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Phönizisches Stonehenge in Amerika?

phAmerika wurde von Kolumbus entdeckt – richtig? Falsch. Denn möglicherweise tat das bereits jemand vor ihm, und zwar viel, viel früher. Es gibt nämlich Hinweise darauf, dass die alten phönizischen Seefahrer die Ostküste Nordamerikas schon vor tausenden von Jahren erreichten. Sie schufen dort ihre eigenen Stein-Monumente, um die Steinkreise in ihrem Heimatland in der Region des östlichen Mittelmeers zu reproduzieren.

Einer der Steine, der um 1680 in Bourne, Massachusetts, 125 Kilometer von Salem entfernt, gefunden wurde, wurde als Bourne Stone bekannt.14 Ob er sich ursprünglich dort befand oder von Salem dorthin gebracht wurde, ist nicht klar, sicher aber ist, dass Fell die Inschriften folgendermaßen übersetzte: „Bekanntgabe der Aneignung. Nicht unkenntlich machen. Hiermit nimmt Hanno dies in Besitz.“ Hanno war ein berühmter phönizischer Entdecker und Prinz oder König von Karthago, von dem die alten Griechen erzählen, er habe um 480 v. Chr. den nördlichen Ozean (Nordatlantik) umsegelt.15

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Der Bourne Stone mit Einritzungen. (Foto: Bourne Historical Society)

D. Die Inschrift auf einem Stein erzählt vom kanaanitischen Baal

Ein als Baal Stone bekannter Stein, der auf dem Amerikanischen Stonehenge gefunden wurde, trägt Inschriften, die so übersetzt wurden: „Dem Baal gewidmet im Namen der Kanaaniter“16. Die Phönizier nannten sich selbst Kanaaniter, und Baal war ihr wichtigster Gott. Im biblischen Buch Genesis werden die Kanaaniter beschrieben als Nachkommen von Canaan, einem Sohn von Ham und Enkel des Noah. Sie wurden auch Phönizier genannt. Ihr oberster Gott war El, aber sie hatten auch andere Götter mit besonderen Funktionen. Baal war der Gott des Regens und der Fruchtbarkeit.17

E. Ein Opferstein erinnert an phönizische Altäre

Ein 4,5 Tonnen schwerer, als Opfertisch bezeichneter Stein mit den Abmessungen 2,7 Meter mal 1,8 Meter und auf vier steinernen Beinen ruhend, steht im Zentrum eines weiträumigen Hofes auf der Stonehenge-Anlage. Auf der Oberseite des Steins befinden sich Rinnen nahe der Kante. Einige Archäologen sind der Ansicht, dass die Rinnen Blut von Menschen- oder Tieropfern aufnehmen und in ein Gefäß abtropfen lassen sollten.18 Interessante Anmerkung: Es scheint eine Auskerbung zu geben, in die das Gefäß hineinpasste.19 Man weiß, dass die Phönizier zu besonderen Anlässen ihrem Gott Baal Menschenopfer darbrachten.

Indiz 2: Die Inseln Manana und Monhegan vor der Küste waren phönizische Häfen

Manana ist eine kleine Insel in der Nachbarschaft der Insel Monhegan, etwa zwölf nautische Meilen (22 km) vor der Küste von Maine. Monhegan liegt etwa 264 km von der Bay of Fundy und 187 km vom Mystery Hill entfernt. Einen mit Inschriften versehenen Fels, den man auf Manana entdeckt hat, kennt man als die Monhegan-Inschrift. Barry Fell konnte sie entziffern: „Ladeflächen für Schiffe aus Phönizien“20. Anscheinend dienten die Häfen der Inseln Manana und Monhegan als Landestellen für die phönizischen Häfen zum Anlegen und Handeltreiben.

Der Historiker und Autor Thomas Fleming äußert sich dazu:

„Aus [dieser] und weiteren Inschriften wie auch aus einer intensiven Untersuchung historischer Informationen über die seefahrerischen Fähigkeiten der Menschen aus Karthago und Tarsis schloss Fell, dass es mindestens 400 Jahre v. Chr. zwischen Amerika und den Mittelmeerländern einen regen Handelsverkehr gab. Hauptsächliche Handelsgüter waren vermutlich Kupfer, Pelze und Tierhäute.“21

Einige Forscher verorten die Stadt Tarsis an Spaniens Mittelmeerküste. Sie war im Altertum bekannt für ihre überaus mutigen Seefahrer. Angeblich wurde Tarsis 533 v. Chr. von den Karthagern zerstört, die dann den Handel von Tarsis übernahmen. An anderer Stelle in Nordamerika wurden Inschriften entdeckt, auf denen die Bewohner von Tarsis erwähnt werden.22 Barry Fell konnte den Text entziffern: „Ladeflächen für Schiffe aus Phönizien“.

