorzeit dort mit Steinkolossen hantiert haben müssen, als ob es Bauklötze gewesen wären. Wer das war, und wie lange das zurückliegt, weiß niemand – es darf spekuliert werden.

Das größte Problem der teilweise gigantischen bearbeiteten Felsblöcke besteht darin, dass man bis heute nicht weiß, mit welchen Mitteln sie transportiert wurden. Man hat sie schließlich nur in den allerseltensten Fällen direkt vor Ort hergestellt, und stattdessen oft über viele Kilometer hinweg transportiert, teilweise über Berg und Tal. Viele dieser Blöcke, wie etwa den „Stein des Südens“, kann man selbst mit unseren Hochtechnologiekränen nicht bewegen. Wie haben es also die „Steinzeitmenschen“ geschafft?

Mein Gesamteindruck des Buchs: Hausdorf hätte sich mehr an seinen Buchtitel halten, Objekte wie Pyramiden oder die unterirdischen Stätten herauslassen und dafür die tatsächlichen Megalithanlagen ausführlicher beschreiben sollen. Nicht jeder Leser kennt schon alle Anlagen, und Hausdorfs Beschreibungen sind teilweise sehr knapp gehalten. Zudem springt er im Text häufig zwischen verschiedenen Anlagen hin und her, was den Lesefluss beeinträchtigt. Dennoch: Wer eine taugliche Übersicht megalithischer Anlagen rund um die Welt sucht, bekommt sie hier.

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