Bilderberger in Rottach-Egern

Wenn Präsidenten, Premierminister, Banker und Generäle sich bei der jährlichen Bilderberg-Konferenz hinter verschlossenen Türen mit dem europäischen Adel treffen, verhandeln sie über Börsen und Kriegsgeschäfte, ohne der Öffentlichkeit Rechenschaft ablegen zu müssen.

NGO und globale Nachbarschaften

Der Aufstieg der NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen) ist eine Entwicklung, die der ehemalige US-Präsident Clinton plötzlich (einen Tag nachdem dies in Rottach-Egern diskutiert worden war) als „eine der bemerkenswertesten Entwicklungen seit dem Mauerfall in Berlin“ entdeckte. Komischerweise wurde diese Bemerkung vom Wall Street Journal aufgegriffen, einer Zeitung, die (bis zu seinem Tod im Dezember 2003) bei Bilderberg-Konferenzen durch ihren Vizepräsidenten Robert L. Bartley vertreten wurde, sowie durch ihren Chefredakteur Paul Gigot.

Die Bilderberger haben zum ersten Mal kontrovers diskutiert, ob man nicht gewählten, selbsternannten Umweltaktivisten  Aufgaben mit Regierungsverantwortung im Verwaltungsrat des UN-Umweltprogramms (UNEP) geben solle – der Behörde, die Nutzung der Atmosphäre, des Weltraums, der Ozeane und, in Bezug auf alle praktischen Anwendungen, der Artenvielfalt kontrolliert. Diese Einladung an die „zivile Gesellschaft“, an der globalen Regierung teilzunehmen, wird als „erweiterte Demokratie“ bezeichnet.
Quellen aus der Bilderberg-Gruppe zufolge würde die Position der NGOs in der Zukunft sogar noch gewichtiger. Die Tätigkeiten der NGOs schlössen Propaganda auf lokaler Ebene ein, Lobbytätigkeit auf nationaler Ebene und das Erstellen von Studien, mit denen die weltweite Steuer­erhebung durch UN-Organisationen wie Global Plan, seit über einem Jahrzehnt eins von Bilderbergs Lieblingsprojekten, gerechtfertigt werden soll.

Die Strategie, mit der die weltweite Herrschaft erreicht werden soll, schließt auch Pläne ein, mit deren Hilfe Einzelpersonen und Organisationen, die „inneren politischen Druck“ oder „populistische Aktivitäten“ ausüben, die nicht im Sinn der neuen globalen Ethik sind, diskreditiert werden sollen. Das letztendliche Ziel besteht laut Quellen darin, die Demokratie abzuschaffen.

Sollte der Plan durchgesetzt werden, würden das UNEP und alle Umweltabkommen in seinem Zuständigkeitsbereich letztendlich unter der Kontrolle ein­er bestimmten Gruppe von Umweltaktivisten stehen, rekrutiert aus anerkannten NGOs, die von Mitgliedern der Vollversammlung ausgesucht würden, die ihrerseits vom Präsidenten der USA bestimmt werden, der seinerseits vom Rockefeller Council on Foreign Relations (CFR)-Bilderberg-Syndikat kontrolliert wird.

Auf diesem Weg gäbe es eine direkte Verbindung zwischen den lokalen Unterorganisationen nationaler und internationaler NGOs und den höchsten Regierungsebenen. Die Greater Yellowstone Coalition, zum Beispiel, ein Zusammenschluss verschiedener NGOs, reichte kürzlich eine Petition beim Weltkulturerbe-Komitee der UNESCO ein und baten um Intervention: Eine private Firma wollte auf privatem Grund in der Nähe des Yellowstone Park nach Gold schürfen. Das Komitee der UNESCO intervenierte tatsächlich und erklärte Yellowstone als „gefährdetes Weltkulturerbe“. Aufgrund der Bedingungen der Weltkulturerbe-Konvention müssen die USA den Park schützen, sogar jenseits seiner Grenzen und auf privatem Grund und Boden, wenn es nötig ist.

