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Die Heilkraft der Zirbe

ziIn einem Kurzporträt schildert Constanze von Eschbach Lebensraum und Merkmale der Zirbe, eines in den Alpen verbreiteten Nadelgehölzes, bevor sie auf die physiologische Wirkung des Holzes, der ätherischen Öle und der Inhaltsstoffe aus den Zirbelnüssen – den Samen – zu sprechen kommt. Das stimmungsvoll bebilderte Buch im handlichen Kleinformat versucht, den Leser vom gesundheitlichen Nutzen der Zirbenprodukte zu überzeugen und bietet Anleitungen zur Herstellung von Holz-, Körperpflege- und Wellnessprodukten. Zehn Kochrezepte für den überwiegend süßen Geschmack runden das Werk ab.

Die Zirbe (Pinus cembra), auch Zirbelkiefer oder Arve genannt, wagt sich bis an die Waldgrenze der Alpen hinauf, da sie problemlos intensive Sonneneinstrahlung, aber auch extreme Kälte und Hitze verträgt. Weil ihr Holz aufgrund gespeicherter ätherischer Öle Schädlinge abschreckt, bleiben Lebensmittel in einem Brotkasten aus Zirbenholz länger frisch und Motten sucht man im Kleiderschrank vergeblich. So weit, so plausibel. Doch das Holz soll auch die Schlafqualität verbessern – zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie der Forschungsgesellschaft Joanneum Research, und anhand eines Exkurses zum Thema Schlaf-Wach-Rhythmus begründet Eschbach, wie wichtig der Schlaf für die Regeneration des Körpers und die Krankheitsvorbeugung ist.

Die Bedeutung eines gesunden Schlafs ist unumstritten, doch ob Zirbenholzbetten dazu beitragen können, ist mit einem Fragezeichen zu versehen. Bis dato existiert nur eine Studie von geringem Umfang, kurzer Dauer und begrenzter Aussagekraft. In der Presseaussendung dazu heißt es: „Mit den Forschungsergebnissen sollte es gelingen, die Zirbe wieder populär zu machen. Der Tiroler Waldbesitzerverband hat die länderübergreifende Initiative ‚Netzwerk Zirbe‘ gestartet.“ Angesichts dieser Bestrebungen klingt die Behauptung, dass mit Zirbenholz getäfelte Räume das Wohlbefinden steigern, für ein positives Gesprächsklima sorgen und sogar vor Handystrahlung schützen ebenfalls eher nach einem Werbeversprechen als nach solider Forschung.

Überzeugender wirken die Kapitel über die therapeutische Verwendung des ätherischen Zirbenöls, in denen Eschbach die enthaltenen Substanzen und ihre jeweilige, auch über Waldbesitzerkreise hinaus bekannten Wirkungen auflistet (die gleichen Inhaltsstoffe kommen auch in anderen ätherischen Ölen vor): So helfen Zirbenöl bzw. -tropfen beispielsweise bei Erkältungen, lindern Schmerzen, hemmen Entzündungen und steigern die Konzentration – Eigenschaften, auf die Eschbachs Anleitungen zur Herstellung wohltuender Bäder oder Tees Bezug nehmen. Noch größer ist das Potenzial der Zirbe im Hinblick auf Pflegeprodukte: Ob Shampoo, Gesichtsmaske, Rasierschaum, Nachtcreme, Deo – Experimentierfreudigen sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Ganz im Zeichen der Gesundheit steht das Thema Ernährung: Weil Zirbelnüsse Vitamine, Spurenelemente, Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und Aminosäuren beinhalten, sind sie wertvoll für Gehirn, Augen, Darm und Immunsystem. Doch obwohl man als Leser erfährt, welche Funktion diese Stoffe jeweils im Organismus erfüllen, wird man über die in den Samen enthaltenen Mengen und über eine genauere Aufschlüsselung der Substanzen im Unklaren gelassen. Auch ein Vergleich mit anderen Samen, beispielsweise Pinienkernen oder Zedernnüssen, wäre wünschenswert gewesen. Alle, die den Nutzen von Zirbenprodukten selbst in Erfahrung bringen möchten, werden im Anhang über Bezugsmöglichkeiten informiert.

Constanze von Eschbach
Kopp Verlag
157 Seiten
ISBN: 978-3-864455-99-5
€ 12,99

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