Diskontinuitäten der Realität – Fallbeispiele von Lesern

diskontinuitätenEin aus dem Nichts aufgetauchter Auffangkorb eines Vertikutierers, ein verloren geglaubter Handschuh, der sich nach langer Zeit an ungewöhnlicher Stelle wiederfindet, und ein Hundepärchen, das keines war – diese Beispiele hatten mir im NEXUS-Magazin 88 als Illustration für ein eigenartiges Phänomen gedient. Im Artikel „Diskontinuitäten der Realität und parallele Welten“ bin ich plötzlichen Veränderungen im eigenen Erfahrungsumfeld nachgegangen, die der Kausalität widersprechen, und habe versucht, mithilfe der Quantentheorie ein mögliches Erklärungsmodell zu präsentieren. Seitdem sind etliche Leserzuschriften bei mir eingegangen, von denen ich nachfolgend in anonymisierter Form einige Fallbeispiele veröffentlichen will.

Ich durchsuche mehrmals sämtliche Taschen meiner Jacke und Hose und schaue am gewohnten Ort – nichts. Die beiden Gäste stellen mit meiner Frau den Wohnwagen auf den Kopf, ich hole noch vier andere befreundete Camper heran, bei denen wir uns kurz zuvor aufgehalten haben. Es wird mit Taschenlampen vor dem Wohnwagen, auf dem Weg zu den befreundeten Campern und bei denen vor Ort gesucht, im eigenen Wohnwagen werden sämtliche Ecken durchforstet, Couchkissen angehoben. Der Schlüssel bleibt weg.

Verzweifelt wühle ich noch einmal alle Taschen der Jacke durch, die ich trage, gehe ein weiteres Mal draußen umher. Dann ziehe ich die Jacke im Wohnwagen aus und lege sie auf das Ecksofa, um selbst in den Wandschränken nachzusehen, die die anderen schon durchforstet hatten. Als ich die Jacke kopfschüttelnd wieder hochhebe, liegt der Schlüssel plötzlich darunter – an einer Stelle, an der alle mehrmals gesucht hatten.

Die kausale Erklärung wäre, dass der Schlüssel in meiner Kapuze war (wo ich ihn nie hintue) oder sich irgendwo in meiner Jacke außerhalb einer Tasche befand. Letzteres ist aber sehr unwahrscheinlich, da ich mich mit der Jacke stundenlang draußen bewegt habe.

Was kann man daraus schließen?

Den Beispielen kann man entnehmen, dass die weitaus meisten Fälle mit dem plötzlichen Verschwinden oder (Wieder-)Erscheinen von Gegenständen zu tun haben, was auch meiner eigenen Erfahrung entspricht.

Interessant wird es natürlich, wenn es Ereignisse gibt, die mehreren Personen gleichzeitig passieren. Dies wäre ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich nicht um reine Einbildungen oder Gedächtnisaussetzer handelt. Drei solcher Beispiele mit mehreren Augenzeugen wurden mir übermittelt:

Das zugeschraubte Gehäuse (von R. B.)

Als ich um die Jahrtausendwende noch in der Berufsausbildung war, habe ich mit einem Elektroingenieur an einer elektrischen Apparatur gearbeitet. Dazu mussten wir hin und wieder das Gehäuse aufschrauben und gelegentliche Anpassungen an den elektrischen Schaltkreisen vornehmen. In diesem Fall haben wir das Gehäuse nur mit zwei Schrauben verschlossen, da wir wussten, dass wir nach einem Test das Gerät wieder öffnen müssen. Nach dem Test wollten wir das Gerät wieder öffnen – es waren aber alle vier Schrauben verschraubt. Wir schauten uns nur ungläubig an und waren etwas verwirrt, da außer uns beiden niemand sonst in diesem Raum war. Wir haben es nicht weiter thematisiert, aber ich denke bis heute daran, da ich keine Erklärung für dieses Ereignis habe.

Der Pavillon Maxima (von B. P.)

