Testgelände Osteuropa: US-Biowaffen im Feldversuch

osteuropaDie auch von den USA ratifizierte Biowaffenkonvention verbietet es, Waffen auf Basis von Mikroorganismen und anderen biologischen Substanzen zu entwickeln, herzustellen, zu lagern oder anzuschaffen. Dummerweise ist sie weder bindend noch wird ihre Einhaltung kontrolliert, sodass die Grauzone munter bevölkert wird. Eine Enthüllungsjournalistin berichtet von den Biowaffenlaboren des Pentagon in Osteuropa.

Die US Army stellt laufend Viren, Bakterien und Toxine her und verstößt damit direkt gegen die UN-Konvention zum Verbot biologischer Waffen. Hunderttausende ahnungslose Menschen werden so systematisch gefährlichen Erregern und unheilbaren Krankheiten ausgesetzt. Experten für biologische Kriegsführung testen in Pentagon-Biolaboratorien in 25 Ländern auf aller Welt mit diplomatischer Rückendeckung von Menschen erzeugte Viren. Diese amerikanischen Biolaboratorien werden von der Defense Threat Reduction Agency (DTRA) im Rahmen eines militärischen Programms in Höhe von 2,1 Milliarden US-Dollar 1 finanziert. Das Programm, das Labore in ehemaligen sowjetischen Staaten wie Georgien und der Ukraine, aber auch im Nahen Osten, in Südostasien und Afrika unterhält, nennt sich Cooperative Biological Engagement Program (CBEP).

Georgien als Testgelände für Biowaffen

Das Biolabor des Pentagon in Georgien heißt Lugar Center. Es ist nur 17 Kilometer vom amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Vaziani in der Hauptstadt Tiflis entfernt. Mit dem militärischen Programm sind Biologen der US Army Medical Research Unit-Georgia (USAMRU-G) zusammen mit privaten Auftragnehmern betraut. Das Labor mit der biologischen Schutzstufe 3 ist nur für amerikanische Bürger mit einer Sicherheitsfreigabe zugänglich. Sie genießen nach dem 2002 zwischen Georgien und den USA abgeschlossenen Vertrag zur Verteidigungszusammenarbeit diplomatische Immunität.

Im US-Register für öffentliche Aufträge sind einige der militärischen Aktivitäten am Lugar Center ersichtlich – unter anderem die Forschung an biologischen Agenzienwie Milzbrand und Tularämie 2 sowie Viruserkrankungen (z. B. Krim-Kongo-Fieber); auch die Sammlung biologischer Proben für künftige Experimente wird darin aufgelistet.

Die Defense Threat Reduction Agency (DTRA) hat einen Großteil ihrer Tätigkeit im Rahmen des militärischen Programms an Privatunternehmen ausgelagert, die dem US-Kongress gegenüber nicht rechenschaftspflichtig sind und somit freier agieren und die Gesetze umgehen können. Das zivile Personal, das im Lugar Center arbeitet, hat diplomatischen Status, obwohl es sich nicht um Diplomaten handelt. Das bedeutet, dass private Unternehmen mit diplomatischer Rückendeckung ohne direkte Kontrolle durch das Gastgeberland – in diesem Fall die Republik Georgien – Tätigkeiten für die US-Regierung durchführen können. Diese Methode wendet auch die CIA häufig an, um ihre Agenten zu decken. Im US-Biolabor in Tiflis sind drei amerikanische Privatunternehmen aktiv: CH2M Hill, Battelle und Metabiota. Sie arbeiten nicht nur für das Pentagon, sondern auch für die CIA und diverse andere Regierungsbehörden.

Streng geheime Experimente

CH2M Hill hat im Rahmen des Pentagon-Programms für Biolaboratorien in Georgien, Uganda, Tansania, dem Irak, in Afghanistan und Südostasien DTRA-Aufträge in Höhe von 341,5 Millionen Dollar erhalten,3 wobei etwa die Hälfte dieser Summe (161,1 Millionen Dollar)im Rahmen des Vertrags mit Georgien ans Lugar Center floss.4 Nach Angaben von CH2M Hill hat die amerikanische Firma biologische Kampfstoffe sichergestellt und für das Lugar Center ehemalige wissenschaftliche Experten für biologische Kriegsführung eingestellt. Diese Wissenschaftler arbeiten für ein weiteres US-Unternehmen, das in das militärische Programm in Georgien verwickelt ist – das Battelle Memorial Institute.

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