Diskontinuitäten der Realität und parallele Welten

diskontDieser Beitrag befasst sich mit einem Phänomen, das mir im Laufe meines Lebens schon mehrfach begegnet ist. Ein Phänomen, über das man normalerweise schweigt, um nicht für verrückt gehalten zu werden. Mein Ziel ist es, dieses Phänomen – möglicherweise erstmalig – öffentlich anzusprechen und somit zu einem diskussionsfähigen Thema zu machen. Ein fiktives Beispiel soll veranschaulichen, worum es geht.

Kontinuität der Ereignisse – oder etwa nicht?

Ihr Leben hat normalerweise einen kontinuierlichen Verlauf und gehorcht dem Ursache-Wirkungs-Prinzip (Kausalität). Sie sind wahrscheinlich vorhin zum Briefkasten gegangen und haben sich diese Zeitschrift daraus geholt (Ursache), die Sie jetzt in der Hand haben und lesen (Wirkung). Zwischendurch haben Sie noch ein Glas aus dem Schrank genommen (Ursache), das Sie sich eingeschenkt haben und das jetzt vor Ihnen steht (Wirkung). Alles verläuft kontinuierlich; es gibt keine „plötzlichen“ Veränderungen (also Veränderungen, die sich abspielen, ohne dafür Zeit zu benötigen).

Sie sind also vertieft in die Lektüre und schauen irgendwann hoch, um an Ihrem Getränk zu nippen – aber da ist gar kein Getränk! Dort steht kein Glas – und alles ist, als ob dort noch nie eines gestanden wäre. Solange Sie völlig verblüfft dreinschauen, sagt Ihr Partner womöglich noch: „Wolltest du dir eigentlich nicht noch was zu trinken holen?“

Bin ich verrückt geworden?!?

Jetzt gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

  1. In Ihrem Kopf stimmt irgend­etwas nicht. Sie verdrängen das Ereignis und versuchen, nie mehr darüber nachzudenken. Schon gar nicht teilen Sie sich irgendjemandem mit; er/sie könnte Sie ja für verrückt halten.

    Oder:

  2. Aus irgendwelchen Gründen wurde der kontinuierliche Verlauf der Ereignisse gestört. Der Mathematiker würde dies eine „Unstetigkeitsstelle“ nennen (ein Parameter ändert sich auf der Zeitachse in Form eines Sprunges); ich würde hierfür jedoch den Begriff „Diskontinuität der Realität“ bevorzugen.

Das war, wie gesagt, ein fiktives Beispiel. Bevor wir theoretisch zu erklären versuchen, was sich dabei abspielen könnte, möchte ich die vier Fälle aus meinem eigenen Umfeld schildern, die mich schließlich zum Verfassen dieses Beitrags bewegt haben.

Der Auffangkorb des Vertikutierers, Frühjahr 2014

Gemeinsam mit unseren Nachbarn besitzen wir einen Vertikutierer, mit dem ich an einem schönen Frühlingstag unseren Rasen bearbeitet habe. Unsere Nachbarin, die das Gerät in ihrem Schuppen aufbewahrt, war so nett, ihn vorher in unseren Garten zu stellen. Leider fehlte der Auffangkorb, sodass ich nach dem Bearbeiten des Rasens hinter unserem Haus eine Menge Material zusammenzurechen hatte.

Danach schob ich den Vertikutierer auf unsere zweite Wiese vor dem Haus, nebst den weiteren Gerätschaften wie Kabeltrommel und Rechen. Als ich zu vertikutieren begann und wieder eine Menge Material auf dem Rasen verteilt wurde, überlegte ich noch, ob ich kurz zu unseren Nachbarn (die den ganzen Nachmittag nicht da waren) in den (unverschlossenen) Schuppen gehe und schaue, ob ich den Auffangkorb noch finde. Da ich aber dort nicht einfach „einbrechen“ wollte und dieses Rasenteilstück nicht allzu groß ist, habe ich beschlossen, die Arbeit auch ohne Korb zu Ende zu führen.

Dann geschah es: Als ich mitten in der Arbeit meine Blickrichtung von geradeaus nach unten wechselte, befand sich auf einmal der Auffangkorb am Vertikutierer!

Ich war vollkommen verblüfft und dachte, ich traue meinen Augen nicht … Ich habe extra noch mal überprüft, ob unsere Nachbarn doch zu Hause waren und in der kurzen Zeit, in der ich die Kabeltrommel nach vorne getragen habe, eventuell das Teil noch nachgeliefert haben. Dem war nicht so. Bemerkenswert ist, dass die Nachbarn Stein und Bein schwören, dass der Auffangkorb von Beginn an am Vertikutierer war.

Das Auto in der Einfahrt, 14. April 2015

Es stand ein Besuch bei meinem Vater an, um ein paar handwerkliche Dinge zu erledigen. Üblicherweise parke ich bei ihm in der Einfahrt, wenn sein Auto dort nicht steht; ansonsten suche ich mir einen Platz an der Straße.

An diesem Tag stand das Auto in der Einfahrt, und ich schätzte ab, ob der Platz dahinter für mich reicht – es waren aber geschätzt weniger als vier Meter, sodass ich mit dem hinteren Teil des Autos bereits auf dem Gehweg gestanden wäre. Also bin ich vorbeigefahren und habe mir einen Parkplatz an der Straße gesucht.

