Energie ohne Ende. Erfindungen. Konzepte. Lösungen.

Andreas von Rétyi
Kopp Verlag
302 Seiten
ISBN: 978-3-86445-089-1
€ 19,95

Kaum ein Thema hat die kritische Intelligenz des Westens seit nunmehr zwei Generationen so bewegt wie die Energiefrage. Angefangen bei der Kon­troverse um die Gefahren der Atomenergie bis zu den Ölkriegen um den Irak – immer war die Gretchenfrage die nach der Energie. Diesen Stellenwert muss man sich vor Augen führen, wenn man bedenkt, wie wenig eigentlich zu diesem Thema publiziert wurde und wie engstirnig das Niveau der Debatte ist. Zwar ist die Anti-Atombewegung wie kaum eine Graswurzelbewegung davor oder danach in die Einzelheiten der Technologie eingestiegen und sehr viele junge Wissenschaftler sind bereit, ihre berufliche Laufbahn der Energiewende zu widmen, doch dies alles geschieht im engen Rahmen der gesellschaftlich akzeptierten Möglichkeiten. Dass es darüber hinaus noch ganz andere Alternativen und Ansätze geben könnte, wird nur zu oft verschwiegen oder lächerlich gemacht.

Andreas von Rétyi unternimmt nun den Versuch, einen Überblick über die randständigen Bereiche des Themas abzuliefern. Vieles davon ist natürlich schon in anderen Pu­blikationen aufgegriffen worden, aber für Einsteiger in die Thematik ist so eine Überblicksdarstellung hochwillkommen. Hier wird zunächst einmal diskutiert, ob sich die Vorräte von Erdöl und Erdgas überhaupt erschöpfen oder ob beide nicht vielmehr abiotische Substanzen sind, die permanent im Erdinnern entstehen. Dann erörtert er die konventionelleren der erneuerbaren Energien, also Wind-, Wasser- und Solarenergie und geht insbesondere beim Wasserstoff sehr in die Tiefe. Ein weiteres Kapitel widmet er der Kalten Fusion, bevor er sich am Ende dem wirklich spannenden Feld der Raum- und Vakuumenergie nähert, die das eigentliche Potential für das Perpetuum mobile hat.

Während seiner Untersuchung beleuchtet Rétyi nicht nur das Werk so großer Erfinder wie Tesla und Schauberger, sondern erinnert auch an so manchen Scharlatan, der gutgläubigen Investoren das Geld aus der Tasche gezogen hat. Dabei schafft er es meistens, die Balance zwischen technischer Detaildiskussion und dem Blick aufs Ganze zu wahren. Allerdings wird das Buch umso schwerer nachvollziehbar, je theoretischer es wird. Umgekehrt wirkt es in den allgemeineren Passagen leicht oberflächlich. Es ist einfach ein schwierig zu behandelndes Thema, das sich von Rétyi vorgeknöpft hat.

Jedenfalls sind insbesondere die Kapitel über die abiotische Theorie, die kalte Fusion und den Wasserstoff von sehr hohem Niveau und jedem zur Lektüre ans Herz zu legen, auch weil ein wenig vom Entdeckergeist der in diesen Bereichen tätig gewesenen Pioniere überspringt. Manchmal ertappt man sich regelrecht beim Gedanken, sich selbst am liebsten ein Labor einzurichten, um die Geheimnisse der Natur zu ergründen. Wenn die akademischen Naturwissenschaften auch nur einen Hauch diesen Spirits vermitteln könnten, hätten sie keine Nachwuchssorgen. Allerdings hat das Buch auch seine Grenzen. Bei der Vakuum-/ Raum­energie wäre ein Exkurs zur Energiemedizin nicht fehl am Platz, da es auch dort auf Tesla zurückgehende Konzepte gibt. Des Weiteren – aber das muss kein Manko sein – bleibt man bei der Lektüre mit einer gewissen Skepsis zurück, da zu viele vielversprechende Konzepte sich im Endeffekt tatsächlich als Schall und Rauch entpuppt haben. Umso mehr freut es einen, wenn einem zum Schluss noch ein durch und durch bodenständiger deutscher Professor Anlass zur Hoffnung gibt ...

Kommentare

03. Juni 2015, 21:26 Uhr, permalink

Reiner Höhndorf

Naturphänomene und Technik - unter meinem Namen
Googlen (!) - da gibt es viele Überraschungen ?!!

Grüße

Reiner Höhn dorf

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