Buch- und Filmbesprechungen in NEXUS 126

Reviews / BücherVon Tantra zu Tantra | Externsteine | Steal and deal | Krebskiller Petroleum?! | Einstieg in … Unser Elektrisches Universum | Kontroverse Theorien zu Gizeh

Von Tantra zu Tantra: Traditionelle Weisheit begegnet heutiger Sexualität

Thomas Lempert

Windpferd Verlag

327 Seiten

ISBN: 978-3-86410-404-6

€ 22,00

tatra

Das Buchcover zeigt den Titel „Von Tantra zu Tantra“ von Thomas Lempert mit einer farbenfrohen, abstrakten Illustration von zwei sich gegenüber sitzenden Personen, die von ornamentalen Mustern umgeben sind.

Beschreibung von KI generiert

Das Buchcover zeigt den Titel „Von Tantra zu Tantra“ von Thomas Lempert mit einer farbenfrohen, abstrakten Illustration von zwei sich gegenüber sitzenden Personen, die von ornamentalen Mustern umgeben sind.

Beschreibung von KI generiert

Dieses Buch spricht Tantra-Einsteiger genauso an wie erfahrene Praktiker – es richtet sich aber auch an Menschen, die sich erst einmal für tibetischen Buddhismus interessieren und die Rolle von Tantra darin.

Zwischen diesen Polen entsteht ein reizvolles Spannungsfeld: auf der einen Seite aristotelisch geschulte Begriffsanalyse, auf der anderen buddhistisch inspirierter Feminismus sowie psychologische und spirituelle Konzepte eines Buddhismus, der mit seiner Vielfalt an Traditionen, Gurus, Lehrmeinungen und Göttervorstellungen – die letztlich nur Hilfsvorstellungen sind – kaum unterschiedlicher sein könnte.

Das verlangt dem Leser ein permanentes Umschalten zwischen westlichen und östlichen Denkwelten und Weltvorstellungen ab. Der Vorschlag des Autors „Lies, was du verstehst, überspringe, wo du aussteigst“ und sein Humor (à la „Nimm nicht alles so wichtig, vor allem nicht dich selbst“) machen das Buch auch für die Praktiker lesbar, die vor allem von Lemperts jahrelangen Erfahrungen mit tantrischen Übungen und dem ausführlichen Praxisteil profitieren wollen.

Das werden sie – Tantra ist zwar auch Theorie, vor allem aber eine Praxis und am Ende ein spiritueller Weg. Der neugierige Einsteiger findet also eine umfassende Einführung in das Thema aus tibetisch-buddhistischer Sicht, aber auch taktische Praktiker aus anderen Richtungen werden dazulernen können.

Tantra hat nach den ersten Erwähnungen im indischen Raum über China den Weg nach Japan und Tibet genommen und wurde in die doch recht unterschiedlichen philosophisch-religiösen Traditionen erstaunlich schnell und nahtlos aufgenommen. Im Osten hat man kulturübergreifend erkannt, dass die Liebeskunst eine Königsdisziplin ist, die alle Sinne zusammenführt, und dass die Sexualkraft die Aktivierung der Kundalini einleitet. Im Tantra können wir am ehesten das Labyrinth des begrifflichen Denkens durchbrechen, um jenseits der Sprache die Allverbundenheit zu erfahren. Die abrahamitischen Buchreligionen in Europa und im Nahen Osten haben es dagegen geschafft, dieses sicher sehr alte Kulturgut jahrhundertelang gekonnt zu ignorieren. Erst mit dem Neotantra ist diese Technik zur Kultivierung der Sexualenergie dann in den Westen gelangt, zumindest offiziell.

Dennoch gibt es Unterschiede zwischen hinduistischem oder taoistischem und tibetisch-buddhistischem Tantra, die im Buch ebenfalls kurz angerissen werden und den Überblick abrunden.

