Medienmogule dürfen Eigeninteressen ungehindert weiterverfolgen

BlitzIn der Ausgabe des Time Magazines vom 5. Dezember 2015 findet sich ein Artikel über die Ölinteressen des IS, Syriens und der Türkei. An keiner Stelle des Artikels wird jedoch erwähnt, dass Rupert Murdoch – der Eigentümer der Zeitung – ein ureigenes Interesse an diesem Thema hat. Murdoch ist Anteilseigner und Mitglied des Strategiebeirats der israelischen Firma Genie Energie, der vom israelischen Staat Nutzungsrechte für syrische Erdölvorkommen gewährt wurden. Auch Dick Cheney und Lord [Jacob] Rothschild zählen zu den Genie-Aktionären. Ja, wirklich: Das ist keine Verschwörungstheorie – sondern eine echte Verschwörung.

Dass Israel Öl-Nutzungsrechte für Regionen in Syrien vergibt, ist ein eklatantes Beispiel für die Missachtung des Völkerrechts. Und natürlich würde der Börsenwert von Genie erheblich steigen, sobald in Damaskus eine Marionettenregierung installiert wäre, die man mit Bestechungsgeldern dazu bringen könnte, die israelische Ölbohrkonzession zu unterschreiben. Die Missachtung des Völkerrechts ist seit jeher auch das absolut bestimmende Merkmal der Neokonservativen.

Um aber auf Murdochs syrische Ölinteressen zurückzukommen: Fox News, Sky News, die Times, die Sun und Murdochs viele andere Medienkanäle rühren zwar die Werbetrommel für eine Militäraktion gegen Syrien. Sie sind aber gesetzlich nicht dazu verpflichtet, den Konsumenten ihrer Propaganda mitzuteilen, dass das jeweilige Medium eine politische Haltung vertritt, die mit den finanziellen Interessen des Eigentümers Hand in Hand geht.

Selbst wenn man bemüht ist, Informationen darüber zu finden, wird man auf kein Register stoßen, in dem die Interessen der Medieninhaber aufgelistet sind. Es ist schon mehr als ironisch, dass es zwar ein solches Register über die finanziellen Interessen der Vorstandsmitglieder der Independent Press Standards Organisation gibt [einer unabhängigen Organisation zur Einhaltung von Pressestandards], aber keines, das die Interessen der Medieninhaber verzeichnet.

Die Leveson-Untersuchung [eine Reaktion auf illegalen Telefonabhöraktionen durch Murdochs Verlage im Jahr 2012] hat die wahren Anzeichen von Fäulnis in der britischen Medienwelt völlig ignoriert: die massive Medienkonzentration und die Unterordnung der Pressefreiheit unter gewerbliche Interessen. Der überarbeitete Verhaltenskodex, der als Ergebnis dieser Untersuchung erstellt wurde, bezieht sich kein einziges Mal auf die finanziellen Interessen der Medieninhaber; nicht einmal im ohnehin sehr eingeschränkten Kontext der Berichterstattung über Wertpapiere und Börsenkurse.

Ein Finanzjournalist ist beispielsweise dazu verpflichtet, sämtliche privaten finanziellen Interessen seiner eigenen Person oder seiner Familie an einer Firma offenzulegen, über die er berichtet – doch es besteht keine Pflicht, die Interessen des jeweiligen Medieneigentümers preiszugeben. Dabei bezahlt dieser den Journalisten für seine Arbeit (und sein Schweigen).

Quelle: CraigMurray.org.uk, 05.12.2015, http://tinyurl.com/jyrh8p4

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