Handbuch für das Überleben in Krisenzeiten

Herbert Rhein
Kopp Verlag
302 Seiten
ISBN: 978-3-86445-096-9
€ 24,95

In den letzten Jahren wurde uns einiges an Schwarzmalerei zugemutet. Ob es nun um die Dezimierung der Menschheit durch die Schweinegrippe, den unaufhaltsamen Zusammenbruch des Weltfinanzsystems oder das Ende der Welt im Rahmen des Mayakalenders ging, stets drohte uns der Untergang. Denn sobald die Zivilisation Vergangenheit sein wird, muss der Mann seine klassische Versorgerrolle unter verschärften Bedingungen wahrnehmen. Geld allein hilft dann nicht weiter, Hartz IV auch nicht. So weit wird es hoffentlich nicht kommen – aber trotzdem lohnt es sich, sich einmal in die Rolle des Selbstversorgers hineinzuversetzen.

Herbert Rhein hat dazu ein imponierendes Handbuch im DIN-A4-Format vorgelegt, das so ziemlich alle notwendigen Bereiche abdeckt. Von Anbau, Bearbeitung und Haltbarmachung von Obst und Gemüse über Nutztierhaltung, Schlachtung und Verarbeitung von Tierprodukten, den Aufbau einer unabhängigen Strom- und Wasserversorgung bis hin zum ABC des Heimwerkers bei Reparaturmaßnahmen und einem umfassenden medizinischen Teil, der sowohl Erste Hilfe als auch Kräuter- und Hausmittelkunde umfasst, deckt das Buch so ziemlich alles ab, was der Einsteiger in die Selbstversorgung wissen muss. Zusätzlich enthält es ein Kapitel mit Tipps und Vorsorgemaßnahmen für den akuten Katastrophenfall. Des Weiteren enthält das Buch im Anhang diverse Checklisten mit Aussaatzeiten, zur Lagerhaltung, was in die Dokumentenmappe hineingehört und so weiter. Außerdem listet der Autor diverse Internetseiten und Foren auf, in denen man mehr Informationen zu den einzelnen Themen findet.

Bedenkt man, wie häufig es auch in unseren Breiten zu Wohnungsbränden oder Überschwemmungen kommt, ist klar, dass so ein Buch nicht nur für eingefleischte Apokalyptiker relevant ist. Für Auswanderer dagegen, die die klimatischen Eigenheiten ihrer neuen Heimat erst langsam kennenlernen werden, dürfte dieses Buch sogar unverzichtbar sein. Doch auch für Stadtmenschen kann die Lektüre ein inspirierendes Erlebnis sein, da sie Lust aufs Landleben macht. Man würde sich am liebsten gleich einen eigenen Gemüsegarten anlegen, Gurken und rote Beete einmachen, Wodka oder anderen Schnaps brennen und es sich im Winter am selbstgemauerten Ofen gemütlich machen, während das frisch abgezogene Kaninchen im Bräter schmort. Doch auch bei prosaischeren Anlässen steht das Buch mit Rat und Tat zur Seite: Etwa, wenn es darum geht, wie Fliesen, Teppichböden und Ähnliches verlegt werden, wie man tapeziert, streicht oder lackiert oder worauf man bei der Elektrik zu achten hat. Insofern ist das Buch gut für Leute geeignet, die einfach nur ein Handbuch fürs Heimwerken brauchen.

Und gut, warum sollte man, wenn man einen eigenen Gemüsegarten anlegt, schlussendlich nicht auch noch Tabak anbauen? Entweder man raucht ihn selber oder aber man druckt damit sein eigenes Zahlungsmittel für einen der Schwarzmärkte, die nach dem Zusammenbruch der allgemeinen Versorgung unweigerlich wie Pfifferlinge aus dem Boden schießen würden.

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