Christian Vogt

Externstein: Die Rückkehr des alten Volkes

Kai Brenner

Dresscode Smile Verlag

191 Seiten

ISBN: 978-3-00-083382-3

€ 16,90

externsteine

Manche Plätze in der Natur strahlen eine besondere Energie aus. Zu diesen Kraftorten in Deutschland gehören ohne Zweifel die Externsteine im Teutoburger Wald. Nicht nur zur Zeit der Sonnenwende zieht es viele spirituelle Freigeister zu diesen urtümlichen Felsformationen. Einen sehr persönlichen Zugang zu diesem alten Kultplatz offeriert das vorliegende Erstlingswerk von Kai Brenner. Als Coach für Retreats mit Kakao-Zeremonien hat der Seminarleiter das Naturdenkmal schon oft alleine oder in Gruppen aufgesucht. Sein Werk versteht der Autor als persönliche Annäherung an die Externsteine und nicht als Sachbuch. Vielmehr nimmt der YouTuber seine Leser mit auf eine spirituelle Reise in heimischen Gefilden. Laut Widmung ist das Buch geschrieben für „die, die sich mit mir erinnern“. Die Intention des Autors ist die Öffnung eines Erinnerungsfelds zur Aktivierung der Externsteine als europäisches Kraftzentrum: „Wenn Stein, Himmel und Herz vereint werden, entsteht ein Portal zwischen den Welten.“

Dabei unternimmt der Autor auch Ausflüge zu verwandten Themen: Wer sich etwa noch nie mit dem legendären Sitz der heiligen Irminsul der Sachsen beschäftigt hat, erhält hier einen leichten Einstieg und kurzweiligen Überblick.

Interessant sind auch die Ausführungen über die alten neolithischen Hüterkulturen und die alternative Geschichte der Externsteine vom Ende der Eiszeit bis zum Mittelalter. Abschließend geht der Autor auf die vergangenen Reset-Zyklen und die jetzige Schwellenzeit ein. Gerade die Abschnitte über die zukünftige Reaktivierung der Externsteine als steinerne „Erinnerungsspiegel“ dürfte feinfühlige Menschen ansprechen. Als „altes Volk“ bezeichnet Brenner die Menschen, die sich aufgrund ihrer seelischen Prägung parallel zur Aktivierung der Externsteine schrittweise an ihre eigentliche Aufgabe im Leben zu erinnern und sich gemeinschaftlich als Hüter des alten Wissens zu verstehen beginnen.

Es könnte einige Leser abschrecken, dass der Verfasser in weiten Passagen bewusst auf Texte der Künstlichen Intelligenz setzt, die er als „Kristalline Intelligenz“ schätzt. Vor dem Kauf wäre es wohl ratsam einen Blick in seinen YouTube-Kanal „Per Du mit dem Leben“ zu wagen, um ein Gefühl für seine spezielle Denkweise zu bekommen.

Wenn sich einige Suchende durch diese Lektüre berufen fühlen, sich näher mit den Externsteinen zu beschäftigen oder sie gar selbst zu erkunden, dann dürfte dieses Büchlein seinen kosmischen Sinn erfüllt haben.

Sascha Bach

Steal and deal: Der große amerikanische Kunstraub 1945

Richard Hüttel

Edition Sonderwege

119 Seiten

ISBN: 978-3-69118-002-2

€ 29,90

steal

Bei Kunstraub im Zweiten Weltkrieg dürften die meisten an die Untaten des NS-Regimes denken. Dabei haben sich auch ausländische Streitkräfte in den Wirren des Krieges an den deutschen Kunstschätzen vergriffen. Insbesondere amerikanische Soldaten zeigten wenig Hemmungen, sich zu bereichern. Zu diesem Tabuthema hat Richard Hüttel nun einen interessanten Band vorgelegt. Der Titel passt wie die Faust aufs Auge, denn mit „Stehlen und Verhandeln“ lässt sich das Sujet gut umschreiben: Während etliche amerikanische Soldaten wertvolle deutsche Kunstwerke per Feldpost über den Atlantik brachten, witterten ihre Erben große Gewinne und boten deutschen Institutionen das Diebesgut später wieder an.

Überraschenderweise stammen viele Fallbeispiele aus den heutigen neuen Bundesländern, da die US-Soldaten bei Kriegsende bis Weimar, Leipzig, Magdeburg und Schwerin vorstießen. Der Autor schildert gut recherchiert, wie spezialisierte Diebeskommandos auch entlang der weiteren Vormarschrouten – an der Mosel, in Ostwestfalen, Hessen, Franken sowie in Stuttgart und München – systematisch Schlösser, Galerien und Museen absuchten. So landeten wertvolle Bücher, Gemälde, Schmuck und Antiquitäten aus all diesen Regionen in den USA.

Dank der vielen Abbildungen der geraubten Kunstwerke kann man sich ein eigenes Bild vom Ausmaß der Raubzüge machen.