Im vorigen Jahr hatte ich mit einer Bekannten ein Erlebnis in Holland, über das wir immer mal wieder erstaunt sprechen: Wir waren im Keukenhof zur Tulpenblüte und erhielten am Eingang von einer Dame in Tracht je eine Karte zur Orientierung in der Anlage. Gleich am Anfang machten wir die Karte auf und überlegten, wo wir als Erstes hingehen. Alle Pavillons tragen Namen des niederländischen Königshauses. Ich sagte zu meiner Bekannten, sie solle mal rechts oben auf der Karte schauen – die hätten da schon einen Pavillon, der Maxima heißt. Sie schaute und meinte, wir könnten ja zuerst dorthin gehen. Also liefen wir los und orientierten uns später noch einmal. Aber als wir die Karte hervorholten, war kein Pavillon mit diesem Namen mehr zu sehen. Dort stand stattdessen eine Mühle. Wir schauten sogar in die Pläne anderer Leute, weil wir beide es nicht glauben konnten. Aber wir haben das erlebt. Vielleicht gibt es in den nächsten Jahren einen Pavillon Maxima … Auf jeden Fall wüssten wir dann schon, wo er steht.

Der fehlende Spanngurt (von I. K.)

Die Geschichte hat zwei Zeugen und trug sich im Allgäu zu. Es geht dabei um zwei Spanngurte, mit denen ein provisorisches Gästebett aus zwei Sofas zusammengebaut wurde. Als die Gäste wieder gefahren waren, wurden die beiden Spanngurte entfernt und fein säuberlich zusammengerollt auf eins der Sofas gelegt. Als einer der Zeugen die Spanngurte wegräumen wollte, war plötzlich nur noch einer der beiden Gurte da. Das Zimmer wurde auf den Kopf gestellt, um den zweiten Gurt zu finden – auf Stühlen und Sesseln, unter den Sofas und der kleinen Kücheneckbank. Nichts. Eindeutig war nur noch einer der Spanngurte vorhanden.

Ein paar Wochen später geht einer der beiden Zeugen wie gehabt in das Zimmer – und da liegt der gesuchte Spanngurt plötzlich gut sichtbar mitten auf einem Stuhl, der sich die ganze Zeit im Zimmer befand. Es ist unmöglich, dass diese prominente Position beim Suchen übersehen wurde – und auch die anderen zwei Hausmitbewohner haben den zweiten Gurt laut eigenen Aussagen nicht entwendet. Auch war niemand anderes im Raum, als der zweite Gurt zum ersten Mal verloren ging.

Was können wir tun?

Die genannten Beispiele stützen die These, dass die postulierten Diskontinuitäten der Realität kein eingebildetes Phänomen sind, sondern tatsächlich unsere erhöhte Aufmerksamkeit verdienen. Vermutlich gibt es ja viel mehr solcher Fälle, die aber aufgrund ihrer Marginalität und Nichtkausalität vom Bewusstsein sofort verdrängt und somit vergessen werden. Bleiben wir also wachsam und offen für Ungewöhnliches! Gerne können Sie mir weiterhin Ihre eigenen Erfahrungen mitteilen.

Kommentare

13. Oktober 2020, 16:47 Uhr, permalink

M. Glahe

M. Glahe

Nach dem Lesen Ihres Artikels fragte ich anderswo recht erfolglos nach solchen Erfahrungen.
___________________

Gibt es denn hier niemanden mit ähnlichen Erfahrungen [... offensichtliche Beleidigung gelöscht, bitte mäßigen Sie sich im Ton und argumentieren Sie respektvoll; d. Red.]?

Mittlerweile ist ein weiteres Vorkommnis hinzugekommen welches absolut unerklärlich ist.
Wenn ich früher etwas suchte und irgendwann wiederfand ... machte ich mir kaum Gedanken
darüber WARUM ich es zwischenzeitlich nicht dort fand wo es plötzlich wieder auftauchte.
Da auch meine eigenen Sucherfahrungen nie sonderlich erfolgreich waren trugen auch die
dazu bei nicht weiter darüber nachzudenken. Wenn aber ein Schlüsselbund drei Tage lang
unauffindbar bleibt, obwohl zwei Personen unabhängig von einander danach suchten und
das auch noch mit völlig unterschiedlichen Suchstrategien und das dann tatsächlich
plötzlich genau in der Schale auftaucht wo es immer zu liegen kam ... dann mache ich mir
Gedanken darüber. Besonders nachdem ich obigen Artikel las. Manipulation von dritten,
außer natürlich den Heinzelmännchen, ist übrigens ausgeschlossen ausgeschlossen!

