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China erwägt goldgedeckten Ölhandel

chiMan geht davon aus, dass China demnächst Rohöl-Terminkontrakte einführt, die in Yuan bezahlt und in Gold umgetauscht werden können. Laut Analysten könnte das die Spielregeln der Ölindustrie grundlegend verändern. Bedenkt man, dass China der weltgrößte Ölimporteur ist, könnten die Kontrakte sich zur wichtigsten Preisreferenz für Rohöl entwickeln, das bisher üblicherweise in US-Dollar gehandelt wird.

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Chinas Schritt wird es Exporteuren wie dem Iran und Russland erlauben, durch den Handel in Yuan US-Sanktionen zu umgehen. Um den Handel zusätzlich anzuregen, gab China bekannt, dass der Yuan an den Börsen in Schanghai und Hongkong uneingeschränkt in Gold konvertierbar sein wird.

China versucht seit Langem, die Dominanz des US-Dollars am Rohstoffmarkt zu verringern. Seit April 2016 werden an Chinas größter Handelsbörse Shanghai Gold Exchange bereits auf Yuan lautende Gold-Terminkontrakte gehandelt, und die Börse plant, diese noch in diesem Jahr in Budapest einzuführen.

Auch in Hongkong hat China in dem Bestreben, seine Währung zu internationalisieren, nach zwei vorangegangenen erfolglosen Versuchen im Juli auf Yuan lautende Gold-Kontrakte eingeführt, die nun im dritten Anlauf etwas erfolgreicher waren.

Laut Alasdair Macleod, Leiter der Forschungsabteilung bei Goldmoney, einem auf Gold spezialisierten Finanzdienstleistungsunternehmen in Toronto, würden Yuan-gestützte Öl- und Gold-Terminkontrakte es den Käufern ermöglichen, in physischem Gold bezahlt zu werden. „Es handelt sich um ein Instrument, das vermutlich Ölproduzenten ansprechen wird, die den Dollar gerne umgehen würden, es aber gleichzeitig für keine gute Idee halten, für Ölverkäufe an China in Yuan bezahlt zu werden“, so Macleod.

In Yuan ausgewiesene Gold-Kontrakte haben laut Louis-Vincent Gave, Geschäftsführer des in Hongkong ansässigen Finanzforschungsunternehmens Gavekal, erhebliche Auswirkungen, besonders für Länder wie Russland, den Iran, Katar und Venezuela. Diesen Ländern würde es laut Gave dann nämlich weniger ausmachen, wenn die USA den Dollar als „sanfte Waffe“ gegen sie einsetzen will, sollten sie mit deren Außenpolitik in Konflikt geraten.

„Durch die Einführung eines Gold-Kontrakts, der in Renminbi [eine andere Bezeichnung für den Yuan] bezahlt wird, könnte Russland sein Öl an China für Renminbi verkaufen. Anschließend könnte es die überschüssig eingenommene Fremdwährung nutzen, um Gold in Hongkong zu kaufen. Folglich muss Russland keine chinesischen Aktiva kaufen oder die Einnahmen in Dollar tauschen“,

erklärt Gave.

China deutete Produzenten gegenüber an, dass diejenigen, die in Yuan an die Volksrepublik verkaufen wollen, von mehr Geschäften profitieren würden. Produzenten, die nicht in Yuan an China verkaufen, werden hingegen Marktanteile verlieren.

Quelle: Asia.Nikkei.com, 01.09.2017, http://tinyurl.com/ya2afdtw

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