Anhand des Kirchenschatzes von Quedlinburg erörtert der Verfasser das Problem des „Finderlohns“. Viele amerikanische Kunsthändler und Rechtsanwälte verdienten einige Jahrzehnte nach Kriegsende große Summen bei der Übermittlung der Kunstwerke an ihre rechtmäßigen deutschen Besitzer. Gegen einen Finderlohn in Millionenhöhe wurden die als verschollen geglaubten Weltkunstwerke aus Quedlinburg in den 1980er-Jahren in die Bundesrepublik überführt. Folglich wurde der rechtswidrige Kunstraub im Nachgang auch noch mit deutschen Steuermitteln belohnt.

Ob der Diebstahl von NS-Kunst auch als Kunstraub zu bewerten ist, versucht der Buchautor abschließend zu klären. Eines der spannendsten Kapitel ist der Abschnitt über die vorgeblich Mitte Mai 1945 verbrannten Gemälde im Flakturm Friedrichshain in Berlin. Schließlich tauchten immer wieder einige als verschollen geglaubte Gemälde bei Auktionen in den USA auf. Angesichts des Umfangs des Raubgutes ist davon auszugehen, dass das gesamte Unterfangen aus höheren Armeekreisen gezielt gefördert wurde.

Auch wenn das Thema ernst ist, mag man doch schmunzeln, wenn man liest, dass einige GIs ihre Kunstschätze beim Glücksspiel versetzten und in einigen US-Haushalten deutsche Kulturgüter in Millionenhöhe jahrzehntelang unbemerkt im Schlafzimmer hingen.

Ob die bis heute verschollen geglaubten deutschen Kunstwerke nochmals auftauchen werden, bleibt ungewiss.

Für Normalbürger ist der internationale Kunsthandel undurchschaubar und auch unbezahlbar. Der Autor vermag es, dieses historische Nischenthema anschaulich und nachvollziehbar darzustellen und hat ein für kulturbeflissene Geschichtsinteressierte lesenswertes Werk geschaffen.

Sascha Bach

Krebskiller Petroleum?!: Mythos – oder altbewährtes Heilmittel?

Christine Reichel

Jim Humble Verlag

191 Seiten

ISBN:978-90-8879-333-2

€ 26,99

petroleum

Das gereinigte Petroleum G179, ein hochreines, farbloses Mineralöl, ist für vieles gut und wird seit Jahrhunderten in der Volksmedizin als Hausmittel eingesetzt. Es stand jahrzehntelang sogar im Deutschen Arzneimittelbuch DAB. Dann wurde es durch die Deutsche Apothekerkommission als Heilmittel ausgelöscht, angeblich wegen nicht erwiesener Wirkung.

Petroleum kann bei vielen Krankheiten und Beschwerden angewandt werden. Es reinigt den Körper gründlich und dient der Entgiftung. In diesem Buch geht es speziell um das Thema Krebs, andere Anwendungsmöglichkeiten bleiben außen vor.

Die Chemotherapie ist ein sehr lukratives Geschäft, das der Pharmaindustrie und ihren Vertretern viel Geld in die Kassen spielt, dem Kranken jedoch viele gravierende Nebenwirkungen beschert. Reichel macht keinen Hehl daraus, dass sie von der Chemotherapie nichts hält, betont aber, dass es das EINE Heilmittel gegen Krebs nicht gibt. Jeder Mensch ist anders und jeder kann daher etwas anderes benötigen, um Heilung zu erfahren. So genial Petroleum auch wirken mag – gesund wird man alleine davon nicht. Dennoch scheint Petroleum Krebs bekämpfen zu können; die Autorin stellt zahlreiche entsprechende Fälle und Heilerfolge vor.

Doch Geist, Körper und Seele sind eine Einheit, und körperliche Symptome oder Krankheiten sollten nie isoliert behandelt werden. Heilung sollte immer ganzheitlich erfolgen, um Harmonie und Gleichgewicht in allen Lebensbereichen wiederherzustellen und eine langfristige Gesundheit zu fördern. Dazu gehören ausreichend Schlaf, frische Luft und Bewegung, Stressreduktion, Sonne bzw. Vitamin D und natürlich eine gesunde Ernährung. Stress ist nach Reichel die primäre Ursache, die einer Krebserkrankung vorausgeht.

Petroleum kann einige Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Fieber zeitigen und darf nicht in die Atemwege gelangen. Das Buch enthält eine sehr brauchbare Tabelle zum Kauf, zur Aufbewahrung und zur Einnahme von Petroleum, die einen sicheren Gebrauch einfacher macht. Man nimmt Petroleum als eine Art Kur 14 Tage lang zu sich, dann pausiert man. Eine dauerhafte Anwendung ist nicht vorgesehen. Die Autorin selbst verwendet Petroleum seit vielen Jahren, entweder als mehrtägige Kur oder als gelegentliche Einzeldosis. Da sie es selbst ausgiebig getestet hat, weiß sie, worüber sie schreibt.

