Persönlichkeitsrechte für Flüsse, Berge und Wälder

flDie aufblühende Bewegung „Rights of Nature“ – „Rechte der Natur“ – kritisiert die Tatsache, dass westliche Rechtssysteme die Natur als Eigentum einstufen, was unsere Umwelt vor dem Gesetz quasi unsichtbar macht. Die Bewegung will mit Bezug auf diverse rechtliche Konstrukte, wie zum Beispiel das Persönlichkeitsrecht, den Status eines Rechtssubjekts für die Natur erkämpfen.

Diese neue Interpretation des Umweltrechts wurde zuerst vom Community Environmental Legal Defense Fund (CELDF) angewandt, der 2006 einer kleinen Gemeinde in Pennsylvania dabei half, sich gegen die Entsorgung giftigen Abwasserschlamms in ihrem Bezirk zu wehren.

2008 verankerte Ecuador als erstes Land der Welt die Rechte der Natur in seiner Verfassung. Mari Margil, Gründerin des CELDF, arbeitete bei dem Gesetzesentwurf mit und bemerkte während des Prozesses: „Indigene Mitglieder der verfassungsgebenden Versammlung Ecuadors haben uns darauf hingewiesen, dass gestärkte Rechte der Natur auch einen positiven Einfluss auf die Rechte der Ureinwohner haben werden.“

Auch andere Länder gewährten der Natur vereinzelt Persönlichkeitsrechte, etwa dem Te-Urewera-Wald, dem Whanganui-Fluss und dem Taranaki-Berg in Neuseeland, dem Ganges und dem Yamuna-Fluss in Indien und dem Atrato-Fluss in Kolumbien.

Im Jahr 2017 schlugen Umweltrechtsexperten in einem Bericht über Aus­traliens nationales Umweltmanagement vor, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der den Fokus von den Rechten der Menschen auf die „Rechte der Natur“ verlagert.

Noch im selben Jahr fügte Australien mit dem Yarra River Protection Act ein Naturrechtselement in seine Gesetzgebung ein. Diese Verordnung bekräftigt die intrinsischen und menschlichen Werte des besagten Flusses und erkennt den Yarra und sein Umland als ein komplexes, lebendiges System an.

Dadurch wurden die Überlieferungen und Weisheiten der ursprünglichen Eigentümer des Flusses, des Wurundjeri-Stammes, gesetzlich anerkannt. Gemeinsam mit Planungsminister Richard Wynne präsentierten die Wurundjeri den Gesetzentwurf im Juni des letzten Jahres vor dem Parlament von Victoria. Wynne bemerkte, dass die neue Rechtsordnung einen wichtigen Beitrag zu den Rechten der Ureinwohner leiste.

In ihrer Rede vor dem Parlament bemerkte die Wurundjeri-Älteste Alice Kolasa: „Der Staat hat endlich erkannt, was wir schon immer wussten: dass der Birrarung eine ganzheitliche, lebende Einheit ist.“

Das Gesetz erkennt „die intrinsische Verbindung der ursprünglichen Eigentümer mit dem Yarra-Fluss und dessen Umland“ an sowie ihre Rolle „als die Wächter des Landes und der Wasserstraße, die sie Birrarung nennen“. Es bedient sich auch der traditionellen Bezeichnungen aus der Woiwurrung-Sprache und wurde somit zum ersten Erlass in Victoria, der die Sprache der ursprünglichen Besitzer des Landes anwendet.

Quelle: TheGuardian.com, 01.04.18, http://tinyurl.com/y7ucd2y2

Kommentare

16. September 2018, 06:02 Uhr, permalink

Abrasax

Solch ein Vorgehen mag für verweichlichte und auf rosa Wolken schwebenden Esoteriker und Gutmenschen ein wohlig warmes Gefühl aufkommen lassen.

Wir kennen uns allerdings schon damit aus, was für einen Schaden die Schaffung der juristischen Person angerichtet hat. Es gibt hinweise, daß der Mensch abgeschafft wurde und dafür die Person eingeführt wurde, was verschiedene Nachteile für den Menschen zur Folge haben könnte.

Was für ein Signal ist das, der Natur Persönlichkeitsrechte zu geben und kümmert das die Natur und was steckt wirklich dahinter?

Für mich ist die Natur völlig selbstverständlich ein lebendiges und natur-bewußtes Lebewesen. Und ich bin davon überzeugt, daß wir Menschen bzw. Personen ein völlig falsches Miteinander mit der Natur leben. Völlig falsch. Daraus folgt, daß wir Menschen in unserer eigenen Entwicklung stecken geblieben sind, bzw. uns zurückentwickelt haben. Wir sind heute nicht intelligenter und entwickelter als zu früheren Zeiten, sondern wir sind heute dümmer und eigentlich körperlich, geistig, seelisch und geistlich behindert.

In einem so genannten Rechts-Staat wird verlangt, daß ein Rechts-Beteiligter seine Rechte aktiv einfordert. Wie soll das die Natur denn machen? Es wird selbsternannte Natur-Rechts-Experten geben, die lautstark herumplärren werden, so wie wir das heute zum Beispiel durch die DUH erleben. Doch dieser DUH geht es natürlich um völlig andere Zeile. Solche Organisationen wie die DUH wurden eingerichtet um Programme zu starten, die Gewinne für irgend jemanden produzieren. Das wird natürlich nicht gesagt.

Übrigens gab es den sogenannten edlen Wilden niemals.
Es gibt alte Reiseberichte in Buchform aus dem 19. Jahrhundert, da kann man gut nachlesen, wie das Leben der angeblich edlen Wilden in Wirklichkeit war. So lange man die Wilden in Ruhe gelassen hat, haben die einfach so gelebt, wie sie schon seit langer Zeit gelebt hatten, einfach weil es so schon immer war - angeblich. Sie hatten mangels entwickelter Technologie oft keine anderen Möglichkeiten, die Landschaft zu zerstören. Allerdings gibt es archäologische Feldforschung, die durchaus gezeigt hat, daß es in großen Ballungsgebieten auch massive Umweltzerstörungen gegeben hat.

Dann tauchten die zivilisierten Menschen auf und mischten sich tief in die Angelegenheiten der Wilden ein und es wurde schnell klar, den Wilden war gar nicht bewußt, wie sie selbst gelebt hatten. Denn schnell fingen die Wilden an, sich an die technologisch höher entwickelten Migranten anzupassen, was dazu führte, daß zum Beispiel der Wildbestand durch die Wilden selbst massiv bejagt wurde. Die Wilden selbst haben also wegen der Manipulation der Migranten angefangen, der Natur Schaden zuzufügen.

Es gibt Volks-Sprachen, welche die Natur viel intensiver in das Menschenleben einbetten oder damit verknüpfen, als das bei uns in Deutschland der Fall ist. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß den Menschen das wirklich bewußt ist. Die Menschen sind oft einfach nur. Aber bewußt sind sie meistens nicht.

Ich bezweifle sehr stark, daß eine Anpassung der Gesetzes-Systeme bzw. Rechts-Systeme (interessant oder?) der Natur automatisch so nützlich sein wird, wie es von mir gerne gewünscht wird.

Stichwörter: Haarp, Chemtrail, Indutrielle Landwirtschaft, Bergbau

16. September 2018, 09:27 Uhr, permalink

Daniel

Nun, es ist zumindest ein Schritt, um innerhalb des falschen Systems überhaupt eine Handhabe zu haben, meine ich. Dass die Masse meilenweit vom wahren Weg abgekommen ist, steht ja außer Frage.

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