HPV-Impfung: Tausende Geschädigte

Als Caron Ryalls gebeten wurde, eine Einverständniserklärung für eine Gebärmutterhalskrebs- bzw. HPV-Impfung ihrer damals 13-jährigen Tochter Emily zu unterschreiben, hielt sie dies für die beste Möglichkeit, deren Gesundheit zu schützen. Schon bald litt Emily unter Nebenwirkungen, und die vergangenen vier Jahre wurden für sie und ihre Familie zu einem Albtraum.

Emily ist eines von tausenden Mädchen, bei denen nach einer routinemäßigen HPV-Impfung Lähmungserscheinungen auftraten. Sie hat sich noch immer nicht vollständig erholt und weiß nicht, wann sie ihre Gesundheit wiedererlangen wird.

Mrs. Ryalls meldete Emilys Zustand der medizinischen Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel in Großbritannien (MHRA).

Laut Anfang Mai über das Informationsfreiheitsgesetz erlangter Unterlagen gingen in den zehn Jahren bis zum April 2015 bei der MHRA fast 22.000 Berichte über „spontan vermutete“ unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) ein, die in 13 Kategorien für Routineimpfungen fielen, darunter Grippe, MMR, Tetanus, Diphtherie und Polio.

Allein in die Kategorie HPV fielen 8.228 unerwünschte Wirkungen, von denen 2.587 – gemessen an diversen Kriterien wie beispielsweise einem notwendig gewordenen Krankenhausaufenthalt oder einer Einstufung als lebensbedrohlich – als „schwerwiegend“ klassifiziert wurden.

Die MHRA erklärte, die Fälle entsprächen nicht der tatsächlichen Zahl, denn es gebe einen „unbekannten und schwankenden Grad an Untererfassung“.

Die Behörde schätzte, dass sie etwa zehn Prozent aller Meldungen empfange, was vermuten lässt, dass die tatsächliche Anzahl der an unerwünschten Arzneimittelwirkungen leidenden Mädchen in die Zehntausende geht.

„Jeder Arztbesuch wurde mit einem Augenrollen quittiert,jedeErwähnung der HPV-Impfung mit Feindseligkeit und Spott“,

sagte Mrs. Ryalls.

Angesichts der steigenden Anzahl von Mädchen, die unter Nebenwirkungen leiden, werden andere Länder nun aktiv. Die Ausstrahlung einer dänischen TV-Dokumentation im Frühjahr lenkte das Augenmerk auf die enorme Anzahl von Mädchen, die durch die HPV-Impfung geschädigt wurden. Einige, darunter auch diejenigen, die die Ryalls in Großbritannien getroffen haben, endeten im Rollstuhl. Letztes Jahr zog Japan die Zulassung des HPV-Impfstoffs aufgrund der gemeldeten Nebenwirkungen zurück.

In einem Artikel des Springer-Magazins Clinical Rheumatology vom Mai 2015 äußerte Dr. med. Manuel Martínez-Lavín, der über 30 Jahre lang chronische Schmerzpatienten behandelt hat, dass diese Krankheiten „verstärkt nach einer HPV-Impfung auftreten“. Er schrieb:

„Scheinbar unerklärliche Nebenwirkungen wurden nach der Injektion der neueren Impfstoffe gegen humane Papillomaviren (HPV) beschrieben. Die Nebenwirkungen scheinen im Vergleich zu anderen Immunisierungen verstärkt nach einer HPV-Impfung aufzutreten.“

Dr. Martínez-Lavín zufolge gehörten zu den Krankheiten, die nach einer HPV-Impfung in Erscheinung träten, PoTS [Posturales Orthostatisches Tachykardiesyndrom] und Fibromyalgie. Die Kliniker sollten sich über die Zusammenhänge im Klaren sein, die möglicherweise zwischen der HPV-Impfung und der Entstehung dieser „schwer zu diagnostizierenden“ schmerzhaften Symptome bestehen.

Mrs. Ryalls und etwa 80 Familien in vergleichbaren Situationen in ganz Großbritannien sind nun aktiv geworden. Sie gründeten die Vereinigung HPV-Impfstoff-geschädigter Töchter (AHVID), um Familien zusammenzubringen, deren Töchter unter den Folgen des Impfstoffs leiden. Mrs. Ryalls erklärte:

„Wir wollen besser gehört werden, und wir möchten dem Beispiel Japans und Dänemarks folgen und mehr Druck auf die regionalen Behandlungs- und Bewertungszentren ausüben. Wir wollen, dass Nebenwirkungen vermehrt gemeldet werden, eine bessere Aufklärung, mehr Transparenz und Informationen, damit Eltern in der Lage sind, bezüglich der Einwilligung zur HPV-Impfung fundierte Entscheidungen zu treffen.“

Vonseiten der MHRA hieß es, dass ihr die Zahlen der mit der HPV-Impfung in Verbindung stehenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen keine Sorge bereiteten, da

„der zu erwartende Nutzen – zu verhindern, an einer HPV-Infektion zu erkranken oder daran zu sterben – die bekannten Risiken wettmacht […].

Die große Mehrheit der gemeldeten vermuteten Nebenwirkungen einer HPV-Impfung entspricht den bekannten Risiken einer Impfung, die in den erhältlichen Produktinformationen ausführlich beschrieben werden. Die Melderate mutmaßlicher Nebenwirkungen, deren Ursache nicht bewiesenermaßen der Impfstoff ist, wird von vielen Faktoren beeinflusst und schätzungsweise von Impfstoff zu Impfstoff variieren. Die größere Zahl an Meldungen zur HPV-Impfung heißt nicht zwangsläufig, dass der Impfstoff weniger sicher ist als andere Impfstoffe.“

Quelle: Independent.co.uk, 31.05.2015, http://tinyurl.com/o8wgl3m

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