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Die gefallene Göttin und das Endspiel der Archonten

Ein aus den verschollenen Archiven der Gnostiker geklaubter Mythos, dem die Kraft innewohnt, die Menschheit unter einer großen Erzählung zu verbinden – untereinander, mit allen Mitgeschöpfen und nicht zuletzt mit dem Planeten selbst. Ist die Zeit reif, wieder in die uralte Geschichte einzutauchen?

Haben Sie je ein gutes Filmepos wie „Doktor Schiwago“ oder „Der Herr der Ringe“ gesehen und sich dabei gefragt, wie es gemacht wurde? Die Geschichte hinter der Entstehung eines Films oder auch eines Musikvideos kann genauso interessant sein wie das fertige Werk selbst. Dasselbe gilt für den sophianischen Mythos der Mysterien – es gibt eine Geschichte hinter der Geschichte. Ein Making-of des „Szenarios der gefallenen Göttin“ (im Original: „Fallen Goddess Scenario“, abgekürzt: FGS) könnte ein Dokumentarfilm sein, der ebenso interessant ist wie die Produktion, über die er berichtet. Die heilige Erzählung über Sophia ist mit einem Kinoepos von unermesslicher Schönheit und Komplexität sowie voller Rätsel vergleichbar – einem Film, in dem man lernt, eine Rolle zu spielen.

In der heutigen gnostischen Praxis wird Sophia als „So-fei-ah“ ausgesprochen, um sie von dem Vornamen zu unterscheiden, dem man Mädchen gibt; übrigens dem aktuell weltweit beliebtesten weiblichen Vornamen. „So-fei-ah“ reimt sich mit dem englischendesire(Begehren).

Das Szenario der Gefallenen Göttin (FGS) ist nicht die Schöpfung eines einzelnen Autors, obwohl eine einzelne Person dazu nötig war, es neu zu entdecken und für die heutige Welt wiederherzustellen. Wie alle anderen langlebigen Mythen unserer Welt ist es vor langer Zeit an einem bestimmten Ort und aus den Erfahrungen eines bestimmten Volks entstanden. Kurz gesagt: Es ist der Ausdruck der Vorstellungskraft eines bestimmten Volks. Diejenigen, die das FGS entwickelten, entstammten einer Ethnie, deren Heimat im heutigen Aserbaidschan, in Georgien und Ossetien lag. Sie waren Vettern anderer, über ganz Europa verstreuter Volksstämme aus dem Spektrum der arischen, keltischen, nordischen, germanischen, iberischen und hellenischen Völker, die alle ihre eigenen mythischen Erzählungen hatten. Bei den Urhebern des Sophia-Mythos handelte es sich konkret um Perser, die im Kaukasus beheimatet waren. In dieser Region entstand bereits um 6000 v. Chr. ein schamanischer Kult aus Mystikern und Sterndeutern (später Sabäer und Chaldäer genannt), die ein Wissens- und Kultursystem entwickelten, das sich schließlich südwärts nach Mesopotamien und ost- und westwärts in andere Gegenden ausbreitete. Sie waren die Magi (Magier) aus den persischen Legenden, deren ferne Nachkommen die heutigen Iraner sind. Die von ihnen ins Leben gerufene Bewegung kann man als Magi-Orden bezeichnen.

Die arisch-iranische Volksgruppe, die die Geschichte von Sophia hervorgebracht hat, unterschied sich völlig von den arabisch-asiatischen Völkern, die heute in dieser Region leben – und lebte lange vor der Zeit, in der diese Bewohner zum Islam, Christentum oder Judentum bekehrt wurden. Das FGS ist die einzigartige Schöpfung der religiösen Vorstellungskraft der arisch-kaukasischen Bevölkerung Westasiens. Diese Tatsache ist eine zwingende Voraussetzung, wenn man etwas über das „Making-of des Sophia-Mythos“ erfahren will. Warum? Zum einen, weil jeder Mythos seinen Ursprung in einem bestimmten Volk hat. Zum anderen, und das ist noch wichtiger, weil das FGS den einzigartigen Fall eines Mythos darstellt, der die Geschichte der gesamten menschlichen Spezies auf schlüssige Art und Weise erzählt. Alle anderen Mythen – aztekische, japanische, hellenische, nordische und andere – beschreiben den Ursprung der konkreten Völker, die diese Geschichten erzählen,aber nicht den Ursprung der Spezies Mensch als Ganzes. Diese Unterscheidung ist eine der tiefgreifendsten Einsichten, die man aus dem Studium der vergleichenden Mythologie ziehen kann.

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