Wer dieses Buch liest, entdeckt das alte Heilmittel Petroleum wieder – und egal, ob man sich für oder gegen eine Einnahme entscheidet: In jedem Fall dient dieses lehrreiche Werk der Aufklärung und Entscheidungsfindung.

Angelika Katterbach

Einstieg in … Unser Elektrisches Universum

Tom Findlay

Julia White Publishing

262 Seiten

ISBN: 978-3934402-29-4

€ 36,90

univers

Das elektrische Universum, zuweilen auch Plasmaversum genannt, ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern als alternatives kosmisches Modell nicht jünger als das heutige Standardmodell des Universums. Dessen Ordnung basiert fast ausschließlich auf der Gravitation, die die Himmelskörper mit ihrer Massenträgheit auf ihren Bahnen hält. Sie ruht auf den Schultern von Koryphäen wie Kopernikus, Galileo, Isaac Newton, Johannes Kepler, Albert Einstein, Edwin Hubble oder Stephen Hawking – ein Ehrfurcht gebietendes Fundament.

Auch der gut informierte Laie glaubt, dass das Standardmodell des Kosmos eine bewiesene Tatsache ist, wogegen nur ein paar verwegene Außenseiter noch Zweifel erheben mögen. Zu diesen Frevlern gehören etwa Nikola Tesla, Kristian Birkeland, Irving Langmuir, Hannes Alfvén und Halton Arp – gestandene Forscher, deren Arbeiten teilweise Eingang in die Mainstream-Physik gefunden haben, deren grundlegende Einwände jedoch ignoriert wurden. Außenseiter eben. Natürlich bildeten sie kein in sich geschlossenes Lager mit einer umfassenden Alternative für das Standardmodell. Ihre Forschungen erwiesen sich aber als Störenfriede, die auf schmerzliche Widersprüche der orthodoxen Astrowissenschaften hinweisen und einfachere Erklärungsmöglichkeiten anbieten.

Der (inzwischen verstorbene) Autor Tom Findlay hat diesen schwelenden Konfliktherd der Wissenschaft literarisch aufbereitet und bekundet bereits im Titel „Einstieg in … Unser Elektrisches Universum“ seine Position. Findlay sieht das Plasmaversum als Ausprägung einer naturphilosophischen Denkrichtung an, die in der Antike noch dominant war, mit dem Aufkommen des Materialismus aber marginalisiert wurde. Sein Tonfall ist eher defensiv, die präsentierten wissenschaftlichen Argumente für die Dominanz der elektrischen Kraft im Universum jedoch unerbittlich. Man fragt sich an vielen Stellen: „Wie, und das ignorieren die?“ Ein besonders krasses Beispiel sind die Krater auf den Monden unseres Planetensystems, die fast ausnahmslos kreisrund sind. Das bedeutet, dass der postulierte Impakt einschlagender Objekte stets senkrecht auf die Mond-Oberfläche erfolgt sein müsste – eine absurde Vorstellung. Dagegen würde eine Plasmaentladung, hervorgerufen durch einen sich nähernden Himmelskörper mit einem unterschiedlichen elektrischen Potenzial, in der Regel einen kreisrunden Krater ausschürfen. Um sich davon zu überzeugen, braucht man sich nur die leuchtenden Filamente einer Plasmakugel anzuschauen, die stets senkrecht auftreffen. Auch bizarre Strukturen wie die Valles Marineries auf dem Mars, die durch fließendes Wasser oder einen Zusammenbruch der Oberflächenkruste entstanden sein sollen, ähneln eher der elektrischen Entladung einer Lichtenberg-Figur. Ebenso lassen sich Kometenschweife durch Plasmaeinwirkungen viel überzeugender erklären. Und was die ganz fernen Objekte anbelangt, die noch niemals gesehen oder direkt nachgewiesen wurden – Schwarze Löcher, Neutronensterne, Pulsare, Quasare oder Magnetare, die allesamt erfunden wurden, um bestimmte Phänomene zu erklären –, so besteht im elektrischen Universum keine Notwendigkeit für sie. Die elektrische Kraft ist um den Faktor 1039 größer als die Gravitation und macht daher keine Hilfskonstruktionen wie Dunkle Materie oder Dunkle Energie nötig.

