Das Universum unter unseren Füßen

Wir suchen nach neuen Lebensformen im All – und kennen rund 70 Prozent der Lebewesen der Erde nicht oder nur flüchtig. Diese Schätzung beruht auf neuen Untersuchungen der sogenannten tiefen Biosphäre, ein kaum erforschter Lebensraum im Innern der Erdkruste. Bewohnt wird sie vor allem von Bakterien, Viren, Archaeen und Pilzen.Neu veröffentlichte Forschungsergebnisse enthalten erstaunliche Daten über die tiefe Biosphäre. Das Deep Carbon Observatory ist eine Gruppe von rund 300 Wissenschaftlern aus über 30 Ländern, die ein Jahrzehnt lang gemeinsam Beobachtungen der tiefen Biosphäre angestellt haben.

Ihre Funde beschreiben die Forscher als „unterirdisches Galapagos“, denn die Lebensformen, auf die sie gestoßen sind, sind der Menschheit bisher weitgehend unbekannt.

Das bedeutet auch: Die biologischen Grenzen des Lebens müssen neu verhandelt werden – das gilt für den maximal aushaltbaren Druck genauso wie für Hitze und Nahrungsmangel.

Um einen besseren Eindruck der tiefen Biosphäre zu bekommen, forschte die Gruppe in Minenstollen und Bohrlöchern, die bis zu fünf Kilometer ins Erdinnere und zweieinhalb Kilometer unter die Meeresoberfläche reichen.

Das Leben der Bewohner der tiefen Biosphäre unterscheidet sich drastisch von dem ihrer oberirdischen Verwandten. Die sogenannten Zombie-Bakterien etwa haben eine Lebensspanne von mehreren Millionen Jahren, wachsen, wenn überhaupt, nur sehr spärlich, und tun auch sonst nichts, außer einfach nur zu überleben. Verstanden wird das noch nicht, es sei schon Sensation genug, ein derartiges Verhalten überhaupt beobachten zu können.

„Vor zehn Jahren hatten wir keine Ahnung, dass die Felsen unter unseren Füßen so massiv bewohnt sind“, sagt Isabelle Daniel von der Französischen Lyon-Universität.

„Experimentelle Untersuchungen haben nahegelegt, dass Mikroben potenziell in sehr großer Tiefe überleben könne. Damals hatten wir dafür keine Beweise, und jetzt, zehn Jahre später, hat es sich bewahrheitet. Das ist einfach faszinierend und wird sicher den nötigen Enthusiasmus schüren, nach der biologischen Grenze zwischen biotisch und abiotisch zu suchen – auf der Erde und anderswo.“

Quelle: RT.com, 11.12.18, http://bit.ly/nex81-biosphere

Kommentare

01. März 2019, 19:38 Uhr, permalink

Udo

Tief in der Erde sollen es auch Städte und Humanoide Wesen geben, Orte wie Agartha oder Shamballa.

07. März 2019, 08:47 Uhr, permalink

Bedingungen des biologischen Lebens

@Udo: "Soll" im Sinne von "das hätten wir gern"? Oder gibt es tatsächich ernst zu nehmende Argumente für diese These? Falls ja, hauen Sie doch bitte mal ein paar raus. Denn es ist offenbar schon ein Sensatiönchen, dass Mikroben und Bakterien in einigen Kilometern Tiefe überleben können. Mehr als ein paar aneinandergepappte Zellen, die in erster Linie nichts tun, hat man bisher nicht gefunden. Aber wer weiß? Vielleicht wissen Sie etwas, das viele andere nicht wissen? (Soll nicht zynisch klingen. Ich selbst halte das für sehr unrealistisch, aber ich bin offen für Argumente.)

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