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Unser täglich Gates gib uns heute

gatesVolksfeind oder Heiliger? Unter dem Deckmantel der Philanthropie mischt Bill Gates die weltweite Landwirtschaft auf. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass exakt jene unter seinen Innovationsprogrammen leiden, denen er vollmundig Hilfe verspricht, und dass es nur eine Handvoll Profiteure an der ganzen Sache gibt: Gates selbst und seine Schergen.

Während wir in der nördlichen Hemisphäre auf einen „Winter der Unzufriedenheit“1 zusteuern und sich die globalen Nahrungsmittelsysteme zusehends verschlechtern, wird klar: Es gibt Ärger im Paradies.

Die Reaktionen der Regierungen auf Covid-19 haben dazu beigetragen, dass sich die Zahl der Hungersnöte versechsfacht hat. Globale Versorgungsketten brechen zusammen und in Großbritannien werden Feldversuche mit gentechnisch veränderten Feldfrüchten und Nutztieren begonnen.2

Um dieser äußerst kritischen Lage zu begegnen, fand im September der UN Food Systems Summit statt, bei dem sich die Mitgliedsstaaten mit dem privatwirtschaftlichen Sektor, zivilgesellschaftlichen Gruppen und Forschern an einen Tisch setzten, um „greifbare, positive Veränderungen“ in den weltweiten Ernährungssystemen herbeizuführen und, wie es heißt, „den Genesungsprozess von Covid-19 voranzutreiben.“3

Aber selbst wenn wir unsere Probleme mit derselben Logik lösen könnten, die sie erst verursacht hat, gäbe es tiefere institutionelle Schwierigkeiten, die die Integrität des Summit untergraben.4 Besonders hervorzuheben ist hier die Vereinnahmung des Gipfels durch einen Mann, dessen Zukunftsvision der Ernährungssicherheit die Interessen der Zivilgesellschaft und der Bauernschaft völlig ignoriert – im Gegensatz zu den Interessen der mit ihm verbundenen Konzerne.

Bill Gates, ein bekannter Name auf der Weltbühne des Katastrophenkapitalismus, hat noch mehr zu bieten, als die Weltbevölkerung in Untergangsprophetenmanier in einen permanenten Scheintod zu versetzen. In seinem zweiten großen Tätigkeitsfeld spielt meist die Zukunft der Ernährungssicherheit eine Rolle.

Amerikas Fast-Food-Impresario

In weniger als einem Jahrzehnt hat es Gates zum größten privaten Ackerlandbesitzer Amerikas geschafft und mehr als 109.000 Hektar erstklassiges Farmland in den Vereinigten Staaten erworben, darunter die 100 Circles Farm, auf der die Kartoffeln des Fast-Food-Riesen McDonald’s angebaut werden.5 Neben seinem Engagement für die Volksgesundheit gehören Gates praktisch sämtliche Pommes frites, die bei McDonald’s über den Verkaufstresen wandern.

Auf der einen Seite ist Gates der einflussreichste Akteur im Bereich des globalen Gesundheitswesens und tritt damit in die Fußstapfen seines geistigen Führers John D. Rockefeller. Auf der anderen Seite unterstützt er ein Bündnis von Fast-Food-Marken, die weltweit mehr Menschen auf dem Gewissen haben als Tabak und die Überlebenden direkt in die Arme der Pharmazeutika treibt. Die werden natürlich ebenfalls von Gates vertrieben und an die 50 Prozent aller Amerikaner verkauft, die an chronischen Gesundheitsstörungen leiden.6

Im Fast-Food-Bereich besitzt Gates 7,8 Prozent von Warren Buffetts Anlageinstrument Berkshire Hathaway, das 39 Prozent des größten Fast-Food-Franchiseunternehmens Subway kontrolliert, sowie 9,3 Prozent der Coca-Cola Company.7,8 Hinzu kommt eine Beteiligung der Gates-Stiftung mit 16,8 Prozent an der weltweit größten Coca-Cola-Abfüllfirma, die zum vierten Mal in Folge zum größten Plastikumweltsünder der Welt erklärt wurde.9

Aber Gates’ Umweltfrevel ist nur ein Teil des Problems. Er unterstützt darüber hinaus mehrere Unternehmen, bei denen die Grenzen zwischen Lebensmitteln und Technologie verschwimmen, und wenn es nach dem großen Gönner geht, wird das Essen in Zukunft nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem haben, was wir heute auf unseren Tellern vorfinden.

Das liegt daran, dass sein Schwerpunkt auf genetisch veränderten Organismen liegt. Er besitzt 500.000 Mon­santo-Aktien im Wert von bescheidenen 23 Milliarden Dollar, was ihn praktisch zum Erzfeind all dessen macht, was als bio und nachhaltig gilt. Es gibt den von Gates finanzierten „Impossible Burger“, der aus gentechnisch verändertem Soja und Hefe hergestellt wird. Dessen Hersteller, Impossible Foods, hält 25 Patente auf künstlich nachgebildeten Käse und ebensolches Rind- und Hühnerfleisch.10,11

Ein weiteres von Gates unterstütztes Start-up, das auf den Kapitalmärkten die Runde macht, ist Ginkgo Bioworks. Gemäß seinem Unternehmensleitbild wird Ginkgo mit Technologien der Zellprogrammierung kundenspezifische Organismen herstellen, um Aromen gentechnisch zu verändern und Zutaten für stark verarbeitete Lebensmittel zu entwickeln.12 Das Unternehmen plant, mehr als 20.000 Zellprogramme für die Lebensmittelindustrie zu schaffen.

Wenn die Agrar- und Lebensmitteltechnologie, mit der Gates auf den Markt strebt, weiter floriert, wird die traditionelle Ernährung bald durch im Labor gezüchtetes Fleisch und andere Lebensmittel à la Frankenstein ersetzt werden. Gates’ Plan mag zwar kaum die Anziehungskraft eines Fünf-Sterne-Restaurants haben, aber letzten Endes „muss man nehmen, was man kriegt“.

Den vollständigen Artikel können Sie in NEXUS 99 lesen. Abonnieren können Sie unser Heft hier.

Kommentare

24. April 2022, 12:17 Uhr, permalink

Meta Simpson

Hallo zusammen,
bei keiner Ihrer Behauptungen nennen Sie eine überprüfbare Quellenangabe, z. B. bei Informationen und Behauptungen über Bill Gates.

Um das alles glauben zu können und dann selbst urteilen zu können, ob diese journalistischen Quellen den richtigen Zusammenhang herstellen, sind diese Quellengaben dringend erforderlich.

Alles andere ist reißerischer Boulevard-Journalismus.

25. April 2022, 11:48 Uhr, permalink

NEXUS-Redaktion

Vielen Dank fürs Feedback. Alle Quellenangaben finden sich in der erwerbbaren Printausgabe, das englische Original des Artikels mit sämtlichen Verlinkungen findet sich hier:

tinyurl.com/psj5cw2

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