Als ich etwa zwei Stunden später meine Arbeiten beendet hatte und das Haus verließ, stand kein Auto in der Einfahrt! Mein Vater hat angegeben, das Auto bereits mindestens eine halbe Stunde vor meinem Eintreffen in die Garage gestellt zu haben. Bei meinen Arbeiten war er zugegen, konnte also auch in dieser Zeit nicht umgeparkt haben – was ja zu diesem Zeitpunkt auch überhaupt keinen Sinn mehr gehabt hätte. Es gibt auch niemanden sonst, der diesen Platz mitbenutzt, und es war eindeutig der weiße Mercedes meines Vaters, der vorher dort stand.

Der verlorene Handschuh, Januar 2020

Meine Frau hat vor zwei Jahren auf dem Wochenmarkt einen Handschuh verloren. Trotz intensiver Suche ist er nicht mehr aufgetaucht. Wir haben die Taschen der Jacke, die sie anhatte, mehrfach intensiv durchsucht – ohne Ergebnis. Den zweiten Handschuh bewahrten wir sicherheitshalber im Schrank auf, bevor wir ihn schließlich im Frühjahr 2019 endgültig entsorgten.

Am Anfang dieses Jahres befand sich der vermisste Handschuh plötzlich in der rechten Jackentasche der seinerzeit getragenen Jacke – als wäre er nie weg gewesen! Meine Frau hat diese Jacke seit dem Ereignis regelmäßig benutzt und es wäre mit Sicherheit aufgefallen, wenn der Handschuh die ganze Zeit darin gewesen wäre.

Das Hundepärchen, ebenfalls Januar 2020

Der letzte Fall, den ich hier schildern möchte, greift relativ weit in die Vergangenheit zurück und lässt sich noch am ehesten mit einem fehlerhaften Gedächtnis erklären. Das will ich in diesem Fall auch nicht bestreiten – aber die Geschichte hat mich sehr nachdenklich gestimmt und war ausschlaggebend dafür, diesen Beitrag zu verfassen:

Eine Bekannte von uns hat sich nach einem Umzug Mitte der 1990er Jahre ein Hundepärchen zugelegt. Der eine Hund ist krankheitsbedingt Ende der 1990er gestorben, der andere hat noch etliche Jahre gelebt. Ich kann mich sehr genau daran erinnern, wie unsere Bekannte den Tod des ersten Hundes bedauert hat und wie schade es für den zweiten Hund war, dass er jetzt alleine war. Als wir uns kürzlich auf der Straße trafen, kam das Gespräch auf die Hunde. Zu meinem allergrößten Erstaunen wussten weder die Bekannte noch meine Frau etwas von einem zweiten Hund!

Erklärungsansätze – wie kann so etwas passieren?

Da ich mich (und meine Frau!) als normale Menschen bezeichnen würde und wir im Alltag rational voll funktionieren, schließe ich eine kognitive Störung aus. Aber wie lassen sich solche Vorkommnisse dann erklären? Ein möglicher Ansatz zur Erklärung des Phänomens ist in der modernen Physik, genauer gesagt in der Quantenmechanik, zu finden.

Denn auch dort, nicht nur in den Grenzwissenschaften und der Esoterik, ist die Existenz paralleler Welten und unterschiedlicher Zeitlinien ein Thema. Das bekannteste Modell ist die sogenannte Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik, die bereits im Jahr 1957 (!) von Hugh Everett aufgestellt wurde.1 Um sie zu verstehen, müssen wir jedoch etwas weiter ausholen.

Kommentare

13. Mai 2020, 11:15 Uhr, permalink

Bernd

Hallo,
zum Mandela-Effekt etwas, für mich, interessantes.
Ich glaube jeder kennt die "Looney Toons" in dieser Schreibweise. Goggelt doch mal nach. Angeblich wurden die immer mit "Looney Tunes" geschrieben. Merkwürdig ......
GLG

13. Mai 2020, 15:33 Uhr, permalink

daniel

also, es gibt looney tunes und tiny toon adventures. da kann man schonmal durcheinanderkommen, und zum artikel, sorry aber mit so einer wahrnehmung empfehle ich dringend einen psychologen aufzusuchen. no offence

13. Mai 2020, 17:26 Uhr, permalink

Redaktion

@Bernd

Zum Mandela-Effekt können Sie hier auf unserer Seite den Artikel von Daniel Loose nachlesen:

www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/der-mandela-effekt-auf-der-spur-unmoeglicher-erinnerungen

@daniel

Looney Tunes und Tiny Toons - interessante Beobachtung. Was die Begebenheiten betrifft: Wir selbst hatten in der Redaktion ebenfalls zwei schwer zu leugnende Fälle von "irrational verschwundenen Dingen" mit mehreren Zeugen ... Die Vorgänge sind schwer von der Wahrnehmung zu trennen, richtig - aber voreilig als Sinnestäuschung abtun würden wir die Zwischenfälle nicht. Was soll der Psychologe im Nachhinein auch sagen?

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