Die Pläne, die da diskutiert werden, würden alle Menschen auf der Welt zu einer Gemeinschaft machen, sollten sie durchgesetzt werden. Diese Gemeinschaft wird dann von einer weltumspannenden Bürokratie regiert, die wiederum unter der unmittelbaren Leitung einer winzigen Handvoll ausgesuchter Personen stehen, bezahlt von anerkannten Interessenverbänden. Sie alle sind darauf eingeschworen, eine Ideologie zu unterstützen, die für viele Menschen unglaublich und inakzeptabel ist.

Eine Lektion für Tony Blair

Die Bilderberger feiern ihren Erfolg: die Rückkehr eines gedemütigten Tony Blair in die Downing Street, mit einer geschrumpften Mehrheit im Parlament.

Die europäischen Bilderberger sind immer noch wütend auf ihn, weil er den Irakkrieg der Amerikaner unterstützte. So erteilten sie Blair zwar eine Lektion in Sachen internationaler Politik, empfinden ihn aber immer noch als deutlich sichereren Kandidaten für die Fortführung der Europäischen Integration als seinen konservativen Herausforderer Michael Howard.

Das EU-Verfassungsreferendum in Frankreich

Am ersten Tag der geheimen Bilderberg-Konferenz 2005 dominierten Gespräche über das EU-Verfassungsreferendum am 29. Mai in Frankreich, und die Frage, ob Präsident Chirac seine Bürger überreden könne mit „Ja“ zu stimmen. Ein „Ja“, so hieß es bei den Bilderbergern, würde Tony Blair unter Druck setzen, auch Großbritannien in die offenen Arme der Neuen Weltordnung zu übergeben, wenn es 2006 ebenfalls über die Verfassung abstimmen würde. Zeit-Mitherausgeber Matthias Nass vermutete lautstark, dass ein „Nein“ in Frankreich zweifellos politische Unruhen in Europa verursachen könne, und so den am 1. Juli beginnenden EU-Vorsitz Großbritanniens überschatten würde.

Die Bilderberger hoffen, dass Blair und Chirac, deren zeitweise offene Feindseligkeit mehr als einmal die öffentliche Atmosphäre vergiftet hat, zum gegenseitigen Nutzen und eigenen politischen Überleben in der Lage sind, zusammenzuarbeiten. Ein Bilderberger ergänzte, dass beide Staatsmänner so schnell wie möglich ihre früheren Auseinandersetzungen zu Themen wie Irak, Wirtschaftsliberalisierung in Europa und der Zukunft der Rabatte, die Großbritannien von der EU zugestanden werden, hinter sich lassen und auf eine vollständige europäische Integration zusteuern müssen – die in Gefahr geraten könnte, wenn Frankreichs oft „dickköpfige und sture Bevölkerung“, wie es ein britischer Bilderberger ausdrückte, nicht das Richtige tue, mit anderen Worten freiwillig ihre Unabhängigkeit zum  „Wohle aller“ aufzugeben, nämlich für eine föderalen europäischen Superstaat.

Ein deutsches Mitglied der Bilderberg-Konferenz sagte, dass Frankreichs Zustimmung wegen der „Auslagerung der Arbeitsplätze“ in Gefahr sei. „Arbeitsplätze aus Deutschland und Frankreich werden nach Asien oder Lettland verlagert [wegen der billigen Arbeitskräfte].“ Lettland ist eine der ehemaligen Sowjetrepubliken, die der EU beigetreten sind, so dass es jetzt insgesamt 25 Mitgliedsstaaten gibt. Ein deutscher Politiker fragte, wie Tony Blair die Briten davon überzeugen wolle, die EU-Verfassung anzunehmen, wenn, wegen der Auslagerung von Arbeitsplätzen, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland die Arbeitslosenquote bei 10 Prozent liege, während es Großbritanniens Wirtschaft gut gehe.

Kommentare

15. November 2010, 12:49 Uhr, permalink

Lars

Unglaublich, wie die Regierung uns verarscht .

Weder hier noch in Amerika ....

Angekommen bei der Demoktatur.

08. September 2014, 00:12 Uhr, permalink

Susanne

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