Findlay vermutet, dass die Gravitation ebenfalls auf die elektrische Kraft zurückführbar ist – und auch dazu gibt es spannende Experimente von Außenseitern.

Selbst ein gescholtener Forscher wie Immanuel Velikovsky kommt im Plasmaversum zu Wort. Er hat die Mythen und Erzählungen der Alten ernst genommen und sie mit planetaren Umwälzungen im Sonnensystem erklärt (vgl. „Welten im Zusammenstoß“). Das Plasma, das den gesamten Kosmos ausfüllt und verbindet, führte zum neuen Gleichgewicht unseres Planetensystems, wie wir es heute kennen. Möglich, dass die Erde sich einst um den Saturn drehte und durch den alle paar Tausend Jahre aus den Tiefen des Sonnensystems auftauchenden Planet X (oder Nibiru) auf seine Umlaufbahn um die Sonne gebracht wurde.

Das Plasmaversum erscheint als lebendige Entität, die Wissenschaft, Mythologie, Religion und Spiritualität verbindet und das in Materialismus erstarrte dogmatische Denken transformieren kann.

Detlef Scholz

Kontroverse Theorien zu Gizeh: Wer hat recht?

Harald Lanta

BoD

292 Seiten

ISBN: 978-3-695743-35-3

€ 35,00

gizeh

Pyramiden sind nach wie vor eines der großen Rätsel. Es gibt sie auf der ganzen Welt, aber die meisten Theorien, Vermutungen und Legenden ranken sich um die größten ihrer Art in Gizeh. Die offizielle Lehrmeinung, bei den gigantischen Bauwerken handle es sich um Pharaonengräber, weist erhebliche Widersprüche auf – und dient vielleicht vor allem dazu, Neugierige fernzuhalten.

Technik, Organisation, Finanzierung und Zweck der Monumente bleiben, trotz vielfältiger Theorien und Vermutungen, bis heute ungeklärt. Sicher ist, dass vergleichbare Projekte bis heute weder technisch noch politisch wiederholbar wären. Dennoch kommt immer wieder jemand um die Ecke, der nun endlich „die Erklärung“ gefunden haben will – oft sehr plausibel und anscheinend gut recherchiert …

Da wurde es schon lange Zeit, dieses kreative Durcheinander einmal interdisziplinär, dabei kritisch und sachkundig, in Ordnung und Zusammenhang zu bringen.

Diplomingenieur Harald Lanta befasst sich seit Langem mit den verschiedensten Theorien zu den ägyptischen Pyramiden. Im vorliegenden Buch, das bereits in der zweiten, erweiterten Auflage vorliegt, vergleicht, würdigt und kritisiert er die wichtigsten Ideen zu dem beliebten Rätselphänomen. Der Autor gliedert deren oft verwirrende Vielfalt und fasst die einzelnen Themen kompakt und klar zusammen – eine angenehme und anregende Lektüre, die eine lange vermisste Orientierung für den Leser schafft.

Dabei ist das Spektrum der vorgestellten Theorien sehr weit: Es reicht von verborgenen baulichen Strukturen in und unter den Pyramiden über deren technische Nutzung, zum Beispiel als Manna-, Kraft- oder Wasserwerke, bis zu kosmischen Relationen und religiös-mythischen Zusammenhängen. Details, zum Beispiel zu mathematischen Fragen oder zum Pyramidenbau (vgl. NEXUS 122, „Künstlicher Kalkstein: Mythos oder möglich?“), liefert der Autor in einem informationsreichen Anhang.

Eines der wichtigsten Ergebnisse auch dieses Buchs ist – wieder einmal: Die Pyramiden müssen sehr viel älter sein, als die offizielle historische Darstellung behauptet. Mit recht großer Sicherheit kann man sagen, dass sie vor der Sintflut erbaut wurden. Über einen König Saurid, der den Auftrag zum Bau gegeben haben soll, hat der Autor sich in Vorträgen und Artikeln auch an anderer Stelle geäußert („Saurids Pyramiden – war Kains Vorvater ein Halbgott?“).

Trotz aller Forschung, trotz aller mehr oder weniger gewagten Theorien, bleiben die ägyptischen Pyramiden doch noch immer ein Mysterium, ebenso wie all die anderen ähnlichen Bauten auf der ganzen Welt. Wer sich zumindest eine solide Wissensgrundlage und einen fundierten und gut lesbaren Überblick der wichtigsten Theorien zum Thema verschaffen will, sollte sich „Kontroverse Theorien zu Gizeh“ unbedingt in den Bücherschrank stellen.

Hans-Jürgen Ott

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