In den 1980er-Jahren reist ein Mann durch die USA, dessen Namen höchstens ein paar eingefleischte NEXUS-Leser kennen: Galen Winsor. Winsor ist Nuklearexperte und hält Vorträge über Kernkraft, Radioaktivität und atomaren Müll. Darin warnt er nicht etwa vor den Gefahren – sondern vor den Lügen der Atomlobby. Live vor Publikum hantiert er ohne jegliche Schutzkleidung mit Plutonium, einer als hochgiftig eingestuften Substanz. Fünf Gramm dieses Materials sollen, gleichmäßig über die Erde verteilt, die ganze Menschheit töten können, sagen die Lehrbücher. Während seiner Arbeit in einer Wiederaufarbeitungsanlage, erzählt Winsor, nutzte er das hoch radioaktive Abklingbecken regelmäßig als Swimmingpool, trank sogar täglich ein Glas davon und fasste das angeblich so gefährliche Plutonium mit bloßen Händen an. Einer seiner Vorträge, der in NEXUS 52 veröffentlicht wurde, ist noch heute auf YouTube zu sehen.1
Winsor erzählte so unfassbare Dinge, dass man bis heute nicht weiß, was man damit anfangen soll. Man könnte den Fall – der Mann starb immerhin mit betagten 82 Jahren – achselzuckend als makabre Schnurre eines verirrten Wichtigtuers abtun. Man muss ihm allerdings zugutehalten, dass er wusste, wovon er sprach: Er hatte seit den Anfangsjahren der Nuklearindustrie mit Plutoniumverarbeitung zu tun und arbeitete über Jahrzehnte mit dem Material, kannte sich also in dem Metier wirklich aus.
Doch aus welchem Grund sollten radioaktive Brennstoffe und Abfälle als hochgefährlich eingestuft worden sein, wenn sie in Wahrheit viel harmloser sind? Winsor meint: um das Atombusiness zentral zu kontrollieren und lukrativer zu machen – das Entsorgungsbusiness ist ein Milliardengeschäft. Er schlug vor, Atomenergie in kleinen Meilern dezentral einzusetzen, jedes Wohnviertel hätte seine eigene sichere, saubere, billige Energiequelle. Ein Konzept, das nicht nur milliardenteure Überlandleitungen überflüssig, sondern auch zentrale Stromkontrollen unmöglich gemacht hätte. Winsor dazu:
„Ein AKW ist nichts anderes als ein großer Wasserkocher. Es ist der sauberste, eleganteste und wirtschaftlichste Weg, um Wasser zu erhitzen.“
Das hört sich nach einer dezentralen, billigen und sicheren Energielösung an, und nach allem, was wir in den letzten Jahren erlebt haben, wäre das wohl so ziemlich das Letzte, was von Politik, Großkonzernen und Strippenziehern erwünscht wäre.
Es lassen sich mühelos weitere Gründe für die Verteufelung radioaktiver Strahlung angeben. Der Staat hat damit einen weiteren Angstvektor im Köcher. Davon kann er bekanntlich nie genug haben. Wer sollte uns denn sonst vor Radioaktivität schützen, wenn nicht die Politiker? Außerdem kann man damit gut von wirklich gefährlichen Toxinen wie Glyphosat, PFAS, Dioxinen, Mobilfunk etc. ablenken. Und was wird heute nicht alles als gefährlich denunziert, obwohl es uns seit Jahrtausenden begleitet: Kälte, Hitze, direkte Sonneneinstrahlung, Fleischkonsum, selbst altehrwürdige Getränke wie Wein und Bier stehen auf der Abschussliste. In Sachen Radioaktivität ist Galen Winsor nur die Spitze des Eisbergs, wie wir noch sehen werden.
„Es gibt keine ungefährliche Strahlung“
Aktueller Konsens in der Wissenschaft ist die LNT-Theorie – „Linear No Threshold“, oder kurz: Nullhypothese. Kurz gesagt bedeutet sie, dass es keine Schwelle („Threshold“) gibt, unterhalb derer sie unschädlich wäre. Bereits geringste Mengen radioaktiver Strahlung bis hinab zu einem einzigen Strahlungsquant können laut der LNT Krebs auslösen.


Radioaktivität – läuft Ihnen bei dem Begriff auch ein Schauer über den Rücken? Das liegt wohl daran, dass Ihnen jahrzehntelang Angst eingejagt wurde. Denn Strahlung muss nicht schädlich sein. Eine Aufarbeitung.
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