Im Grunde kennen weder die Schulmedizin noch die alternative Medizin die Ursache von Krebs oder ein Heilmittel. In all den Jahrzehnten meiner Arbeit als Naturheilpraktiker und Autor zum Thema Gesundheit habe ich mich fortwährend um ein besseres Verständnis der tatsächlichen Vorgänge bemüht und bin überzeugt, dass die wichtigen Puzzleteile nunmehr ein sinnvolles Ganzes ergeben. In diesem Artikel möchte ich meine Gedanken und Erkenntnisse in der Hoffnung mitteilen, dass viele Therapeuten und Krebspatienten sie ausprobieren möchten.
Blockierte Energieproduktion
Aus schulmedizinischer Sicht entsteht Krebs im Zellkern durch zufällige Mutationen oder Schädigungen des Erbguts aufgrund von Strahlung oder Giftstoffen. Dieses schulmedizinische Modell versteht die Entwicklung eines Tumors als rein örtlich begrenztes Ereignis in einem ansonsten gesunden Körper. Daher besteht das Ziel darin, den Tumor so früh wie möglich zu finden, zu entfernen oder zu zerstören, um das Problem zu lösen.
Die Realität sieht jedoch anders aus. Unabhängige Untersuchungen zeigen, dass es kaum Unterschiede zwischen schulmedizinisch behandelten und unbehandelten Fällen gibt.1 Ich vermute, dass unabhängige Statistiken sogar beweisen würden, dass die Chemotherapie die Lebenserwartung verringert. Warum aber überleben dann manche Patienten die schulmedizinische Behandlung?
Die Antwort lautet, dass einige Tumoren einfach zum Streuen neigen, wohingegen andere harmlos bleiben, ob behandelt oder nicht. Gegenwärtig liegt der Schwerpunkt darauf, sehr kleine Tumoren aufzuspüren – von denen sich viele nie zu Krebsgeschwüren entwickeln oder Metastasen bilden würden, die aber in den Statistiken als geheilte Krebserkrankungen gelten. Wenn der Krebs wächst, gibt es allgemein keine effektiv wirksame schulmedizinische Behandlung. Da man das erkannt hat, zeigen die Statistiken gewöhnlich nur die Überlebensrate in den ersten fünf Jahren. All das beweist, dass die schulmedizinische Vorstellung von Krebs entweder unvollständig oder falsch ist.
Der deutsche Krebsforscher Dr. Paul Gerhard Seeger2 zeigte 1938, dass Krebs in den meisten Fällen im Zytoplasma entsteht, dem gallertartigen, die Zelle ausfüllenden Teil, und zwar vor allem in den energieproduzierenden Mitochondrien. Dort werden in mehreren enzymatischen Schritten, die man „Atmungskette“ nennt, Nahrungsbestandteile oxidiert. Seeger zeigte, dass die Atmungskette in Krebszellen durch die Zerstörung wichtiger Enzyme, vor allem der sogenannten Zytochromoxidase, mehr oder weniger blockiert ist. Ohne diese kann die Zelle nur anaerob Energie produzieren, wie eine Pilzzelle. Das ist sehr ineffizient und die daraus folgende Milchsäureüberproduktion lässt die Zelle und den Körper übersäuern.
Seeger und andere fanden heraus, dass Krebszellen nur zwischen fünf und 50 Prozent so viel Sauerstoff verwenden wie normale Zellen. Außerdem verhält sich die Bösartigkeit der Krebszellen direkt proportional zum Rückgang des Sauerstoffverbrauchs und damit zum Grad der Blockade der Atmungskette. 1957 gelang es Seeger mit Hilfe von Chemikalien, die die Atmungskette blockieren, normale Zellen binnen weniger Tage in Krebszellen zu verwandeln.
Weitere Experimente zeigten, dass das Immunsystem leicht mit schwach bösartigen Krebszellen fertig wird, aber solche, die sehr bösartig sind, setzen sich durch und wachsen weiter. Daraufhin machte Seeger seine bedeutendste Entdeckung: Tausende Experimente enthüllten, dass bestimmte Nährstoffe, vor allem pflanzliche, die zelluläre Atmung in schwach bösartigen Krebszellen wiederherstellen und sie in ganz normale Zellen zurückverwandeln können.
Seegers Entdeckung, dass Krebs im Zytoplasma und nicht im Zellkern entsteht, wurde von anderen Forschern bestätigt. Zwischen 1975 und 1977 wiederholten sie 93 Mal ein Experiment, bei dem sie den Kern eines befruchteten Mäuseeis durch den Kern einer Krebszelle ersetzten. In allen Fällen entwickelte sich aus dem Ei eine gesunde, krebsfreie Maus, und sogar deren Nachkommen erkrankten nicht an Krebs. Ähnliche Ergebnisse erzielte man auch mit Froscheiern.
