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New Energy NewsCATCH me if you can | Macht das Laden dicht | Something in the Air | Warten auf den ChatGPT-Moment | Gar nicht statisch | Reaktor auf Reisen | Gute Mine zum geopolitischen Spiel | Gewagter Satz

CATCH me if you can

Strom direkt aus der Luftfeuchtigkeit zu gewinnen, die sogenannte Hygroelektrizität, gilt unter Schulwissenschaftlern als anrüchig, aber prinzipiell machbar. Prof. Andriy Lyubchyk vom europäischen Forschungsprojekt CATCHER(Creation of innovative humidity to electricity renewable energy conversion technology towards sustainable energy challenge)in Portugal hat nun ein Rezept entwickelt, das Strukturen aus Nanoröhren, Nanoporen und Nanopulver verwendet, in denen Wassermoleküle aus der Luft eingefangen werden. Die erzeugten Ladungen entstehen durch Polarisation, Oberflächenchemie und gerichteten Protonen- bzw. Ladungstransport an Nanogrenzflächen. Interessant ist, dass nicht die Art des Materials diesen Prozess effizient macht, sondern die Struktur.

Quelle: Catcherproject.eu

Macht das Laden dicht

Die finnische Firma Donut Labs kündigt eine Solid-State-Batterie an, die die Grenzen bisheriger Akkutechnik sprengt: bis zu 400 Wh/kg Energiedichte (Lithium­akku: ca. 200 Wh/kg), 100.000 Ladezyklen, 300 Kilometer Reichweite bei fünf Minuten Ladedauer, praktisch keine Brandgefahr, leichter und billiger als Lithiumakkus. Möglich werden soll das durch einen festen Elektrolyten, der laut Hersteller ungiftig, kostengünstig, reichlich verfügbar und auch in der Gewinnung umweltverträglich ist. Flüssige, brennbare Elektrolyte entfallen vollständig – was nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch neue Zellarchitekturen und sehr hohe Ladeleistungen erlaubt. Bei dem noch geheim gehaltenen Elektrolyten handelt es sich wahrscheinlich um ein Polymer-Komposit-Material.

Quelle: Donutlab.com, t1p.de/ts34n

Something in the Air

Forscher der Universität Bern haben erstmals experimentell gezeigt, dass Organismen Energie direkt aus der Luft gewinnen können. Im Zentrum steht dabei atmosphärischer Wasserstoff, der zwar nur in einer Konzentration von 0,00005 Prozent vorkommt, aber von speziellen Enzymen (Hydrogenasen) genutzt werden kann. Im Labor wurde eine minimale künstliche Atmungskette aus drei Enzymen in einer Membran aufgebaut, die Wasserstoff aus der Luft oxidiert und die frei werdende Energie zur Herstellung von ATP (universeller Energieträger von Zellen) verwendet. Chemisch entspricht der Prozess der Knallgasreaktion (Wasserstoff plus Sauerstoff zu Wasser), läuft jedoch biologisch kontrolliert und ohne Explosion ab. Die Ergebnisse erklären, wie bestimmte Mikroorganismen in extrem nährstoffarmen Umgebungen überleben können und warum der Wasserstoffgehalt der Atmosphäre stabil bleibt. Gleichzeitig eröffnen sie neue Perspektiven für nachhaltige Energiegewinnung und Anwendungen in der synthetischen Biologie.

Quelle: Universität Bern, t1p.de/ulkm4

Warten auf den ChatGPT-Moment

Wird 2026 das Jahr der Freien-Energie-Technologien? Die populäre FE-Autorin Jeane Manning befragte dazu bekannte Größen der Szene. Der Physiker Thomas Valone etwa erwartet Durchbrüche bei der Verbesserung thermoelektrischer Chips für das Energy Harvesting sowie eine neue Methode zur Spaltung von Wasser in Wasserstoff als Brennstoff. Auch der Spanier Prof. Artur Sala favorisiert Wasserstoff – in atomarer Form, „die einfachste, leichteste und verborgenste Art der Energieerzeugung“. Der Autor und Nullpunktenergieforscher Moray King betont den Bewusstseinsaspekt der Entwicklung und sucht nach einem einfachen, wiederholbaren Experiment zur Nullpunktenergie, das jedermann durchführen kann. Dr. James W. Morrow glaubt, dass wir uns bereits in der „Äther-Apokalypse“ befinden. Die verschüttete Ätherwissenschaft werde neu etabliert. Morrow arbeitet an einem Batterieladegerät ähnlich dem von John Bedini – allerdings eine Solid-State-Variante. Dabei lehnt er sich an den mexikanischen Ingenieur Carlos Benitez an, der bereits 1915 ein Batterieladegerät auf Basis von Teslas Energiefeld – aka Äther – patentiert hatte. Reed Huish schließlich, Anbieter der „Powerbox“ (Zpower.com), sagt für 2026 den „ChatGPT-Moment der Freien Energie“ voraus, der alles umkrempeln werde wie die künstliche Intelligenz ab 2022.