WER hat ähnliche Erfahrungen damit gemacht? Ich meine damit allerdings nicht die bekannte
Altersvergesslichkeit, die trifft hier absolut nicht den Punkt.

21. Oktober 2020, 11:33 Uhr, permalink

Redaktion

Sie können Ihre Geschichten gern detailliert aufschreiben und der Redaktion bzw. dem Autor zukommen lassen - er sammelt immer noch derartige Erfahrungen. Ihre gelöschte Ausfälligkeit konnten wir allerdings nicht tolerieren, siehe oben.

08. November 2020, 12:03 Uhr, permalink

R. Elschenbroich

Eine Ergänzung des Artikels:

Zu einem Teilaspekt des Phänomens - nämlich dem Verschwinden und Wiederauftauchen von Gegenständen - gibt es inzwischen sogar ein YouTube-Video "Das JOTT-Phänomen", siehe youtu.be/eKlDYcekRls.

Dieses basiert im Wesentlichen auf einem Buch der angesehenen britischen Parapsychologin Mary Rose Barrington: JOTT: when things disappear... and come back or relocate – and why it really happens.

15. November 2020, 15:12 Uhr, permalink

Damarissa

Liebe Redaktion, lieber Herr Elschenbroich,

Der angegebene Link im Beitrag Ergänzung des Artikels "youtu.be/eKlDYcekRls."
ist ein dead link.

LG D

15. November 2020, 16:35 Uhr, permalink

Redaktion

Seltsam. Aber man wird mit dem Titel auf dem Kanal des MythenMetzgers fündig:

youtu.be/eKlDYcekRls

[Edit: Der Punkt war offenbar zu viel.]

09. Januar 2021, 21:31 Uhr, permalink

V. Schimo

Ich hatte vor Weihnachten Kugeln für den Weihnachtsbaum gekauft. Von 6 gestreiften Kugeln war eine defekt, so dass nur 5 an den Baum kamen. Die Scherben der 6. Kugel habe in dem Kasten gelassen, um Sie nach dem Abschmücken zu entsorgen. Beim Einräumen der Kugeln waren plötzlich alle 6 Kugeln ganz und keinerlei Scherben mehr zu finden. Ich würde an meiner Wahrnehmung zweifeln, wenn nicht meine Mutter die kaputte Kugel ebenfalls gesehen hat und den Verlust ebenfalls bedauerte.

11. März 2021, 03:26 Uhr, permalink

Denkakustiker

V. Schimo,

Genau das ist es, was ich meine mit der Technologischen Schizophrenie.
Das ist unter zahllosen Perversitäten solcher Art das Vorgehen, das zum Ziel hat, die eigene Persönlichkeitsreferenzierung zu unterlaufen und so anstandslos Fremdgedanken als die eigenen zu identifizieren. Die Unterscheidbarkeit in der Denkakustik ist letztlich extrem gering. Es dauert allerdings Monate bis Jahre, um das so einstellen zu können. Ihr werdet also schon lange in eurer Privatsphäre beständig angegriffen. Das geht inzwischen schon sehr vielen so. Jene, die sich diesbezüglich zu währen verstehen, landen letztlich über die Weisse Folter in der Psychiatrie.

In diesem Fall scheinen euch, also Dir und Deiner Mutter, die eigenen (authentischen) Wertstellungen geholfen zu haben, so das ihr beide den Verlust bedauert habt. Unser Denken und Handeln wird durch individuelle Wertstellungen referenziert. So wie auch die sogenannte Liebe als die höchste Form der Wertstellung zu erkennen ist.

In der Konsequenz wurde die Weihnachtskugel real audgetauscht, als ihr nicht zu Hause wahrt.
Diese pervertierte Subkultur fühlt keine Grenzen mehr, sie tun alles was technisch möglich ist und noch wird !!!

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