Indiz 3: Karte auf einer phönizischen Goldmünze

Der punisch-phönizische Stadtstaat Karthago, gelegen an der Ostseite des Sees von Tunis im heutigen Tunesien, gab 350 v. Chr. Goldstater heraus. Diese Goldmünzen zeigen auf ihrer Rückseite ein Muster. Der Geologe Mark McMenamin deutete das Muster ähnlich einer „Karte des Mittelmeerraumes samt Amerika im Westen jenseits des Atlantiks“.23

Auf der Website Phoenicia.org kann man nachlesen, dass McMenamin seine Annahme mit Computerunterstützung zur Analyse der in Karthago zwischen 350 und 320 v. Chr. geprägten Goldmünzen formuliert hat. Wenn seine Annahme stimmt, dann „stellen diese Goldmünzen nicht nur die ältesten, jemals gefundenen Karten dar, sondern weisen auch darauf hin, dass karthagische Entdecker in die Neue Welt gesegelt sind“.24

Indiz 4: Die Schriften des Aristoteles

In der Anekdotensammlung Liber Mirabilibus Auscultationibus, die Aristoteles zugeschrieben wird, heißt es:

„In dem Meere jenseits der Säulen des Herkules [Straße von Gibraltar], sagt man, haben die Karthager eine öde Insel entdeckt, allenthalben mit Waldung und schiffbaren Flüssen versehen, im Übrigen auch bewunderungswürdig durch ihre Früchte, in einer Entfernung von mehreren Tagreisen.“25

Der Forscher Paul Tudor Angel kommentiert das so:

„Das kann eine Anspielung auf Amerika sein. (Im Altertum nannten Seefahrer jedes neu entdeckte Land eine Insel, denn ohne das Land umrundet zu haben, wussten sie nicht, ob es sich um eine Insel, eine Halbinsel oder einen Kontinent handelte).“26

Indiz 5: Das Buch „Ancient America“

Der Anthropologe und Schriftsteller John Denison Baldwin schreibt in seinem Buch „Ancient America“:

„Die bekannte Unternehmungslust der Phönizier und das alte Wissen von Amerika, das so vielfältig Ausdruck findet, untermauern stark die Hypothese, dass das Volk der Phönizier auf diesen Kontinent kam, Kolonien gründete dort, wo man Ruinen von Städten entdeckt hat, und sie mit kultiviertem Leben erfüllte. Es wird behauptet, dass sie Fahrten auf dem ‚großen äußeren Ozean‘ unternahmen und die Seeleute den Atlantik überquerten; des Weiteren heißt es, dass symbolische Embleme ähnlich denen der Phönizier in den amerikanischen Ruinen gefunden werden.“27

Wie und warum die Phönizier die nordamerikanische Ostküste erreicht haben könnten

Nachdem ich einige Indizien für die Theorie, dass die Phönizier nach Nordamerika gesegelt sind, vorgestellt habe, richte ich mein Augenmerk nun darauf, wie und warum sie solche Reisen unternommen haben könnten.

1. Die Phönizier waren bedeutende und abenteuerlustige Seefahrer

Ihre Blütezeit erlebten die Phönizier zwischen etwa 1.500 und 300 v. Chr.28 Sie hatten Niederlassungen entlang der Ostküste des Mittelmeeres, vor allem in Tyros, Sidon, Beirut, Byblos und Tripolis. An dieser Küstenlinie entdeckten sie das Färben mit Purpur, der aus der Purpurschnecke gewonnen wurde. Das purpurgefärbte Tuch der Phönizier war so teuer, dass nur Könige und Wohlhabende es sich leisten konnten. Die Griechen nannten die Phönizier Phoenekoi, was so viel bedeutete wie „Träger des blutroten Tuches“ und sich auf die purpurrote Färbung bezog. Die Phönizier waren Bauern, bewirtschafteten Wälder und waren geschickte Handwerker für Holzarbeiten, Glasmacherei, Seifenherstellung und Weberei. Sie erfanden Methoden für die Erzeugung von Olivenöl und den Weinanbau. Um ihre Produkte zu vermarkten, erkundeten sie das offene Meer. Im gesamten Mittelmeerraum trieben sie mit ihren Waren Handel und wurden als abenteuerlustige Seefahrer und außergewöhnliche Handelsmacht bekannt.29

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Detail aus „Phoenicians Bartering with Ancient Britons“, Spirit Fresco auf Leinwand von Frederic Leighton von 1894–1895. (Foto: The Bridgeman Art Library)

Die Phönizier schlossen leicht Bündnisse und errichteten Niederlassungen in verschiedenen Häfen im Mittelmeerraum, von denen Karthago der wichtigste war. Um 700 v. Chr. waren sie die Hauptlieferanten von Rohwaren für das assyrische Reich, ebenso fungierten sie für Ägypten als Handelsvertreter für Gold, Zinn, Kupfer und weitere für diese bedeutenden Mächte wertvolle Güter.30 Das legt nahe, dass die Phönizier sich aus dem Mittelmeer hinaus gewagt haben in Richtung Westspanien, Südostbritannien und Westafrika. Nachweise für den Handel und die freundschaftlichen Beziehungen mit den Ägyptern finden sich in den Ruinen von Byblos, wo ägyptische Monumente neben phönizischen liegen.

Es gibt Geschichten über einen phönizischen Seefahrer namens Hanno, „der um 500 v. Chr. die afrikanische Küste erforschte und besiedelte“. Es heißt, er habe sieben Städte und etliche Handelsposten gegründet.

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