Die Budwig-Therapie
Die deutsche Biochemikerin und Fettforscherin Dr. Johanna Budwig3 bestätigte Seegers Arbeit in der Praxis. In den 1950ern entwickelte sie einen einfachen chromatographischen Test auf Papier, der die blockierte Atmungskette von Krebspatienten als sich langsam bewegenden gelb-grünen Punkt darstellte. Durch den Einsatz von großzügigen Mengen von hochwertigem Leinöl sowie den Schwefelaminosäuren Cystein und Methionin verschwand der gelb-grüne Punkt, die Atmungskette wurde reaktiviert, die Tumoren verschwanden häufig und die Krebspatienten gesundeten. Das Hauptnahrungsmittel, das die Schwefelaminosäuren bereitstellte, war Magerquark, und alle Nahrungsmittel mussten „so naturbelassen wie möglich“ sein.
Während der letzten Stufen der aeroben Energieproduktion fließen die aus der Nahrung gewonnenen Elektronen über eine Brücke aus einer essentiellen Fettsäure (EFA) und einem cysteinhaltigen Molekül, um Kohlendioxid und Wasser zu bilden. Durch metabolischen und mikrobiellen Müll und Giftstoffe kann diese Brücke blockiert werden, und die Zelle kehrt zur pilzartigen Energiegewinnung zurück, die wiederum die Voraussetzung für Tumorwachstum ist. Ersetzt man die blockierte Brücke durch eine saubere Cystein-EFA-Kombination, fließen die Elektronen wieder und die Zelle kehrt zur Normalität zurück.
Der metabolische Müll, den Budwig als Blockierer der Atmungskette fand, bestand hauptsächlich aus nichtbiologischen Fetten, die Transfettsäuren enthielten, wie sie in handelsüblichen mehrfach ungesättigten Ölen, in chemisch gehärteten Fetten wie in Margarine und Mayonnaise, in gesättigten Fettsäuren von mit Getreide gefütterten Tieren und synthetischen antioxidativ wirkenden Konservierungsstoffen vorkommen, die behandelten Nahrungsmitteln zugefügt werden, damit sie nicht ranzig werden.
Um diese fehlerhaften Teile effizient zu ersetzen, muss man beide Bestandteile – Schwefelaminosäuren und EFAs – in relativ hohen Mengen in einer Mahlzeit zu sich nehmen, ohne dass andere Fettsäuren stark störend einwirken, wobei allerdings zusätzliches Lecithin nützlich ist. Auch Methionin, eine andere Schwefelaminosäure, ist förderlich, weil es im Körper zu Cystein umgewandelt werden kann.
Budwig schrieb, dass positive Auswirkungen – wie etwa gesteigerte Energie – oft innerhalb von Tagen oder Wochen eintreten, während der Rückgang der Tumoren mehrere Monate dauern kann. Überdies verschwanden nach und nach die wurmartigen Mikroben (Canceroben), die sie in den roten Blutkörperchen und im Blutserum beobachtet hatte.



Walter Last arbeitete als Biochemiker und Forscher an verschiedenen deutschen Fakultäten sowie in biowissenschaftlichen Laboren in Los Angeles. Er hat zahlreiche Artikel zu Gesundheitsthemen veröffentlicht sowie einige Bücher, z. B. die „Heal Yourself“-Reihe und „Healing Foods“.





Kommentare
07. Mai 2009, 22:10 Uhr, permalink
Detlev Wirth
Die Informationen sind sehr umfassend. Der emotionale Aspekt ist jedoch nicht hinreichend betrachtet worden. Es liegen umfangreiche Informationen vor z. B. von Deepak Chopra und Bruce Lipton zu diesem Thema. Und es gibt eine Heilungsmethode, die hochwirksam ist und mit der die Wirkung von ungesunden emotionalen Ereignissen nachhaltig neutralisiert werden können. Wir sind gerne bereit, dem Verfasser diese Methode vorzustellen.
03. August 2009, 17:53 Uhr, permalink
David John
Vielen Dank für den umfangreichen Artikel. Er wird mir ein guter Ausgangspunkt für weitere Recherchen sein. Einige Aspekte, wie zum Beispiel die "Krebsmikroben" sind mir bisher noch nie auf Naturheil-, alternativmedizinischen und ähnlichen Internetseiten begegnet.
Auch der Ablauf der Verstopfung der "Atemkette" der Zellen und die Unterscheidung von "gutem" und "bösem" Tumor war eine willkommene Vertiefung des Themas, das oftmals viel zu oberflächlich behandelt wird.
03. Juli 2011, 07:03 Uhr, permalink
Wolfgang Auer
Hallo Detlev,
als Patient mit Magenkrebs würde mich dein Beitrag brennend interiessen, da ich Deepak Chopra überaus schätze.
Danke.
Wolfgang
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