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Heilung ohne High: Phytocannabinoide und das Endocannabinoidsystem

In der Naturheilkunde wird nichtpsychoaktiver Hanf gern als Nahrungsergänzungsmittel und zur Immununterstützung eingesetzt. Seinem Hauptwirkstoff, dem Cannabidiol (CBD), sagt man eine ganze Reihe positiver Gesundheitseffekte nach – doch ist es wirklich nur der isolierte Wirkstoff, der die Effekte zeitigt? Nein, sagt Carl Germano. Der Ernährungswissenschaftler klärt im Interview auf: Es ist das Zusammenspiel verschiedener Phytocannabinoide und Terpene, die Hanf so besonders machen. Die aktuelle Forschung, auch zum menschlichen Endocannabinoid-System, könnte das Nachdenken über die menschliche Gesundheit in den nächsten Jahren maßgeblich verändern.

Don’t believe the Hype! THC und CBD sind die großen Stars in Sachen medizinisches Cannabis. Dabei stehen ihnen unbekanntere Phytocannabinoide und Pflanzenstoffe wie Terpene in 
ihrer positiven Wirkung auf das endogene Cannabinoidsystem in nichts nach. Ein Interview.

Dr. Joseph Mercola (JM): Heute wollen wir uns über ein Naturprodukt unterhalten, das sehr gesundheitsfördernd ist, aber durch restriktive Gesetze lange in Vergessenheit geraten war: Die Rede ist vom Hanf und dem darin enthaltenen Cannabinoid CBD. Mein Gesprächspartner Carl Germano ist ein zertifizierter Ernährungsberater und Experte für Phytocannabinoide. Herr Germano, gleich zu Anfang: Was ist Hanf eigentlich genau?

Carl Germano (CG): Man muss in erster Linie zwischen Hanf und Marihuana unterscheiden. Für viele Leute ist das gleichbedeutend – aber es handelt sich in Wahrheit um zwei verschiedene Pflanzen. Sie sind zwar beide von der Gattung und Art her Cannabis sativa, aber damit hat es sich auch schon. Hanf wurde in den vergangenen Jahrtausenden zu vielen Zwecken angebaut und diente als Nahrungsmittel, Kleidung, Faser und Brennmaterial. Die Pflanze enthält mehr als 100 natürlich vorkommende aktive Verbindungen, die Phytocannabinoide. Das bekannteste ist das Cannabidiol (CBD). Marihuana wiederum wurde vor allem wegen seines Hauptphytocannabinoids angebaut, das den Namen Tetrahydrocannabinol (THC) trägt und bis zu einem gewissen Grad eine Freizeitdroge ist, aber vor allem einen medizinischen Wert hat.

Vor einigen Jahrzehnten wurde Hanf jedoch juristisch mit Marihuana gleichgesetzt und war seither in vielen Ländern verboten. Erst durch Forschungen, die von Israel und Europa angestoßen wurden, entdeckte man: Der menschliche Körper verfügt über ein endogenes Cannabinoid-System, das als Teil des Immunsystems verstanden werden kann. Damit stellte sich Hanf als eines der wichtigsten Pflanzenpräparate aller Zeiten heraus.

JM: Bis heute herrscht Verwirrung darüber, welches Hanfprodukt nun legal oder illegal ist – oder es sein sollte. Doch selbst wenn man nun ein einzelnes Produkt erwerben darf, ist das doch noch lange nicht dasselbe wie die ganze Hanfpflanze mit ihren mehr als 100 Phytocannabinoiden, oder?

CG: Das ist richtig. Wer wie ich in der Naturmedizin tätig ist, weiß schon lange, dass die Summe aller Teile einer Pflanze mehr ist als nur ein einzelner daraus gewonnener Inhaltsstoff. Ginseng enthält mehr als nur ein Ginsenosid, in Curcumin gibt es mehr als nur ein Curcuminoid, Echinacea hat mehr als nur ein Isobutylamid zu bieten, in Ginkgo finden wir mehr als nur ein Ginkgolid. Und Hanf enthält eben wesentlich mehr Phytocannabinoide als nur CBD.

Dr. Ethan Russo drückte es 2013 im British Journal of Pharmacology am besten aus. Er schrieb über den Entourage-Effekt all der Phytocannabinoide und Terpene, die vorhanden sein und zusammenwirken müssen, um eine sinnvolle klinische Wirkung zu ermöglichen. CBD mag zwar das dominanteste Phytocannabinoid in Hanf sein, doch alle Phytocannabinoide wirken im Körper zusammen, indem sie das Endocannabinoid-System (ECS) versorgen und unterstützen.

JM: Erzählen Sie uns doch etwas mehr über dieses ECS. Ihre bisherigen Aussagen deuten ja darauf hin, dass die in Pflanzen vorkommenden Cannabinoide auf Rezeptoren im menschlichen Gehirn und Körper wirken, die bereits vorhanden sind. Das wäre dann ein völlig natürlicher Ansatz.

Den vollständigen Artikel können Sie in NEXUS 83 lesen. Die Ausgabe können Sie hier erwerben.

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