Erdmagnetfeld steht laut Studie nicht vor Umkehrung

erdOft wurde gemutmaßt, dass das geomagnetische Feld der Erde – aufgrund der Schwächung des Magnetfelds über mindestens die letzten 200 Jahre, verbunden mit der Ausdehnung eines ausgewiesenen schwachen Bereichs im Erdmagnetfeld, der als Südatlantische Anomalie (SAA) bezeichnet wird und sich von Chile bis Simbabwe erstreckt – kurz davor stehen könnte, sich umzukehren, was mit erheblichen Folgen verbunden wäre.

In einer Arbeit, die in Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, erstellte ein Team aus internationalen Wissenschaftlern ein Modell basierend auf Beobachtungen des geomagnetischen Felds während der zwei jüngsten Polaritätsexkursionen: dem Laschamp-Ereignis vor etwa 41.000 Jahren und dem Mono-Lake-Ereignis vor etwa 34.000 Jahren, bei denen sich das Magnetfeld beinahe umkehrte, seine ursprüngliche Struktur jedoch wiedererlangte.

Das Modell zeigt, dass es vor etwa 49.000 und 46.000 Jahren Feldstrukturen gab, die mit denen im gegenwärtigen geomagnetischen Feld vergleichbar sind. Diese besaßen eine zur SAA ähnliche Intensitätsstruktur, waren jedoch wesentlich stärker als die heutige Anomalie; der Zeitpunkt ihres Auftretens sowie ihre Heftigkeit konnten anhand kosmogener Nuklide bestätigt werden. Wie jedoch ebenfalls gezeigt werden konnte, entwickelte sich keines der SAA-ähnlichen Felder zu einer Exkursion oder Umkehrung.

Richard Holme, Professor für Erdmagnetismus an der University of Liverpool, erklärte: „Durch das Studium der zwei jüngsten Exkursionsereignisse weisen wir nach, dass keines den aktuellen Veränderungen im Erdmagnetfeld ähnelt und es deshalb wohl unwahrscheinlich ist, dass es zu einem solchen Ereignis kommen wird.

Unsere Forschung deutet stattdessen darauf hin, dass das aktuell geschwächte Feld sich ohne ein derart extremes Ereignis erholen wird und eine Umkehrung deshalb unwahrscheinlich ist.“

Die Stärke und Struktur des Erdmagnetfelds variierte zu verschiedenen Zeiten im Verlauf der Erdgeschichte. In bestimmten Perioden war das Erdmagnetfeld so schwach, dass die Positionen des magnetischen Nordens und Südens tauschten, während der geografische Norden und Süden unverändert blieb.

Zu einer sogenannten geomagnetischen Umkehrung kam es zuletzt vor 780.000 Jahren. Polaritätsexkursionen – bei denen sich das Feld beinahe umkehrt, aber seine ursprüngliche Struktur wiedererlangt – ereigneten sich dagegen in jüngerer Zeit.

Quelle: Phys.org, 30.04.18, http://tinyurl.com/ybd8sgda

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