Interstellarer Besucher ändert Kurs

inDer erste bekannte interstellare Besucher unseres Sonnensystems, der von Astronomen den Namen „Oumuamua“ erhielt, hat unerwarteterweise seine Geschwindigkeit und Richtung geändert – und damit Öl ins Feuer diverser Verschwörungstheoretiker gegossen, die ihn für mehr als einen Felsbrocken halten.

Durch Beobachtungen, die mit dem Hubble-Weltraumteleskop der NASA sowie an bodengestützten Observatorien getätigt wurden, konnte ein internationales Forscherteam bestätigen, dass Oumuamua eine unerwartete Beschleunigung und Bahnänderung erfuhr, als er im vergangenen Jahr das innere Sonnensystem durchquerte. Oumuamua war so klein, dass er selbst mit den leistungsfähigsten Teleskopen nur als Lichtpunkt wahrgenommen werden konnte. Man nimmt an, dass es sich bei dem Besucher um ein sehr lang gestrecktes Objekt handelt, da seine Helligkeit innerhalb einer sieben- bis achtstündigen Periode stark variierte.

„Unsere hochpräzisen Messungen von Oumuamuas Position ergaben, dass es neben den Gravitationskräften der Sonne und der Planeten auch noch etwas anderes gab, das Einfluss auf seine Bewegung hatte“, sagt Marco Micheli vom Space Situational Awareness Near-Earth Object Coordination Centre der europäischen Weltraumorganisation ESA im italienischen Frascati, der Hauptautor eines Aufsatzes über die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Teams.

Üblicherweise stoßen Kometen größere Mengen Staub und Gas aus, wenn sie von der Sonne erwärmt werden. Wie Teamwissenschaftler Oliver Hainaut von der Europäischen Südsternwarte jedoch sagt, gab es „keinerlei sichtbare Anzeichen für eine Ausgasung von Oumuamua, also rechneten wir auch nicht damit, dass solche Kräfte auf den Kometen einwirken würden“.

Das Team nimmt an, dass Oumuamuas Ausgasung eine kleinere, von der Erde aus nicht sichtbare Menge Staubteilchen produziert haben könnte, die ausreichte, um das Objekt ein wenig zu beschleunigen.

Quelle: NASA.gov, Presseveröffentlichung 18-056, 28.06.18, http://tinyurl.com/y7vkztmk

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