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NEXUS Magazin 18, August-September 2008

NEXUS Magazin 18
August-September 2008

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Editorial Ausgabe 18

Liebe Leser, drei NEXUS-Jahrgänge haben wir nun bereits abgeliefert. Wenn ich irgendwann mal ein wenig Zeit zur Besinnung habe, werde ich hoffentlich daran denken, mich darüber zu freuen und ein wenig stolz zu sein, dass wir mit minimalen Mitteln so weit gekommen sind.

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Im Moment stelle ich mir aber eher die bange Frage, wie oft wir wohl noch Gelegenheit haben werden, einen weiteren kompletten Jahrgang zu feiern. Es gibt da ein paar Themen, die mir regelmäßig eine Gänsehaut bereiten, wann immer ich daran erinnert werde. Wenn ich mich mit Bekannten über meine Zukunftserwartungen unterhalte, komme ich jedes Mal in Konlikt: Soll ich darüber etwas sagen? Werden sie mich nicht für verrückt halten? Was, wenn ich mich irre? Im aktuellen Heft haben wir jetzt mit unserem „Planet X Dossier“ eines jener unheimlichen Themen angepackt. Und ich hoffe, dass Sie in ein paar Jahren sagen können, ich sei ein leichtgläubiger Panikmacher gewesen.

Ein anderes, noch viel aktuelleres Gefahrenthema haben wir zwar nicht im Heft, doch es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke: Es ist der angedrohte Angriff auf den Iran. Die Warnungen davor kommen derzeit aus allen Kanälen, und viele davon besagen, dass es diesmal um eine ganz andere Größenordnung gehen wird als im Irak, der ohnehin schon wirtschaftlich und militärisch am Boden war, als die Amerikaner angriffen. Der Iran aber, das muss betont werden, könnte sich als ganz anderer Gegner entpuppen, und für die Dummheit, einen Angriff auf ihn zuzulassen, könnten wir alle noch sehr teuer bezahlen, wenn in unseren eigenen Metropolen plötzlich die Bomben hochgehen. Tom Bearden wies schon vor langer Zeit darauf hin, wie viele nukleare Sprengköpfe beim Zusammenbruch der Sowjetunion „verloren“ gingen. Es könnte sich herausstellen, dass sie durchaus noch da sind, allerdings in den Händen von „Schläfer“-Teams, die mitten unter uns sitzen. Und bevor wir den Iran für seine Atomforschung verteufeln, sollten wir uns vielleicht fragen, wie unsere eigenen Regierungen handeln würden, wenn sie sich von einer Unzahl Feinden umstellt sähen, die unverhohlen mit einem „taktischen Erstschlag“ (nur ein zeitgemäßer Euphemismus für Massenmord) drohen, wenn sie nicht ihre Souveränität aufgeben wollen.

Ich bin manchmal auch sehr enttäuscht darüber, wie der Rest meiner journalistischen Kollegen in den Mainstream-Medien diese Gefahren übergeht und stattdessen das Volk mit Banalitäten zudröhnt. Wen interessiert bitte, angesichts solcher Bedrohungen, eine Europameisterschaft oder die Ehekrise eines Popstars? Stattdessen sollten wir alle lieber gemeinsam aufschreien und uns weigern, weiterhin die alltäglichen Trivialitäten zu erörtern und zu konsumieren, bis die Welt einen anderen Kurs eingeschlagen hat. Wie wäre es, wenn wir beim nächsten sportlichen Großereignis einfach den Fernseher aus ließen? Was macht es für Sie und mich schon für einen Unterschied, ob es nun elf deutsche oder elf spanische kickende Millionäre sind, die sich jetzt „Europameister“ nennen dürfen? Hat das irgendetwas mit uns zu tun? Ja. Wir zahlen nämlich, blöd wie wir sind, mit unseren Fernsehgebühren ihre Verträge und glauben auch noch, „wir“ hätten ein Tor geschossen, wenn es zufällig gerade einer der Millionäre aus der deutschen Mannschaft war. Andere werden reich, indem wir selbst in den Sessel pupsen und „Hurra!“ schreien.

Einfach den ganzen inszenierten Quatsch nicht mehr konsumieren. Ob das etwas ändern würde? Ich denke schon. Ich halte es sogar für eines der letzten zur Verfügung stehenden Mittel der Gegenwehr. Einfach ausschalten, versuchen Sie’s mal. Es geht ganz leicht. Meine Frau und ich gehen immer spazieren, wenn Fußball läuft. Die Straßen sind leer, die Wege sind frei. Dann unterhalten wir uns über Gott und die Welt. Und wenn wir heimkommen, haben wir uns selber bewegt, anstatt anderen dabei zuzusehen. „Bleibe immer der Hauptdarsteller im eigenen Film“, habe ich mal jemanden sagen hören. Das habe ich mir gemerkt.

Hoffentlich bis zum nächsten Mal,

Ihr
Thomas Kirschner

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