Quelle: Jeane Manning, t1p.de/5vkpn, t1p.de/cv7qs

Gar nicht statisch

Italienische Forscher haben eine neue Methode vorgestellt, mit der sich elektrische Energie aus sogenannter Triboelektrifizierung gewinnen lässt. Derselbe Effekt bewirkt auch statische Elektrizität, z. B. wenn ein Kamm gerieben wird und anschließend Haare anzieht. Neu ist ein spezieller triboelektrischer Nanogenerator (TENG), bei dem Wasser unter Druck in extrem feine Nanoporen gepresst und anschließend wieder herausgezogen wird. Dieser zyklische Prozess erzeugt Ladungen, die als Strom nutzbar gemacht werden können. Erste Experimente zeigen einen Wirkungsgrad von rund neun Prozent bei der Umwandlung mechanischer in elektrische Energie. Denkbare Anwendungen reichen von der Energierückgewinnung in Fahrzeugstoßdämpfern bis hin zur Versorgung kleiner Sensoren oder tragbarer Elektronik durch alltägliche Bewegungen.

Quelle: PopularMechanics.com, t1p.de/u19cs

Reaktor auf Reisen

Das US-Unternehmen Radiant Nuclear entwickelt den heliumgekühlten Hochtemperatur-Mikroreaktor Kaleidos, der mit 20 Prozent Uran-235 angereicherten Brennstoff nutzt. Dieser liegt in Form sogenannter TRISO-Partikel vor: winzige Urankerne, die von mehreren keramischen Schutzschichten umgeben sind. Dadurch wird eine unkontrollierte Kettenreaktion praktisch ausgeschlossen. Kaleidos soll künftig Dieselgeneratoren in Industrieanlagen oder abgelegenen Regionen ersetzen. Der kompakte Reaktor ist transportfähig und kann mit einer Ladung mehrere Jahre laufen. Er soll mehrere Megawatt elektrische Leistung bereitstellen. Radiant wurde nun ausgewählt, als eines der ersten Unternehmen ein Brennstoff-Reaktorexperiment im DOME durchzuführen – dem weltweit ersten speziell für Mikroreaktoren konzipierten Teststand. DOME befindet sich am Idaho National Laboratory und wird vom US Department of Energy betrieben.

Quelle: RadiantNuclear.com, t1p.de/ex4u4

Gute Mine zum geopolitischen Spiel

Forscher der University of Illinois Urbana-Champaign haben eine neue Methode entwickelt, um Lithium effizient und kostengünstig aus Altbatterien zurückzugewinnen. Alte Lithium-Ionen-Batterien werden zerlegt und in ein organisches Lösungsmittel gegeben, das eine lithiumhaltige Lösung („Brine“) erzeugt. Anschließend wird eine spezielle Elektroden-„Schwamm“-Struktur aus einem Copolymer eingesetzt: Unter elektrischer Spannung bindet diese Elektrode selektiv Lithium-Ionen und entzieht sie so der Lösung – andere Metalle bleiben zurück. Die Elektrode kann für mehr als 500 Zyklen genutzt werden und verursacht Kosten von 12,70 US-Dollar pro Kilogramm recyceltem Lithium – weniger als der aktuelle Marktpreis des Metalls. Die Methode könnte ein wichtiger Schritt zu einer wirtschaftlichen Lithium-Kreislaufwirtschaft sein.

Quelle: NewAtlas.com, t1p.de/tf7v9

Gewagter Satz

Forscher der West Virginia University haben eine neue, allgemeinere Formulierung des ersten Hauptsatzes der Thermodynamik entwickelt. Der klassische Satz „Energie kann weder geschaffen noch zerstört werden, nur umgewandelt werden“ gilt streng genommen nur für thermodynamische Gleichgewichtssysteme mit einheitlicher Temperatur und Energieverteilung. In vielen realen Situationen, etwa in Weltraumplasmen, herrscht jedoch kein Gleichgewicht, und dort versagt die traditionelle Formulierung. Das Team um Physiker Paul Cassak zeigte, dass in nicht gleichgewichtigen Systemen („Fließgleichgewichte“) weitere Zustandsgrößen für die korrekte Energiebilanz wichtig sind, die bisher im Gesetz nicht berücksichtigt wurden. Mit einer erweiterten mathematischen Beschreibung berücksichtigt der überarbeitete Hauptsatz diese zusätzlichen Faktoren und erklärt besser, wie Energie in komplexen Systemen umgewandelt wird. Diese Erweiterung könnte Auswirkungen auf viele Bereiche haben: von Raumwetter über Quantencomputing bis hin zu Elektronik und Chemie – und vielleicht sogar bezüglich Raumenergie? Denn auch das Vakuum ist ein schwingendes Fließgleichgewicht.

Quelle: PopularMechanics.com, t1p.de/kgmrs

Alle Links als Linkliste: t1p.de/nex123-energie

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