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Generation Mensch – Wahrheit, Freiheit, Liebe, Wunder (Band I: Kultur)

Was bedeutet es, heute Mensch zu sein? Christian Stolle treibt diese Frage seit seinen Jugendjahren um. Die Suche nach Antworten beschert ihm fantastische Begegnungen mit Menschen und Phänomenen von der Äußeren Mongolei bis ins Nachtleben Berlins. Und aus den Antworten ergibt sich ihm ein Bild, das weit über sein eigenes Leben hinausgeht. Angetrieben vom Wunsch, sein Wissen zu teilen, folgt er der Eingebung, ein Buch zu schreiben. In drei Bänden – denn einer, das merkt er bald, reicht nicht, um dem Wesen des Menschseins gerecht zu werden.

Stolle eröffnet mit seiner eigenen Geschichte, die für sich bereits Stoff für einen wendungsreichen Abenteuer­film hergibt. Auf knapp 30 Seiten wird der Leser locker und persönlich vorbereitet auf das folgende Faktenfeuerwerk. Denn hinter dem Begriff Kultur, dem Thema des ersten Bandes der Trilogie, verbirgt sich nichts weniger als Stolles Analyse des Istzustands der menschlichen Zivilisation. Ganz sachlich – und für manchen Geschmack vielleicht etwas trocken – exerziert er im Hauptteil die großen Bereiche modernen Lebens durch: Wirtschaft und Politik, Massenmedien, Wissenschaft und Technik.

Neben bekannten Problemen wie imperialer Kriegstreiberei, Fiatgeld und medialen Einflussmechanismen erörtert er auch heikle und schwer verdauliche Themen: Pädokriminalität etwa, Mind Control oder Geo-Engineering. Allerdings stellt Stolle jedem Problem eine funktionierende Lösung gegenüber, statt den Leser damit allein zu lassen. Durch seine Ausführungen weht ein humanistischer, libertärer Wind; es geht um die Freiheit und Souveränität des Individuums gegenüber dem korrumpierbaren Machtgefüge Staat. Von Dogmatismus ist das weit entfernt, doch dass der Autor besonders in der Idee des Libertarismus ein großes Potenzial sieht, daraus macht er keinen Hehl. Seine Zustandsbeschreibung ist gegliedert in hunderte Unterkapitel und belegt mit 1.300 Endnoten aus Wissenschaftsjournalen, Massenmedien und alternativer Presse. Eine beachtliche Leistung.

Besonders berührt hat mich aber der fast 40 Seiten starke Epilog. Während im Sachteil trotz aller Sorgfalt naturgemäß viel Raum für Diskussionen bleibt, zeichnet Stolle im Epilog eine konsistente Vision des menschlichen Miteinanders, die jeder Art von Selbstgerechtheit, Schubladendenken und faschistoidem Gedankengut den Wind aus den Segeln nimmt. Man merkt, dass hier einer spricht, der keine Gelegenheit ungenutzt lässt, den eigenen Tellerrand zu erweitern – die Neugier und Aufgeschlossenheit, die aus seinen Schilderungen und Erlebnissen spricht, könnte für viele Probleme schon Lösung genug sein, legten sie nur mehr Menschen an den Tag.

Auch wenn Ihnen viele Einzelfakten aus Stolles erstem Band bereits bekannt sein könnten – der Autor hat es geschafft, sie so miteinander zu verknüpfen, dass sich daraus ein klares Bild ergibt. So klar ein Bild eben sein kann, das ein komplexes Gefüge wie den Zustand Mensch begreifbar machen möchte.

Es ist selten, dass ich einem Sachbuch emotional so nachgehangen habe wie diesem. Das ist besonders dem bereits gelobten Epilog zu verdanken, in dem Stolle pointiert veranschaulicht, worum es ihm geht. Mich hat er damit gekriegt – und das meine ich im positivsten Sinne, denn Manipulation oder Effekthascherei kann man dem akribischen Autor kaum vorwerfen. Vielleicht hat er einen Nerv getroffen. Vielleicht sind wir nur ähnlich bescheuert – das dürfen Sie gern selbst entscheiden.

Christian Stolle
Eigenverlag
ISBN: 978-3-00-062511-4
477 Seiten
€ 23,90

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